Saalfeld - Jena - Großheringen - Naumburg - Weißenfels - Halle / Leipzig,

die "Saaleisenbahn"


Streckendaten

- zweigleisige Hauptbahn mit gemischten Betrieb

- Streckeneröffnung Großheringen - Saalfeld 1874

- Streckenlänge 74,8 km bis Großheringen, 132 km bis Halle,

  140 km bis Leipzig

- Elektrischer Zugbetrieb von 1941 bis 1945

- Abschaltung der Fahrleitung auf der Strecke Großheringen / Saaleck -

  Probstzella / Falkenstein Landesgrenze am 24. bzw. 25.März 1946

- Abbau der Fahrleitung und des zweiten

  Streckengleises ab Abzweig Großheringen bis Probstzella

  Direktionsgrenze / Falkenstein

- Bahnhof Weißenfels Direktionsgrenze Erfurt / Halle

- Wiederaufbau des zweiten Streckengleises 1971

- Komplette Sanierung und Wiederaufbau der Strecke und

  Elektrifizierung seit 1995

- Hauptabfuhrstrecke des Güterverkehr von und nach Mitteldeutschland

   und Nürnberg, Ingolstadt, München, Österreich, Italien


Kopie des Fahrplanes der Strecke Halle - Weißenfels - Zeitz - Gera - Saalfeld von 1890.

Bereits um 1898 waren Postkarten aus dem "Saaletale" in aller Munde, gab es doch reichlich zu entdecken zahlreiche Schlößer und Burgen.

Ca. 1 km hinter Saalfeld befindet sich die "Schwender Schranke". Zugbegegnung mit RB 16507 aus Naumburg am 16.05.2014, Zuglok war 143 821. "Schwender Schranke" aus dem Grund da sich hier der "Schwender" also der Abdecker oder Tierkörperverwerter befindet, daher rühert der Name.

Durch Wegfall der Wagenwerkstatt in Saalfeld mußten defekte Reisezugwagen von Saalfeld zum Werk Erfurt überführt werden. Am 16.05.2011 überführte die Museumslok 219 084 einen defekten Doppelstocksteuerwagen hier in Remschütz.

Im Blockabstand am 16.05.2011 folgte die DR V 100, die als Leihlok beim Stahlwerk Unterwellenborn eingesetzt wurde. Übergabefahrt mit Anschlußbedienung in Schwarza bei den Papierwerken Adolf Jass.

Hinter Remschütz nimmt der Güterzug mit seiner 44 nochmal richtig Fahrt auf. Im Januar 1976 überführt eine Saalfelder 44 leere E-Wagen nach Merseburg ins Kohlerevier zur Wiederbeladung, daß niemand im Winter an seinen "Popo" friert. Beförderung eines Lgo - Leerwagenzug mit offenen Güterwagen so die fachliche Bezeichnung.

 

Blockstelle, Abzweigstelle und Schrankenposten Remschütz


In der optischen Hälfte zwischen Saalfeld und Schwarza liegt der Ort Remschütz der bis in die 70er Jahre über eine Blockstelle mit Schrankenposten verfügte. Leider kam es nie zum Bau eines Haltepunktes für den Ort. Neben den betrieblichen Aufgaben war hier der Abzweig von der Saalbahn direkt nach Unterwellenborn geplant, deshalb meine Andeutung als Abzweigstelle. Das aber nicht zur Ausführung kam. Desweiteren waren auch auf jeder Seite des geplanten Groß Bw Saalfeld Bw Ausfahrten geplant, was bedeutete das Lokomotiven hier direkt vom Abzweig Remschütz zum Bw Saalfeld fahren konnten. In östlicher Richtung war der Abzweig Gorndorf geplant und südlich die Zufahrt zum Bahnhof. So konnten neben den Zügen vor allem von und nach Unterwellenborn zur Maxhütte die Lokomotiven von Schwarza, Unterwellenborn über diese Bw Zufahrten ohne den Bahnhof Saalfeld zu berühren zum oder vom Bw gefahren werden. Die Zufahrten zum Bw und auch die Abzweigstrecke Remschütz - Gorndorf waren elektrisch geplant und auch der Ausbau des Bahnhofes Unterwellenborn und des Rampenteiles Saalfeld - Unterwellenborn. Wie im Abschnitt Probstzella - Sonneberg erwähnt war eine Elektrifizierung dieser Strecke in Form einer Schweizer Gebirgsbahn geplant, was den Vorteil hatte die Erzzüge Schmiedefeld - Unterwellenborn durchgehend elektrisch zu bespannen und deren Tonnage zu erhöhen, man sprach von 1200 Tonnen, was durchaus auf der Gefällestrecke Schmiedefeld-Probstzella und auf der Steigung nach Unterwellenborn möglich gewesen wäre. Die Leertonage nach Schmiedefeld betrug ca. 450 Tonnen was also jede E-lok geschafft hätte, da bereits Lokomotiven der BR 43 und 44 1000 Tonnen von Saalfeld bis Unterwellenborn bewältigten.


Natürlich galt im April 2001 die Aufmerksamkeit der 421. Im Hintergrund die Blockstelle mit Schrankenposten Remschütz. Ab hier sollte der Abzweig entlang der Heide Richtung Unterwellenborn entstehen, der bei Gorndorf auf der Strecke Richtung Unterwellenborn eingemündet wäre.

Posten 66 Remschütz mit Haltlichtanlage. Am 12.Oktober 1982 donnerte die 41 1273 mit ihrem P 3004 Saalfeld - Halle heran, den sie bis Camburg bespannte. Rückleistung war dann der P 4005 ab Camburg (Leipzig-Saalfeld) und am späten Nachmittag Ng 66476 Saalfeld-Göschwitz.

Am 06.November 1982 galt das eigentliche Interesse der 41 1150 die mit dem Dg 55 446 Saalfeld - Weißenfels hier zwischen Remschütz und Schwarza entlang kam. Eine BR 106 mit einem Preußen Schnellzugwagen, sowie weiteren Material- und Bauwagen stand auf dem Richtungsgleis Saalfeld-Schwarza. Der alte Schnellzugwagen diente als Mannschaftswagen bei der Bm Saalfeld.

 

Rudolstadt - Schwarza


Abzweigbahnhof Strecke Schwarza - Schwarza West - Bad Blankenburg


Gemeinde Schwarz mit späterem Bahnhof und abzweigender Strecke nach Bad Blankenburg, Rottenbach und weiter nach Katzhütte bzw. Erfurt. Ca. 2 km hinter dem Bahnhof Schwarza befand sich der Haltepunkt Schwarza West. (Bahnsteig, Wärterbude, Schranke und Fahrkartenverkauf) Mit Bau der Werksanlagen der Zellwoll AG in Schwarza und des Flugplatzes gewann der Bahnhof an großer Bedeutung im Arbeiter- und Güterverkehr. Die Zellwoll AG verfügte über ein eigenes Werkbahnnetz mit Dampfspeicherlokomotiven. Trotz intensiver Bemühungen ist vom Bahnhof Schwarza kaum historisches Bildmaterial erhältlich. Überliefert ist auch der Einsatz der Dampfspeicherlokomotiven im Personenzugeinsatz nach 1945 bis Rudolstadt und Blankenburg im Umkreis von ca. 4 km je Richtung zum Transport der Arbeitskräfte. Werksrangierverkehr mit Dampfspeicherlokomotiven, V 15, V 60, T 334.


Auf der Schwarza Brücke in Rudolstadt Schwarza. 41 1130 am 03.Oktober 1984 mit P 5014 Saalfeld-Jena. Derartige Fotoaktionen sollten "selbsternannte Spezialisten" unterlassen. Das Foto entstand wärend Brückenbauarbeiten und unter Zugrundelegung eines Vorsichtsbefehles an das Lokpersonal. Wer hätte gedacht, daß der 03.Oktober wenige Jahre später zu einem Geschichtsträchtigen Tag wird.

An der Saale Brücke bei Schwarza, an der Stelle wo im oberen Bild die 41er unbekümmert hinüberdampft, herrschte 1878 Katastrophenstimmung. Ein schweres Hochwasser der Saale durch wahnsinnig hohen Schneefall, Regen und Tauwetter überfluteten das Obere Saaletal und tobte sich bis in die niederen Saaleauen aus. Neben dem großen wirtschaftlichen Schaden die die Bevölkerung erlitt, wurde vier Jahre nach Inbetriebnahme der Saalbahn im Frühjahr 1878 die Brücke bei Schwarza komplett zerstört. Der Zugverkehr ruhte einige Wochen. Errichtung eines "Hülfssteges", in dem die Passagiere vom Bahnhof Schwarza wo Züge endeten und begannen über die Saale geführt wurden und einige hundert Meter weiter auf einem "Hülfsbahnsteig" aus Kies einen Zug nach Saalfeld besteigen konnten und weiter fuhren oder umgekehrt. Um die Brücke schnellstens wieder zu befahren war das Königlich Preußische Eisenbahnbauregiment Nr. 1 im Einsatz. Bautechnisch interessant die Brückenpfeiler aus Sandstein. Übrigens Anfang des Jahres 1879 war man erstaunt über eine hohe Geburtenrate im Dorfe Schwarza bei einer zahlreichen Anzahl junger Frauen !!! Unterbringung der Bausoldaten erfolgte im "Bremer Hof".Ausgeführt wurden die Arbeiten vom Bau- und Eisenbahnregiment Berlin.

Erinnerungskarte an das Eisenbahn Bau Regiment Berlin im Jahre 1912. Zahlreiche Bauregimenter waren auch in Thüringen eingesetzt. So in Schwarza wie im oberen Bild beschrieben und der Bau der Orlabahn wurde von einem Militär Bahnbau Regiment ausgeführt.
Bahnhof Schwarza mit Ort in den 20er Jahren.
Ganz rechts Bahnhof Schwarza in der Bildmitte erkennbarer Verlauf der "Saalbahn" mit Eisenbahnbrücke Richtung Saalfeld und links im Hintergrund das Flugplatzgebäude in Schwarza 1936.

Letzter Ferientag, 30.August 1980 41 1150 konnte an diesem Tag auf Grund geringer Fracht mit ihrem Ng 66 473 Göschwitz - Saalfeld nach freiwerden des Blockes wieder auf Geschwindigkeit gehen. Links das alte Fahrdienstleiterstellwerk in Fachwerk- und Ziegelbauweise.

Ausfahrt frei am 14.August 1984 für den P 4005 Leipzig-Jena-Saalfeld um 15:19 Uhr in Schwarza. Links der schmucklose Putzbau das EG mit Diensträumen, Bahnhofsgaststätte und Dienstwohnung.

An der südlichen Ausfahrt in Schwarza Gl.3 befand sich im Zellwolle Anschluß der Kohlebunker mit Kranverladeanlage. 41 1055 wartet am 20.April 1984 mit Ng 66475 Göschwitz-Saalfeld auf die Beendigung der Rangierarbeiten am Zugschluß durch die Werkbahn.

Die sehr niedrige in nördlicher Richtung befindliche Fußgängerbrücke im Bahnhof ließ wenig Hoffnung auf eine Elektrifizierung der Saalbahn am 10.Februar 1985. 41 1125 störte es nicht sie mußte mit dem Ng 66473 rangieren.

Schwarza "Saalbahn" mit Ortsansichten und Bahnhof 1914.

Schwarza (Saalbahn) um 1920 Ortsansicht.

Oft belächelt und unterschätzt, die feuerlosen Lokomotiven, die im Werkrangierverkehr bis Anfang der 90er Jahre eingesetzt werden. Bis in die 60er Jahre verfügte auch die Zellwolle in Schwarza über diese Dampfspeicherlokomotiven. Sie waren billig, Dampf war durch Heizhäuser immer vorhanden und konnte somit im Werk erzeugt werden. Aber auch die Verarbeitung von Brennbaren Materialien erforderte ihren Einsatz. So kam auch eine Lok dieser Bauart nach 1945 auf der Strecke nach Bad Blankenburg im Werkspersonenverkehr der Zellwolle zum Einsatz.

Jahrelang standen die tscheschischen T 334 in der Zellwolle in Schwarza als Werkbahnlokomotiven im Dienst. Hier die T 334 070 im Frühjahr 1980 im Werksgelände abgestellt.

Modernes Schwarza um 1970

Blick zur "Zellwolle" nach Schwarza im Herbst 2015, ICE 1525 Berlin-München auf Höhe des Fabrikschornsteines.

Postkartenmotive aus Schwarza aus dem Jahr 1929

Zur Freude von Eisenbahnfans und Sammlern wurden 1987 noch Restbestände alter Bahnsteigkarten des Bahnhofes Rudolstadt-Schwarza für 0,20 Pfennige verkauft.

Für 40 Pfennige ging es von Schwarza nach Blankenburg oder Rudolstadt im Jahre 1978.

Normaler Betriebsalltag in Schwarza, 44 0567 vom Bw Saalfeld wartet auf Weiterfahrt nach ihrer Unterwegsbehandlung des Nahgüterzuges am 19.02.1980.

Blick auf die "Zellwolle" wie sie im Volksmund genannt wird im Jahre 1957.

  

 Haltepunkt Rudolsbad - "Richtersche Weiche" - "Ankerwerke"


Im Jahre 1876 wurden die "Richterschen Werke" in Rudolstadt gegründet, aus denen später die "Ankerwerke" wurden. Adolf Richter aus Herford stammend gründete zuerst eine Firma, die sich mit der Herstellung von Arzenei- und Gesundheitsprodukten jener Zeit befassten. Mit Gründung der Fabrik wurde der Bau eines Haltepunktes sowie eines Gleisanschlußes mit dem Beinamen "Richtersche Weiche" beantragt und kurze Zeit später bewilligt. Unmittelbar am Haltepunkt Rudolsbad befand sich eine Blockstelle, die Strecke war bis in die 20er Jahre eingleisig. Auf dem Gelände der "Richterschen Werke" befand sich das Rudolsbad in dem Kurgäste und Erkrankte genesen sollten. Hier wurden auch medizinische Anwendungen der "Richterschen Produkte" vorgenommen. Einige Züge hielten hier am Haltepunkt speziell für den Ein- und Ausstieg der Kur- und Badegäste. Der Haltepunkt wurde nach dem Bau des zweiten Gleises geschloßen und abgerissen. In Richtung Schwarza wurde die Straße nach Volkstedt erneuert und errichtet und hier ein Schrankenposten errichtet.

Nach 1880 begann die Produktion der bekannten Ankerbausteine. Neben Medizinprodukten, dem Rudolsbad, Schokolade verschiedenen weitere Produkten unterschiedlicher Art kamen die Ankerbausteine auf den Markt. Neben der Idee als Kinderspielzeug sah Adolf Richter auch den therapeutischen Erfolg in der medizinischen Behandlung von Behinderten mit den Ankerbausteinen. Gerade hier war ein sehr großer Absatzmarkt. Aus Dankbarkeit über seinen Unternehmerischen Erfolg spendete Adolf Richter eine große Summe seines Vermögens für den Bau der Lutherkirche in Rudolstadt, die 1906 geweiht wurde. Als Bedingung war der Bau sollte in Form und Farbe der Ankerbausteine errichtet werden, was auch erfolgte.

Die Kirche ist in rot / weißen Klinkersteinen errichtet worden. 1910 verstarb Adolf Richter.


Werbung für einen Anker Baukasten, der in seinen Grundzügen die Bauart der Rudolstädter Lutherkirche annahm aus dem Jahre 1900.

Postkarte der Rudolstädter Lutherkirche, die in ihrem Aussehen in rot / weißen Backstein gehalten wurde und ein Denkmal an Adolf Richter und die Anker Bausteine sein sollte. Adolf Richter finanzierte den Bau der Kirche zu Lebzeiten mit, was überliefert wurde.

Die Saalbahn mit Richterscher Weiche und Gleisanschluß zu den Ankerwerken am Haltepunkt Rudolsbad 1898. In der Bildmitte verläuft heute die Hauptstrasse B 88 durch Rudolstadt.Weiterführung der Gleise in die Ankerwerke die später abgebaut wurden. Links am Lagerschuppen endete bereits in den 50er Jahren der Anschluß.

  

Betriebsreglement zur Bedienung der "Richterschen Werke"


Die Bedienung des Gleisanschlußes erfolgte als Sperrfahrt vom Bahnhof Rudolstadt aus, auf dem Gleis Rudolstadt - Schwarza. Die Rangierabteilung mußte gezogen werden Lok Richtung Saalfeld. Kleinlok des Rudolstädter Güterbahnhofes. Übergabefahrt RU Gbf - RU Pbf.

Gleissperrung / Mechanische Sperrung mittels Schlüßelwerk der Ausfahrtsignale Richtung Schwarza / Sperrfahrt RU Pbf - "Richtersche Weiche" / Bedienung mittels Schlüßel der Gleissperre und Weichen zum Werk / Rangierarbeiten / Umfahrung der Wagen im Werk / Ausfahrt auf das Streckengleis / bei einer Länge ab 3 Wagen + Lok mußte die Schranke geschloßen werden / Verriegelung der Weichen und Gleissperre im Anschluß / Fahrt Lok voran nach RU Pbf / Abgabe des Sicherungsschlüßels / Entriegelung des Schlüßelwerkes / Freigabe der Signale / Zugbetrieb auf dem Gleis Schwarza - Rudolstadt war möglich / Übergabefahrt RU Pbf - RU Gbf / teilweise fand noch die Bedienung des Gepäckschuppens am Rudolstädter Personenbahnhof statt, Wagenüberführung zum Gbf. Als weitere Besonderheit des Anschlußes galt die in der Anschlußverlängerung befindliche Wagendrehscheibe die bis Mitte / Ende der 40er Jahre genutzt wurde zum Kohletransport. Von hier wurden die oberhalb der Ankerwerke liegenden Armeekasernen mittels Culemeyer Transporter mit Kohle versorgt, auch weitere Firmen im Umfeld. Mit dem Abbau des Streckengleises als Reparationsleistung wurde auch die Gleisverlängerung mittels Wagendrehscheibe abgebaut und später zugeschüttet. Hier erfolgte die Bedienung gleichzeitig mit der Ankerwerkbedienung. Die Übernahme der Kasernen nach 1945 durch die Russische Armee wurde der Kohletransport zum Rudolstädter Güterbahnhof verlegt. Ebenso wurden auch Heiz-und Kurbadanlagen mit Kohle versorgt und die Ankerwerke. Der Posten 66 erhielt eine Schutzweiche mit Verlängerung, wo ein E-Wagen hineinpasste und die Kohlen durch den Schrankenwärter entladen werden konnten oder mußten.


Grüße aus Rudolstadt und dem damals sehr beliebten Rudolsbad im Jahr 1899.

Skizze des Haltepunktes Rudolsbad sowie des Anschlußes Ankerwerke in zwei Situationen. Der Haltepunkt Rudolsbad befand sich nur bis zum zweigleisigen Streckenausbau der "Saalbahn" an dieser Stelle. Vor Inbetriebnahme des Schrankenpostens war hier eine Blockstelle die abgerissen wurde und mit dem Strassen Neubau und der Errichtung einer Schranke hier ein Schrankenposten entstand. Bedienung des Anschlußes erfolgte in der Regel aus Richtung Rudolstadt.

Blick auf die Gemeinde Volkstedt, die zwischen Rudolstadt und Schwarza lag. Die Saalbahn verlief unmittelbar am Ort vorbei. Jahrzehnte lang hoffte der Gemeinderat auf die Genehmigung einer Haltestelle am Ort, die jedoch immer abgesagt wurde da in beide Richtung die Entfernung zu den Bahnhöfen Schwarza und Rudolstadt zu gering war nur ca. 2 km je Richtung. Außerdem war der Halt Rudolsbad attraktiver und lohnender durch die Kurgäste als der Zustieg vom Volk, sinnbildlich gesprochen. Volkstedt Anfang der 20er Jahre mit Saalbahn. Auch Bestrebungen zum Bau von Anschlußbahnen der Volkstedter Industrie wurden vom Landtag abgewiesen, man hatte immer noch zahlreiche Bedenken wegen jährlicher Saalehochwasser.


Rudolstadt Personenbahnhof und Güterbahnhof


Unmittelbar am Ufer der Saale erbaute man die Rudolstädter Bahnanlagen in relativer "schmalen Ausführung" auf Grund der bereits bebauten Stadtfläche, aus Sparsamkeitsgründen wegen der Nähe des Saalfelder Bahnhofes und der Aufgabe des Baues des "Rudolstädter Eisenbahnkreuzes" um 1880 fielen die Rudolstädter Bahnanlagen entsprechend kleiner aus. Denoch war Rudolstadt als Residenzstadt in den Rang einer Schnellzugstation aufgestiegen, was auch dem hohen Fahrgastaufkommen zu verdanken ist.       Der  sich anschließende Güterbahnhof zur Versorgung der Stadt und des Umlandes sorgte für umfangreichen Güterverkehr und wurde um 1910 in Betrieb genommen. Haupttransportgüter waren Brennstoffe, Holz, später Schlachtvieh, Landwirtschafts Güter, Betonteile, Futtermittel und nicht zu vergessen das PKW Auslieferungslager des VEB IFA Automobilwerke. Die Güterbahnhof stationierte Kö wurde zur Anschlußbedienung, dem örtlichen Rangierverkehr am Güter-und Personenbahnhof sowie der Anschlußbedienung Ankerwerke benutzt. Für den Ladungsverkehr am Getreidesilo standen eine Kö sowie V 15 zur Verfügung. Das Betonwerk Rudolstadt beheimatete eine "Kalugga" für Rangierzwecke.


Blick vom Saaleufer im Jahre 1910 auf den Bahnhof und die Heidecksburg in Rudolstadt.

Frühjahr 1952 mit Blick auf einen Personenzug im Bahnhof Rudolstadt, der aus 10 unterschiedlichen Personenwagen gebildet war. Auf der Rückseite war vermerkt, Personenzug Jena - Saalfeld mit P 8. Läßt vermuten ein Pendlerzug in den 50er Jahren, der in Rudolstadt vermutlich mit einem entgegenkommenden Zug kreuzt, denn die Strecke war eingleisig.

Im Bahnhof Rudolstadt P 4004 Saalfeld-Jena-Leipzig - 30.November 1985. Planlok BR 119 "schwächelte" an diesem Tag, dafür sprang 41 1225 ein.

An der alten Ladestraße am Rudolstädter Personenbahnhof, die mit ihren Gebäuden und Anlagen aus der Zeit von 1874 der Saalbahngründung stammt und ihre Bedeutung mit Errichtung des neuen Güterbahnhofes verlor. Am 27.11.1980 donnert 44 0324 mit Dg 55 445 Großkorbetha - München hier vorbei. Sie beförderte den Kesselzug von Camburg bis Probstzella.

Das Wärterstellwerk des Personenbahnhofes in Richtung Jena, geliebt und gehasst, da sich der gesamte Fußgänger und Autoverkehr vom Stadtgebiet über die Saale zum Stadtteil Cumbach hier am Bahnübergang oft staute. Am 08.05.1974 warten Menschenmengen auf den Sonderzug Großheringen-Saalfeld zum 100-jährigen Jubiläum der Saalbahn hier am Bahnübergang nach Cumbach.

Aus der Sicht des Lokführers, ein Blick auf den Rudolstädter Güterbahnhof in Richtung Saalfeld. Im August 1995 endete ein Eilzug aus Lichtenfels um die Mittagszeit in Rudolstadt und wurde zum umfahren des Zuges im Güterbahnhof zwischenzeitlich abgestellt.

Verewigt, Lieferung einer Weiche an die Rbd Erfurt, die als Handweiche Anfang der 80er Jahre im Rudolstädter Güterbahnhof eingebaut worden ist. Fotografiert am 18.05.2013.

Güterbahnhof Rudolstadt,am 18.05.2013 war hier ein Getreidezug zur Beladung abgestellt. Blickrichtung Saalfeld.

Für die Anschlußbedienung Getreide- und Futtermittellager am Rudolstädter Güterbahnhof waren am 18.05.2013 zwei V 100 im Gleisanschluß abgestellt.

Das Rudolstädter Fahrdienstleiterstellwerk am Personenbahnhof Gleis 3 in Richtung Saalfeld. 22.07.2017

An Gleis 1 noch vorhanden, das einstige Nebengebäude im Fachwerkbaustil, in dem sich bis zur Auflösung des Bahnhofes in den 90er Jahren das Verwaltungsbüro, nebst Verwaltungsräumen des Bahnhofes befanden. (22.07.2017)

Das EG in Rudolstadt aus Ri.Jena abgelichtet, heute nur noch teilweise genutzt. Unten rechts befanden sich die Räume der Bahnhofs Aufsicht, Fahrkarten-und Gepäckschalter. Gebäudemitte die Warteräume und lins hinten die Bahnhofswirtschaft mit ihren Räumen. Oben in zwei Etagen Dienstwohnungen der Mitarbeiter. - 22.07.2017

Weithin sichtbar und gut zu Fuß erreichbar, das Residenzschloß Heidecksburg in Rudolstadt - 22.07.2017

Nicht nur die restaurierte Innenstadt in Rudolstadt ist sehenswert. Für Liebhaber historischer Gebäude finden sich auch zahlreiche "Schätze" in Bahnhofsnähe sowie in kleinen Gassen, die es zu entdecken gilt. - 22.07.2017

"Dornröschenschlaf" der einstigen Güterabfertigung in Rudolstadt. Das Gebäude stammt noch aus Zeiten der Saalbahneröffnung von 1874. Später 1910 wurde am Güterbahnhof eine neue GA errichtet. Diese war jahrelang Lagerschuppen für landwirtschaftliche Güter und befindet sich heute in Privatbesitz. - 22.07.2017 - Das Gebäude wurde im Oktober 2019 abgerissen.

Nach 1945 wurde das EG "überputzt", eine der wenigen Aufnahmen des Rudolstädter Bahnhofes in seiner Original Bauausführung von 1873 (Baubeginn) aus dem Jahre 1909.

1980 dampfte 01 2114 aus dem Bahnhof Rudolstadt. Schön erkennbar alle Gleise, Weichen und Anlagen Richtung Jena, die nach 1990 abgebaut wurden.

Ausfahrt der 44 1093 im Rahmen einer Sonderfahrt am 30.11.1986. Blick auf die Anlagen des Güterbahnhofes Rudolstadt mit seinen Formsignalen Richtung Personenbahnhof.

Schrankenwärterposten 66 bei Rudolstadt im Jahre 1910.

 

Kirchhasel


Der Ort Kirchhasel selbst liegt ca. 1 km von der Bahnstation entfernt, nicht nur wegen der Lage und der Größe erhielt der Ort die Bahnstation, sondern auch zur Errichtung einer Blockstelle mit Schrankenanlage zwischen den Bahnhöfen Uhlstädt und Rudolstadt. Auch das Umfeld von Kirchhasel sorgte für etwas "mehr" Reiseverkehr, die sich in unmittelbarer Nähe befindlichen Sanatorien und Genesungsheime sorgten hier für ein entsprechendes Fahrgastaufkommen jener Zeit.


Blick aus Richtung Heide und Kulm auf die Ortschaft Kirchhasel. In der Bildmitte die Saalbahn mit dem Wärtergebäude Kirchhasel im Jahre 1957.

Wärterbude und Warteraum im Mai 1979 des Haltepunktes Kirchhasel. Die Gebäude befanden sich am Streckengleis in Richtung Saalfeld.

Ortsansicht der Gemeinde Kirchasel in den 70er Jahren.

"Bringt was schönes mit", ich hör es noch wie heute, als die zusteigenden Fahrgäste am 31.Januar 1986 um 08:51 Uhr in den P 5018 Saalfeld-Jena in Kirchhasel stiegen. Zahlreiche Fahrgäste zum Einkauf nach Jena und auch nach Berlin, die im Saalbahnhof in den D 504 Saalfeld- Berlin umstiegen.Mich interessierte nur die Lok an diesem Tag bei der Einfahrt am HP Kirchhasel.

Haltepunkt Kirchhasel am 02.Mai 2011 Blickrichtung Rudolstadt. Links der alte Bahnsteig auf dem Gleis Richtung Jena noch gut erkennbar. Am rechten Bahnsteig befanden sich die Dienst- und Nebengebäude des Haltepunktes.Heute stehen in der Bahnsteigmitte die Vorsignale des Bahnhofes Rudolstadt Güterbahnhof, wobei ein Fahrtbetrieb links und rechts signalisiert möglich ist.

 

Uhlstädt


Kleiner Durchgangsbahnhof mit Ladegleis und kleiner Güterabfertigung. Bedeutungsvoll war der Bahnhof Uhlstädt für den Reiseverkehr. Die umliegenden Erholungskliniken in Weisen und Etzelbach sorgten für ein starkes Reisendenaufkommen am Bahnhof. Schon ab 1900 waren in Uhlstädt große Reiseströme mit Wanderern, Touristen und Kurgästen zu verzeichnen. Auch die landschaftlich schöne Lage lockte viele Gäste aus Jena und Umgebung an, unter anderem das Flößen oder Boot fahren auf der Saale. Für Arbeitszüge der Signalmeisterei Uhlstädt war eine Kö in Uhlstädt stationiert.

 

Blick über die Saale auf den Bahnhof in Uhlstädt in der Zeit um 1909. Im Bahnhof befindet sich nur ein Gleis am EG, der Damm wurde später mit dem zweigleisigen Ausbau der verbreitert und bis an die Saale aufgeschüttet.

Bahnhof Uhlstädt in den 80er Jahren aus Richtung Rudolstadt.

Panorama Auszug Bahnhof Uhlstädt um 1922

Bahnhof Uhlstädt 612 062 mit RE Lichtenfels - Jena auf Höhe des ehemaligen Fahrdienstleiterstellwerkes am 10.02.2016.

Postkarte aus dem Genesungsheim Etzelbach in der Zeit des ersten Weltkrieges.

Am 03.07.2004 war das Fahrdienstleiterstellwerk im Bahnhof Uhlstädt noch besetzt. Durchfahrt eines Sonderzuges der IGE.

Das ehemalige EG in Uhlstädt mit einem Teil der Güterabfertigung, Blick von der Gleisseite aus Richtung Rudolstadt. Im Eg befanden sich Dienst-und Warteräume, im OG die Wohnung des Bahnhofsvorstandes. Grund des Gebäudes aus der Saalbahnzeit, daß in den 70er Jahren verputzt wurde. Links neben dem Gleis befand sich der einstige Hausbahnsteig, sowie der ebenerdige Übergang zum Bahnsteig 2 Richtung Jena. Reisendensicherung erfolgte mittels Zaun und Besetzung der Aufsicht zur Absicherung. Der Aufsicht oblag auch der Fahrkartenverkauf und bis ca. 1972 der Wagendienst im Güterverkehr und der Stückgut-,und Gepäckverladung. Zustand 06.05.2018.

In Fahrtrichtung Rudolstadt befand sich rechts neben den Hauptgleisen das dritte Bahnhofsgleis, das hinter dem Bahnsteig hier verlief. Als Ausziehgleis zur Bedienung der Ladestrasse und des Anschlußes der hier ansässigen Starkstrommeisterei. Auch für Kreuzungen und Überholungen wurde es genutzt. Ein-und Ausfahrten erfolgten Signalmäßig. Der Abbau dieses Gleises erfolgte in den 70er Jahren mit dem zweigleisigen Ausbau der Saalbahn. Heute ist der Verlauf des Überholgleises gut zu erkennen, da ein drittes Gleis auf Grund der engen Radienlage durch Strecken und Saaleverlauf keinen längenmäßigen Nutzen gehabt hätte und somit die Bahnanlagen in Richtung Rudolstadt verlängert wurden. Erkennbar noch das DRG Geländer aus der Zeit der Elektrifizierung der Saalbahn. (08.05.2018)

Nachkriegszeit in Uhlstädt, Sommer 1949. Zu diesem Zeitpunkt war das zweite Streckengleis und die Fahrleitung der "Saalbahn" bereits demontiert.

Am 05.11.2018 war das Uhlstädter Fahrdienstleiterstellwerk Geschichte. So wurde doch über Nacht wärend einer Gleissperrung der Saalbahn das Stellwerk gleich mit entsorgt. Der Geröllhaufen Bildmitte links am Gleis erinnert an das Stellwerk, und bald wächst Gras über die Sache.

Heute ist dieses Motiv mit Blick über die Saale fast unmöglich. Nicht nur weil Gebäude und Anlagen fehlen, sondern weil die Ufer der Saale vollkommen zugewachsen sind. Am 27.11.1980 beförderte 01 2114 den P 4004 Saalfeld-Jena-Leipzig bis Camburg und rollt gerade in Uhlstädt an den Bahnsteig.

Deutsche Reichsbahn 1934 in Reinkultur. Faszinierende Aufnahme eines Schnellzuges 1934 mit einer Saalfelder P 10 - 39 236 bei Uhlstädt. Es folgen in gewohnter Manier der Postwagen,Packwagen, Schnellzugwagen erster, zweiter, dritter Wagenklasse und der Speisewagen.

    

Zeutsch


Mit Schrankenanlage, Blocksignalen, Fahrkartenverkauf. Haltepunkt für zahlreiche umliegende Ortschaften. Hauptsächlich bedeutend war der Schüler- und Pendlerverkehr Richtung Kahla, Jena und Rudolstadt, Saalfeld.


Postkarte der Gemeinde Zeutsch mit dem Bahnhofsgebäude. Interessant auch der Schutzzaun, zum Schutz der Bahnbediensteten vor Schnellfahrten und auch zur Verhinderung des unberechtigten Übertretens der Gleisanlagen um 1900.

Am frühen Vormittag P 3003 Halle-Saalfeld Ausfahrt in Zeutsch mit 41 1125 im März 1984, Ausstieg ein Fahrgast.

KM 52,1 - Posten 50 preußisches Bahnwärterhaus mit Traktor "Pionier". Ng 66473 am 15.Oktober 1986 auf dem Weg nach Saalfeld zwischen Zeutsch und Uhlstädt.

Staatliches Empfangsgebäude des Haltepunkt Zeutsch von der Gleisseite. Die übliche Raumaufteilung, Dienst-und Warteräume und im OG die Dienstwohnung. Vereinigter Dienst Schranken-und Signalbedienung, Fahrkarten, Gepäck, Kleingutverkehr sowie Pflege und Unterhaltung der Bahnanlagen. Zustand 04.05.2018

Blick in Richtung Rudolstadt zum Bahnübergang der in südlicher Richtung verlaufenden Ortsstrasse. (04.05.2018)

Glücksfund, eine alte Umlenkrolle für Signaldrahtzugleitungen im Gebüsch erinnert an Zeiten der Blockstelle Zeutsch. - 04.05.2018

Alter Kilometerstein im Haltepunkt Zeutsch hat bis in die heutige Zeit überlebt. Alte Saalbahnkilometrierung. - 04.05.2018

Gruß aus dem Saaltal 1913. Die Stationsgebäude in Zeutsch und Orlamünde auf einer Karte. Oben eine Lok der BR 93, die mit einem Post-, Gepäck- und drei Personenwagen in Orlamünde Richtung Saalfeld dampft.

  

Orlamünde (Naschhausen)


Abzweigbahnhof Strecke Naschhausen - Jüdewein - Oppurg später Orlamünde - Pößneck unt.Bf. - Oppurg


Orlamünde erstreckt sich über dem Bahnhof, am Berg mit einer Kleinstädtischen Anlage, der Bahnhof selbst liegt im Ortsteil Naschhausen.  Abzweigende Nebenbahn nach Jüdewein (Pößneck unt.Bf.) bzw. Oppurg. Ländlicher Durchgangs- und Abzweigbahnhof mit Ladestrasse, Güterabfertigung und Wasserturm. Weitere Bilder und Info`s finden Sie zum Bahnhof über die Streckenbeschreibung der "Orlabahn". Die Orlabahnlok sowie Lokomotiven der Nahgüterzüge aus Göschwitz und Saalfeld übernahmen den örtlichen Rangierverkehr.


Postkarte aus Orlamünde und Umgebung mit Bahnhof aus dem Jahre 1899.

Postkartenauszug von 1910, Bahnhof Orlamünde mit Stationsbeamten, Personal der Bahnhofswirtschaft und Motiv der Saalebrücke.

Der Marktplatz in Orlamünde in den 40er Jahren.

Blick auf die Stadt Orlamünde. In der Mitte befindliche Brücke und in der Mitte befindlicher Weg mit Fuhrwerk, hier verläuft die Strasse von Orlamünde nach Freienorla und weiter nach Pößneck. Aufnahme von 1902.

Eine 2`B gekuppelte Dampflok verläßt um 1880 den Bahnhof Orlamünde Richtung Saalfeld. Hier ist die Saalbahn noch eingleisig, eine Aufnahme aus den ersten Betriebsjahren.

EG Orlamünde im September 1997 noch sind die Niveaugleichen Bahnsteige mit ihren Holzbohlenübergängen vorhanden. Kurze Zeit später entstehen hier zwei Bahnsteige mit Unterführung.

Am 21.05.2000 war der Fahrkartenschalter im Bahnhof Orlamünde lange geschlossen. Der Warteraum war noch zugänglich.

Orlamünde 1914 auf einem 9 x 9 Bild.

Orlamünde mit Bahnhof und seinen Sehenswürdigkeiten 1930

Viele Jahre in Betrieb der Wasserturm am Fahrdienstleiterstellwerk Orlamünde. Zur Nachspeisung der Lokomotiven für die Züge der Nebenbahn nach Pößneck bzw. Oppurg und auch als Wasserstation für zahlreiche Güterzüge bzw. kleine Tenderlokomotiven die auf der Saalbahn unterwegs waren. 41 1225 war am 19.Oktober 1982 Lz von Saalfeld nach Göschwitz unterwegs ohne Wasser zu nehmen für die 42 km lange Fahrt.

Im Sommer 1960 war das Wärterstellwerk in Orlamünde frisch renoviert worden und von den vorhandenen Kriegsschäden befreit. Die Ausfahrsignale Richtung Kahla zeigen "Halt", die Strecke ist bis Anfang der 70er Jahre noch eingleisig. Auch der Wasserkran in Gleis 2 ist noch in Betrieb und wurde regelmäßig vorallem von den Güterzuglokomotiven genutzt.

Am Schrankenposten 44 bei Orlamünde im Jahre 1957. Die Schrankenwärterin an ihrer preußischen Schrankenwärterbude mit Läutewerk. Heute ein "eisenbahnhistorischer Leckerbissen", damals Alltag.

E 18 046 im Sommer 1940 kurz hinter dem Bahnhof Orlamünde mit einem Schnellzug Berlin-München, den sie damals bis Nürnberg Hbf beförderte.

Bahnanlagen in Orlamünde in der Zeit um 1909. Oben der Bahnhof mit der im Vordergrund abzweigenden Orlabehn und Kilometrierung. Sowie der Bahnübergang der heutigen stark befahrenen Hauptstrasse Pößneck-Orlamünde die im Ort an die B 88 Rudolstadt - Jena einmündet und heute oft zu Verkehrschaos führt auf Grund einer Schaltung von Ampel und Bahnübergang durch Individualrecht in Punkto Vorfahrt.

Ein Blick aus dem Fenster des Fahrdienstleiterstellwerkes Orlamünde. 01 0534 beförderte am 08.02.1980 den D 504 Saalfeld-Berlin bis Camburg und "donnert" gerade durch den Bahnhof Orlamünde mit 5 Minuten Verspätung. Auf Grund der "großzügigen Fahrzeiten" war der Zug in Camburg wieder pünktlich.

143 124 rollt mit ihrer RB aus Naumburg in den Bahnhof Orlamünde. Im August 1997 waren die Niveaugleichen Bahnsteige, Weichenverbindungen und Anlagen noch im DR Zustand.

Wärend der Festwoche 100 Jahre Orlabahn war 74 1230 zwischen Orlamünde und Pößneck im Einsatz. Am 04.10.1989 stand sie vor der Kulisse des Fahrdienstleiterstellwerkes und seinem Wasserturmanbau und erhielt gerade von seinem Lokpersonal etwas Triebwerkspflege und Wartung.

Arbeitszug am 26.02.1980 in Orlamünde. Auch eine 44 konnte zu Arbeitszugdiensten herangezogen werden. 44 0221 rangiert mit ihrem Arbeitszug.

Ein EDK 500 / 2 entlädt die Betonteile für einen Unterbau eines Durchlasses.

"Vorsignal frei, Einfahrt frei V/max. erwarten", so hieß es am 12.Januar 1978 auf der 44 0414 die mit ihrem Ng 66 473 auf der "Saalbahn" von Göschwitz bis Saalfeld hier beim Einfahrtvorsignal Orlamünde unterwegs war.

44 0618 durchfährt 1977 den Bahnhof Orlamünde nach Saalfeld.

     

Großeutersdorf


Haltepunkt, Blockstelle, Schrankenwärter in Großeutersdorf. Ein bis in die heutige Zeit ein sagenumwobener Ort auf Grund der Nähe zu den "REIHMAG" Flugzeugproduktionsstätten am "Walpersberg". Um es von vornherein zu sagen, man findet nichts mehr in den Anlagen und unterirdischen Bunkern und es bringt nichts sich unnötig in Gefahr zu begeben. Wer hier Interesse hat, sollte bei geplanten Führungen oder Gedenkveranstaltungen den Ort aufsuchen aber nichts auf eigene Faust unternehmen. Kontakte mit dem Forschungsverein oder veröffentlichte Broschüren sind natürlich auch von Interesse. Für Großeutersdorf war der Bahnverkehr zum "Walpersberg" nicht ohne Belange. Der einstige Haltepunkt diente zur Rekrutierung der Arbeitskräfte und Häftlinge die hier den täglichen Weg zu den Produktionsstätten ca. 1,5 km nehmen mußten.Überliefert sind auch tägliche Häftlingszüge nach Großeutersdorf von und zum KZ Buchenwald, was auch über Gleisanschlüße verfügte. Ein großer Teil der Bevölkerung aber arbeitete hier in der Landwirtschaft, dem Porzelanwerk Kahla und in Jena, so das sich der Personenverkehr in Großeutersdorf auf den Berufsverkehr beschränkte. Eigentliche Anlagen befanden sich außerhalb der Ortschaft. In kürzester Zeit fand die Fertigstellung der Rüstungsanlagen statt mit Inbetriebnahme einer 1200 Meter langen Startbahn für die Flugzeuge auf dem "Walpersberg". Für den Material-und Teiletransport erbaute man 1943 eine Anschlußbahn von Orlamünde nach Großeutersdorf Umladebahnhof "REIHMAG" mit ca. 2 km Streckenlänge. Erbaut wurde die Strecke bis zur westlichen Ortsrandlage Großeutersdorf, abgetarnt wurden hier Wagen ent-, bzw. beladen. Umgeladen auf LKW zum Weitertransport da die Strecke bis zum "Walpersberg" noch nicht fertiggestellt war. Vom später geplanten Werkbahnhof sollte die Feldbahn zu einem Wagenaufzug führen und von hier aus Produktionsstätten bedient werden, zum Einsatz oberhalb sollten Feldbahndiesellokomotiven kommen, Heeresfeldbahnlokomotiven und im unterirdischen Teil war der Einsatz von E-Lokomotiven im weiträumigen Bunkergelände geplant.Hier war aber bei Kriegsende nichts fertiggestellt. Der Normalspuranschluß vom Umladebahnhof zum "walpersberg" wurde ebenfalls nicht fertiggestellt, da der Bau der Brücke aus Stahl wegen Materialmangel zu Kriegsende nicht mehr erfolgen konnte.

Für den oberirdischen Einsatz am "Walpersberg" hätte eine HF 130 C zum Einsatz kommen können. HOe Modell DR Museumslok "Jöhstadt" von Bemo.

Einsatz im unterirdischen Betrieb z.B. eine O&K Elektrolok, V/max. 15 km/h waren zu damaliger Zeit seit 1910 gängige Fahrzeuge. Hapo HOe Modell

 

Produktion und Produktionsort geben auch unterschiedliche und widersprüchliche Zahlen hierzu an, so das es verläßlicher ist sich auf fundierte Forschungsergebnisse zu stützen ala auf "Legenden" und "Spinnereien", wo man heute noch von im Berg befindlichen Produktionsstätten spricht die sofort hochgefahren werden könnten und überlebt haben. Das dies nicht stattfindet haben nach 1945 schon amerikanische, später russische Truppen gesorgt. Nachgewiesen sind 17 Flugzeuge, die in Großeutersdorf auf dem Flugplatz "Walpersberg" gestartet sind. Die Anschlußbedienung "Walpersberg" erfolgte mit den Nahgüterzügen Göschwitz-Saalfeld meist BR 58 und mit der "Pößnecker Lok", meist BR 93 die auf der Strecke Orlamünde-Jüdewein-Oppurg eingesetzt war und hier Übergabe-bzw. Anschlußbahnfahrten übernahm. Auch der täglich verkehrende PmG Jüdewein-Göschwitz übernahm hier Anschlußbedienung und Übergabefahrten ab und nach Orlamünde zum "REIHMAG-Bahnhof"die die BR 93 mindest einmal täglich nach Göschwitz ins Bw kam. Geplant war der Einsatz einer Wehrmachtsdiesellok V 36 bzw. V 20 mit dem Ausbau der Güteranlage direkt neben der Saalbahn zwischen Orlamünde und Großeutersdorf. Die aber nur in der Vorplanung steckte und nicht erbaut wurde. Geplante Gesamtlänge der Strecke ca. 3 km.

 

RE Jena - Nürnberg am 24.07.2014 zwischen Kahla und Orlamünde. Im Hintergrund die Ortschaft Großeutersdorf.

VT 650 der Erfurter Bahn am 09.08.2014 von Pößneck nach Jena auf Höhe der Ortschaft Großeutersdorf.

Ehemaliger Bahnsteigzugang in Großeutersdorf Bahnsteig Richtung Jena mit Gebäudefundament. - 04.05.2018

Bahnsteigzugang Richtung Rudolstadt im ehemaligen Haltepunkt Großeutersdorf - 04.05.2018

Der Blick vom Haltepunkt zur Dorfstraße in Großeutersdorf, wo der Weg zum "Walpersberg" führte.- 04.05.2018

Streckenverlauf der Saalbahn von Großeutersdorf in Richtung Kahla. - 04.05.2018

Planum des bis 1945 betriebenen Umladebahnhofes, der von Orlamünde kommend an den westlichen Ortsrand von Großeutersdorf führte. Weitere geplante Streckenführung der Anschlußbahn in nordwestliche Richtung zu dem im Hintergrund links befindlichen "Walpersberg". - 07.05.2018

Blick vom "REIHMAG-Umladebahnhof" über den etwaigen Streckenverlauf zur B 88 (Verkehrsschild) zum Einfahrtsignal des Bahnhofes Orlamünde,wo die Strecke auf die Saalbahn einmündete. - 07.05.2018

Abschottung der Bahnanlagen durch die Aufschüttung von Dämmen in westlicher Richtung parallel zum Umladebahnhof Großeutersdorf. Rechts hinter dem Damm befand sich der Bahnhof. Für die damaligen Häftlingstransporte gibt es zwei überlieferte Varianten. Einmal Fußmarsch vom Haltepunkt durch den Ort zum "Walpersberg" und einmal von hier aus, wobei die zweite Variante wahrscheinlicher wäre auf Grund der Abschirmung des Geländes und von hier führte ein Weg durch Gehölz und Wiese zur "REIHMAG". - 07.05.2018

Der erkennbare Verlauf des Feldweges um das Wiesengrundstück an der Saalbahn kennzeichnet den etwaigen Planungsverlauf des "REIHMAG-Anschlußbahnhofes" zwischen Großeutersdorf und Orlamünde in seiner Vorplanung, der aber nie gebaut wurde. - 07.05.2018

Blick vom "Walpersberg" über die Dächer von Großeutersdorf zur Saalbahn, dem geplanten Gelände des Güterbahnhofes in Richtung Einfahrtsignal Orlamünde. - 07.05.2018

Teilansicht der auch heute noch gespenstig anmutenden Bunkeranlagen des "Walpersberges" im Eingangsbereich der heutigen Gedenkstätte. - 07.05.2018

Am Baumverlauf gut erkennbar das Streckenplanum vom bereits bestandenen Umladebahnhof zum "REIHMAG" Werkbahnhof, wo die Strecke unterhalb des "Walpersberges" geendet hätte und die Güter mittels Feldbahn weiterbefördert worden wären, was aber nie vollendet wurde. - 07.05.2018

Betonbrückenpfeiler im Dehnaer Tal, von hier hätte die Strecke in Richtung Orlamünde geführt. Der Brückenbau wurde nicht vollendet. - 04.05.2018

Der in nordwestlicher Richtung sich befindliche Brückenpfeiler hätte die Strecke zum "Walpersberg" geführt. - 04.05.2018

Infotafel über die bestehenden Anlagen am "Walpersberg". Zwischen Halle 8 (Reparatur) und Werkstatt 2 wäre der Werk-und Feldbahn Bahnhof errichtet worden sowie Anlagen zur Häftlingsverladung in Güterwagen. Bildmitte sind die erbauten Betonpfeiler im Dehnatal eingezeichnet. Quelle: Geschichtsverein Großeutersdorf

Handskizze Lage HP Großeutersdorf mit der Anschlußbahn zum "Walpersberg" sowie dem geplanten "REIHMAG" Güterbahnhof, nach authentischen Zeitzeugenberichten erstellt.

 

Kahla (Thür.)


Kreuzungs- und Überholungsbahnhof Kahla. Hauptsächlich das ortsansässige Porzelanwerk, die späteren militärischen Gleisanschlüße, Ladestrasse, Güterabfertigung und der Tourismus zur Leuchtenburg, zum Schloß Hummelshain sorgten für eine starke Belebung neben dem umfangreichen Schüler-, Studenten- und Pendlerverkehr nach Jena im Bahnhof Kahla. Kurzum in Kahla war Eisenbahnmäßig immer etwas los. Kahla besaß auch militärische Bedeutung durch die umliegenden und ortsansässigen Militär- und Versorgungsverkehre. Selbst der Militäranschluß im Bahnhof Kahla, die "REIHMAG" Versorgung und der Anschluß an der Ausweich Anschlußstelle Schöps. Kahla wurde mit Nahgüterzügen aus Göschwitz und Saalfeld bedient. Im Bahnhof selbst stand ein Kö zur Verfügung, sowie eine V 15 als Rangierlok der Porzelanwerke.


Leuchtenburg Kahla, die Saalbahn um 1879 mit eingleisiger Streckenführung. Auch Saalehochwasser hinterließen zahlreiche negative Spuren an den Bahnanlagen.

Postkartenausschnitt von 1899 mit einem Dampfzug im Bahnhof Kahla.

Erinnerung an den Rangierbetrieb im Bahnhof Kahla. Zahlreiche Gleisanschlüße und Nahgüterzüge sorgten für Arbeit rund um die Uhr der DR Kleinlok 100 437 die am 20.01.1984 wärend des Schichtwechsels auf ihren Einsatz am Nachmittag wartet.

Handbediente Schranke in Kahla ca. 1905 mit Blick auf die Stadt und Brückenplatz.

Bahnhofstrasse in Kahla im Jahre 1970.

Güterzug Richtung Saalfeld am km 43,6 bei Kahla im Jahre 1920

Der Blick aus dem Abteilfenster im Juni 2017 auf das EG in Kahla.

Aus der Zeit um 1897 zeugt dieses Bild vom Bahnhof Kahla mit einem "Saalbahnzug" in Richtung Saalfeld und Darstellung der ersten Schlepptenderlokomotiven die auf dem 75 km langen Streckenabschnitt von Großheringen nach Saalfeld eingesetzt wurden und ca. 80 km/h schnell waren. So das der Fahrgast in "damaliger Windeseile" die gesamte Strecke in ca. 97 Minuten befahren konnte. Übrigens beträgt die Fahrzeit im Jahre 2019 stolze 144 Minuten !!! also 1 Std. 44 Minuten !!!

Für den Bahnhof Kahla besteht derzeitig kein Miet-und Nutzungs Konzept. So wurde der Bahnhof etwas farbig gestaltet um das Umfeld etwas freundlicher zu gestalten 16.07.2019.

Realistischer Betriebsalltag 1978 im Bahnhof Kahla. Rechts 44 0115 überholt 44 0757 die mit ihrem Nahgüter auf Behandlung wartet.

 

 Ausweichanschlußstelle Schöps


Auch hier ranken sich zahlreiche Geschichten und Legenden um das ehemalige Militärgelände Nahe der Ortschaft Rothenstein, Ortsteil Schöps. Errichtung einer Gleisanschlußstelle für Militärverkehr und Neubau in den 70er Jahren. Eine dreigleisige Übergabestelle zwischen DR und NVA. Bedienung erfolgte von Göschwitz mit einer V 60 bzw. auch BR 119 der DR. Überfahrt der Weiche Richtung Kahla, melden, Weiche umstellen, zurückdrücken, abhängen, fertig. Weiter bewachen, bis die hier stationierte V 23 der NVA das Bunkergelände verließ und die Wagen zu den unterirdischen Bunkeranlagen überführte und wieder im Lokschuppen verschwand. Bewachte Militärtransporte durch die Transportpolizei und Munitionszug Begleitkommando. Der NVA Anschluß verfügte über Lok-und Rangierpersonal, da hier ab dem Anschluß nur NVA Soldaten das Gelände betreten durften. Sonst höchste Sicherheitsstufe. Die Anschlußbedienung erfolgte meist am Tage in der verkehrsschwachen Zeit am Vormittag, so das hier stattfindende Anschlußfahrten durch die in Arbeit stehende Bevölkerung kaum wahrgenommen wurden. Auch der Strassenverkehr auf der B 88 nahm die Anschlußbedienung kaum wahr. Alle Geschichten und Legenden sind nur Mutmaßungen, so richtig weiß heute niemand mehr was hier war, entweder sind viele verstorben oder können sich an nichts mehr erinnern. Der Anschluß Schöps ist nur ein Mosaikstein zur Ergänzung der Eisenbahnhistorie.

 

Das ehemalige Dienstgebäude im Anschluß Schöps zur Abwicklung des Güterverkehres zwischen DR und NVA.-07.05.2018

...aus vergangenen Tagen

Blick in das Innere des Anschlußbahngebäudes in Schöps - 07.05.2018.

Anschlußbedienung erfolgte aus Richtung Kahla zur parallel verlaufenden Saalbahn. Neubau der Anlagen in den 70er Jahren nach dem zweigleisigen Streckenausbau - 07.05.2018

Blick in Richtung Kahla zur Anschlußweiche mit Flankenschutzgleis - 07.05.2018

Dreigleisiger Anschluß in Schöps zur Bedienung der Bunkeranlagen in Rothenstein, parallel verlaufend zur Saalbahn - 07.05.2018. Blickrichtung Jena

Blick auf die ehemalige militärisch genutzte Bunkeranlage bei Rothenstein, rechts befindet sich das Eingangstor, hinter der Mauer verlaufen die Gleise der Anschlußbahn. Links im Einfahrtsbereich befindet sich ein Lokschuppen zur Unterstellung der V 23 aus NVA Beständen.

 

Rothenstein (Saale)


Zwischen Jena / Göschwitz und Kahla entwickelte sich Rothenstein im Laufe der Jahre zu einer beachtlichen Großgemeinde, deren Bewohner nicht nur von der Landwirtschaft, sondern auch von der Industrie der umliegenden Städte lebten. So errichtete man auch aus betrieblicher Sicht nur eine Blockstelle mit Schranken und Fahrkartenverkauf, die dem Bahnhof Göschwitz unterstand, aber diese sorgt auch heute noch für einen sehr hohen Personenverkehr. Für den Bau eines größeren Bahnhofes bestand keine Notwendigkeit auf Grund der Nähe zu Göschwitz und Kahla.


Rothenstein mit Ortsansichten und Bahnhof im Jahre 1939. Die Masten der elektrifizierten Saalbahn stehen seit wenigen Monaten.

Zugbegegnung am Bahnübergang in Rothenstein im Frühjahr 2014 mit einer entgegenkommenden RB Naumburg-Saalfeld.

Ähnliches Motiv wie Zeutsch, der ähnelte Baustil des EG und auch der im Gleisbogen befindliche Bahnsteig mit überhöhter Gleisführung. 41 1225 war im Mai 1984 von Camburg bis Saalfeld mit dem P 3003 Halle-Saalfeld unterwegs. Nach Ausfall der Heizung der BR 119 mußte die 41 an diesem kalten Maitag einspringen.

Der ehemalige Haltepunkt Rothenstein (Saale), viel Wasser ist in der Zeit von Mai 1984 bis Mai 2018 die Saale hinabgefloßen. Zwar noch das gleiche Motiv aber es ist viel geschehen in dieser Zeit. Das ehemalige Haltepunktgebäude wurde zum Wohnhaus umfunktioniert und die Dampfwolken der BR 41 längst verflogen. Nahverkehr Jena-Pößneck mit einem VT 650 der Erfurter Bahn am 07.05.2018.

Lageplan des Haltepunktes Rothenstein (Saale) 1936 mit EG, Bahnsteig und eingezeichneten Blocksignalen.

Mit Volldampf geht es im Sommer 1978 für 44 0397 dem nächsten Haltbahnhof des Ng 66 475 Kahla entgegen. Durchfahrt in der Ortslage Rothenstein am Bahnübergang Richtung Ölknitz.

Im Rahmen einer Sonderzugveranstaltung pendelte 44 1093 im Mai 1988 mehrfach auf der Saalbahn von und nach Camburg bzw. Saalfeld. Durchfahrt mit einem Ganzzug Getreide zum Lagerhaus Rudolstadt am Block Rothenstein, der freie Durchfahrt signalisiert.

 

 Kreuzungsbahnhof Göschwitz (Saale)


Kreuzungsbahnhof mit der Holzlandbahn Weimar - Jena (West) - Göschwitz - Stadtroda - Gera


Die Bedeutung des Bahnhofes Göschwitz wuchs mit der Erkenntnis, daß der Bau einer Verbindung aus Sachsen nach Frankfurt am Main nur von Interesse sein kann, wenn Weimar angeschlossen sein würde. Auf Grund der Geländeverhältnisse wäre der Bau der Linie von Porstendorf in Richtung Apolda zweckmäßiger gewesen, da die Steigung sehr sanft ausgefallen wäre als auf dem Streckenabschnitt Göschwitz - Weimar. Was aber wiederum die Folge eines Umweges gehabt hätte entschloß man sich denoch für den Bau der relativ steilen Strecke in jener Zeit. Durch die Berechnung der Steigung Richtung Weimar, sowie des starken Abzweigwinkel der Strecke nach Gera, was vor allem mit der Höhengewinnung in jener Zeit zu tun hat ergibt sich die Bauform des Bahnhofes als Keilbahnhof.  So errichtete man in Göschwitz frühzeitig eine Lokremise für den Schiebe- bzw. Vorspannbetrieb nach Weimar. Talwärts fungierten die Lokomotiven als Bremslokomotiven. Auch einige Steigungen in Richtung Hermsdorf rechtfertigten bei Güterzügen den Einsatz von zusätzlichen Lokomotiven ab Göschwitz. Durch den weiteren Ausbau des Göschwitzer Bahnhofes zum Güterknoten verlagerte sich auch ein großer Teil des Jenaer Güterverkehres nach Göschwitz. Eine Vergrößerung der Anlagen am Saalbahnhof waren nicht möglich, da sich hier ein kleiner Güterbahnhof befand sowie die umfangreichen Anlagen der Zentralwerkstätten der Saalbahn. Auch eine Erweiterung in Richtung Zwätzen / Porstendorf war nicht mehr möglich durch die Errichtung der Kasernenanlagen des Militäres am Zwätzener Bahnhof. In Göschwitz stand umfangreiches Gelände zur Verfügung, das den Stadtplanern in Jena somit auch ganz recht war. Zusätzlich errichtete man die Station Westbahnhof - Jena. Umständlich war das es nur über Umstieg in Göschwitz zum Westbahnhof ging, was der Errichtung mehrer Strassenbahnlinien und deren Ausbau in Jena zur Folge hatte. 


Mit dem Bahnbau der Saalbahn und der Holzlandbahn sowie des Bahnhofes Göschwitz muß man den Knoten Jena / Göschwitz als Gesamtheit betrachten, da ab den Jenaer Bahnhöfen und ab Göschwitz die Möglichkeit des Reisens in alle Richtungen bestand sowie auch der Versand und Empfang der Güter. Nach Norden Richtung Berlin / Königsberg, nach Osten Sachsen / Schlesien, nach Süden Bayern, Alpenländer, Italien, nach Westen Frankfurt, Nordsee, Ruhrgebiet, Holland, Frankreich. Was sich somit auch durch die Schaffung durchgehender Schnellzugverbindungen und Kurswagen bemerkbar machte. Auch im Güterverkehr, da zwischen Göschwitz und West- bzw. Saalbahnhof mehrmals täglich Übergabezüge verkehrten. Göschwitz war auch einer der ersten DR Bahnhöfe mit Gleisbild Stellwerk. Gefahren werden kann in drei Richtungen, nur in der Richtung Saalbahn-Holzlandbahn muß in Göschwitz "Kopf gemacht" werden, was aber auch dem Verkehrsfluß der Reise- und Güterzüge Rechnung getragen hat, da der Bau einer Verbindungskurve aus Rothenstein kommend in Richtung Neue Schenke nicht notwendig gewesen war auf Grund des geringen Verkehrsflusses.


Göschwitz erhielt eine Lok der BR 93 später V 60 für Rangierarbeiten. Übergabefahrten erfolgten zum Anschluß Schöps, nach Neue Schenke, Jena West mit Rangier- bzw. auch Zuglokomotiven.


Göschwitz nach dem Bahnbau es beginnt die Industriealisierung, wo heute alles zugebaut ist noch Felder, Wiesen und Wälder. Erkennbar die Industrie vor den Stadttoren von Jena. Links der heutige Standort des HKW Göschwitz.Ein Dampfzug aus Gera fährt ein, wartende Fahrgäste nach Jena oder Saalfeld.

Betrieb auf der "Saalbahn" in Göschwitz im Jahre 1899.

Bahnhof Göschwitz 1905

Bahnhof Göschwitz auf der Seite der Saalbahn, FTX Jena-Nürnberg im August 2014.

Bahnsteig der Geraer Seite in Göschwitz am 30.Oktober 2013 mit EB Gera-Weimar.

Blick auf die Bahnanlagen 2013 auf der Geraer Seite in Göschwitz.

Der Blick im Juli 2002 auf der Geraer Seite. Gerade Hochbetrieb. Endender VT 642 aus Weimar und einfahrender RE Erfurt-Gera mit 219 032.

Im Sommer 2014 bereits Geschichte Bahnsteigseite der Holzlandbahn in Göschwitz wärend des Bahnhofsumbaues.

Bauzustand Sommer 2014 in Göschwitz, Blickrichtung Gera.

VT 612 als RE von Erfurt nach Altenburg im Bahnhof Göschwitz mit den alten DR Bahnanlagen Oktober 2013.

Das preußische Fahrdienstleiterstellwerk in Göschwitz zwischen der Saal- und Holzlandbahn angesiedelt wenige Monate vor seinem Abriß im Mai 2001.

Zwischendurch fotografiert, das Gleisbildstellwerk im Bahnhof Göschwitz im Mai 2001. Nach dem Umbau zum ESTW Leipzig wurde das Gebäude samt Anlagen aus den 70er Jahren abgerissen.

Das EG von der Seite der Saalbahn aus Richtung Kahla abgelichtet nach seiner Renovierung im Mai 2001.

Anfang 1988 unmittelbar an der Göschwitzer Autobahnbrücke der Schnellzug D 303 Berlin-München mit einer BR 132.

Mittendrin liegend die Einsatzstelle Göschwitz Sommer 1984. 41 1150 macht gerade Pause und 44 2324 die als Heizlok fungiert ist ebenfalls im Sommer nicht so gefragt und half an diesem Tag beim rangieren im Göschwitzer Bahnhof mit.

41 1150 stand im Juni 1985 zum auswaschen in Göschwitz kalt abgestellt. Neben der Lok das Sozialgebäude der Est.Göschwitz mit fein säuberlich gestapelten Lokersatzteilen. (Federn, Bremsklötze, Puffer)

Gegen 09:30 Uhr traf am 23.Juni 1986 41 1180 mit P 5014 Saalfeld-Jena in Göschwitz ein. Und ehrlich man war doof, entschuldigung aber links stand der Nahgüterzug von Göschwitz nach Pößneck unterer Bahnhof, der kein Interesse weckte, nur die 41.Ja Jugendsünden....

Wasserkran, Dampf und Lichtsignal, seitlicher Blick auf die Einsatzstelle Göschwitz am 20.April 1984 mit 41 1225 die für ihre Thüringen Runde gerade vorbereitet wird. Lz Saalbahnhof, P 6018 Gera, Zementzug Naumburg, Lz Großheringen, P 5038 Saalfeld mit Personalwechsel um 20:45 Uhr am Bahnsteig Göschwitz.

Am Kreuzungsbauwerk zwischen Göschwitz und Paradiesbahnhof. Über die Saalbahn führt die Holzlandbahn weiter von Göschwitz nach Weimar. Am 23.Juni 1986 war 41 1180 mit dem P 6018 Jena - Gera unterwegs.

Zustand der Bahnsteiggleise in Göschwitz am 14.02.2017 auf der Geraer Seite nach Beendigung der Bauarbeiten 2015/2016.

Östlich von Göschwitz befand sich der kleine Ort Lobeda. Ab den 70er Jahren begann man hier mit der Errichtung von modernen Plattenbauten um Arbeitskräfte nach Jena zu bekommen. Wenige hundert Meter vom Göschwitzer Bahnhof entstand Jena Neu Lobeda. Eine für heutige Verhältnisse nicht unbedeutende Postkarte mit dem neuen Stadtviertel sowie dem Jenaer Nahverkehr und Ikarusbussen die zwischen der Innenstadt und Lobeda pendelten. Später erfolgte die Umstellung auf Strassenbahnen. Postkarte aus dem Jahre 1972.

Auch die G 12 war rund um Göschwitz im Einsatz, vom Bw Gera und auch Saalfeld dampften die Maschinen auf ihren Strecken zuverlässig dahin. 1970 war die Saalbahn noch eingleisig aber 58 3014 die in Göschwitz beheimatet war zog ihren Nahgüterzug Richtung Saalfeld.

Alltag im "Bw" Göschwitz 1977. 44 0689 wird mit Vorräten ergänzt und rangiert zum Besandungsturm.

Für die Kollegen eine kleine Lokparade in Göschwitz Mai 1988 waren am Abend abgestellt von links nach rechts 44 1389 Heizlok in Göschwitz, 44 1182 Bw Gera, 38 1182 Bw Gera und 41 1025 Bw Saalfeld Est. Göschwitz.

 

Jena  und seine Bahnanlagen


Jenaer Bahnanlagen erstrecken sich von der Blockstelle Ammerbach, Paradies-, Saalbahnhof zur Blockstelle Zwätzen. Einst Verwaltungs- und Hauptwerkstättensitz der Saalbahngesellschaft war der Saalbahnhof der Mittelpunkt des gesamten Jenaer Bahnbetriebes. Ausbau der Anlagen mit Güterbahnhof, Ladestrasse und Güterhalle sorgten für die Versorgung der Stadt. Technische Dienststellen für Lokomotiven, Wagen und Reinigung waren in Göschwitz mit der Lokeinsatzstelle, dem Wagenmeisterposten und der Wagenreinigung vorhanden. Aus diesen Gründen ergaben sich tägliche Leerlok-oder Leerzugfahrten zwischen Saalbahnhof und Göschwitz. Die Bahnanlagen des Saalbahnhofes waren gegenüber den Göschwitzer Anlagen bescheiden gehalten, was auch so bezweckt war auf Grund der nahen Lage zu Göschwitz. Dafür befanden sich am Saalbahnhof die Betriebswerkstätten der Saalbahn, die bis in die 90er Jahre in Betrieb waren für den Umbau und die Revision von Eichfahrzeugen. Ab 1906 begann der Bau einer Hochbahn vom Saalbahnhof bis Ammerbach. Mit dem Zweck der Vermeidung von Unfällen an Städtischen Bahnübergängen, der Gestaltung des flüssigeren Verkehres im Stadtgebiet und dem Bau der Jenaer Strassenbahn ohne Bahnübergänge, kurzum Vermeidung von Gefahrenstellen im Stadtgebiet zwischen den Verkehrsteilnehmern. Auch ein weiterer Grund war der Schutz der Jenaer Innenstadt gegen die Hochwasser der Saale. Mitten in der Stadt entstand der Paradies-Bahnhof der bis in die heutige Zeit der eigentliche "Hauptbahnhof" in Jena ist auf Grund seiner starken Frequentation und Lage zur Innenstadt. Eine Erweiterung des Paradies-Bahnhofes war durch seine Lage schwierig und auch nicht dringend notwendig da die Bahnanlagen den Erfordernissen entsprachen. Im Güterverkehr besaß der Saalbahnhof auch eine militärische Bedeutung, da sich in unmittelbarer Nähe zwischen dem Saalbahnhof und der Blockstelle Zwätzen das preußische Kasernengelände befand. Somit der Saalbahnhof eine weitere Bedeutung im Militärverkehr erlangte. Nach 1945 bis ca. 1991 waren hier die Soldaten der Russischen Armee stationiert.

Im Anschluß Richtung Camburg befindet sich der heutige Haltepunkt Jena Zwätzen, der einst eine Blockstelle mit Wärterbedienter Schranke und Fahrkartenverkauf war , später nur noch Schrankenposten und heute unbesetzter Haltepunkt Heute denoch von Bedeutung, durch die Frequentation des Haltepunktes im Berufsverkehr da sich hier in unmittelbarer Nähe Gewerbegebiete, Einkaufsmöglichkeiten und Wohnviertel befinden.

Am Saalbahnhof war eine V 60 stationiert für den gesamten Rangierverkehr sowie Übergabefahrten nach Porstendorf und Göschwitz. Die Werkstätten der ehemaligen Saalbahngesellschaft später Werkstätten für Eichfahrzeuge besaßen eine Kö bzw. später eine V 15 für ihren Rangierverkehr.

 

Einstige Blockstelle Ammerbach zwischen Göschwitz und Jena, hier beginnt die Steigung zur Hochbahnstrecke Richtung Saalbahnhof.

Eine kleine grüne Insel Mitten in der Großstadt. Längst stillgelegt die alte Blockstelle. Auch das Gebäude ist mittlerweile abgerissen. Bild aus dem Jahr 2013.

Streckenverlauf der Saalbahn zwischen Ammerbach und Paradies Bahnhof Jena.

Jena Camsdorfer Brücke um 1920 mit der Saalbahn (Bildmitte) links hinter dem Baum befindet sich der Paradiesbahnhof.

Strassenverkehr in Jena in der Bürgelschen Strasse 1934. Hier war einst vor Baubeginn des Stadtgebietes der Streckenbau aus Bürgel, Eisenberg, Crossen geplant. Da aber die Strecke zwischen Saal- und Paradiesbahnhof eingemündet wäre und es zu zusätzlichen Damm- und Kunstbauten gekommen wäre entschloß man sich für den weiteren Weg von Bürgel über Porstendorf nach Jena. So wurde das Jenaer Stadtgebiet in östliche Richtung erweitert und mit einer Straßenbahn erschloßen, deren Verlängerung bis Bürgel oft zur Diskussion im Stadtrat stand.

Die Jenaer Straßenbahn hinter dem "Paradies Bahnhof" auf ihrer Fahrt über die Saale nach Jena - Ost im Jahre 1973.

Hochbahnstrecke vom Saalbahnhof bis kurz vor Ammerbach wenige Meter vor dem Paradies Bahnhof Jena.

Der einstige Mittelbahnsteig Jena Paradies wurde einige Meter nördlich Richtung Saalbahnhof "verschoben" mit einem kompletten Neubau versehen. Im Hintergrund das einstige EG Jena-Paradies heute eine Spielothek.

Der Jenaer Paradies Bahnhof aus östlicher Richtung unmittelbar in der Jenaer Innenstadt und am Saaleufer gelegen.

Blick auf das Stadtgebiet Jena mit Verlauf der Bahnstrecke am Paradiesbahnhof um 1915.

Blankofahrschein anno 1986 Jena - Camburg 20 km für 0,80 Pfennige, ausgestellt am Fahrkartenschalter des Bahnhofes Großheringen. Heute würde man dies als Vorverkauf bezeichnen.

Von der Bahn in die Bahn. Wichtig für die Großstadt Jena ein gut funktionierendes Nahverkehrssystem. Unmittelbar am Paradiesbahnhof Haltestellen für Strassenbahn und Bus. Bedeutend für Jena war schon immer die Strassenbahn.

Ein Blick auf die Seitenfront des Jenaer Paradies Bahnhofes mit Strassenbahn im Sommer 2014.

Das im Krieg zerstörte EG des Saalbahnhofes wurde durch einen Neubau ersetzt, Jena 70er Jahre.

Grünanlage und Anbau im Juni 2017

Inschrift "MITROPA" war im Juni 2017 noch gut am Seitengebäude des Saalbahnhofes erkennbar.

Ansicht des seitlichen Anbaues, in dem sich bis in die 90er Jahre die Bahnhofsgaststätte befand, dahinter der Eingang zur Schalterhalle. (2017)

Die um 1900 wichtigsten Bahnhöfe der Stadt Jena auf einer Postkarte. Links der Westbahnhof für die "Querverbindung" von Breslau bis Frankfurt am Main und rechts der Saalbahnhof in seinem etwas luxeriösen Baustil, der die Generalverwaltung der "Saalbahn" Gesellschaft bis zur Übernahme der K.P.E.V. beherbergte und 1945 zerstört worden ist. Zur Zeit der "zentrale Bahnhof" für Jena in Bezug auf die gesamte Linie Berlin - München und später bis Rom. Durch die Lage der Wissenschaftszentren in Jena wurden beide Bahnhöfe stark frequentiert, zumal von und nach Jena sehr attraktive Verbindungen jener Zeit bestanden.

Jena Saalbahnhof mit Fahrleitungsmasten 1941.

Wenige Jahre nach dem Neubau des Jenaer Saalbahnhofes präsentierte sich der Bau Mitte der 70er Jahre auf einer Postkartenansicht.

Die Anlagen des Saalbahnhofes im derzeitigen Zustand im Jahre 2013. Die Anlagen der einstigen Güterabfertigung.

Mittelbahnsteig am Saalbahnhof. Fernzüge fahren hier durch. Der Paradiesbahnhof hat dem Saalbahnhof an Bedeutung bereits lange den Rang abgelaufen.

Zu den Bahnhofsanlagen im Saalbahnhof gehörten auch die Anlagen des ehemaligen RAW Jena. Ursprung waren die Betriebs-und Maschinenwerkstätten der "Saalbahn Gesellschaft" mit Gründung um 1874. Mit Verlagerung der Lok-und Wagenreparaturen war hier der Reparatursitz für DR Eich-, Meß-und Waagenfahrzeuge bis 1990, danach wurde das Gelände samst den ehemaligen Werkhallen zum Gewerbegebiet umfunktioniert. Nur von der Gleisseite gut erkennbar eine Einfahrt mit typischem Giebel einer Werkhalle im DR Baustil. (14.07.2019)

Jenaer Strassenbahn 1958, das optische Erscheinungsbild gefiel mir persönlich sehr gut und passt sehr schön in eine Modellbahnstadtlandschaft der Epoche III und IV. Sie gehört wie die Eisenbahn zum Jenaer Stadtbild dazu.

Jena Saalbahnhof Gleis 3, 41 1025 bespannte am 30.08.1985 den P 6018 nach Gera Hbf. Das Lokpersonal macht gerade nochmal einen Rundgang vor der Abfahrt um die Lok, daß übliche, Lager, Gestänge, Splinte, Rohre, Zylinder, Fahrwerk kontrollieren, was alles zum Vorbereitungsdienst mit Dampf dazugehörte.

Mit knapp 550 Tonnen Zuggewicht setzt sich der D 503 Stralsund - Saalfeld am 30.11.1986 im Jenaer Saalbahnhof in Richtung Göschwitz in Bewegung, gilt es doch die Steigung Richtung Göschwitz zu bewältigen, die es bei Ausfahrt in Jena und dem Zuggewicht in sich hat.Da heißt es Regler auf und nicht strampeln lassen. Längst Geschichte auch das Wärterstellwerk "Js". Bild: G.Böhmer

Regelmäßig kamen die Hallenser VESM-Lokomotiven auf der "Saalbahn" zum Einsatz. Im August 1980 beförderte der "Laubfrosch" wie er liebevoll genannt wurde den D 501 Berlin-Halle-Saalfeld. Mit den über 500 Tonnen schweren Schnellzügen mußten alle Maschinen zeigen was in ihnen steckt. War es doch vom Saalbahnhof nach Ammerbach eine nicht zu unterschätzende Steigung, die viel von den Maschinen abverlangte, auch wenn es für den Ausenstehenden nicht ersichtlich war.Maschinen zeigen

Zweifellos ein beliebtes Fotomotiv, daß Wärterstellwerk "Js" in Jena mit Aus- und Durchfahrenden Zügen. 44 0196 hat Abstand zu einem vorausfahrenden Zug, der gerade noch zwischen Block Ammerbach und Göschwitz unterwegs ist und so läßt es der Meister gemütlich rollen in der Hoffnung das der Block Frei wird und er wieder zügig weiterfahren kann.

  

Einige Spuren am Saalbahnhof im Juni 2017

 

Ausfahrt in Richtung Göschwitz. Rechts Gleis 1, der Bahnsteig hier führte bis in etwa auf Höhe der im Hintergrund links befindlichen Weiche.Dahinter das Wärterstellwer links.

Zugangsbereich von Gleis 1 zum Empfangsgebäude, Blick aus nördlicher Richtung.

Der ehemalige Zugang zur Empfangshalle und zum Bahnsteig des Saalbahnhofes. Jena als Universitäts-, Forschungs- und Weltstadt konnte sich in den 60er Jahren den Bau eines recht repräsentativen Empfangsgebäudes leisten. Wärend in anderen Orten Geflickt wurde, entstand hier ein modernes Gebäude, was auch in der Entstehungszeit bei den alten Bewohnern und Eisenbahnern vermutlich auch Kopfschütteln verursacht hat, es war im Stil sehr modern gehalten.

In einem weiteren Seitenanbau, der parallel zum Gleis 1 verläuft, befindet sich auf der Rückseite. Befanden sich bis 1990 ein Reisebüro sowie ein "MITROPA" Kiosk zur Versorgung der Fahrgäste und Fußgänger. In den 90er Jahren wurde der Verkauf eingestellt mit der Verlagerung des Fernverkehres auf den Paradies Bahnhof.

An der Gebäuderückseite befindet sich der Zugang zu den Gleisanlagen am Saalbahnhof.

Informative Ratschläge für Passanten am Saalbahnhof.

War der Zug später ???

Ausfahrender Abelio Triebwagen in Richtung Saalfeld.

Der Blick in Richtung Camburg zur Ausfahrt und auf Reste des Güterbahnhofes vom Saalbahnhof, der sich links befand mit einem Wärterstellwerk. Hinter dem rechten Ausfahrsignal in der Bahnhofsmitte befand sich das Fahrdienstleiterstellwerk.

Mit einigen wenigen Abstellgleisen für Nahverkehrszüge und Fahrzeuge der Jenaer Bahnmeisterei erschließt sich die ganze Herrlichkeit des Saalbahnhofes.

 

 Jena Zwätzen


Cirka 2 km in nördlicher Fahrtrichtung befindet sich der Jenaer Ortsteil Zwätzen, der bereits seit Bahneröffnung mit zum Jenaer Bahnknoten gehörte. Der kleine Ort bei Jena wurde nicht nur bald eingemeindet, auch wurde in Nähe zum Haltepunkt eine Kasernenanlage errichtet. In der Zeit nach 1880 bis 1990 also ca. 110 Jahre war hier Militär angesiedelt. Galt doch schon Jena als strategischer Punkt für Angriffs- bzw. Kriegshandlungen durch Zusammenführung der Handels-, Post-, Verkehrswege. Der Lage im Saaletal sowie der guten Erreichbarkeit vieler Regionen bei Kampfhandlungen, was bereits Preußen in strategischer Form erkannte.

Der Haltepunkt Zwätzen war als Block-, Schrankenwärter und Fahrkartenverkaufsstelle deklariert und bis in die 80er Jahre besetzt. Zum Schluß nur noch als Schrankenposten. Blocksignale entfielen, Fahrkartenverkauf fand im Zug statt. Nicht nur das Militär prägte den Ortsteil Zwätzen auch durch freie Fläche siedelte sich hier am nördlichen Stadtrand das Handwerk, Betriebe und Institutsteile der Uni Jena an. Auch wuchs der Ortsteil mit Zuzug zahlreicher Bewohner im Ortsteil mit Lage zur Natur, der Saale sowie Rad- und Wanderwegen. Zwätzen galt auch viele Jahre mit als "gute Wohngegend" nicht nur mit Bahnanschluß auch der Endpunkt der Jenaer Straßenbahn in Zwätzen brachte eine attraktive Anbindung zur Innenstadt und weiterer Stadtteile von Jena. Zu Fuß war es auch nicht weit bis zum Saalbahnhof, so bestand hier auch Schnellzuganschluß in beide Fahrtrichtungen. In der Hauptsache war Zwätzen die betriebliche Nutzung als Schranken-und Blockposten vorenthalten. Der Fahrkartenverkauf hielt sich in Grenzen durch den Hauptstrom an Pendlern, Schülern, Lehrlingen, die meist über Zeitkarten (Wochen-, Monatskarten) verfügten. Der Hauptstrom des Jenaer Bahnverkehres wurde am Saal-, bzw. Paradiesbahnhof abgewickelt. Für den besehenden Verkehr der Holzlandbahn war der Westbahnhof bzw. Göschwitz der entsprechende Anlaufpunkt. Denoch waren die Zahlen der täglichen Nutzung des Zwätzener Haltepunktes nicht zu unterschätzen, so das sich der "Halt" bis in die heutige Zeit gehalten hat. Durch den Umbau des Stadtteiles mit Neubauwohnungen und Einfamilienhäusern sowie zahlreicher Gewerbefirmen die sich neu ansiedelten wird der Haltepunkt wieder vermehrt auch in Zusammenhang mit dem VMT Verbund gut genutzt. Bedauerlicher Weise fand sich noch kein historisches Postkartenmaterial zum Haltepunkt in Zwätzen.


Gelegentlich finden sich noch Spuren vergangener Tage. Wie dieses Schrankenwärterhaus zwischen Saalbahnhof und Zwätzen. (10.10.2019)

Der Blick auf den Zustand des Haltepunktes aus westlicher Richtung am 02.07.2017.

Blick auf den Streckenverlauf in Richtung Jena Saalbahnhof der sich in ca. 3 km Entfernung weiter südlich befindet.

Blick auf die Strecke der Saalbahn in Richtung Porstendorf. Am Bahnübergang gut erkennbar die Einfahrtvorsignale des Bahnhofes Porstendorf. Die Entfernung beträgt hier bis zur Bahnhofsmitte in Porstendorf ungefähr nur 1500 Meter.

Ortsverbindungsstraße vom Ortsteil Zwätzen in ein Wohn- und Gewerbegebiet östlich vom Haltepunkt. An der Schrankenanlage die früher mit Hand bedient wurde befand sich auch die Bude des Haltepunktwärters.Im Hintergrund die Jenaer Stadtmühlenbäckerei.

Manchmal hat man Glück, Begegnung der Abelio Züge Saalfeld-Naumburg-Saalfeld in Zwätzen. Auch am 02.07.2017 an einem Sonntag Nachmittag mit etwas trüben Wetter waren doch einige Fahrgäste hier unterwegs.

 

Porstendorf


Abzweigbahnhof Strecke Porstendorf - Bürgel - Eisenberg - Crossen (Elster)


Kreuzungs- und Überholungsbahnhof mit Ladestrasse, kleiner Güterhalle und Gleisanschluß zur Wellpappenfabrik. Abzweigbahnhof der Strecke über Bürgel, Eisenberg nach Crossen (Elster). Das Beutnitzer EG wurde im Stil der Strecke nach Eisenberg im Fachwerksbaustil errichtet als erkennbares Tor zum Thüringer Mühltal. Der Anschluß der Papierfabrik Porstendorf erhielt eine Kö für den werkseigenen Rangierverkehr.

 

Porstendorf in den 30er Jahren unten links die Wellpappenfabrik, unten rechts der heutige Verlauf der B 88 Richtung Camburg.

Güterzug vor der Kulisse der Porstendorfer Wellpappenfabrik 1981.

Porstendorf mit Bahnhof im Jahr 1907

 

Spurensuche im Bahnhof Porstendorf - Zustand Februar 2017


Ziegelbau mit aufgesetztem Fachwerk, das Wärterstellwerk Richtung Camburg.

Blickrichtung Camburg, links das aufgeschüttete Planum des Streckengleises der Saalbahn nach 1990. Bildmitte, hier verlief das Streckengleis der Nebenbahn nach Crossen. Bis Anfang der 90er Jahre wurde das Gleis zur Abstellung von Schadwagen benutzt und nach 1990 abgebaut. Verlauf des Dammes ca. 300 Meter parallel zur Hauptbahn und dann rechts im weiten Bogen Richtung Bürgel verlaufend.

Heute ist Porstendorf ein Haltepunkt, der im Takt des Thüringer Nahverkehres bedient wird. 90% der Züge fahren hier durch, wie der Güterzug von München nach Seddin mit der 185 040.

Dornröschenschlaf, das Fahrdienstleiterstellwerk in Blickrichtung Jena, im gleichen Baustil wie das Wärterstellwerk und das EG.

Der Zustand des HP Porstendorf mit dem im Hintergrund befindlichen EG, das mustergültig als Wohnhaus saniert wurde und somit vor dem Verfall gerettet werden konnte. Anbau rechts waren früher Warteräume bzw. eine kleine Bahnhofsgaststätte.

Einige Meter vom EG Richtung Jena befand sich das Beamtenwohnhaus der K.P.E.V. für die Mitarbeiter des Bahnhofes, ihre Gärten, Wäscheplatz, Nebengebäude und Kleintierstallungen. Das Gebäude wird heute ebenfalls privat genutzt und ist erhalten geblieben.

Der Stundentakt Leipzig-Saalfeld ET 442 Abelio vor dem EG und der GA Porstendorf.

 

Dornburg (Saale)


Bedeutung des Bahnhofes lag im Güterverkehr in der Verladung von Kalkstein aus den umliegenden Kalksteinbrüchen. Günstige Verkehrsanbindung Richtung Naumburg und Jena im Berufs- und Pendlerverkehr. An den Wochenenden war Dornburg ein bedeutendes Ausflugsziel für Besucher der Dornburger Schlössern. Dornburger Kalkwerke besitzen noch heute eine V 15 für Rangierarbeiten. Nahgüterzüge rangierten hier meist mit Göschwitzer Maschinen.


Werbung ist Alles das war schon 1885 so. Sicherlich ein einträgliches Geschäft für die Saalbahn Gesellschaft mit Fahrgästen nach Dornburg, Besucher der Dornburger Schlösser. Blick auf die Bahnanlagen in Richtung Jena vor über 130 Jahren !!!

Bahnhof Dornburg im Jahre 1907 mit einem einfahrenden Personenzug von Saalfeld nach Halle.

Selbst die Lottogesellschaften schmückten sich mit der Erreichbarkeit Ihres Ortes um 1920 mit dem Dornburger Bahnhof.Lottobenachrichtigung mit Bahnhofsmotiv.

Blick auf den Anschluß der Zementwerke Dornburg aus Richtung Jena im 13.12.2006. Klar galt das Interesse vornehmlich der WAB 118.

Saalemotiv bei Dornburg in schwarz / weiß 41 1182 unterwegs als Lz von Göschwitz nach Dornburg, um ab hier einen Ganzzug Kalkwagen bis Camburg zu befördern, der dann auf eine Weißenfelser 242 umgespannt wurde. Diese beförderte den Zug bis Priort bei Potsdam und von da ab ging es mit einer Seddiner 132 bis Wismar Hafen. - 17.Mai 1986

Dieses ungewöhnliche Motiv entstand beim Wechsel einer Glühbirne von der Holzmastleuchte des südlichen Bahnüberganges in Dornburg. Fahrdienstleiterstellwerk "Dg" und ausfahrende 41 1273 im Sommer 1984 mit P 4005 Leipzig-Jena-Saalfeld.

Abbau von Kalkstein rund um Dorndorf, einst die Hauptlast des Güterverkehres hier im Bahnhof. (Februar 2017)

Der Gleisanschluß der Zementwagen, leider mit wenig Bahnverkehr. Ob es den Betreibern recht ist das alles per LKW abrollt, wagt man zu bezweifeln.

Gelegentlich zeigt sich das "Schneewittchen" der Dornburger Zementwerke mal auf der Anschlußbahn. Eine V 15, die heute noch im weißen Anstrich zuverlässig ihren Dienst auf der Anschlußbahn versieht.

Die Dornburger Zementwerke in den 30er Jahren als Postkartenmotiv.

RE 4986 Nürnberg - Leipzig am 17.02.2019 bei der Durchfahrt im Bahnhof Dornburg.

1980 neigte sich der Einsatz der Altbau 01 beim Bw Saalfeld. 01 2204 durchfährt Dornburg mit einem Güterzug Richtung Camburg. Es war an der Tagesordnung, daß die "Hochbeinigen" auch neben Personen-und Schnellzügen auf der Saalbahn als Füllleistung Güterzüge bespannten.

Aus der Gegenrichtung am 17.02.2019 RE 4989 Leipzig - Nürnberg am EG in Dornburg, daß sich in Privatbesitz befindet und wieder renoviert wird.

Unermüdlich und Zuverlässig zogen die Dampflokomotiven der BR 44 des Bw Saalfeld und Weißenfels auf der Saalbahn ihre Runden. 1970 eine Saalfelder 44er Richtung Saalfeld. Im weiten Bogen führt die Strecke von Camburg nach Dornburg am Ort Wichmar vorbei.

   

Camburg (Saale)


Abzweigbahnhof Camburg (Saale) - Schkölen - Osterfeld - Zeitz


Abzweigbahnhof für die Strecke nach Zeitz über Schkölen und Osterfeld. Durchgangsbahnhof mit Drehscheibe, Lokschuppen, Güteranlagen, Anschluß Camburger Mühlenwerke, Umspannbahnhof für Züge zwischen Saalfeld / Berlin / Halle / Leipzig oder in der Gegenrichtung von Dampf / Diesel auf E-Lokomotiven.Bedeutend war auch hier die Holzflösserei seit dem 16.Jahrhundert und der Camburger Holzhandel sowie die Camburger Holzmesse was ebenfalls zahlreiches Frachtgut auf die Bahn brachte nach der Bahneröffnung. Camburg stationierte eine eigene Kö für Rangierarbeiten. Der Ausbau des Bahnhofes Camburg erfolgte mit dem Bahnbau nach Zeitz über Schkölen und Osterfeld. Selbst rund um Camburg wurde in großem Stil Landwirtschaft betrieben. So brachten die Landwirte in der Erntezeit "Tonnenweise" Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben zum Bahnhof. Zum großen Teil erfolgte die Verarbeitung des Getreides vorerst in den Camburger Mühlen, die dann ihre Produkte zum Teil als Sackware oder in Wagenladungen bei Futtermitteln mit Güterzügen abtransportieren liesen. Für die Verladung wurde eine große Ladestraße erbaut und die Mühlenwerke erhielten Gleisanschlüße. Ab den 70er Jahren wurden immer mehr Ganzzüge verladen mit dem Aufkommen von Industriellen Mastviehanlagen. Der weitere großzügige Ausbau der Bahnanlagen diente auch betrieblichen Anforderungen, als Rangierbahnhof von Güterzügen in der Zustellung der Güterwagen vorallem für die Landwirtschaft war einerseits die Örtliche Verladung und die Zustellung und Abholung von Wagen Richtung Molau / Schkölen wo sich bis heute große Landwirtschaftsflächen befinden und die Verteilung der Wagen in Übergabe-, Nah-und Durchgangsgüterzüge nach Großheringen / Erfurt, Naumburg / Weißenfels / Halle / Leipzig und Jena / Saalfeld. Nicht nur zur Versorgung der Bevölkerung, so befanden sich auch Firmen die mit der Herstellung von Lebensmitteln, Fleisch-und Wurstwaren beschäftigt waren in den größeren Städten. Es entstanden beiläufig zum Teil große Städtische Schlachthöfe und erste Anfänge der Industriellen Lebensmittelherstellung im großen Maß. Da nach 1945 die Strecke nach Molau abgebaut wurde sowie die Fahrleitung der "Saalbahn" eigneten sich die großzügigen Bahnanlagen in Camburg bis in die 90er als Umspannbahnhof. Heute dient Camburg nur noch als Durchgangs-und Überholbahnhof mit drei Gleisen.


Die Camburger Innenstadt in den Jahren um 1919.

Camburg in den 20er Jahren mit beginnender Industrialisierung. Auch hier gab es wie überall zahlreiche Firmen und Kleinbetriebe die ihre Produkte und Rohstoffe per Bahn transportierten. Hauptsächlich Kohle und unzählige Stückgüter.

Bereits mit dem Bahnbau kamen auch Kurgäste nach Camburg. Um 1923 warb Camburg als Kneippkurort. Leider ging die Bedeutung des Kneippkurens in Camburg zwischen den Kurorten Bad Kösen und Bad Sulza unter. Camburger Innenstadt 1921.

In den 30er Jahren ein Blick in die Camburger Innenstadt mit seinen Wohn-und Geschäftshäusern.

Der Bahnhof in Camburg kurze Zeit nach seiner Eröffnung 1875.

Camburg mit seinen Sehenswürdigkeiten und Bahnhof 1898

Das berühmteste Motiv des Camburger Bahnhofes, das Fahrdienstleiter Stellwerk "Cb" mit seiner Signalbrücke hat es sogar zum Postkartenmotiv des Verlages Bild und Heimat geschafft. 41 1150 vom Bw Saalfeld in den 80er Jahren.

30 Jahre später Ansicht des Stellwerkes "Cb" in Camburg mit ausfahrender RB nach Saalfeld im Sommer 2014.

Umbau des Bahnhof Camburg im April 2000. Ein völliges Nadelöhr durch den Bahnhof führte nur ein Gleis, alles andere Befand sich im Bauzustand. Bau des Gleises 2 und 3. Kreuzungen verlagerten sich zum Zeitpunkt an die Einfahrt des Bahnhofes in jeder Richtung.

Der Blick in Richtung Jena. Bauarbeiten wohin das Auge reicht. Nach Durchfahrt des IC in Richtung Saalfeld fährt gut zu erkennen eine RB von Lichtenfels nach Naumburg in den Bahnhof Camburg ein.

Info Flyer 1995

Ausfahrt zum "hundertsten", Sonderzugausfahrt in Camburg zum 100-jährigen Streckenjubiläum der "Saalbahn" im Mai 1974. Der Sonderzug Großheringen-Saalfeld fährt gerade mit Volldampf in Camburg aus.

Der Blick in die gleiche Richtung am 13.Oktober 1986 bei Einfahrt des Zementzuges nach Karsdorf in Camburg. Auf Grund der geringen Durchlassfähigkeit auf dem Streckenabschnitt Gera-Zeitz beförderten die Göschwitzer 41er den CSD Zementzug auch oft von Gera über Stadtroda, Göschwitz, Camburg nach Naumburg. 41 1180 bei ihrer Einfahrt in Camburg. Mitunter spannte die 41 hier ab und die Naumburger 131 übernahm den Zementzug mit Lokwechsel bis Karsdorf. Dabei mußte in Naumburg ebenfalls nochmals Kopf gemacht werden.

Strassenansicht des EG in Camburg im Februar 2017.

Blick vom EG in Richtung Innenstadt / Bahnhofstrasse Camburg (Februar 2017).

Blick auf den dreiständigen Lokschuppen mit Wasserturm. Gerade fährt 01 2204 Bw Saalfeld 1981 in die Vorfeldgleise. Die 01 wurde gedreht, Vorräte ergänzt und wartet auf den P 3003 aus Halle, den sie nach dem Lokwechsel bis Saalfeld weiterbeförderte.

Wenige Monate vor dem Ende der Dampflokähra im Bw Saalfeld, am 13.Oktober 1986 die 41 1273 auf der Camburger Drehscheibe. Links befand sich ein dreiständiger Lokschuppen, der den Lokomotiven der Strecke Camburg-Zeitz bis 1945 vorbehalten war. Später nutzte man die Anlagen zum abstellen,drehen der Dampflokomotiven beim Lokwechsel in Camburg.

Am gleichen Tag die 41 1273 fährt vom Zug zur Drehscheibe über Gleis 1. Gleis 2 steht eine Weßenfelser 242 die den Zementzug der im oberen Bild ersichtlich ist weiter befördert. Lokwechsel, Rangier- und Eisenbahnalltag in Camburg Anno 1986.

Ein Bild auch aus vergangenen Tagen, 41 1225 in Camburg auf der Drehscheibe und im Hintergrund der kleine Lokschuppen der für die Zeitzer Lokomotiven errichtet wurde die über Osterfeld, Schkölen nach Camburg kamen. Später wurden hier Lokomotiven unterschiedlicher Bw`s gedreht und untergestellt, die in Camburg für den Lokwechsel benötigt wurden. (30.11.1986) Bild: G.Böhmer

Das EG Camburg im August 2018 aus Richtung Jena. Es befindet sich seit 2010 in Privatbesitz und wird unter großem finanziellen und materiellen Aufwand saniert. Spektakulär die Darstellung einer Schnellzugdampflok am EG vor den Räumen der Bahnhofsgaststätte Camburg. Deren letzte Besitzer Familie Neumann durch ein sehr schmackhaftes und reichhaltiges Speiseangebot und nette Bewirtung vielen Fahrgästen und Eisenbahnern in Erinnerung blieb. Gab es doch hier die besten Brathähnchen zwischen Saalfeld und Berlin. So wurde oft der Aufenthalt zum Lokwechsel zur Ergänzung der Proviantvorräte genutzt. Standen auch oft Lokomotiven vor der Gaststätte und pausierten. So reichte die Zeit oft für einen Kaffee und eine "Boggwurscht" bei Neumann`s.

Historischer Blick über die Dächer von Camburg. Auch das alte Straßenschild der Camburger Bahnhofstraße ist historisch wie der Blick zur Burg am 17.02.2019.

Reste alter Tage, das Stellwerk "Cn" Camburg-Nord ist am 17.02.2019 noch rudimentär erhalten. Es regelte einst die Ein-und Ausfahrten von und nach Großheringen / Naumburg / Zeitz. Sowie die Rangierfahrten zu den Mühlenwerken und ab den 60er Jahren die Rangierfahrten für Dampf-, Diesel- und E-Lokomotiven beim Lokwechsel in Richtung Norden für Güter-und Reisezüge. Es diente auch als Kaffeeküche der Lokführer, die hier auf dem Stellwerk auch einen Kaffee wärend der Standzeit vom freundlichen Stellwerkspersonal bekamen.

Sommer 1985 Stellwerk "Cn" E-Lokomotiven warten auf Züge aus Saalfeld an diesem Sonntag. Unter der Brücke wartet die 242 auf die "leere Kohle" aus Saalfeld den sie nach Braunsbedra / Mücheln befördern sollte. 242 254 Mitte wartet auf einen Dg mit 2 Stunden Verspätung ebenfalls Richtung Weißenfels / Halle und 244 046 beförderte Sonntag`s planmäßig den P 4006 Saalfeld - Jena - Leipzig von Camburg bis Leipzig Hbf.

Planmäßige Zugbegegnung im Bahnhof Camburg mit den RE Zügen Nürnberg - Leipzig - Nürnberg. Moderne Fahrzeuge zieren heute das Bild im Camburger Bahnhof. Links RE 4988 Nürnberg-Leipzig, rechts RE 4991 Leipzig-Nürnberg mit ET 442 DB Regio Nürnberg am 17.02.2019.

Am 31.Mai 1989 wartete die Weißenfelser 242 038 auf ihren Güterzug aus Saalfeld, den sie nach erfolgtem Lokwechsel weiter nach Weißenfels beförderte. So kam es oft vor das die Güterzugmaschinen mehrfach zwischen "Corbetha", Weißenfels, Naumburg nach Camburg und zurück pendelten.

Lokwechsel in Richtung Saalfeld, 44 0104 wechselt am Camburger Stellwerk "Cs" ein und beförderte kurze Zeit später einen Dg von Leipzig Engelsdorf kommend nach Saalfeld. Betriebsalltag im Bahnhof Camburg Sommer 1977.

"Parken bei Neumann`s", es blieb nicht aus, daß die Lokpersonale in Camburg längere Zeit auf ihre Züge warten mußten. Nach dem drehen der Lok, Lokuntersuchung, Triebwerkskontrolle und Wasser ergänzung hatten die Camburger Stellwerkspersonale auch ein Herz für die Schwarzen. So durfte die 44 0601 am 31.Mai 1980 in Gleis 1 parken schnell einen Kaffee und ne "Boggworschd" zu sich nehmen. "Es war ja im Moment nischd los". Kurzer Achtungspfiff signalisierte wir sind wieder da. Übrigens Neumanns waren die Pächter der Bahnhofswirtschaft und hatten immer ein Herz für die Eisenbahner.

 

 Abzweig Großheringen / Stöben


Abzweig nach Großheringen und nach Bad Kösen / Naumburg


Mit Errichtung der Saalbahn als Abzweig Stöben deklariert, wurden von hier die Weichen für die Einfahrt in den Bahnhof Großheringen bzw. nach Naumburg gestellt. Verbunden war Stöben noch mit einer Schrankenanlage. Mit Bau des Gleisbildstellwerkes in Großheringen war Stöben nur noch Schranken- und Meldeposten. Da Abzweig Saaleck nach Halle gehörte und der Fahrdienstleiter Großheringen mit den Zugfahrten der Thüringer Bahn betraut war, mußte der Wärter die Durchfahrtzeit sämtlicher Züge hier an den Saalfelder Dispatcher melden. Somit wurden Pünktlichkeit, Verspätungen exakt erfasst und es konnte der Zuglauf entsprechend disponiert werden. Das Gebäude stammte noch aus der Zeit von 1874 hier im Mai 2001 und wurde wenig später abgerissen.


  Großheringen


Abzweigbahnhof für die Strecke Großheringen - Straußfurt und parallel verlaufend die Hauptbahn Frankfurt am Main - Halle / Leipzig


Inselbahnhof an der Thüringer Bahn Halle - Corbetha - Erfurt mit Abzweig nach Straußfurt und Sömmerda sowie dem End- bzw. Anfangsbahnhof der Saalbahn bis 1900. Mit dem Bau des Abzweig Saaleck verlagerte sich ein großer Teil des Verkehres der Saalbahn in Richtung Naumburg und das aufwendige "Kopf machen" in "Heringen" entfiel. Errichtung von Lokbehandlungsanlagen, Verladeanlagen, Güterverkehr. Bedeutend waren hier die Holzgroßhandlungen die geflößtes Holz auf der Saale das aus Richtung Thüringer Oberland kam vermarktet und verkauft wurde. Hauptverkehr lag auf der Thüringer Bahn. Hauptsächlicher Durchgangsverkehr nach Bebra / Frankfurt und Leipzig / Halle / Berlin. Umfangreicher Personen und Umsteigerverkehr zwischen den einzelnen Linien. Beginnender Pendlerverkehr der Leuna Werke in Großheringen bzw. Eckardsberga mit Schichtzügen seit den 30er Jahren, sorgte hier für zusätzliches Rangier- und Reisendenaufkommen.


Bahnhof "Groszheringen", interessante damalige Schreibweise sowie die umliegenden Bahnanlagen 1908.

Der Bahnhof in Großheringen um 1888 mit einem Zug aus Richtung Erfurt kommend. Von der Seite der Saalbahn waren noch keine Postkarten zu finden.

Bahnhof Großheringen 1901, mit einem preußischen Güterzug auf der Erfurter Seite.

Erinnerungsfoto der aktiven Teilnehmer zur Sonderzugfahrt "100 Jahre Saalbahn" am 15.Mai 1974 im Bahnhof Großheringen mit der Museumslok 89 6009.

Ein Verein kümmert sich um den Erhalt der Anlagen des Lokschuppens in Großheringen mit einer Kleinlok "dekoriert" die Rückseite des Gebäudes in einem tadellosen Zustand.

Teilansicht des EG Großheringen aus Richtung Camburg im Mai 1997. Kurze Zeit später wurde das Gebäude abgerissen als eines der ersten nach 1990.

Der Anbau der Aufsicht auf der Erfurter Seite schon mit neuzeitlicher Telefonzelle Mai 1997.

Blick entlang am Gebäude auf der Erfurter Seite in Richtung Naumburg mit ausfahrender RB nach Halle im Mai 1997.

Der Montagsschnellzug für die Berliner Bauarbeiter D 1552 Saalfeld-Angermünde am 30.November 1982 mit 41 1273 in Großheringen, die den Zug von Saalfeld her beförderte. Lokwechsel und Fahrtrichtungswechsel in Großheringen, da dies zum Zeitpunkt in Camburg nicht möglich war.

Erster Fahrplan der "Saal-Eisenbahn" vom 15.Mai 1874 für die Strecke Großheringen - Jena - Saalfeld mit 75 km Streckenlänge.

 

Abzweig Saaleck


Hinlänglich ist die Bedeutung des Abzweiges Saaleck direkt an der Landesgrenze Thüringen zu Sachsen Anhalt bekannt. Erklärtes Ziel des Baues war die Verkürzung der Reisezeit und Fahrzeiten von Reise- und Güterzügen, die bis 1900 in Großheringen "Kopf" machen mußten, Lokwechsel machten, was auch zur Verlängerung von Fahrzeiten führte. Bis 1900 waren die Züge mit Lokomotiven der Bahnbetriebswerke Halle, Leipzig, Weißenfels, Naumburg Erfurt bespannt. Ab Großheringen kamen vorher Maschinen der Saalbahngesellschaft, später Saalfelder, Göschwitzer, Großheringer Lokomotiven zum Einsatz. Mit dem Bau des Abzweiges konnten die Züge in beiden Richtungen durchgehend bespannt werden und der Halt in "Heringen" entfiel. Somit geriet der Bahnhof etwas in die Bedeutungslosigkeit bzw. führte für den "Saalbahnverkehr" ein Schattendasein, da der Hauptverkehr über den Abzweig führte. Die vornehmliche Bedeutung des Bahnhofes stieg mit dem Ausbau des Verkehres der Linie Leipzig-Erfurt-Frankfurt am Main. Auch der Verkehr auf der "Pfefferminzbahn" brachte dem Bahnhof Großheringen bedeutenden Gütertransport. Bis 1900 mußte zum großen Teil in "Heringen" umgestiegen werden, Schnellzüge fuhren nur Nachts diese Strecke, sonst führte der größte Teil des Güter- und Schnellverkehres über Weißenfels-Zeitz-Gera nach Saalfeld.


Leider war der 15.03.1999 ein verregneter Tag, BR 155 mit Latz unterwegs mit einem Kalizug aus Gerstungen unterhalb des Brückenbauwerkes Richtung Saalfeld.

Das Brückenbauwerk Saaleck, eine RB aus Saalfeld in Richtung Naumburg.

ICE 1509 Berlin-München auf dem Überleitungsbauwerk von Saaleck in Richtung Saalfeld. Im Vordergrund des Gleis aus Richtung Saalfeld, das hier am Abzweig auf der Strecke Frankfurt-Leipzig einmündet.

Blick zum Abzweig Saaleck aus der Vogelperspektive.

Blick aus Richtung Großheringen zum Abzweig Saaleck mit einer RB von Eisenach nach Halle.

Überfahrt eines ICE von Hamburg nach München auf dem Überführungsbauwerk Saaleck in Richtung Saalfeld.

Einer der schönsten Streckenabschnitte zwischen Camburg / Großheringen und Bad Kösen. Immer wieder schöne Motive, am besten zu Fuß entlang der Strecke. IC 2202 München-Berlin am 21.06.13 kurz hinter Saaleck.

Anfang der 20er Jahre kam eine preußische T 18, BR 78 zu Fotoehren unterhalb der Rudelsburg auf einem Postkartenmotiv. Planmäßig bespannten Erfurter bzw. Saalfelder 78er einen großen Teil der Eil-, Post-, Gepäck-, Leig- und Eilgüterzüge zwischen Erfurt bzw. Saalfeld - Weißenfels - Halle / Leipzig. Umladebahnhof für das Kleingut war Weißenfels bzw. Naumburg. Nach dem nachfolgenden Packwagen handelt es sich vermutlich um einen Zug der o.g. Zuggattungen.

1975 war noch relativ viel mit Dampf unterwegs, so rentierte es sich noch eine Postkarte rund um Saaleck mit Dampfzügen abzulichten. Waren doch Saalfelder und Erfurter Maschinen zu Hauf in jener Zeit hier noch anzutreffen.

Landschaft und Eisenbahn im Sommer 2013 am Abzweig Saaleck. Eine 143 der RBH fährt Lz Richtung Saalfeld.

 

 Bad Kösen


Durchgangsbahnhof mit Ortsgüteranlagen und einem Gleisanschluß zu den Kalksteinwerken. Als Kurstadt herrschte in Bad Kösen im Sommerhalbjahr und an den Wochenenden großer Touristenansturm auf die Kuranlagen, sowie auf die ausgiebigen Wanderrouten zur Rudelsburg, Burg Saaleck oder durch das Saaltal. Touristischer Anziehungspunkt für die Städte Jena, Weimar, Apolda, Erfurt, Naumburg, Weißenfels, Halle und Leipzig, die durch den Bahnanschluß bestens miteinander verbunden waren. Der Anschluß der Kalkwerke Bad Kösen beheimatet eine V 15 für den Werkbahnverkehr.

 

Bad Kösen in den 60er Jahren mit Eisenbahnbrücke.

Harmonischer Baustil des EG Bad Kösen, passend zu den Kuranlagen, der umliegenden Kurpark fügt sich das Gebäude in das Stadtbild ein um 1975.

Die in Sandstein errichtete Saalebrücke in Bad Kösen aus den Anfängen der Thüringer Bahn Corbetha-Erfurt in den 20er Jahren. Ein Symbolhaftes Bauwerk der Eisenbahngeschichte dieser Hauptstrecke.

Ungewöhnliches Motiv des Bahnhofes Bad Kösen 1920 aus Richtung Saaleck.

Im AW frisch aufpoliert 143 220 DB Regio Erfurt mit einer RB von Naumburg nach Saalfeld am 21.06.2013 im Bahnhof Bad Kösen bei der Ausfahrt.

Nach langjähriger Abstinenz in Punkto Wagenladungsverkehr wurde der Anschluß der Kalksteinwerke 2019 wieder reaktiviert und seitdem wieder bedient. Am 18.07.2019 rangiert die Werkbahnlok mit Güterwagen der Starkenberg Gruppe (ex.Wismutbahn Ronneburg) im Anschluß zur Beladestelle.

 

Naumburg (Saale) Hbf


Abzweigbahnhof folgender Strecken:

Naumburg (S) Hbf - Artern - (Sangerhausen)

Naumburg (S) Hbf - Lossa / Finne

Naumburg (S) Hbf - Teuchern - Zeitz


Durchgangsbahnhof mit Bahnbetriebswerk, Lokbehandlungsanlagen, Ortsgüteranlagen, Bahnpostknoten,  Bedeutend als Schnellzug- und Poststation. Frühzeitiger örtlicher Nahverkehr durch den Bau einer Ringbahn (Strassenbahn). Niederlassung des Militärs sowie zahlreicher großer Verwaltungsträger, Wohnstadt für viele umliegende Industriestandorte gerade Richtung Zeitz, Leuna, Buna, Halle, Merseburg, Leipzig mit durchschnittlichen Entfernungen von 40 bis 60 km nach dem Motto im Grünen Wohnen in der Chemieindustrie arbeiten. Umfangreiche Zuganbindung der Stadt Naumburg in alle Richtungen dadurch seit den 20er / 30er Jahren schon große Pendlerströme zu den Industriestandorten. Bedeutend war Naumburg im Post- und Gepäckverkehr, Umladestation der Richtungen aus Saalfeld, Frankfurt, Erfurt, Leipzig, Halle sowie Zeitz und Sangerhausen. Weiterhin befand sich hier ein Wagenstützpunkt des Bww Saalfeld für die hier in Naumburg stationierten Reisezugwagen. Die Wagenumläufe durchfuhren zum großen Teil das Streckennetz rund um Naumburg. Umläufe nach Teuchern / Zeitz, Artern / Sangerhausen, Großheringen / Straußfurt / Sömmerda und Göschwitz.

 

Naumburg im Jahre 1894 mit Stadt- und Bahnhofsmotiven.

Das Bahnhofspersonal präsentiert sich 1895 vor dem Naumburger EG und einer Personenzuglokomotive.

Blick aus Richtung Bad Kösen zum Naumburger EG um 1919. Rechts das Naumburger Postladegleis mit Postwagen und ein haltender Personenzug von Halle nach Erfurt.Links die Wagen werden zur Zuckerrübenernte im Naumburger Umland benötigt um von dort zur Zuckerfabrik nach Zeitz zu gelangen.

Bekannt die Naumburger Strassenbahn, um 1910 am Rathaus der Stadt.

Die Naumburger Strassenbahn im Herbst 2007 an der Endhaltestelle Hauptbahnhof. Sie gehört als Ergänzung zur Naumburger Eisenbahngeschichte einfach mit dazu.

Sammelserie der Naumburger Straßenbahnfreunde. Straßenszene der Naumburger Straßenbahn im Jahr 1968.

Farbige Postkarte der Naumburger Straßenbahn aus den 80er Jahren. Lindner Wagen am Naumburger Linden Ring.

Neu lackiert und Instand gesetzt der Triebwagen Nr.51 der Naumburger Straßenbahn. Bewunderung gilt den Vereinsmitgliedern und Förderern der Bahn, die mit großen Aufwand dieses Kleinod betreiben und erhalten als historisches Denkmal. Auf Grund der Streckenführung und der Stadtlage ist die Naumburger Straßenbahn auch eine adiquade Ergänzung zur Modellbahn. Triebwagen Nr. 51 hinter der Haltestelle Salztor auf ihrer Fahrt zum Hbf am Abend des 17.02.2019.

Der Naumburger Hbf von der Straße aus gesehen im Jahr 1913.

    

Leißling


Kreuzungs- und Überholungsbahnhof Leißling zwischen Naumburg und Weißenfels.Haltebahnhof für den Nahverkehr. Bedeutend bei Überlastung der Güterbahnhöfe Weißenfels, Corbetha, Naumburg zur Abstellung von Güterzügen bis 1989. Ansonst bescheidene Verkehrsverhältnisse des kleinen Ortes an der Hauptstrecke. Denoch zählte Leissling mit seinen ortsansässigen Restaurationen als Ausflugsziel für Wanderungen und Ausflüge der Stadtbewohner in Weißenfels und Naumburg deren Städte sich jeweils in jede Richtung nur ca. 6 km von Leißling befinden, also nur eine Bahnstation entfernt.

 

Ortsansichten der Gemeinde Leisling aus den 60er Jahren.

Blick auf das Empfangsgebäude im Sommer 2012 des Bahnhofes Leißling. An der Stelle der Wartehalle stand ein Zweckbau der Warteraum, Fahrkartenschalter und Raum des Fahrdienstleiters beherbergte.

1934 das Bahnhofs Restaurant in Leisling Treffpunkt zahlreicher Ausflügler, Gäste und Ortsbewohner.

Bahngebäude in Leisling sind bereits seit dem Jahr 2000 nicht mehr zu finden. Dafür dieses noch fast im Originalzustand befindliche Beamtenwohnhaus aus den Anfangsjahren des Bahnbaues. Es befindet sich in Privatbesitz und kann als historisch wertvoll betrachtet werden, da eine Vielzahl dieses Gebäudetypes nicht mehr vorhanden sind oder bereits dem Verfall Preis gegeben sind. Das Bild entstand am 15.06.2012.

 

Weißenfels Direktionsgrenze zur Rbd Halle


Abzweigbahnhof Strecke Weißenfels - Teuchern - Zeitz


Drehscheibe für den Güterverkehr der gesamten Deutschen Wirtschaft nach vollständiger Errichtung aller Bahnanlagen in alle Richtungen. Es gab keinen bedeutenden Rangierbahnhof, der nicht von Weißenfelser Wagen bzw. Wagengruppen tangiert wurde.      Zu- und Abführung von Güterzügen der Mitteldeutschen Braunkohlereviere, der Leuna- und Buna Werke, Zuführung der Güterzüge nach Zeitz, Tröglitz, Meuselwitz, Rositz. Bündelung aller Güterzugleistungen der Kohle- und Chemiewerke. Direktionsgrenze Direktion Erfurt / Halle befand sich am Block Burgwerben Richtung Großkorbetha. Groß Bw im Güterzugverkehr. Abzweigbahnhof für die eingleisige Hauptbahn Weißenfels - Teuchern - Zeitz. In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich der Güterbahnhof Großkorbetha, der in Zusammenarbeit mit dem Bahnhof Weißenfels für ein hohes Güterzugaufkommen sorgte. Errichtung einer Lokfahrschule in Weißenfels. Nicht nur im Nahgüter- und Übergabeverkehr war Weißenfels von Bedeutung, sondern hier wurden alle Durchgangsgüterzüge vor allem in südliche und westliche Richtung gebildet. Durchgangsgüterzüge nach Chemnitz Hilbersdorf, Zwickau, Hof, Erfurt, Meiningen, Würzburg, Eisenach, Bebra, Fulda, Saalfeld, Nürnberg Rbf, Dresden Friedrichstadt, Kassel, Göttingen, Magdeburg, Cottbus, Berlin. Dabei gab es weitere Dg von Weißenfels nach Halle bzw. Leipzig Engelsdorf die Wagengruppen für spezielle Schnellgüterzüge bzw. Dg nach Schlesien, Böhmen bzw. Niedersachsen und die Nordsee vorhielten., was auch dem Bau des dritten Güterzuggleises nach Corbetha und zahlreicher Güterzugstrecken rund um Halle bzw. Leipzig geschuldet war.


Nördlichster Wendepunkt der E 94 des Bw Nürnberg Rbf mit Durchgangsgüterzügen. Durchlaufend mit Lokführerwechsel in Probstzella. Ausbildung der Lokführer des Bw Probstzella auf E 94, Durchlauf der Lokomotiven auch von Magdeburg, Berlin, Dresden, Bebra, Meiningen, Saalfeld bis Weißenfels im Güterverkehr. Das Bw Weißenfels selbst war neben zahlreichen Personenverkehrsleistungen stark im Güterzugverkehr eingebunden, nach Erfurt, Eisenach, Saalfeld, Dresden, Magdeburg, Berlin waren die meistbefahrenen Strecken. Haupteinsatzgebiet war die Hauptbahn Erfurt - Halle bzw. Leipzig und Weißenfels - Zeitz im Personenverkehr.

 

Bereits 1897 herrschte in Weißenfels schon Hochbetrieb, neben zahlreichen Personen- und Güterzügen die berets durch Weißenfels fuhren waren es auch Schnellzüge nach Frankfurt, Stuttgart über Oberhof und Schnellzüge nach München über Zeitz, Gera, Saalfeld.

Rechts unmittelbar an der Saale der Bahnhof Weißenfels um 1900.

Preußische Abteilwagen in Weißenfels, Arbeiterzug um 1904.

Links Bildmitte das EG Weißenfels um 1901.

Hochbetrieb am Bahnhofsvorplatz im Jahre 1922.

Blick über die Saale zum EG Weißenfels in den 60er Jahren.

Weissenfelser Bahnhofs- und Ortsansichten 1910 mit der Darstellung einer Signalbrücke.

Bahnhofsvorplatz Weißenfels 1955 mit IFA Oldtimern.

Herbst 1951 reges Treiben vor dem Bahnhof in Weißenfels.

Trauriges Schicksal des einst größten Güterbahnhofes der Direktion Erfurt, Weissenfels. Blick vom Bahnsteig in Richtung Großkorbetha im Mai 1997. Für alle damals unverständlich, der Bahnhof Weissenfels, das Bw und alles wird abgerissen. Von einst 260 Weichen bleiben noch 7. Der Güterverkehr der stark rückläufig war wurde von Weißenfels nach Halle, Engelsdorf und Großkorbetha verlegt. Der Rückbau ging dann sehr schnell. Der einstige Wendepunkt zahlreicher Güterzuglokomotiven und Güterknoten verschwand innerhalb kürzester Zeit.

Fast der gleiche Blickwinkel am 04.03.2020 im Bahnhof Weißenfels.
Trist und grau der Blick zum Wasserturm des Bw Weißenfels am 04.03.2020. Hier wo einst hunderte 44er Dampflokomotiven und andere Dampflokbaureihen ihren Durst stillten. Do war doch die BR 44 das Rückrad des Weißenfelser Güterverkehres, später gefolgt von der E 94.(04.03.2020)
Der einstige E-Lok Schuppen des Bw Weißenfels sah ebenfalls schon bessere Tage. (04.03.2020)
In einem gepflegten Zustand befindet sich die Bahnhofshalle in Weißenfels, wo an den Wochentagen noch ein "richtger Fahrkartenverkauf" stattfindet. (24.11.2019)
Vom Knotenbahnhof Weißenfels kann man nicht mehr sprechen. Leider versank der einstige Großgüterknoten mit seinen 6 Bahnsteiggleisen in der Bedeutungslosigkeit. Geduldig warten die Züge der Burgenlandbahn in Weißenfels auf ihre Anschlußzüge aus Naumburg / Jena bzw. Halle / Leipzig um dann an Wochenenden ihre Fahrgäste Richtung Teuchern / Zeitz zu befördern. Etwas November und Wehmutstimmung am 24.11.2019.
Gelegentlich gerade an Freitagen und Sonntagen hält in Weißenfels ein "Mitleids IC" der von Karlsruhe über Frankfurt nach Leipzig und an Sonntagen zurück verkehrt um in ihrer Heimat "Entwurzelte" zu ihren Arbeitsplätzen zu bringen, damit sie die Sachsen Anhaltinische Arbeitslosenstatistik "verschönern". Am Sonntag, den 24.11.2019 IC 1956 Leipzig-Fulda-Frankfurt-Karlsruhe beim Halt in Weißenfels mit 101 098 mit Werbeaufschrift.

 

Schkortleben


Auch der ehemalige Haltepunkt Schkortleben soll Erwähnung finden. Zwischen Weißenfels und Corbetha bestand ein viergleisiger Gleisabschnitt. Dieser bestand in Richtung Corbetha gesehen links aus dem eingleisigen Güterzuggleis Weißenfels - Abzweig Burgwerben . Corbetha. Dem zweigleisigen Hauptstreckenabschnitt Corbetha - Weißenfels und rechts in Fahrtrichtung aus der Nebenbahn Zeitz - Deuben . Corbetha. Hier befand sich der ehemalige Haltepunkt Schkortleben der von den Personenzügen aus Zeitz bzw. Corbetha bedient worden ist. Hier gab es auch keine Weichenverbindungen zu den einzelnen beschriebenen Strecken. In Schkortleben war ein Haltepunktwärter stationiert der zum Bahnhof Corbetha Direktion Halle gehörte. Wer also von Saalfeld nach Schkortleben wollte mußte über Gera / Zeitz oder über Corbetha reisen.


Blick vom stillgelegten Haltepunkt Schkortleben in Richtung Weißenfels Frühjahr 2011. Der abgelichtete Bahnsteig befand sich an der Strecke Corbetha - Zeitz und berüherte hier mit keiner Weiche die Hauptbahn. Übergang zwischen den Strecken war nur in Corbetha bzw. Deuben bei Zeitz von Weißenfels bzw. von Naumburg kommend möglich. Bis in die 90er Jahre verliefen hier vier Gleise. Das Gleis nach Zeitz, zwei Gleise der Thüringer Bahn und dahinter das Güterzuggleis Weißenfels - Corbetha zur Entlastung der Hauptstrecke zwischen diesen Bahnhöfen.

Mitten zwischen den Strecken eingebettet, der Ort Kriechau bei Weißenfels, der selbst keine Bahnstation besitz, aber an dem täglich zahlreiche Züge vorbeidonnern. In Nordöstlicher Richtung führt die Strecke Corbetha - Zeitz über einen Viadukt mit anschließenden Tunnel vorbei. Westlich die Hauptbahn Corbetha - Weißenfels. Das Obere Bild zeigt die Blickrichtung von der Hauptbahn auf den Ort, die Zeitzer Strecke führt links vorbei. Nächste Bahnstation der 2 km entfernte Haltepunkt Schkortleben an der Strecke von und nach Zeitz. (1900)

Der Viadukt Nahe der Ortschaft Kriechau 1985. Der "Weihnachtsbraten" schaut argwöhnisch auf die 52er, die mit einem Personenzug von Zeitz nach Merseburg unterwegs war. Links führt die Strecke nach Schkortleben und weiter nach Großkorbetha.

  

Corbetha - später Großcorbetha


Abzweigbahnhof Großcorbetha - Schkortleben - Deuben - Zeitz

Abzweigbahnhof der Hauptstrecke Frankfurt a.M. - Halle / Leipzig


Bis zum heutigen Tag ist Corbetha einer der wichtigsten Güterbahnhöfe bis in die heutige Zeit gerade den Werkverkehr zu den Leuna und Buna Werken betreffend. Bis zur Errichtung der Leuna Werke gab es die Sächsische und die Frankfurter Seite mit zwei getrennten Bahnhöfen. Später erfolgte ein kompletter Bahnhofsumbau und die Umbenennung in Großkorbetha. Bau der Güterzugverbindung nach Weißenfels als zusätzliches Streckengleis.  In Zusammenarbeit mit dem Bahnhof Weißenfels wurden in Corbetha vorwiegend Güterzüge, Wagenladungen der Chemieindustrie gebildet und aufgelöst. Kleines Bw mit Drehscheibe, für Güterzug- und Rangierlokomotiven, Abzweigende Nebenbahn nach Schkortleben - Deuben - Zeitz. Werkbahn zu den Leunawerken. Abzweigbahnhof in nördlicher Richtung nach Leipzig über Markranstädt und nach Halle über Merseburg. Der Hauptverkehr lief auf der Strecke Halle - Frankfurt am Main, so wurde diese Bahnhofsseite "Frankfurter Seite" genannt. Teilweise starke Zerstörung der Bahnanlagen zu Kriegsende auf Grund der strategischen Lage. Die Größe mit sieben Bahnsteiggleisen und ausgedehnten Güterverkehrsanlagen läßt eine sehr hohe Bedeutung der Eisenbahn in Corbetha erkennen. Pendlerverkehr in alle umliegenden Industrieorte und Güterverkehr "ohne Ende", davon lebt Corbetha bis in die heutige Zeit.

Um 1900 warb Corbetha nicht nur meit seinem Bahnanschluß auch die Verdienstmöglichkeiten jener Zeit in der ersten Chemiefabrik blieben nicht unerwähnt. So siedelten nach 1900 zahlreiche Arbeiter- und Eisenbahnerfamilien nach Corbetha so das der Ort und umliegende Ortschaften wuchsen.

Corbetha um 1900 links der Leipziger Bahnhof. Rechts der Frankfurter Bahnhof.

Straßenansicht des Bahnhofes Corbetha um 1920.

Oben links der Bahnhof Großkorbetha aus den 30er Jahren.

Blick aus nördlicher Richtung auf die Anlagen des Bahnhofes Großkorbetha am 02.März 2011.

Blick zur ehemaligen Einsatzstelle und dem provisorischen Wasserturm, der seine Aufbauten im Luftangriff auf die Leuna Werke in den 40er Jahren verloren hatte.

Corbetha 1915, im Hintergrund der eingefahrene Personenzug aus Zeitz, rechts die Rangierlok des Bahnhofes. Das Lok-und Rangierpersonal stehen gemütlich beisammen und erzählen. Rechts ein Wachsoldat, der 1915 zum Schutz der Bahnanlagen im ersten Weltkrieg zur Bahnsteigbewachung eingesetzt war. Die Personenzuglok wird in Kürze zum Bw fahren Vorräte ergänzen, drehen und sich auf die Rückleistung nach Zeitz vorbereiten.

Der Bahnhof Corbetha aus Richtung Weißenfels 1918 mit einem Personenzug nach Zeitz.

Eine Flakstellung in der Nähe des Bahnhofes Großkorbetha sollte 1944 nicht nur die Bahnanlagen, auch die Industrieanlagen in Leuna mit beschützen. So ereigneten sich bei Kriegsende tragische Ereignisse wärend der Luftangriffe auf Leuna und Großkorbetha.

Blick auf die Leuna Werke 1944 aus Richtung Großkorbetha. Zahlreiche Luftangriffe und Kriegsereignisse bei Bahn und Chemieindustrie sorgten für Produktions- und Zugausfälle.

     

Leuna Werke Süd und Leuna Werke Nord


Errichtung nach Bau der Leuna Werke, vorher Bahnhof Leuna. Errichtung des Bahnhofes Leuna Nord auf dem Gebiet des Ortsteiles Rössen. Vorerst Leuna Rössen genannt. Verzweigung der Werkbahnanlagen erfolgte in Großkorbetha, Leuna Werke dienten zum großen Teil nur dem Pendlerverkehr, mit Haltepunktähnlichen Bahnanlagen. Züge pendelten zwischen Halle und Naumburg / Großheringen in der Hauptverkehrszeit.

Fahrplanauszug der Strecke Halle - Rössen 1929. Wenige Jahre später wurden die Stationen Leuna Nord und Süd erbaut.

Neu Rössen - Leuna Werke in den 20er Jahren.

Selbst Graf Zeppelin "umrundete" die Leuna Werke 1928.
Leuna Werke 1942
Bereits in den 20er Jahren gab es ein Großflächiges Tankstellennetz mit Leuna Benzin, daß bis Anfang der 40er Jahre ausgebaut wurde. Nach 1949 übernahm in der DDR "Minol" dieses Netz in der Bundesrepublik erfolgte die Weiterführung unter anderen Markenbezeichnungen oder die Tankstellen wurden geschlossen. Werbetafel von 1936.
Einer der wichtigsten Produktionsstandorte für Benzin, Diesel und zahlreiche andere Chemische Produkte waren die Leuna Werke. Grundlage der Produkte war der Rohstoff Braunkohle der hier in der Region in riesigen Mengen vorhanden war. So konnte das Werk in Unabhängigkeit von Rohstoffen produzieren. Im Jahre 1940 war das Werk in gigantischer Größe gewachsen, wie diese Luftbildaufnahme beweist. Auch die Werkbahn hatte hier einen riesigen "Berg Arbeit" zu bewältigen, mußten doch täglich Unmengen an Güterwagen Be- bzw. Entladen werden.
Bereits schon 1944 wurden die Leuna Werke bombardiert und somit die Produktion von Treibstoff unterbrochen. Damit war das Ende des Krieges durch die Amerikaner eingeläutet. Der Wiederaufbau und Inbetriebnahme konnte bis Kriegsende nicht mehr erfolgen. Leuna als einer der größten Treibstoffproduzenten Deutschlands war somit in die Knie gezwungen. 1945 nahmen die Amerikaner die "Bomben Wüste" in Augenschein, nahmen mit was noch übrig blieb vorallem Patente und Übergaben an die Russen, die Reparationsleistungen mittels funktionierender Wirtschaftsgüter einforderten. So konnte ebenfalls erst Produktion ab 1948 und 1954 mit Gründung der Leuna Werke wieder richtig anlaufen.
Blick auf die Wiederaufgebauten Anlagen der Leuna Werke 1962.

Leuna Anfang der 50er Jahre, Ortsansichten im Nachkriegsdeutschland.

Alltag Anfang der 70er Jahre in Leuna. Mit der Überlandlinie der Hallenser Straßenbahn Halle - Merseburg - Leuna - Bad Dürrenberg.

Fast schon Spionage, Privatbild innerhalb der Leuna Werke 1956. Der Fotograf hatte hier die Absicht seinen fast neuen Framo im Bilde festzuhalten und riskierte Kopf und Kragen.

1982 wurde der Bau der "Druschba Trasse" oder "Trasse der Freundschaft" beendet. Hierzu gab man von der Deutschen Post eine Sammlerbriefmarke heraus, die den Weg der Trasse von Kubitschew nach Schwedt und Leuna dokumentierten. Somit entfiel auch für Ungarn und die CSSR der aufwendige Transport auf der Schiene mit Umspurung oder gar LKW, wie es heute gemacht werden würde.

Ansicht des EG Leuna Werke von der Gleisseite 1921.
Bahnhof Leuna im Jahr 1932 mit einem ausfahrenden Personenzug Richtung Halle.
Neue Industrieanlage in Leuna Nord 25.02.2020.
Fahrdienstleiter Stellwerk Leuna-Nord 25.02,.2020. Mit der Elektrifizierung der Strecke nach Halle wurde auch die Formsignaltechnik in DR Lichtsignaltechnik umgebaut. Das Gleisbildstellwerk Leuna Nord steuerte auch Leuna-Süd. Es wurde um das Jahr 2011 außer Betrieb genommen.
Auch heute sorgen die Leuna Werke noch mit ihren modernisierten und neuen Anlagen für einen lebhaften Güterverkehr rund um Merseburg und Großkorbetha. Gasabfüllstation 25.02.2020.


Merseburg


Abzweigbahnhof folgender Strecken:


Merseburg - Leipzig Leutzsch

Merseburg - Querfurt - Röblingen am See

Merseburg - Schafstädt

Merseburg - Umleiterstrecke Braunsbedra - Nietleben und Ammendorf


Knotenbahnhof Merseburg ca. 12 km südlich vor Halle, Verzweigung mit Nebenstrecken zum Teil mit starkem Güterverkehr und als Umleitungsstrecke. Örtlich starker Güterverkehr, Bw, Lokbehandlungsanlagen, zahlreiche Vorortgleise mit umfangreichem Berufs- und Vorortverkehr. Schnellzugstation, 

 

 

Merseburger Bahnhofsanlagen und umliegende Strecken 1914.

Fast jeder Industrie- und Wirtschaftszweig profitierte von Produkten aus dem Geiseltal. Rund um den Bahnknoten Merseburg waren bereits nur hier auf dieser Postkarte 10 Industriestandorte verzeichnet, die bereits über 30 000 Menschen Arbeit boten. Ausgehend auch von der effizienten Arbeitsleistung der Anschlußbahnen sowie der Mitarbeiter der Eisenbahn bereits in dieser Zeit. Wo aber auch Alles mit der Bahn transportiert wurde.


Das EG des Bahnhofes Merseburg im Jahre 1899.

Nach der Zerstörung im Krieg neu erbaut das Merseburger Bahnhofsambiente Ende der 60er Jahre.

Verkehrsgeschehen 1962 vor dem Bahnhof Merseburg.

Bahnhof Merseburg 1909, im Hintergrund ein abfahrtbereiter Zug von Merseburg nach Leipzig-Leutzsch über die Nebenbahn.

 

 Ammendorf bei Halle


Der zwischen dem Abzweig "AT" und Merseburg liegende Bahnhof Ammendorf diente als Kreuzungs- und Überholbahnhof mit örtlichen Güteranlagen, vorallem hier fanden zahlreiche Rangier- und Übergabefahrten von und zu den Lindner Werken Ammendorf statt. Bedeutend für Ammendorf waren die Wagen- und Strassenbahn Werke der Lindner AG die für umfangreichen Güterverkehr sorgten. Ständige Materiallieferungen und abgehende Züge mit Fabrikneuen Fahrzeugen der Lindner Werke belebten hier zusätzlich den Bahnbetrieb sowie der starke Pendlerverkehr der umliegenden und ortsansässigen Fabriken.


Stadtansicht Ammendorf in den 30er Jahren.

Quirliges Treiben 1964 im Stadtgebiet von Ammendorf.

"Lindner baute alles was Räder hat", hieß es einmal. Neben Wagen, Straßenbahnen, LKW, Traktoren und Landwirtschaftlichem Gerät und Anhänger für LKW und Traktoren. Lindner Werke Ammendorf einer der größten Arbeitgeber seit Gründung der Werke. Katalogauszug von 1912, Personenzugwagen der Badischen Staatsbahn aus den Lindner Werken.


Halle (Saale) Hbf


Bahnknoten in Sachsen Anhalt, Sitz der Direktion Halle, Bw Halle P und G, Ausbesserungswerk, umfangreiche Güter- und Reisezuganlagen, Bahnpostknoten, Brechpunkt vieler Güter- und Reisezugleistungen mit Personal und Lokomotiven. In unmittelbarer Nähe Schmalspurbahnhof Halle-Klaustor mit Bw. Sitz der Versuchsanstalt / VESM in Nähe des Hbf. Ausbesserungswerk für Kleinlokomotiven. Unterteilung des Hbf in Anhalter Seite für Züge Richtung Magdeburg, Halberstadt, Leipzig, Cottbus  und Thüringer Seite Richtung Erfurt, Saalfeld, Nordhausen, Berlin. Später kam auf diese Seite noch die S-Bahnlinie Halle Trotha - Hbf - Halle Döhlau hinzu. Bezugnehmend zum Fernverkehr bespannte Lokomotiven des Bw Halle P zwar zahlreiche Fernzüge aber Zugend- oder Anfangsbahnhof war Halle für die wenigsten Züge im Fernverkehr. Es galt zwar der alte Spruch , " vom Wald bis an die See bespannte alles Halle P..." Beheimatung von Schnellzugwagen war in Halle nicht in dem Maße wie im benachbarten Leipzig. Leipzig und Halle standen sich seit je her in vielen Beziehungen in Konkurrenz auch in Eisenbahnmäßiger Hinsicht. Errichtung eines Hauptknotens im Post- und Expressgutverkehr sowie im Stückgut Schnellverkehr und Leig-Netz. 

 

Stadtansichten mit Hbf - Halle 1897

Hauptbahnhof Halle 1910

Der Bahnhofsvorplatz in Halle am Hauptbahnhof im Jahre 1938.

Das historische Gebäude wurde Anfang der 70er Jahre verkleidet. Sozialistische Architektur, nach 1990 wurde das EG wieder in den Urzustand versetzt. Halle im Jahre 1974.

1983 kam das erste Baumuster 243 001 (Weiße Lady) auch in den Genuß einen Personenzug mit Rekowagen von Halle nach Bitterfeld und zurück zu befördern. Nicht nur im Schnellzugdienst war die Vorzeigelok anzutreffen auch im Personenzug- und Güterverkehr. Zu sehen die Gebäude der Bahnsteigaufsicht und der große Gelenkwasserkran aus Dampflokzeiten. So wurde der Aufenthalt von wenigen Minuten zur Wasserentnahme genutzt.

Die Thüringer Seite des Hallischen Hbf im Sommer 2015 mit einem ICE München-Berlin. Vor 80 Jahren ist die S 3/6 hier eingerollt und eine 03 hat den Schnellzug zum "Anhalter" in Berlin übernommen.

Umbauzustand des Hallenser Hbf am 06.01.2017 auf der Thüringer Seite. Links außerhalb der Halle befanden sich Bahnsteig und Richtungsgleise der Hallenser S-Bahn.

Blick in südliche Richtung des Hbf Halle am 30.06.2012, wenige Tage vor Baubeginn an den Gleisanlagen und Umbau der ICE Strecke nach Erfurt sowie der Thüringer Ausfahrt. Noch sind Reste der Gleisanlagen aus DR Zeiten sowie das markante Brückenstellwerk in Aktion.

 

Das Eingangsportal des Hauptbahnhofes in Halle im Sommer 1975. Fasziniert waren viele von der ersten "Fast" digitalen Bahnhofsuhr oben rechts, die erstmalig elektronisch gesteuert wurde.

Nach dem Willen der DDR Regierung sollte Halle eine moderne Arbeiterstadt werden. Auf Grund der hohen Dichte von Beschäftigten der Chemie- und Braunkohleindustrie rund um Halle wurde nicht nur das moderne Wohnviertel Halle-Neustadt im Volksmund "Haneu" genannt errichtet, auch rund um den Hallenser Hbf wurde modernisiert und betoniert. Ausgang vom Hbf zum Tunnel in die Innenstadt im Jahre 1969.

1989 feierte der Hallenser Güterbahnhof sein 100-jähriges Bestehen. Die Hauptlast des Güterverkehres trugen neben den Maschinen der zahlreichen Bahnbetriebswerke, Lokomotiven die hier wendete bzw. Züge brachten oder bespannten die Maschinen des Bw Halle G, daß oft im Schatten des Bw P und der VESM stand. So rollten doch täglich "Tausende Wagen" über die Gleise. Verzweigten sich doch im Hallenser Güterbahnhof seit seiner Inbetriebnahme Gleise nicht nur in alle Deutschen Richtungen, auch nach Europa. So spielte der Güterverkehr Richtung Guben (Polen / Rußland), Bad Schandau (Böhmen / Süd Ost Europa), Ostsee (Skandinavien), Stettin (Ostpreußen), Nordseee sowie Richtung Bebra, Göttingen, Braunschweig, Hannover zum Ruhrgebiet eine bedeutende Rolle. Ebenfalls geprägt durch die Züge der Mitteldeutschen Kohle-, Chemie- und Industriegebiete.
Blick auf das EG des Hauptbahnhof in Halle von der Thüringer Seite. Nach erfolgtem Umbau des gesamten Bahnhofsareals am 04.03.2020.
Wenig bekannt die Rückseite des EG in Halle wo sich bis heute Büro-, Verwaltungs- und Sozialräume befinden. (04.03.2020)
Die letzten Umbauarbeiten am Hbf in Halle, die S-Bahngleise der einstigsten Linie Halle-Döhlau - Hbf - Halle Trota. Im Laufe des Jahres 2020 sollen die Arbeiten abgeschloßen sein. (04.03.2020)
Das Umfeld des einstigen Direktionsbahnhofes Halle Hbf war auch geprägt von Eisenbahn Industriekultur. So befanden sich nicht nur die Anlagen des Hbf im Stadtzentrum, auch das Bw Halle P und G sowie Anlagen und Werkstätten der VESM (Lokversuchsanstallt), Güterbahnhof, Wagenwerkstätten, Rangier-, Post- und Abstellgleise. Süd Östlich die Eisenbahn Werkstätten heute die letzten Relikte einer blühenden Bahnentwicklung in Halle, die in nächster Zeit "eingeebnet" werden. Hier wurden zum großen Teil Klein- und Rangierlokomotiven in Stand gesetzt oder gewartet, Nicht nur der DR auch der zahlreichen Werks- und Industriebahnen und der Armee. (04.03.2020)

             

                    Ein kurzes Stück von Corbetha bis Leutzsch...eigentlich eine Thüringer Strecke die in Sachsen-Anhalt und Sachsen verläuft...


Blick in die gigantische Halle des Leipziger Hbf 1939. Im Hintergrund befindliche Züge stehen auf der MTh Seite, der Magdeburg-Thüringer Seite wie es korrekt heißt. Von dort fuhren planmäßig alle Züge Richtung Saalfeld, Nürnberg, München ab, egal welchen Laufweg sie hatten. Auch Personenzüge in die Thüringer Richtung, demzufolge auch nach Weißenfels über das nachfolgend beschriebene Streckenstück.


Streckenbeginn ist der Leipziger Hbf mit Kilometer 0,29 und endet in Corbetha bei km 32. Bezeichnung der Strecke Leipzig - Corbethaer Eisenbahn, die hier in die Thüringer Bahn von Halle kommend einmündete. Schnell entwickelte sich diese Strecke zur Konkurrenzlinie der Hallenser Strecke. Von Leipzig kommend fuhren Züge aller Art in Richtung Frankfurt am Main, in das Ruhrgebiet, nach Stuttgart, in die Schweiz sowie nach Saalfeld, Nürnberg, München, Italien, Österreich. Der gesamte Verkehrsfluß Europas führte seit Streckeneröffnung über beide Linien. Im durchgehenden Nord-Süd Verkehr fahren Züge ohne Kopf machen zu müßen über Halle. Tangieren Züge den Leipziger Hbf dann machen sie Kopf. Auch im Güterverkehr aus Richtung Lausitz, Breslau, Dresden, Böhmen ging es von Engelsdorf über den Güterring nach Schönefeld, Wahren bis zum Anschluß in Leipzig Leutzsch für durchgehende Züge. In Leutzsch verzweigten sich die Strecken nach Gaschwitz / Böhlen und Hof über die Waldbahn. Nach Zeitz über Pegau mit Abzweig in Plagwitz in die bereits oben genannten Richtungen über Corbetha sowie über die knapp 28 km lange Verbindungsbahn nach Merseburg mit Anschluß in das Geiseltal zu den Kohlerevieren und den Merseburger Industriegebieten sowie nach Buna. Mitten in diesen stark befahrenem Streckengeflecht südwestlich von Leipzig ging es meist über ländliche Bahnhöfe bis Corbetha. Wichtig im Personen- und Güterverkehr war Markranstädt als Leipziger Industrie- und Wohnvorort mit ca. 15 km Entfernung vom Leipziger Stadtzentrum. Im Personenverkehr erlangte der Bahnhof Bad Dürrenberg mit seinen Kuranstalten gerade im Personenverkehr an Bedeutung. Eine weitere Besonderheit ist die Überlandstraßenbahn, die von Halle über Merseburg nach Bad Dürrenberg führt und 1919 bis Rössen (Leuna) und 1926 bis Bad Dürrenberg in Betrieb genommen worden ist. Hier konnten Kurgäste direkt von Halle zum Kurbad mittels Straßenbahn fahren ohne über Corbetha bzw. Leipzig fahren zu müßen und sparten somit Zeit und Geld, da diese Linie relativ direkt von Halle her führt. Alle weiteren Bahnhöfe tragen ländlichen Charakter in denen ein großer Teil der Bevölkerung neben der einheimischen Landwirtschaft auch in dem Überangebot an Arbeitsplätzen ihr Brot verdiente. Es bestanden Erwerbsmöglichkeiten in Markranstädt, Leipzig, Halle, Merseburg, den Leuna bzw. Buna Werken, in Weißenfels und den zahlreichen Braunkohlerevieren im Geiseltal bzw. Hohenmölsen / Deuben. Auch die Eisenbahn fungierte hier als einer der größten Arbeitgeber. Neben den zahlreichen Bahnhöfen waren die Bahnbetriebswerke Halle, Leipzig, Merseburg, Corbetha, Weissenfels gefragt. Hinzu kamen Direktionsarbeitsplätze der Direktion Halle, dem Reichsbahnamt Leipzig, dem Lokausbesserungswerk Halle. Sicher nur ein Bruchteil der Auswahlmöglichkeiten. Sie läßt aber den Stellenwert der Eisenbahn im Personenverkehr auf dieser und weiteren Strecken dieser Region erkennen. Als Zu- und Abfuhrstrecke im Güterverkehr war dieser Abschnitt für Saalfeld ebenso wichtig wie der über Merseburg nach Halle. Gab es doch Durchgangsgüterzugverbindungen nach Leipzig-Wahren und Engelsdorf. In Zusammenhang mit der Maxhütte Unterwellenborn stand auch das Stahlwerk Gröditz bei Riesa das hier seinen Güterverkehr abwickelte. Im Personenverkehr gab es täglich drei Zugpaare die als Personenzug von Leipzig nach Saalfeld fuhren, ebenso nur drei Schnellzüge. Der restliche Verkehr ging über Gera bzw. über Halle. Im Personenverkehr bestand die Verbindung auch mit Umstieg meist in Großheringen und Weißenfels mit Personenzügen aus Eisenach / Erfurt nach Halle bzw. Leipzig. 


In den Anfangsjahren endeten alle Personenzüge in Corbetha. Der Bahnhof bestand aus der Leipziger und der Frankfurter Seite. Da in den Anfangsjahren die Schnellzüge direkt über Halle fuhren und in Zeitz mit Kurswagen Leipzig-München verstärkt wurden, mußten Fahrgäste in Corbetha bzw. Weißenfels nochmalig Richtung Frankfurt umsteigen oder über Halle fahren. Zunehmende Beschwerden veranlaßten dann die Kurswagenführung Leipzig-Frankfurt bis Weißenfels. Ab der Zeit um 1890 verkehrten dann Schnellzüge direkt von Leipzig nach Frankfurt, die den Laufweg der Züge Berlin - Weißenfels - Zeitz - München ab 1900 über Saaleck und Jena und Berlin - Erfurt - Würzburg - Stuttgart in Weißenfels bzw. Erfurt kreuzten. Erste Schnellzüge verkehrten von Erfurt nachLeipzig mit Streckengründung.   Mit zunehmenden Schnellzugverkehr wurden die Personenzüge direkt von Leipzig bis Weißenfels durchgefahren und hier bestanden Anschlußverbindungen in die Hauptrichtungen der genannten Strecken. Um 1915 wurde Corbetha umgebaut und beide Strecken im Bahnhof vereint. Auch in der weiteren Auslastung aller Strecken in Bezug auf den Kohle- und Güterverkehr sowie der sich südlich von Merseburg beginnenden Chemieindustrie, da im Jahre 1916 die Leuna Werke eröffnet wurden und 1936 die Buna Werke hinzukamen. Zusätzlich alle Kohle- und Güterzüge, die den Knoten Corbetha in alle Richtungen durchfuhren. Corbetha zählte als Aufnahmebahnhof für den Werksanschluß Leuna. Von hier verliesen speziell die Leunazüge in Richtung Norden und Osten den Bahnhof. Einzelwagenladungen wurden nach Weißenfels überführt und hier in entsprechende Durchgangsgüterzüge aller Richtungen eingestellt. Hinzu kamen Ganzzüge, die ab Corbetha meist direkt abgefahren wurden. Zusätzlich Wagen aus dem Geiseltal, aus Buna, Merseburg, Zeitz und Deuben, die in Corbetha umrangiert worden sind. Zur Bewältigung des Güterverkehres wurde in Corbetha ein kleines Bahnbetriebswerk eröffnet, deren Grundstein aus den Anfangsjahren war. Hauptsächlich waren die Corbethaer Maschinen im Rangierdienst eingesetzt. Ihre Zuständigkeit übernahm das Bw Weißenfels. Als kleine Dienststelle waren denoch meist Güterzugfahrten dem Personal vorbehalten. Übergabezüge nach Weißenfels, Merseburg, Leipzig Wahren und der Einsatz auf der Strecke von Corbetha über Hohenmölsen, Deuben nach Zeitz. Nach 1945 wurde der Lokbahnhof aufgelöst, es waren das Bw Weißenfels, Merseburg, Halle G, Zeitz und Leipzig Wahren im Güterverkehr zuständig. Reisezüge auf den Hauptstrecken die in Corbetha endeten Bw Merseburg, Halle P, Leipzig West, Weißenfels. Meist waren es nach der Elektrifizierung E 44, E 94 später E 42 , BR 250 der jeweiligen Güterzugpläne. Auf der Nebenbahn rollte Lokomotiven der BR 131 Bw Weißenfels, BR 118 B`B`Bw Zeitz, BR 110 Bw Weißenfels, Zeitz und Merseburg. Gelegentlich Lokomotiven der BR 120 des Bw Gera. Dies ist nur ein geringer Auszug der Maschinen und ihrer Bahnbetriebswerke auch waren im Güterverkehr Maschinen der Bahnbetriebswerke Erfurt, Weimar, Naumburg, Riesa, Engelsdorf, Bitterfeld, Querfurt, Röblingen am See, Sangerhausen, Köthen anzutreffen. Sicher gab es noch weitere Sonderzugbespannungen und Leistungen anderer Bahnbetriebswerke, mit der Elektrifizierung nach Berlin kamen Maschinen des Bw Seddin nach Großkorbetha.


Am 18.10.2013 verkehrte statt des Doppelstockwendezuges mit BR 143 außerplanmäßig 642 142 DB Regio Leipzig im Regionalbahnumlauf zwischen Leipzig und Weißenfels, hier beim planmäßigen Halt in Großkorbetha, nach Verlassen des Streckenabschnittes aus Richtung Leipzig.


Bad Dürrenberg


Symbolisch trägt der Bahnhof Bad Dürrenberg das Erkennungszeichen der Thüringer Bahn, die den Bau und den Anschluß an das Sächsische Streckennetz bis Leutzsch veranlaßte und durchführte. Somit identifizierte man sich mit weiteren Bauwerken der Thüringer Bahn, die ähnliche Bauformen vorwiesen. Neben einm Überholgleis, einer Laderampe mit Ladestraße diente der Bahnhof hauptsächlich dem Personenverkehr den Kurgästen und aber auch den Pendlern, die den Bahnhof in großem Maße frequentierten. Weiterhin sorgten zahlreiche Nahgüter- und Übergabezüge für die Bedienung der Ortsgüteranlagen und Anschlüße.


Blick auf das EG in Bad Dürrenberg am 01.09.2019 mit durchfahrenden RE 4989 Leipzig - Nürnberg.
Bahnhof Bad Dürrenberg mit seinen Anlagen im Jahre 1906.


Bahnhof Kötzschau


Der kleine Durchgangsbahnhof war mit zwei Durchgangs- und einem Überholgleis sowie einem Ladegleis ausgestattet und war denoch stark frequentiert mit durchfahrenden Zügen. Der Hauptverkehr bezog sich auf den Pendler und Schülerverkehr. Auch ein großer Teil der Pendler wurde mit Bussen nach Leuna und Buna befördert auf Grund des kurzen und direkten Weges. Nicht nur die hohe Anzahl an Arbeitsplätzen rund um Kötzschau bescherte den Bewohnern ihr Einkommen. Auch die ländliche Lage des Ortes ermöglichte Haupt- und Nebenberuflichen Landwirten ihr Einkommen. Nicht nur in Hinsicht auf Eigenversorgung auch im Verkauf der Produkte. Zum Teil hatte die Bevölkerung gute Einkommen in Hinsicht auf Zweifache Verdienstmöglichkeiten. Der örtliche Güterverkehr beschränkte sich auf einen Wagen Kohlen oder Schlachtvieh bzw. Düngemittel und Landwirtschaftsprodukte und galt eher als Bescheiden. Auch eine örtliche Saline in Kötzschau sorgte für Broterwerb und brachte leider keine Güter auf die Bahn, da sie 1861 geschloßen wurde und im Jahre 1948 eingeebnet wurde.

Heute befindet sich im Bahnhof ein kleines sehenswertes Eisenbahnmuseum dessen Besuch sich durchaus lohnt. Hinter Kötzschau befindet sich die Landesgrenze zu Sachsen.

185 516 Kötzschau 01.09.2019 mit einem Kesselwagenzug Richtung Großkorbetha.
Kleines aber Feines Eisenbahnmuseum in Kötzschau. Das EG und das Umfeld wurde zu einem Eisenbahnmuseum umgebaut 01.09.2019.

 

Blick auf die bereits Historischen Bahnsteigunterführungen in Richtung Bad Dürrenberg am 01.09.2019.
275 216 der MEG in Kötzschau 01.09.2019.


Bahnhof Großlehna


Der erste Bahnhof in Sachsen Großlehna kleiner Durchgangsbahnhof in zweifacher Länge. Einmal von Kötzschau kommend zwei durchgehende Hauptgleise am Bahnsteig. Weiterführend Richtung Markranstädt die Streckengleise mit "einer Überholung" für Güterzüge. Hier befand sich bis zum Streckenumbau auch ein Ladegleis mit Güterabfertigung. Desweiteren befindet sich heute hier noch ein Anschlußgleis, daß gelegentlich über den Bahnhof Markranstädt bedient wird. Ansich gleiche Verkehrsverhältnisse wie in Kötzschau. Der Großteil der Bewohner arbeitet im Nachbarort Markranstädt oder in Leipzig. Ebenso landwirtschaftliche Prägung wie die umliegenden kleineren Ortschaften.


"Geben Sie dem Mann am Klavier, noch ein Bier...", so lautete der Titel eines alten Stimmungsliedes ab den 20er Jahren. Der Bahnhof Großlehna als beschaulicher Vorort bei Leipzig verfügte auch über ein Bahnhofsrestaurant mit Wartesaal. Postkarte von 1911. Auch das Klavier wird zur Unterhaltung der Gäste seinen Beitrag geleistet haben...
Blick auf das Bescheidene Ländliche EG in Großlehna aus Richtung Weißenfels am 01.09.2019.
Heute wird der Bahnhof im Stunden- und Zwischentaktverkehr mit ET 442 der Abellio bedient. Im Stundentakt verkehren hier Regionalzüge von Leipzig nach Eisenach und Saalfeld sowie Naumburg im Zwischentakt. ET 442 am 01.09.2019 von Saalfeld nach Leipzig in Großlehna Gleis 1.
Blick in östliche Richtung nach Markranstädt mit Überholung und Gleisanschluß in Großlehna 01.09.2019.


Bahnhof Markranstädt


Ein kleiner Durchgangsbahnhof mit beachtlichem Güter- und Personenverkehr. Kleinstadt mit ca. 15000 Einwohnern. Neben dem Einzugsgebiet der Stadt Leipzig ca. 15 km hatte die Stadt umfangreiche Arbeitsplätze in Industrie, Handwerk und Handel zu bieten. Nicht nur wegen dem Bahnanschluß auch die Nähe zur Autobahn A 9 brachte der Stadt erheblichen Aufschwung ab den 30er Jahren. In Markranstädt belebte zahlreiche Unternehmen das Güterverkehrsgeschehen am Bahnhof. Der größte Teil der Güterzüge verkehrten von Leipzig Leutzsch bzw. Wahren und bedienten die weiteren Bahnhöfe Rückmarsdorf und Miltitz mit. Auch eine Kleinlok war im Bahnhof stationiert. Ebenso wie der Güterverkehr nahm der Personenverkehr einen hohen Stellenwert ein. Überlegungen zum Weiterbau der Leipziger Straßenbahn in Überlandform wurden nicht verwirklicht. Diese Rolle übernahmen Busse von Leipzig über Markranstädt in die weitere ländliche Region. Dabei kann Markranstädt auf eine interessante Eisenbahngeschichte verweisen. Nicht nur die Hauptbahn tangierde die Stadt auch gab es bis 1946 von der Südöstlich an Markranstädt vorbeiführenden Nebenbahn Leipzig-Plagwitz nach Pörsten vom Bahnhof Lausen eine Verbindungsbahn direkt zum Bahnhof Markranstädt, die den Charakter einer Industriebahn trug und bereits 1946 im Rahmen von Reparationsleistungen abgebaut wurde. Die Sttrecke war lediglich 3,5 km lang und wurde ab Plagwitz mit täglich vier Zugpaaren bedient. Ebenso die Markranstädter Ortsteile Lausen und Göhrenz-Albersdorf, die an der Nebenbahn Plagwitz - Pörsten lagen konnten von Markranstädt auf Grund geringer Entfernung zu Fuß bzw. mit dem Fahrrad bequem erreicht werden. So bestanden hier gerade im Personenverkehr zusätzliche Anbindungen für die Bewohner. In den 60er Jahren entstanden noch um die Stadt zusätzliche Tagebaue, die noch von Grubenbahnen befahren wurden. Hier gab es ebenfalls zahlreiche Strecken zur Braunkohlebeförderung. Als Relikt der Braunkohlezeit, besteht heute der Kulkwitzer See, der aus einem Tagebau in ein Naherholungsgebiet umgestaltet wurde. Heute besteht der Bahnhof aus drei Hauptgleisen und sichtbaren Rudimenten des ehemaligen Gleisbereiches.


Bereits 1900 läßt sich eine starke industrielle Entwicklung in Markranstädt durch zahlreiche neu gegründeten Fabriken erkennen. Nicht nur für die Bewohner selbst, auch für die umliegenden Ortschaften und deren Bewohner war dies ein großer wirtschaftlicher Segen.
Markranstädt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Bahnhof (Bildmitte) in den 30er Jahren. Trotz umfangreicher Industriealisierung ein gepflegter Ort.
Die Leipziger Straße in Markranstädt, eine beliebte Einkaufsstraße im Stadtgebiet um 1960.
Gegenüber des Bahnhofes befinden sich zahlreiche gepflegte Wohnhäuser aus der Gründerzeit, die auf eine einstige gute wirtschaftliche Lage der Stadt zurückblicken lassen.
Ein Blick auf den Bahnsteig der restauriert wurde und sich noch im alten Stil hier befindet.
Das EG von der Straßenseite am 01.09.2019.
Gegenüber vom Bahnhof befindet sich ein Service Büro der Agillis mit WC, die den Bahnhof im Nahverkehr auf den Relationen Leipzig - Saalfeld und Eisenach bedienen.


Bahnhof Miltitz bei Leipzig


In etwa gleichem Format wie Markranstädt der kleine Vorortbahnhof Miltitz der auch im Güterverkehr eine nicht unwesentliche Rolle spielte, neben dem starken Pendlerverkehr im Nahbereich. Mit einer Ladestraße und Güterabfertigung war es in Miltitz nicht getan. Denn mit dem Bahnbau siedlte sich in der Nähe des Leipziger Stadtrandes direkt am Bahnhof das Unternehmen Schimmel und Co. an, daß 1829 gegründet wurde. Diese Firma war seit ihrer Gründung bis 1945 Marktführer in der Chemischen Produktion von  Essenzen, ätherischen Ölen, Fruchtäther und chemisch-pharmazeutischen Produkten sowie natürlichen und künstlichen Riechstoffen. Nach 1945 entstanden hier die Chemischen Werke Miltitz, die nach 1990 durch Treuhandvermittlung in unmittelbarer Kürze Insolvenz anmeldeten und geschloßen wurden. Ebenfalls zahlreiche Pendler aus Leipzig fanden hier Arbeit. Die Fabrik selbst besaß auch eine eigene Werkbahnlok neben einem umfangreichen Anschlußbahn Netz. Heute "vergammelt" das Gelände rund um den Bahnhof und wird durch den Nahverkehrshalt der Abellio Züge bedient.


Durchfahrender RE Leipzig-Nürnberg 01.09.2019.
Ein Teil des großen Fabrik- und Produktionsgeländes der Firma Schimmel & Co., läßt die Bedeutung der Chemischen Produktion und den Stellenwert als Weltmarktführer erkennen.
Der Werkbahnlokschuppen mit Gleisstück aus einer Zeit als Umweltverantwortung und Gütertransport auf der Schiene eine große Rolle spielten. Auch der sparsame Umgang mit Resourcen, Rohstoffen und Verantwortung für Mensch und Umwelt waren dabei treibende Grundgedanken gesunden Unternehmertums.
Das EG von der Gleisseite mit einem Abellio Regionalbahnzug aus Saalfeld nach Leipzig am 01.09.2019.
Sinnbildlich gesprochen eine "Dufte Arbeit", die Abfüllung für Duftstoffe und Öle in der Firma Schimmel & Co. 1936.
Ortschaft Miltitz mit Bahnhof im Jahre 1930, der Blick zum EG aus Richtung Markranstädt.


Bahnhof Rückmarsdorf


Rückmarsdorf war ebenfalls ein bedeutender Bahnhof, dem eine große Zukunft angedacht war. Nicht nur als Vorortbahnhof und Ansiedlung von Häusern am Bahnhof sollte der Ort an Bedeutung gewinnen, auch in Verbindung mit dem geplanten Ausbau des Elster - Saale Kanals. Angedacht waren der Ausbau schiffbarer Wasserwege im Güterverkehr Richtung Halle über die Saale Richtung Elbe nach Magdeburg und weiter bis Hamburg. In diesem Zusammenhang war ein Hafenbahnhof mit zahlreichen Gleisanschlüßen angedacht. In Unmittelbarer Entfernung befinden sich auch im Raum Leipzig-Lindenau und Plagwitz umfangreiche Kiesgruben, eine Weiterführung des Feldbahnnetzes um Lindenau zum Rückmarsdorfer Hafen zur Beladung der Schiffe und Güterwagen mit Kies wäre eine weitere Folge des Kanalausbaues gewesen. Sicherlich hätten sich auch mehrere neue Firmen hier im Ort und am Kanal angesiedelt, was nicht nur den Personenverkehr gefördert hätte auch einen unschlagbaren Güterverkehr aller Beteiligten. Den Preiswerten Massenguttransport mittels Schiff und Bahn mit Kies, den Stückgutverkehr und den Verteilerverkehr mittels LKW im Umkreis. Der Bahnhof selbst bis in die 90er Jahre stark frequentiert, danach mit dem Abriß der Gebäude und Degradierung zum Haltepunkt ein jämmerliches Dasein.


Rückmarsdorf in der Nachkriegszeit 1951.
Eine feste Institution am Bahnhof, das Rückmarsdorfer Bahnhofslokal 1938.
Der Saale - Elster - Kanal im Rückmarsdorfer Ortsteil Burghausen mit der Eisenbahnbrücke 1911.
Streckenblick auf die Bahnanlagen des Haltepunktes Leipzig Rückmarsdorf in Richtung Leipzig-Leutzsch am 04.09.2019.


Hinter Rückmarsdorf führt die Stracke parallel zum Stadtteil Leipzig-Grünau in den Kreuzungsbahnhof Leipzig Leutzsch, in dem sich in der Hauptrichtung die Fahrwege kreuzen für Güterzüge in den Rangierbahnhof Wahren von dort in alle Richtungen sowie zum Güterbahnhof Leipzig MTh, der gerade in der Stückgutversorgung und der Innenstadtnähe zu Leipzig Bedeutungsvoll war. Aus Südöstlicher Richtung führt der Schienenweg für Züge aus Saalfeld über Gera und für Züge von der Waldbahn aus Richtung Altenburg, Gaschwitz in den Leutzscher Bahnhof.


Der Personenverkehr direkt zum Leipziger Hbf für Eil- und Personenzüge aus Saalfeld endend, Schnellzüge machten hier Kopf. Bis 1980 der D 504 und D 506 Saalfeld-Jena-Leipzig-Berlin. Nach 1980 nur noch der D 506 als einziger Schnellzug über die Saalbahn. In den 80er Jahren betraff es die Personenzüge P 4001 / P 4004 - P 4000 / P 4009 - P 4005 / P 4006 auf der Relation Leipzig - Saalfeld und D 703 Leipzig-Saalfeld, ein Hallenser Umlauf, der auf der Rückleistung P 3008 Saalfeld-Halle wurde. Somit endet die Reise für den Personenverkehr im Bahnhof Leipzig MTh wies hieß, auf der Magdeburg-Thüringer Seite, dem einstigen Platz, an dem einst der Zugverkehr von Leipzig nach Saalfeld seinen Anfang nahm.