Saalfeld - Leutenberg - Wurzbach - Lobenstein (Sormitztalbahn)


Streckendaten


- Hockeroda - Wurzbach - Unterlemnitz

- gemischter Betrieb

- eingleisige Nebenbahn

- 28,3 km Streckenlänge (Hockeroda - Unterlemnitz)

- Höchster Punkt Haltestelle Heinersdorf b.Lobenstein 607 m

- Komplette Eröffnung ab 01.03.1908

- Anschluß in Hockeroda an die Hauptbahn Zeitz - Probstzella

  und in Unterlemnitz an die Nebenbahn Triptis - Marxgrün

- noch in Betrieb


Offizielle Betriebsbezeichnung der "Sormitztalbahn" Hockeroda - Unterlemnitz auf Grund der Abzweigungen, da bei Inbetriebnahme die Strecke Zeitz - Probstzella Landesgrenze und Triptis - Marxgrün bereits bestanden. Auf Grund des Holzreichtumes des Thüringer und des nördlichen Frankenwaldes sowie zahlreicher Steinbrüche und umfangreicher Schiefervorkommen wurde diese Strecke gebaut. Damit ging das Flößen auf der Saale allmählich seinem Ende entgegen, da gerade riesige Holzmengen in den Sägewerken verarbeitet wurden und egal ob als Brennstoff, Bau- oder Grubenholz nun fast immer bis zum Empfänger transportiert werden konnten. Wärend die Flösser auch oft abhängig waren vom Wasserstand der Saale. Auch die Verbindung von Saalfeld nach Hof bzw. Eger brachte Aufschwung im Reise- und Güterverkehr von und nach Böhmen. Nach Inbetriebnahme fand ein reger Waren- und Produktaustausch zwischen der Wirtschaftsregion Hof und Saalfeld statt die nicht zu unterschätzen war und die Bahn hatte einen erheblichen Anteil an diesem Erfolg. Auch der Tourismus gerade in Leutenberg, Lichtentanne und Wurzbach profitierte an den Reisezugverbindungen nach Hof / Regensburg sowie Leipzig / Halle / Berlin.


Das Nebenstrecken gerade im Personenverkehr nicht immer gewinnbringend waren ist bekannt, einerseits auf Grund ländlicher Strukturen und geringer Besiedelung. Schon frühzeitig führte die DR Versuche durch um Betriebs-und Personalkosten gerade auf Nebenstrecken einzusparen. 1937 fuhren Eisenbahner und Ingenieure mit einem Benzoltriebwagen die Strecke Hockeroda bis Marxgrün ab und versammelten sich zum Erinnerungsfoto in Hockeroda vor dem Fahrzeug. Das Ergebnis der Fahrt war nicht zufriedenstellend auf Grund der Steigungsverhältnisse blieb es weiter bei der Bespannung mit der T 14.


Bad Leutenberg (Thür.)


Knapp 20 km von Saalfeld entfernt befindet sich das Städtchen Leutenberg, daß nach seinem Bahnanschluß erheblich vom touristischen Aufschwung profitierte. Bereits bis zum Bahnbau 1907 war Leutenberg ein Ort der von zahlreichen Postkutschenverbindungen angefahren wurde. So lobte man um 1890 bereits in Reiseführern das Klima in Leutenberg, so das bereits zu dieser Zeit Gäste mit der Postkutsche nach Leutenberg kamen und Ferien verbrachten. Auch die Friedensburg galt als Anziehungspunkt bei Wanderungen ab dem Bahnhof Hockeroda zu damaliger Zeit. Leutenberg war Durchgangsbahnhof mit Ladegleis, Güterabfertigung sowie einem Anschluß zum Sägewerk am Bahnhof, das bereits nach Bahnbau für umfangreichen Güterverkehr mit Holz sorgte da zuvor aus der umliegenden Gegend um Leutenberg das Holz mittels Floß oder Fuhrwerk abgefahren wurde. Bis in die 50er Jahre befanden sich Anschriften und Aufdrucke mit der Bezeichnung Bad Leutenberg als offizielle Bezeichnung.


Leutenberg um 1897 es dauert noch 10 Jahre bis zur Bahneröffnung. Schon damals war Leutenberg ein geschätzter Kurort.

Sommer 1907 in Leutenberg im Dezember wird die Strecke eröffnet. Im Vordergrund liegen bereits die Gleise.

Im Jahre 1911 waren die Bahnanlagen das EG , sowie die Bahnhofstraße seit einigen Jahren in Betrieb. Noch befinden sich in Bahnhofsnähe kaum Wohnhäuser und Gewerbegrundstücke, die aber ab dieser Zeit durch den blühenden Tourismus des Sormitztales wie "Pilze aus dem Boden schossen". Nach dem ersten Weltkrieg um 1919 / 1920 begann rund um den Bahnhof ein kleiner eigener Stadtteil zu entstehen.

Blick aus südlicher Richtung auf Leutenberg im Jahre 1920.Hinter dem Gleisbogen wenige hundert Meter hin befindet sich der Bahnhof.

Blick auf Leutenberg 1936, in der Bildmitte die Bahnstrecke aus Lichtentanne kommend.

Gruß aus Bad Leutenberg im Jahre 1910. Gerade fährt ein Zug aus Saalfeld ein,im Vordergrund stehen Güterwagen für den Weitertransport.

Sommerflair 1930 in Leutenberg am Gasthaus "Lamm", dahinter der Konsum sowie zahlreiche kleine Geschäfte.

Der Bahnhof Leutenberg im Juni 1999, Einfahrt eines VT 628 mintgrün Blankenstein-Rudolstadt. Noch alles etwas im Flair der DR.

Der Anschluß zum Sägewerk und Holzhandel im Bahnhof Leutenberg wurde am 29.05.1999 schon nicht mehr bedient. Ein Modellbahnmotiv wie es besser nicht geht .

Blick in die Leutenberger Bahnhofstrasse im Sommer 1930.

Bahnhof Leutenberg im Sommer 1965 von der Straßenseite fotografiert. Leider ein etwas in die Jahre gekommenes Privatbild.

Ein letzter Hinweis an die Blüte des Tourismus in Leutenberg, zu dem die Eisenbahn nicht unmaßstäblich mit dazu beigetragen hat. (24.06.2013)

Das EG befand sich am 24.06.2013 in einem sehr guten Zustand, wo es von Besitz der DB AG in Privatbesitz übergegangen ist.

Planmäßige Zugkreuzung im Februar 1999 im Bahnhof Leutenberg am Vormittag. Planmäßiger Einsatz der VT 642 und V 100 auf der Sormitztalbahn. Links noch das Gleis zur Rampe des Bahnhofes ersichtlich.

Nicht nur der V 100 Betrieb ist interessant, auch der noch im Hintergrund befindliche Portalkran mit Holz, des Leutenberger Sägewerkes mit Holzhandel, daß über den Gleisanschluß bedient wurde und nach dem Jahr 2002 abgerissen wurde.

Für einige möglicherweise unbedeutend. Die H-Tafel mit dem Zusatz "Nur für Reisezüge" in Leutenberg Februar 1999. Eine längst ausgestorbene Signalisierung.

Leutenberger Poststation am Bahnhof 1925.

      

Grünau - später Lichtentanne


Durchgangsbahnhof sowie Verladebahnhof für Lang- und Stammholz, daß in den umliegenden Wäldern geschlagen wurde durch die errichtete Hochrampe erkennbar. Güterabfertigung und Ladestrasse. Weiterhin befand sich der Anschluß des Hartsteinwerkes Fischer in Heberndorf in ca. 2 km Entfernung vom Bahnhof entfernt, der als Anschluß auf der freien Strecke von Lichtentanne aus bedient wurde. Errichtung eines Erholungsheimes in Bahnhofsnähe sowie Urlauber in den umliegenden Ortschaften sorgten im Sommer für starken Reiseverkehr. 


Bildausschnitt 1930 Bahnbrücke und Häuser in Grünau Ortsteil Lichtentanne Bahnhof in Richtung Leutenberg. Bezeichnung der Karte "Gruß aus Bad Leutenberg".

Ein weiteres Motiv vom Streckenverlauf und dem Sägewerk von 1914. Von links hinter den Gebäuden verläuft die Strecke nach Lobenstein. Aufnahme der Fachwerkbrücke, über die die Strecke führt. Der Bahnhof befindet sich rechts. Angemerkt werden kann, daß auf dem Gelände vom Fotostandort Richtung Sägewerk und nach rechts verlaufend einst die Verladeanlagen einer schmalspurigen Werkbahn aus Lehesten errichtet werden sollen. Durch zahlreiche Brücken, Kunstbauten, Stützmauern und Bachbegradigungen wäre der Bau zu aufwendig geworden und somit erfolgte die Abfuhr des Lehestener Schiefers über Ludwigsstadt.

Lichtentanne um 1915 mit Erholungsheim am Bahnhof und Gasthaus "Osswald". Umliegende Ortschaften um Leutenberg schmückten sich immer wieder mit der Nähe zur Stadt Bad Leutenberg um auch für ihre Pensionen und Gasthäuser Gäste anzulocken.

Blick auf den Bahnhof Lichtentanne im Dezember 1998 aus Richtung Wurzbach. Gleis 3 links wurde zur Zwischenabstellung der Schotterwagen zur Beladung im Anschluß Fischer Heberndorf und zur Holzbeladung benötigt, da sich ja im Umkreis vom Bahnhof 4 Sägewerke befanden.

Der Ort Lichtentanne der dem Bahnhof seinen Namen verleiht, liegt ca. 3 km vom Bahnhof entfernt auf 628 Meter Höhe. Karte von 1914.

Gleiswaage des Bahnhofes Lichtentanne für Schotter- und Holzwagen in Gleis 3 Richtung Leutenberg. (März 2001)

Hochrampe vornehmlich zur Holzverladung in Lichtentanne genutzt. Dahinter die stillgelegten Anlagen eines Sägewerkes am Bahnhof, März 2001.

Der Gastwirt Oßwald in Lichtentanne ließ 1902 diese Postkarte drucken mit dem Bahnhofsmotiv ohne Kurheim und seiner Gastwirtschaft im Ort Lichtentanne, die sich ca. 3 km vom Bahnhof entfernt auf der Höhe befand.

Mitten im Sormitzgrund zwischen Lichtentanne und Zschachenmühle liegt die Grubersmühle direkt an der Hauptstrasse nach Saalfeld. Links oben am Hang nicht erkennbar befindet sich die Bahnlinie. Karte aus den 50er Jahren.

Lichtentanne in den 30er Jahren, zum Zeitpunkt haben Bauarbeiten stattgefunden. Auf dem Rungenwagen liegen Holzmasten für Pilzleuchten. Im Bahnhof noch erkennbar Ölmast Leuchten bzw. Karbid Leuchten aus der Länderbahnzeit sowie ein Fahnenmast zur Beflaggung bei bestimmten Anläßen mit Länderfarbenanstrich. Unten rechts ein Bauzugwagen vermutlich zum Transport von Lampenmasten, Leitern und Gerüsten,im Gleis erkennbar Kanthölzer. Auch zwei Gleise als Kopf- und Rampengleise zur Güterabfertigung.

Ausfahrt einer 93er aus Lichtentanne in den 50er Jahren. 14 Wagen am Haken, preußische Oberlichtwagen, Donnerbüchsen, ein Pwi und ein neuer DR Packwagen PwG 56. Ein Doppelzug wie er bis Anfang der 90er Jahre gefahren wurde. Der hintere Zugteil wurde in Wurzbach mit einer entgegenkommenden Schiebelok aus einem Güterzug bespannt und sie beförderte den Zug bis Lobenstein und den vorderen Zugteil weiter als Schichtzug nach Blankenstein, wärend der hintere Teil in Lobenstein verblieb.Erkennbar der Verladekran an der Rampe und dem Ladegleis, sowie weitere Raritäten.

Der Blick von der Einfahrt Lichtentanne zum Bahnhof aus Richtung Leutenberg 1936.Im Bahnhof rangiert eine Lok der BR 93 mit einem Güterzug.

1924 kam diese Postkarte mit der ungewöhnlichen Beschriftung auf den Markt. Holzverladung in den 20er Jahren wurde "Groß geschrieben".

Im Mai 1996 brachte die Saalfelder 204 806 leere Schotterwagen nach Lichtentanne um sie im Anschluß des Hartsteinwerkes Fischer Heberndorf zu beladen. Die Lok umfuhr ihren Zug und drückte die Wagen dann über die freie Strecke in den Gleisanschluß als Sperrfahrt.

Überfahrt eines Hackschnitzelzuges am 06.03.2006 auf der Sormitzbrücke vor Lichtentanne mit 290 526.

Eine Stunde später war 204 671 am Zugschluß eines Ganzzuges mit Stammholz nach Blankenstein unterwegs. 06.03.2006

Im Sommer 2010 wurde der Bahnhof Lichtentanne auf zwei Gleise zurückgebaut und an das ESTW Blankenstein "geklemmt". Reste nach dem Umbau Stahlschwellen des Ladegleises und abgebaute EZMG Signale wartet auf ihren Abtransport zum Schrottplatz. Die Reste des Bahnhofes Lichtentanne bezeugen auch vom Wegfall des örtlichen Fahrdienstleiters am Bahnhof, der am 07.09.2010 nur noch eine Überwachungsfunktion der neuen Anlagen ausübte.

 

Zschachenmühle


Errichtung eines Haltepunktes für die umliegenden Ortschaften Zschachenmühle, Klettigshammer und Thierbach durch die K.P.E.V.. Bei Klettigshammer befand sich ein weiterer Gleisanschluß auf der freien Strecke eines Hartsteinwerkes der ab Lichtentanne bzw. ab Wurzbach bedient worden ist. Ab 1933 war in Zschachenmühle die Thüringer Landesfeuerwehrschule eingerichtet. Später eine Grenzkompanie, die im Haltepunkt für ein umfangreiches Reisendenaufkommen sorgten. Zahlreiche Urlauber und Wanderer kehrten in dem beliebten Gasthaus "Zum Sormitztal" ein oder übernachteten, dabei war der Haltepunkt Zschachenmühle oft der Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge aller Art. 


Thüringer Landesfeuerwehrschule Zschachenmühle 1939 unmittelbar unterhalb der Bahnstation. Im Hintergrund die steile Ortsverbindungsstrasse nach Thierbach.

Blick von der Bahnlinie zur "Zschenmühle" 1940.

Klettigshammer 1920, auch der kleine Ort hatte erheblichen Anteil an der Belebung der Sormitztalbahn im Güter- und Personenverkehr. Denoch hatte erkeinen eignen Bahnhof.

Das längst abgerissene Haltepunktgebäude in Zschachenmühle am 19.09.1999.

Kurze Zeit später Durchfahrt des Regionalexpress Leipzig-Blankenstein in der "Zschachenmühle".

Gasthaus "Zum Sormitztal" in den 70er Jahren war ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel für Wanderer und Touristen die mit dem Zug bis Zschachenmühle oder Wurzbach kamen und hier einkehrten.

Am 19.09.2000 durchfährt 202 543 in markanter Farbgebung den HP Zschachenmühle Richtung Lichtentanne.

Am 09.12.2011 wurde ein Teil des Zufahrtsweges zum HP Zschachenmühle saniert. Gerade in der Mittagszeit war die LKW Flotte abgestellt. Im Hintergrund führt der Weg zum Bahnhof.

Recht mühseliger Weg zur Zschachenmühle. Zur Stabilisierung der Gleis- und Hanglage der Strecke mußte ein Tunnel und beidseitige Flügelmauern errichtet werden, was auch auf die Anstrengungen beim Bahnbau und die Besonderheiten der Planung schließen läßt. Auch ein Teil Pflasterstraße zur Befestigung des Untergrundes sorgte für Stabilität und gute Begehbarkeit der Anlagen.

Am 09.Dezember 2011 hielten noch Züge der DB Regio AG in Zschachenmühle. VT 641 von Blankenstein nach Saalfeld.

Ab 11.Dezember 2011 wurde der Haltepunkt mit der Übergabe des Verkehres an die Erfurter Bahn nicht mehr bedient.

Ein Blick vom Haltepunkt Zschachenmühle in Richtung Wurzbach am 09.12.2011.

 

Spitzkehrenbahnhof Wurzbach (Thür.)


Oberhalb des nördlichen Frankenwaldes liegt das Städtchen Wurzbach, deren eisenbahnbetriebliche Besonderheit die Spitzkehre der Strecke ist, um den gewaltigen Höhenunterschied ohne weitere Kunstbauten und Steigungen  bis Brechpunkt Heinersdorf zu überwinden. Vor dem Bahnbau spielte man auch mit dem Gedanken der Weiterführung der Linie Richtung Oßla / Grumbach / Rodacherbrunn / Nordhalben / Bad Steben. Somit hätten die Höhenzüge des nördlichen Frankenwaldes "sanfter" umfahren werden können. Die Linie wäre direkt auf den Höhen bis Bad Steben geführt worden. Springender Punkt war die Führung bei Nordhalben einer Strecke auf dem Berg und der Strecke aus Kronach, deren Verlängerung bis "Steben" angedacht war, wäre somit nicht zu verwirklichen gewesen. Zwei Konkurrenzlinien in unmittelbarer Nähe nicht möglich. Desweiteren hätten Fahrgäste von Saalfeld über Nordhalben / Marxgrün nach Lobenstein fahren müßen, was dem Sinn und Zweck der Anbindung des "Oberen Saaletales" an das "Untere Saaletal" nicht entsprach. Auch fehlte diesbezüglich der direkte Verkehr von und nach Loben- und Blankenstein im Güterverkehr. Eine Abwicklung über Ziegenrück hätte dem Knoten Triptis und Gera in die Hände gespielt was man ebenfalls nicht wollte. Somit wurde der Entschluß zum Bau einer Steilstrecke mit Spitzkehre in Wurzbach gefasst.


Spätere "Projekte" führte zur Verlängerung der "Sormitztalbahn" mit Anschluß an die Linie Lehesten-Ludwigsstadt durchaus zu realistischen Bahnprojekten, in Bezug des Anschlußes nach Bayern in Ludwigsstadt und Verkürzungen der Laufwege von Güterwagen über die Linie Stockheim / Sonneberg und weiter bis Bebra.

Durch die weitere Planung der Strecke von Wurzbach nach Lehesten über Oßla und Röttersdorf hätte auch eine Verkürzung des Laufweges vorallem von Güterwagen in der Relation Gräfenthal / Ernsthal in Richtung Ostbayern, Böhmen und Vogtland bedeutet, da gerade zahlreiche Fabriken Verträge mit Lieferanten und Fabrikanten dieser Regionen hatten. Auch der Lehestener Schiefer hätte von diesem geplanten Lückenschluß profitiert. Leider wurde dieser Lückenschluß nicht verwirklicht. Wurzbach zählte mit zu den wichtigsten Holzverladestationen der Strecke und auch die "Heinrichshütte" sowie zahlreiche kleinere und mittlere Gewerbefirmen sorgten in Wurzbach für Belebung des Güterverkehres. Auf den Höhen der Wurzbacher Umgebung wurde schon damals sehr intensiv Landwirtschaft betrieben, was zu einem umfangreichen Versand und Empfang von Landwirtschaftsgütern im gleichen Maße führte.


Mit der Bahn kam auch der Tourismus, wie in allen Orten der Gegend kamen ab 1908 in Wurzbach zahlreiche "Sommerfrischler" an,  die hier in den Gasthäusern und Pensionen verweilten. Auch die zahlreichen Wochenendtouristen sorgten für "volle Züge" und das nicht nur im Sommer auch im Winter kamen die Skifahrer und Rodler.


Der Bahnhof Wurzbach verfügte über eine Ladestrasse, Güterhalle, LKW Waage, Lokschuppen mit Drehscheibe. Von Wurzbach aus führten beide Strecken in Steilstreckenabschnitte einmal bis Lichtentanne und in der anderen Richtung bis zum Brechpunkt Heinersdorf Richtung Lobenstein. Interessant für Wurzbach war die stundenweise Abstellung von Preußische und Bayerische Lokomotiven im ehemaligen Lokschuppen. Diese machten hier  "Kopf ", um das Abfertigungsverfahren, sowie die Zugfahrzeiten zu beschleunigen bzw. zu verkürzen. Planmäßig kamen Hofer Lokomotiven bis Wurzbach und bis Saalfeld über diese Strecke.

Die in Wurzbach stehenden Lokomotiven hatten die Aufgabe den Zug entweder selbst weiterzubefördern oder bis zum Brechpunkt Heinersdorf nachzuschieben. Dadurch das immer eine frisch restaurierte Lok an der Ausfahrt war konnte sich diese sofort an die Zugspitze setzen und den Zug entweder Richtung Saalfeld oder Lobenstein / Hof übernehmen. Später einigte man sich auf diese Prodzidur bei Güterzügen, Reisezüge wurden umfahren, die Lok in Wurzbach nahm Wasser wurde gedreht und es ging wieder in die entsprechende Richtung. Was den Einsatz der BR 56, 57, 58 auf dieser Strecke favorisierte und mittels Schlepptender und größeren Wasservorräten der Lokbaureihen lohnte. An sich war in Wurzbach durch die vorhandene Spitzkehre immer ein recht aufwendiger Eisenbahnbetrieb durch den Rangier- und Zugfahrten notwendig. Das Vorhalten der Lokomotiven entfiel ab den 50er Jahren mit der Grenzziehung und dem Einsatz der Lobensteiner und Saalfelder Lokomotiven auf der Strecke. Personenzüge mußten gleichermaßen wie Güterzüge umfahren, nur der Güterzug bediente noch die bestehenden Ortsgleise.


Die in Wurzbach ansässige Bahnmeisterei mußte für die Streckenunterhaltung bis Unterlemnitz bzw. Hockeroda sorgen. Gerade im Winter kein "Zuckerschlecken" weil es noch richtige Winter gab und der Betrieb pünktlich geführt wurde. Man sprach von Schneeverwehungen in Einschnitten von zwei bis drei Meter Höhe.     


Urlaubsgruß aus Wurzbach um 1900 weit vor der Bahneröffnung. Muß es doch zu dieser Zeit eine beschwerliche Reise gewesen sein mit der Kutsche nach Wurzbach zu reisen. Denoch profitierte der Tourismus schon viele Jahre vor dem Bahnanschluß hiervon. Mit dem Bahnanschluß kamen dann mehr Touristen und der "kleine Mann" konnte sich auch dann eine Reise leisten.

Viadukt bei Wurzbach mit einem Zug von Saalfeld neben Packwagen finden sich Wagen der 3.und 2.Wagenklasse der K.P.E.V. im Zug. Bild aus der Zeit um 1915.

Viadukt an der "Bärenmühle" in Wurzbach über den die Strecke Richtung Saalfeld hinüberführt. Auch die Strassenverhältnisse in der Epoche III sind interessant. (1967)

In den 50er Jahren dampft eine G 12 über den Viadukt, die gerade mit ihrem Güterzug von Saalfeld nach Lobenstein unterwegs ist.

Keine Seltenheit, daß man das Lokpersonal oft bei akkrobatischen Kletterkünsten auf und an der Lok beobachten konnte. So war es keine Seltenheit, daß Heizer mit dem Besen "bewaffnet" das Lokdach abkehrten und Kohle die beim bekohlen auf das Dach fiel entfernten. Hinzu kamen Reinigungsarbeiten der Dachfläche, Wartungsarbeiten der Dachluken und auch das Warten der Sand- und Kesseldome bzw. das befüllen oder bearbeiten des Sanddomes vorallem bei feuchtem Sand wurde von oben und unten oft nachgeholfen. Meist mit dickerem Stahldraht wurde gestochert bis das Sandrohr wieder funktionierte. Unser Heizer reinigt das Dach 1982 im Bahnhof Wurzbach von Kohle und Staub bei der 94 1292.

Kleinformat Postkarte von 1909 mit dem Wurzbacher Bahnhof und der Ladestrasse.

Der Blick aus Richtung Bahnhof Wurzbach über die Heinrichshütte und dem weiteren Streckenverlauf im Jahre 1902.

Wurzbach Benigneugrün hier befindet sich heute die Firma "Froeb Verpackungen" an der Hauptstrasse Richtung Lehesten bzw. der Abzweig Richtung Grumbach zur Landesgrenze. Karte von 1900. Die dargestellte Dampf- und Sägemühlen rund um Wurzbach sorgten neben den zahlreichen anderen Mühlen für einen starken Güterverkehr. Von hier wurde das Holz mittels Fuhrwerk zum ca.1,5 km entfernten Bahnhof Wurzbach gebracht.

Urlaubsgruß aus Wurzbach in schwarz / weiss. Links unten V 100 vom Bw Saalfeld mit dem Mittagszug aus Saalfeld im Sommer 1979. Nur in der Mittagszeit steht der Viadukt im vollen Sonnenlicht um 15 Uhr beim nächsten Zug ist schon ein Teil im Schatten.

Mit der Bezeichnung "Frankenwald" konnten in den 80er Jahren die wenigsten DDR Bürger etwas anfangen. Obwohl geographisch richtig Wurzbach der nördlichste Ausläufer des Frankenwaldes ist, der sich aber zu 90% im "Westen" befand. Ob gewollt oder ob man sich öffnen wollte bleibt dahingestellt. Wichtig war das die Strassen in Richtung Grenze gut bewacht waren damit sich keiner in den "richtigen Frankenwald" verirrte.

Wurzbach 1960 ein Urlaubsgruß

Urlaubsgrüße aus Wurzbach 1978 in Farbe mit dem Viadukt über der Hauptstrasse.

 

 Zustand der Anlagen in Wurzbach im März 2002

 

Der Blick zum EG und zum Bahnsteig der Reisezüge sowie dem Streckenende der Spitzkehre.

Durch die beengten Platzverhältnisse und optimale Platzausnutzung wurde an der Ladestrasse diese Doppelte Gleisverbindung mit nachfolgender Doppelten Kreuzungsweiche konzipiert. So konnten nicht nur die Gleise optimal genutzt werden, sondern auch von zwei Seiten befahren werden, Wagen zwischenabgestellt werden und es entfielen umständliche Rangierfahrten.

Sie gehört irgendwo noch dazu die DRG Pilzmastleuchte mit ihrem Fichtenstamm aus einheimischen Wäldern, der vor über 100 Jahren irgendwo um Wurzbach geschlagen wurde, geglättet, in Teer eingelegt und imprägniert. Halterung zum senken des Mastes und Pilzstahlkappe. Einfaches aber geniales Relikt aus alten Tagen.

Der Gleisverlauf in östlicher Richtung mit den drei Ausfahrtgleisen in Richtung Saalfeld bzw. Hof, die Ladestrasse mit ihren dazugehörigen Gleisen im DRG Zustand.

Wurzbacher SZMG Ausfahrtsignale

Nachschuß einer Parallelausfahrt am 30.05.2014. Links ausfahrender Güterzug nach Saalfeld, rechts EB nach Blankenstein.

204 805 wartet am 18.Mai 2006 auf die Ausfahrt in Richtung Wurzbach mit ihrem Güterzug.

Der Blick aus Richtung ehemaliger Drehscheibe und früheren Lokschuppen in den Bahnhof Wurzbach im Februar 2008. Drehscheibe und Lokschuppen wurden nach 1945 abgerissen, was blieb war nur das lange Umsetzgleis. Am Ende befand sich ein Wasserkran später ein Anschluß zur Ergänzung des Heiz- und Kühlwassers der Diesellokomotiven. Der Fernsprecher war erforderlich um eine mündliche Rangiererlaubnis des Fahrdienstleiters einzuholen zum vorfahren in den Bahnhof, da oft mehrere Züge im Bahnhof waren und umfahren werden mußten.

Gebäude der Wurzbacher Bahnmeisterei Februar 2008.

Betonfertigteilgaragen, WC und Nebengebäude säumten den Wurzbacher Bahnhof. Noch existierte die gepflasterte Zufahrts-und Ladestraße die 2015 ihrer Pflastersteine beraubt wurde um eine Innenstadt mit Pflastersteinen zu zieren. Ab dieser Zeit müßen die Wurzbacher in "Gummistiefel" bei Regenwetter zum Bahnhof laufen auf Grund unhaltbarer Zustände. Februar 2008

Für Umbauarbeiten auf der Strecke war im Februar 2008 eine "V 15" des Gleisbau Erfurt in Wurzbach als Arbeitszuglok abgestellt. Beginnende Oberbauarbeiten und Umstellung auf ESTW Betrieb.

 

Heinersdorf (b.Lobenstein)


Ca. 1,2 km entfernt vom Ort lag der HP. Für die Landbevölkerung ein Segen, so konnte man von nun an mit dem Dampfzug nicht nur in die Stadt nach Lobenstein, nein man war von hier aus mit dem Schienennetz der ganzen Welt verbunden. Auch viele Bewohner der Nachbargemeinde Helmsgrün nutzten ab 1907 den Zug, mußte man nur ein paar Kilometer über den Berg zum "Bahnhof" laufen. Was heute lustig klingt war damals harter Alltag, nicht nur zum Vergnügen, sondern zum 12 Stunden Arbeitstag ging es zu Fuß zur nächsten Bahnverbindung, oft viele Kilometer. In Richtung Unterlemnitz befand sich der Brechpunkt Heinersdorf, hier verließen die Schiebelokomotiven zumeist ihre Güterzüge und fuhren ab da entweder nach Lobenstein bzw. nach Wurzbach zurück. Auch ein nahegelegener Steinbruch mit Gleisanschluß sorgte für Güterverkehr in Heinersdorf, dieser wurde mit einer Sperrfahrt ab Wurzbach bedient. Der Personenverkehr war garnicht so unbedeutend, da auch in Heinersdorf neben zahlreichen Pendlern wie überall auf den Strecken und Unterwegshalten zahlreiche Wanderer und Touristen den Zug benutzten. Vom HP gibt es leider keine Bilder aber von der Ortschaft selbst. Von Anbeginn des Bahnbaues schätzten gerade Sommerfrischler die Ruhe und Erholung in Heinersdorf und Umgebung so sprach es sich durchaus als "Geheimtip" herum in Heinersdorf oder im benachbarten Helmsgrün Urlaub zu machen. 

 

Die 1897 gedruckte und 1901 geschriebene Postkarte aus Heinersdorf (Reuss) warb mit ihren im Ort ansässigen beiden Gast- und Logierhäusern die sich hier befanden und mit der Darstellung der Ortskirche. Darf man dem Schreiber der Karte glauben schenken, so schrieb er,"...das ein hervorragendes Menü aufgetischt wurde und das zahlreiche Gäste aus der Ferne hier verweilten..."

Ortsansichten von Heinersdorf aus den 60er Jahren.

Planmäßiger Halt der Regionalbahn Lobenstein - Saalfeld im Haltepunkt Heinersdorf b. Lobenstein. Danach erfolgte die Einrichtung des Bedarfshaltes und dann die Stillegung der Anlagen. Spartanische Bahnanlagen aus den Anfangsjahren der Bahn auch als Anregung für das Modell.

Blick auf Heinersdorf mit verlaufender Bahnstrecke im Sommer 1954 als die 93er und 58er noch unterwegs waren. Links führt die Strecke nach Lobenstein.

Heinersdorf in den 80er Jahren auf einer Postkarte.

Heinersdorf im Sommer 1954 Blick auf die Konsumgaststätte "Zum Sormitztal".

Blick vom Ort Heinersdorf Richtung Unterlemnitz. EB aus Blankenstein nähert sich dem ehemaligen HP Heinersdorf.

Unterhalb von Heinersdorf Streckenführung Richtung Wurzbach im Winter 1995.

   
Über einen hoch aufgeschütteten Bahndamm bei Oberlemnitz führt die Strecke recht steil in den nächsten Bahnhof Unterlemnitz der als Keilbahnhof erbaut wurde und hier zweigt die Strecke in nordöstlicher Richtung nach Ziegenrück, Auma und Triptis ab bzw. vereinigen sich in Richtung Lobenstein / Hof zur Oberlandbahn. Bilder hierzu finden Sie auf der Postkartenreise von Triptis nach Marxgrün.


Durchfahrt eines Güterzuges von Saalfeld in Richtung Lobenstein im Bahnhof Unterlemnitz im Februar 2002.

Ein weiteres Eldorado der T 14 war das Bw Lobenstein. Nicht nur auf Grund der starken Steigungen, der vielen Güterzüge die hier verkehrten bewährte sich die Maschine. Auch die Winter im Oberland verlangten einiges der Maschine ab. 93 761 im Januar 1966 zwischen Unterlemnitz und Lobenstein in voller Fahrt.Mögen die Erinnerungen weiter leben.