Saalfeld - Probstzella - Ludwigsstadt - Hochstadt Marktzeuln - Lichtenfels 

Loquitz- und Frankenwaldbahn


Eröffnung am 01.Oktober 1885 als gesamte Linie, bestehend vorher aus zwei Stichstrecken Saalfeld - Eichicht und Hochstadt am Main - Gundelsdorf-später Stockheim


Streckenlänge: 88 km

Saalfeld - Landesgrenze = 27 km

Landesgrenze - Lichtenfels = 61 km


Von 1871 bis 1885 war Eichicht Endpunkt der Geraer Linie, danach erfolgte der Lückenschluß ab Eichicht mit der Bayerischen Pachtbahn Hochstadt - Stockheim mit der Loquitz- und Frankenwaldbahn. Damit konnte eine durchgehende Verbindung für Züge von Berlin nach München und zurück geschaffen worden die dann später in Kurswagen bis Rom, Zürich und Stuttgart verlängert wurde. Auch als Konkurenz zur Sächsischen Linie Leipzig - Hof - Regensburg - München. Bis Ende der 40er Jahre war dies eine der Hauptabfuhrstrecken für Thüringer Produkte, ebenso wurden zahlreiche Produkte aus Franken, Bayern und Süddeutschland transportiert. Wichtig war die Verbindung der beiden deutschen Handelsplätze Nürnberg und Leipzig. Es begann ein Boom auf alle Städte und Ortschaften, man war "hungrig" nach dem Neuen und viele kleine Ortschaften erlebten mit der Bahneröffnung einen totalen Aufschwung durch Zuzug von Arbeitskräften und Bau von neuen Industrieanlagen. Auch die Land- und Forstwirtschaft profitierte vom Bahnbau. Kleine Ansiedlungen oder Dörfer wuchsen mit der Bahn und der Industrie. Auch politische und wirtschaftliche Veränderungen wirkten sich besonders stark auf den Betrieb, die Struktur und das Verkehrsaufkommen der Strecke aus.


Sammlung: Karsten Claus - Saalfelder Lokschuppen

Wenige hundert Meter hinter dem Saalfelder Bahnhof auf der Höhe der heutigen Südstadtbrücke in Saalfeld der Blick in Richtung Obernitz entlang der Saale und der Bahnstrecke nach Bamberg aus dem Jahre 1912 eines kranken jungen Mannes aus München, der sich in Saalfeld zur Genesung nach einer schweren Operation befand.

Bewußt wurde die Postkarte "Blick vom Saalfelder Bohlen auf Obernitz" bearbeitet. Zeigt es doch den Streckenverlauf der Loquitzbahn 1943 mit Fahrleitungsmasten als Besonderheit auf dieser Postkarte.

Der berühmte "Saalfelder Bohlenblick" Frühjahr 1982 BR 119 Bw Probstzella, Est.Sonneberg mit dem P 18005 Saalfeld-Sonneberg.

Der Streckenabschnitt Saalfeld - Hockeroda wurde von den Zügen von vier Strecken gemeinsam benutzt. Saalfeld - Lobenstein - Marxgrün - Hof, Saalfeld - Eichicht - Hohenwarthe, Saalfeld - Lichtenfels - Bamberg und Saalfeld - Sonneberg. Im Sommer 1927 dampfte die Saalfelder 57 3484 am "Saalfelder Bohlen" mit einem Güterzug nach Lobenstein. Bis zum Brechpunkt Heinersdorf bei Lobenstein geht es ca. 30 km Bergauf. Im Spitzkehrenbahnhof Wurzbach wurde die Lok gedreht, Vorräte ergänzt und weiter ging es nach Lobenstein. Eisenbahn Alltag vor über 90 Jahren. Nach Ankunft des Zuges in Lobenstein wurde der Zug "zerlegt". Güterwagengruppen für den Lobensteiner Bereich, Anschlüße, GA; Bw, Ladestraße. Weiter für Unterlemnitz, Ebersdorf und Richtung Ziegenrück. Und nach Blankenstein, Marxgrün, Naila, Hof.

Blick vom Saalfelder Bohlen in südliche Richtung zur Saale und dem Verlauf der Loquitzbahn Richtung Obernitz um 1895.

Die Weischwitzer Brücke 1916 nach dem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Saalfeld und Probstzella.

Auf der Weischwitzer Brücke VT 642 475 am 30.04.2005. Ersatzzug für die E-Lokleistung BR 143 Lichtenfels-Naumburg.

Im Sommer hatten zahlreiche Tanklager und Raffinerien der Bundesrepublik Wartung, Sommerflaute und Revisionen. So blieb es nicht aus, daß gerade in der Sommerferienzeit "Ölbomber" Richtung Probstzella rollten. Am 20.08.1980 rollte ein Ganzzug mit Kesselwagen über die Saalebrücke bei Breternitz. 44 0663 Bw Saalfeld beförderte den Sonderzug auf dem 91 km langen Streckenabschnitt Camburg-Probstzella. Der von Großkorbetha bis Camburg mit einer E 94 bespannt war und den ab Probstzella zwei weitere E 94 bis Nürnberg Rbf bzw. Schublok bis Pressig übernahmen. Klassischer Fahrzeugeinsatz, mehr ist hier nicht anzumerken.

Eisenbahnbau Ingenieure an der Weischwitzer Brücke stellten sich dem Direktionsfotografen 1909.

 

Breternitz


Errichtung einer Blockstelle mit Fahrkartenverkauf und Reisezughalt für die südlich von Saalfeld liegenden Ortschaften Breternitz, Fischersdorf, Weischwitz. Pendlerverkehr von und nach Saalfeld sowie Ausflugsverkehr an Wochenenden, von denen die umliegenden Gasthäuser und Pensionen auf Grund der landschaftlich schönen Lage mit profitierten.

 

Fischersdorf bei Saalfeld mit der dargestellten Bahnlinie zum Haltepunkt Breternitz um 1902.

Das Dienstgebäude der BK Bretermitz von der Gleisseite. An der Rückwand des Anbaues befand sich unter dem Dachgiebel eine Tür mit einer Brücke die zum Gleis führte, hier mußte sich der Blockwärter zur Zugbeobachtung aufhalten. Im Anbau befanden sich die Diensträume mit Stellwerkseinrichtung für die Blocksignale. Weiterhin der Fahrkartenschalter mit Warteraum und eine Dienstwohnung. Zustand der Gebäude und Anlagen November 2015.

Urlaubskarte aus Breternitz und Kaulsdorf aus dem Jahre 1974, Bild und Heimat Reichenbach

Am 01.08.2013 verläßt die Nürnberger 111 183 mit der RB Saalfeld - Bamberg den Haltepunkt Breternitz.

Feiertage, Heilig Abend, Silvester sind Tage mit eigenen Fahrplangesetzen besonders im Güterverkehr. So fiel am 24.12.1979 der planmäßige Nahgüter von Saalfeld nach Probstzella für das Lokpersonal der 95 0032 aus. Was bedeutete eher Feierabend und etwas Zeit für die Familie an diesem Tag. Was auch bedeutet man denkt an die Kolleginnen und Kollegen die an solchen Tagen leider Dienst verrichten müßen das der Verkehr rollt. Die Probstzellaer 95 0032 im Haltepunkt Breternitz am Heilig Abend 1979 lang ist es her.

V 100 der DR in Nachwendefarbgebung im Februar 2001 mit dem Übergabezug Saalfeld - Unterloquitz / Schiefergruben bei der Durchfahrt in Breternitz.

 

Eichicht (Saale) später Caulsdorf und Kaulsdorf (Saale)


Abzweigbahnhof der Strecke Eichicht - Hohenwarthe

Eichicht - Kamsdorf (900 mm) Erzbahn


Ab 1871 bis 1885 Endpunkt der Geraer Linie. Bau der Hohenwarthebahn ab 1934 vorwiegend für den Material- und Arbeitskräftetransport zur Hohenwarthe Staumauer. Schon wärend der Bauarbeiten verkehrten Sonderzüge mit Besuchern auf der Strecke. Später organisierte man an den Wochenenden Ausflugsfahrten bis Hohenwarthe mit der Bahn und weiter mit den Fahrgastschiffen des Stausee`s. Kaulsdorf erhielt einen Lokschuppen mit Behandlungsanlagen sowie Güterschuppen mit Ladegleis. Ab den 60er Jahren wurde der Raiffeisen Anschluß weiter ausgebaut und ein Mischfutterwerk errichtet. Stationierung von Werkbahnlok V 23, und "Kaluga". Weiterhin existierte eine ca. 5 km lange Schmalspurbahn vom Tagebau Kamsdorf nach Eichicht Bahnhof zur Erzverladung. Ein weitere Zweig der Strecke verlief direkt von Kamsdorf zum Erzbunker der Maxhütte Unterwellenborn.


Kaulsdorf selbst zählte mit zu den kleinen Handelsorten an verschiedenen Handelswegen. So kamen Handelsleute aus Hof, Lobenstein, Gräfenthal, Probstzella die weiter zogen Richtung Jena, Kahla, Gera, Leipzig, Halle. Auch die Schiffbare Saale selbst ermöglichte den Transport von Bau- und Brennholz Flußabwärts, nicht nur vom Oberland auch aus den Saaledörfern hinter Kaulsdorf und Preßwitz. Auch Umschlag von Steingut bzw. Schiefer wurde hier gehandelt neben den anderen Waren. Auch sonst gab es hier geschäftiges Treiben, eine blühende Landwirtschaft, die mit zur Versorgung der Saalfelder Stadtbevölkerung beitrug. Um 1850 spielte sich diese Szene in der Höhe der heutigen Gastwirtschaft "Zur Eiche" ab, im Hintergrund die Straßenbrücke, an deren Stelle in den 30er Jahren die Bahn von Eichicht nach Hohenwarte verkehrte, damals der Hauptweg Richtung Saalfeld.

Blick auf das Wärterstellwerk die nördliche Ausfahrt in Richtung Saalfeld des Eichichter Bahnhofes mit dahinterliegender Tankstelle. Dem heutigen VW Autohaus und Verlauf der B 85 unmittelbar hinter der Saale.

Bahnhof Eichicht, mit Ortsbild von Caulsdorf um 1895.

Einst als Prachtbau konzipiert das EG in Eichicht, schließlich war ja der Bahnhof um 1871 mal Endpunkt der Gera-Eichichter Bahn. Schnell war klar das aus dem Endpunkt ein Durchgangsbahnhof zwischen München und Berlin wird. Denoch Halt für die RE,RB und EB Züge sogar mit Umstieg zwischen der Frankenwaldbahn und der Sormitztalbahn. Das Gebäude im April 2013 mit einer EB von Saalfeld nach Blankenstein.

Aus dem Gleisanschluß zum Mischfutterwerk sowie zur Ladestrasse und Güterabfertigung heraus fotografiert. Die Ausfahrt eines VT 642 Saalfeld-Blankenstein im Mai 2001.

Kurz vor dem Abriß das Fahrdienstleiterstellwerk im November 1997.

Ende des Güterverkehres die Werklokomotiven des Mischfutterwerkes in Kaulsdorf abgestellt und teilweise schon verschrottet, September 2001.

Bis Ende der 60er Jahre noch erhältlich, die Bahnsteigkarte für 0,20 Pfennige vom Bahnhof Kaulsdorf (Saale).

Zwei Ansichten des Eichichter Bahnhofes von 1900.

 

 Hockeroda - Hammer


Abzweigbahnhof Hockeroda - Wurzbach - Unterlemnitz - Lobenstein


Umliegende Hammerwerke sorgten für die Belebung des Ladegleises das in Hockeroda um 1885 errichtet wurde. Kohle, Erze, Eisentransporte sowie ein starker Urlauberverkehr sorgten für Bahnbetrieb. Die weit bekannte Hockerodaer "Sommerfrische" war bis Leipzig, Halle, Nürnberg bekannt  sehr geschätzt und beliebt. Ab 1907 kam der Anschluß der Sormitztalbahn hinzu so das der Betrieb am Bahnhof lebhafter wurde. Auch ab 1910 war Hockeroda ein durchaus beliebter Ausflugs- und Touristenort, als "Drehkreuz" für den Tourismus in Richtung Sormitz-, Loquitz- und Saaletal.


Aus der Vogelperspektive um 1895, der Streckenverlauf der Loquitzbahn aus Richtung Eichicht in Richtung Hockeroda.

Eines der beliebtesten Ausflugsziele für Sommerfrischler und Wochenendausflügler war die "Sommerfrische" in Hockeroda. Schon das parkähnliche Umfeld war um 1925 Luxus pur. Unmittelbar rechts daneben verläuft die Bahnlinie.

Blick auf die Hockerodaer "Sommerfrische" mit dem Streckenverlauf Richtung Eichicht um 1912.

EG Hockeroda im November 2002 mit Blickrichtung aus Probstzella. Das Gebäude ist noch bewohnt aber das Stellwerk sowie die Dienst- und Warteräume geschlossen.

Einfahrtsignal Bahnhof Hockeroda im März 1989, Ausfahrender Sonderzug mit 95 1027 Sonneberg-Saalfeld anläßlich der Dreharbeiten zum EK-Film 95 027.

Im Frühjahr 1994 entgleiste die Saalfelder 232 028 auf der Einfahrtweiche des Bahnhofes Hockeroda mit dem EC 11 "Miamara" Berlin-Zagreb.

Fotohalt am 01.10.2010 zum 125-jährigen Jubiläum Eichicht-Probstzella-Stockheim. Nicht von offizieller Seite, nur das Gedenken einiger Eisenbahnfreunde. "Jubiläumslok" 143 941 mit einer RB von Großheringen nach Lichtenfels.

Erinnerrungsschild vom 01.10.2010.

Zugverkehr nach Blankenstein, am 09.10.2010 VT 641 035 DB Regio Erfurt in Hockeroda mit einer RB von Saalfeld.

95 004 kam 1978 mit einem Güterzug an der Einfahrt Hockeroda zum Halten. Der Meister mußte schon den Regler aufmachen um seinen Güterzug in der Steigung vor dem Bahnhof wieder in Bewegung zu bringen.

Blick vom Hockerodaer Sorbenstein im Jahre 1908 in Richtung Unterloquitz mit dem Verlauf der Loquitzbahn, bereits zweigleisig. Links die heutige B 85 Saalfeld - Kronach und zwischen Bahn und Straße die Loquitz.

 

Arnsbach später Unterloquitz


Kreuzungs- und Durchgangsbahnhof mit Ladegleisen zu den Schieferwerken, Güterabfertigung und Ladegleis. Späterer Ausbau eines Werkanschlußes zu den Unterloquitzer Schiefergruben mit eigenen Werklokomotiven. Der örtliche Güterverkehr beschränkte sich auf etwas Land-, Forstwirtschaft und Kleingewerbe. 


Bahnhof Arnsbach im Jahre 1888, 3 Jahre nach Eröffnung der Linie Eichicht - Stockheim. Neben dem Bahnhof entstehen entlang der heutigen Hauptstrasse die ersten Wohngebäude.

Ort und Bahnhof Unterloquitz um 1910, Gasthaus zum Bergmann gegenüber dem Bahnhofsgebäude zu finden.

Museumslok BR 95 im Jahre 1983 in Unterloquitz mit einem Sonderzug vor der Kulisse der Schiefergruben.

Preußischer Personenzug mit einer BR 94 im Sommer 1942 bei Unterloquitz.

In Richtung Saalfeld an der Ausfahrt auf der rechten Seite befand sich das einstige Wärterstellwerk des Bahnhofes Unterloquitz.

Der Gleisanschluß der Schiefergruben in Unterloquitz am 21.10.2004, der noch aus Richtung Probstzella bedient werden kann.

Kleinlokschuppen und Werkstatt der Werkanschlußbahn in Unterloquitz, ein Zweckbau aus den 60er Jahren. Nicht mehr genutzt im Herbst 2004.

Unterloquitz hatte mit verschiedenen Panoramaansichten immer wieder einen besonderen Reiz auch für Postkartenfotografen ausgeübt. So findet man nach einer gezielten Suche immer wieder mal ein "Postkarten-Schmuckstück" wie hier mit Panoramablick auf die Bahnlinie an den Schiefergruben unten rechts im Jahre 1957.

Am 21.04.2004 war der Stern der Werklokomotiven der Unterloquitzer Schiefergruben bereits gesunken. Warten die zwei V 15 auf weitere "Verwendung".

Beförderungstelegramm zweier Ucv Kohlestaubwagen von Frankleben nach Unterloquitz von 1975 als eiliges Sondergut.

 

Kleine Spurensuche am 05.September 2018

 

EG des ehemaligen Bahnhof Unterloquitz von der Gleisseite. In den 70er Jahren erhielt der Bahnhof einen Anbau für das Mechanische Stellwerk des Fahrdienstleiters in Personalunion als Aufsicht des Bahnhofes. In der Zeit nach 16:00 Uhr bis Morgens 05:00 Uhr oblag ihm auch die Funktion des Fahrkarten Verkaufes. Das Gebäude stammt aus den Anfangsjahren des Streckenbaues.

Unterloquitz aus südwestlicher Ansicht der Strassenseite, hier ist der Anbau des Güterschuppens und Reste der alten Laderampe noch erkennbar. Neben den Schiefergruben kam es hier zur Verladung von bescheidenen Stückgutverkehr, Landwirtschaftsgütern und Holz, so das der örtliche Güterverkehr in den 70er Jahren eingestellt wurde.

Schon frühzeitig wurden in Unterloquitz Verladeanlagen für Schiefer errichtet. Heute erinnern Gleisreste am Bahnhof an den umfangreichen Anschlußbahnverkehr der Schiefergruben. Nach dem Jahr 2000 wird der Anschluß nicht mehr bedient.

In den 20er Jahren wurde dieses Beamtenwohnhaus mit Kleinviehställen und Nebengebäuden von der DRG errichtet. Einige hundert Quadratmeter Gartenland sorgten für die Ernährung seiner Bewohner, daß Haus wird heute noch bewohnt wird aber vom Gelände der Schieferwerke umschloßen, so das es durchaus auch mal ganz schnell zur Verbreiterung von LKW Abstellflächen verschwinden kann. Selbst bei dem Umbau zur Elektrifizierung wurden Reste des Lademaßes an der alten Ladestraße nicht entfernt.

Neben dem Bahnhof Unterloquitz befinden sich noch intakte typische Nebengebäude aus der DRG Zeit. Dahinter der Garten für die Bewohner des Bahnhofes. Interessant ist die Größe der Garageneinfahrt, im Verhältnis mit heutigen PKW`s die sich im Laufe von ca. 100 Jahren mächtig geändert hat. Ein interessantes Vorbildfoto für die Nachgestaltung im Modell, da man solche Nebengebäude immer weniger an Bahnhöfen sieht.

Wer suchet der findet, Originalschild aus den Anfängen der Elektrifizierung der Strecke Nürnberg-Saalfeld im Teil der Loquitzbahn.

Gemütlich rollt die 03 im Sommer 1938 im leichten Gefälle ab Probstzella nach Saalfeld. Am Haken einen Schnellzug über Leipzig nach Berlin. Nach der anstrengenden Bergfahrt ab Pressig über den Frankenwald, etwas Erholung für Heizer und Maschine, hier bei Oberloquitz ca. 1 km hinter dem Bahnhof Marktgölitz.

Eine der Standardleistungen für die Probstzellaer 95er war der "Kleine Grenzverkehr" N 6708 / E 2002 / E 2007 Lichtenfels- Ludwigsstadt-Saalfeld-Lichtenfels. BR 95 im Sommer 1980 mit E 2002 Ludwigsstadt- Saalfeld.

Zwischen Unterloquitz und Marktgölitz befand sich einst der Schrankenposten 57 (reichenbach b. Unterloquitz). Bis 1945 auch Blockstelle. In den 70er Jahren wurde hier eine Halbschranke eingebaut und der Posten eingespart. Bis zum Umbau 1992 stand noch das Gebäude. Blick aus dem Führerstand der 95 0005 am 02.Mai 1980 auf Posten 57. Sie war an diesem Tag Zuglok des Nachmittagspersonenzuges P 18005 Saalfeld-Sonneberg.

 

Gabe Gottes später Marktgölitz


Errichtung einer Durchgangs- und Kreuzungsstation mit Güterabfertigung und Ladegleisen. Verladung von Schiefer- und Schieferprodukten aus den umliegenden Schieferbrüchen. Auch die ortsansässige Brauerei in Gabe Gottes sorgte für Güterverkehr. Die sich hinter Gabe Gottes befindlichen Ortschaften Marktgölitz, Limbach, Königsthal, Pippelsdorf zogen ebenfalls zahlreiche Touristen und Wanderer an, so das gerade im Sommer und an den Wochenenden mit den Zügen aus Bamberg bzw. Saalfeld ein starker Reisendenandrang herrschte und Pensionen sowie Gasthäuser von der Bahn mit profitierten.

 

Postkarte von 1905 mit dem Gasthaus "Rosenkranz" direkt an der Hauptstrasse. Der Bahnhof befindet sich im Hintergrund, leider nicht sichtbar.

Blick auf Marktgölitz 1938. Mit der Errichtung der Grenze, wurde der Ortsteil am Bahnhof von Gabe Gottes in Marktgölitz "sozialistisch umgetauft". Konnte es doch nicht sein, daß der letzte frei zugängliche Ort zum Grenzgebiet Gabe Gottes hieß, was aber auf die reichen Schiefervorkommen der Bergbauanfänge im Ort zurückzuführen ist.

Marktgölitz im Sommer 1959, zwei Jahre später war die Grenze richtig "dicht".

Bereits um 1900 erschien diese Postkarte von Pippelsdorf, mit dem Hinweis zur Station Marktgölitz. So wurde bereits nach 1885 der kleine Ort im Seitental durch Gäste erschloßen. Mit der Herausgabe dieser Karten sicherte sich der Wirt und den Ortsbewohnern die Existenz. Neben der Forellenzucht konnten konnten auch Ortsbewohner vom Verkauf ihrer Produkte leben.

Blick auf die Gemeinde Pippelsdorf im Jahre 1930. Oben rechts im ortsansässigen Gasthaus logierten zu damaliger Zeit zahlreiche Feriengäste die im Bahnhof Gabe Gottes aus nördlicher und südlicher Richtung mit dem Zug ankamen und mittels Kutschwagen nach Pippelsdorf, Königsthal oder Limbach gebracht wurden, wo sie Ruhe und Erholung fanden.

Ehemaliges Kontrollposten Gebäude der Volkspolizei wenige Meter hinter Marktgölitz Richtung Probstzella für die Einreisekontrolle in das Grenzgebiet zur BRD !!! - Kurz vor seinem Abriß zum Bau der B 85 am 22.02.2010.

Abendstimmung in Marktgölitz am 18.09.2005, 120 144 mit Sonntags IC Berlin-Karlsruhe bei der Durchfahrt am Bahnsteig.

Das EG Marktgölitz von der Gleisseite im Winter 2002. Noch halten hier Regionalbahnzüge von Lichtenfels nach Naumburg bzw. Großheringen.

Teilansicht von der Strassenseite, erste bauliche Mängel am Anbau der Güterabfertigung.

Was hier vielleicht als "übertrieben" erscheint die Ablichtung der Grünanlage am Bahnhof Marktgölitz im Winter 2002 hat lange Eisenbahntradition, so setzte die Bahn schon seit Anbeginn auf die Pflege und Sauberkeit ihrer Anlagen. Grünanlagen, Wiesen, Gartenflächen wurden durch Mitarbeiter und Bewohner gepflegt. Die einstigen Bediensteten des Bahnhofes Marktgölitz die auch hier wohnten zogen vor Winterbeginn aus dem Gebäude aus. Sie richteten nochmals alles her als wenn sie im Frühjahr wieder kommen würden. Leider kamen sie nicht wieder an diesen Ort.

Aus und Ende mit einem kurzen Satz.

Im Jahr 1982 P 18003 Saalfeld-Sonneberg wärend des Haltes in Marktgölitz. Marktgölitz zu diesem Zeitpunkt schon Haltepunkt mit Fahrkartenverkauf, die Ausfahrtsignale beider Richtungen sind "durchgestellt" (rechts Mitte), Gleis 1 kann nicht mehr für Zugkreuzungen genutzt werden, diese wurden nach Unterloquitz verschoben.Ersichtlich die Laderampe, Güterhalle, sowie der Gebäudeanbau zum Eingang des Dienstraumes.

Blick auf den HP Marktgölitz 1985 mit durchfahrenden E 2002 Ludwigsstadt - Saalfeld. Zum Zeitpunkt sind alle Gleise abgebaut, nur die Formsignale sind noch erhalten.

Links die Brauerei Marktgölitz mit dem dazugehörigen Wohnhaus am 14.03.2010. Einst Arbeitgeber am Ort neben den Schiefergruben, der Bahn, sowie Land- und Forstwirtschaft.
Bohrungsarbeiten für Pfeilerfundamente der Neuen Straßenbrücke der B 85 Saalfeld - Kronach bei Marktgölitz 14.03.2010.
Bohrarbeiten unmittelbar an der Loquitzbahn bei Marktgölitz am 14.03.2010.
Trotz Bauarbeiten Zugverkehr am 14.03.2010 ICE München-Hamburg an der Brückenbaustelle Marktgölitz.

 

Probstzella - Landesgrenze Bayern - Direktionsgrenze Nürnberg


Abzweigbahnhof Probstzella - Neuhaus / Lauscha - Sonneberg


Durchgangs-, Abzweig-, Kreuzungs- und Grenzbahnhof, sowie nördlicher Ausgangspunkt der Frankenwaldbahn. Anschluß und Bau der Linie nach Bock Wallendorf später weiter bis Lauscha und Sonneberg. Errichtung einer Lok- und Maschinenstation hauptsächlich für Schiebelokomotiven später für die Nebenbahn und weitere Zugleistungen bis Leipzig, Camburg, Erfurt. Sonneberg, Eisfeld . Verladung von Schiefer, Holz, Glas und Porzelan. Gleisanschluß Itting Elektrizitätswerke. Später auch Lokwechselbahnhof im DB / DR Verkehr und einziger Bahnhof der DR mit Oberleitung zur DB. Trennung der preußischen und bayerischen Lokanlagen und Diensträume im Bw und Bahnhof. Hauptversandgut war der Schiefer der Probstzellaer Schieferbrüche z.B. auf der "Ausdauer". Probstzella entwickelte sich nach dem Bahnbau zum Eisenbahner Ort mit dem Zuzug zahlreicher Mitarbeiter, später kamen noch Militär, Polizei, Zoll e.t.c. hinzu.


Probstzella 1899, gerade wenige Jahre nach der Eröffnung der Nebenbahn nach Bock Wallendorf zweigt diese rechts im Bild ab über die damals errichtete Fachwerkbrücke zur Überquerung der Loquitz. Auch die hier von der Frankenwaldbahn in die Loquitzbahn übergehende Hauptbahn rechts ist noch im eingleisigen Zustand also 14 Jahre nach Betriebseröffnung.

20 Jahre nach Eröffnung der Loquitz- und Frankenwaldstrecke 1905 herrscht Hochbetrieb auf den Güterzuggleisen des Probstzellaer Güterbahnhofes. Umfangreiche Wagenladungen Richtung Ernsthal, Lauscha, Sonneberg, vornehmlich G-Wagen für Spielzeug, Griffel, Schiefertafeln und Christbaumschmuck. E-Wagen für Erz in Schmiedefeld, Stein- und Schieferbrüche.

Ausfahrt in Richtung Saalfeld und Ort Probstzella um 1910. Es war in Probstzella üblich das oft lange Reisezüge abgestellt waren, nicht nur zur Verkehrsbewältigung auf der Strecke Richtung Sonneberg, gerade im Winter. Auch der Haltepunkt Falkenstein war ein oft gebuchtes Reiseziel zahlreicher Sonderzüge aus Bayern, Preußen, Sachsen so das in Probstzella bis 1945 mehrfach wöchentlich lange Sonderzüge abgestellt wurden wie auf dieser Postkarte dargestellt.

Bahnhof Probstzella um 1920

Bahnhof Probstzella um 1905. Größeres Bild zeigt die Einfahrt eines Personenzuges aus Ludwigsstadt unmittelbar an der Landesgrenze.

Probstzella 1896 Ausfahrt eines Schnellzuges in damaliger Zeit mit einer Schlepptender Lok in Richtung Saalfeld.

Probstzella 1890 o.l. EG, o.r. Bahnhof mit Fahrzeugen der Eisenbahn Anfangszeit, l.u. Strecke bei Lauenstein, u.m. Strecke vor dem Bahnhof Probstzella heute Strassenbrücke der B 85 über den Bahnhof in südlicher Richtung.

Bahnhof Probstzella 1922 mit Blick auf das Wärterstellwerk "Pn", was für die Aus-und Einfahrten von und nach Marktgölitz sowie Gräfenthal zuständig war..

Ausfahrt des D 302 München - Berlin im Sommer 1982 aus dem Bahnhof Probstzella mit einer Saalfelder 132 als Zuglok.

Sommer 1982, Ausfahrt des "Kleinen Grenzverkehr" Ludwigsstadt - Saalfeld E 2002 mit BR 119 des Bw Probstzella. Im Hintergrund die "Probstzellaer Kurve" und die Ausfahrt nach Sonneberg aus dem Probstzellaer Bahnhof. Über dieses Gleisdreieck wurden auch Schlepptenderlokomotiven BR 01, 03, 41 und 44 gedreht, da sie sie nicht auf die Probstzellaer Drehscheibe passten. Im Hintergrund erkennbar der Streckenverlauf Richtung Gräfenthal / Sonneberg.

95 027 mit dem P 18002 Sonneberg-Saalfeld in Probstzella (Kurve). Im Hintergrund das Wärterstellwerk "Po".

Ab und zu gelang auch mal ein Schnappschuß im Grenzbahnhof Probstzella. So auch am 24.06.1980 als 95 0045 mit ihrem Eilgüterzug in den Grenzbahnhof dampfte.

Blick in das Bw Probstzella 1983, die Museumslok 95 1027 wurde für eine Sonderfahrt vorbereitet.

119 057 wurde im Sommer 1989 mit dem Akku Schlepp Fahrzeug des Bw Probstzella in den Schuppen zur Reparatur geschoben.

1982 hinter dem Einfahrtsignal Probstzella, der D 303 Berlin-München mit der 132 285 hinter dem Einfahrtsignal aus "getarnter Stellung" in Probstzella.

Mit versteckter Kamera 1984 P 18003 Saalfeld - Sonneberg 119 054 Bw Probstzella hinter dem Einfahrtsignal Probstzella abgelichtet.

Sammlung: Karsten Claus - Saalfelder Lokschuppen

Bahnhof Probstzella in den 30er Jahren. Im Bahnhof sind zwei lange Personenzüge mit "Preußenwagen" abgestellt, was vermuten läßt das im Hotel "Itting" oder am "Falkenstein" eine größere Veranstaltung war und Sonderzüge nach Probstzella gefahren wurden.

Ein Blick auf die Segmentdrehscheibe des Bw Probstzella die in ihrer Bauart als Besonderheit und einmalig gilt auf Grund der bescheidenen Platzverhältnisse. Eine weitere Bauform dieser Drehscheibe befindet sich in Neuenmarkt-Wirsberg.

Auf der Drehscheibe im Bw Probstzella 1985, im Hintergrund Grenzposten am Tor zur Grenzübergangsstelle Gleis 3 / 2, bewacht von 2 Grenzsoldaten. 119 014 hatte an diesem Tag folgende Zugleistung: D 1402 Probstzella-Leipzig, E 807 Leipzig-Saalfeld, P 5036 Saalfeld-Rudolstadt, P 5041 Rudolstadt-Probstzella.

Im August 1999 fiel die Güterabfertigung des Bahnhofes Probstzella den Flammen zum Opfer.

EG aus Richtung Ludwigsstadt mit dem auf der rechten Seite befindlichen kleinen Aufenthaltsgebäude für die Mitarbeiter der Deutschen Bundesbahn die im DB/DR Verkehr den Bahnhof Probstzella befuhren. 17.03.2000

Auf dem Gelände des Holzlade- und Postladegleises wurde in den 60er Jahren das GÜST- Gebäude Probstzella errichtet. GÜST stand für Grenzübergangsstelle. Rechter Eingang, Zugang zum Wartebereich Aus- und Einreise DDR. Nach links führte hinter der Glaswand ein Gang mit Zoll- und Paßabfertigungsbereichen. Paßabgabe, Kontrolle, Gepäckkontrolle, Räume zur Leibesvisitation, Schalter Paßempfang mit Ausreisestempel. Linke Tür Wartebereich für die Ausreise und Einreise DDR mit Intershop, Mitropa Kiosk, Postschalter, Fahrkartenausgabe Internationaler Verkehr besetzt waren alle Schalter in den Vormittags- und Nachtzeiten wärend des Zugverkehres DDR / BRD. Der Raum wurde bewacht, Ausgang war nur wenn Reisende zu den Zügen unter Begleitung gebracht wurden. Zugang war für DR Mitarbeiter zum Mitropa Kiosk und für DB Mitarbeiter zum Intershop gestattet. Der Ausgang zum Ort in die Bahnhofstrasse erfolgte über eine Schleuse die für Fahrgäste Tabu war. Eine Toilettenbenutzung war noch gestattet. Ganz links befand sich der Röntgenraum, in dem unter Zollbewachung das Reisegepäck kontrolliert wurde. Am 17.03.2000 war das Gebäude noch zu sehen und wurde im Herbst abgerissen. In den Oberen Etagen waren Zoll, Paßkontrolleinheit, und Grenztruppen untergebracht. Weitere Räume wie Waffenkammern und andere "Geheimnisvolle Räume" waren im Keller untergebracht. Von deren Existenz niemand wissen durfte.

Unmaßstäbliche Handskizze des Grundriss und der Raumaufteilung des GÜST Gebäudes in Probstzella in den 80er Jahren.

Blick auf Probstzella 1928, links am Bw eine BR 36 zu erkennen und eine BR 96 fährt gerade aus dem Bw und wird vermutlich ihren nächsten Zug bespannen oder bis Pressig nachschieben. Rechts am Bahnhof der Holzverladeplatz und das Postgleis.

Ein Zeitdokument der besonderen Art, Fahrplananordnung der DB für einen Leerzug der von Berlin nach Badgastein in Österreich verkehrte. Für einen sogenannten "Schwedenzug", Leereisezug und Sonderzug verkehrten in der Nacht, so das es die wenigsten mitbekamen. Der Zug verkehrte dann einige Tage später als Sonderzug auch Nachts von Badgastein nach Schweden und von dort als Leerzug zurück nach Berlin Rummelsburg.

Blick in die Probstzellaer Bahnhofsstrasse wärend der Zeit des ersten Weltkrieges ca.1916.

Blick in die Probstzellaer Bahnhofsstrasse 1917. Links die Zufahrt zur Güterabfertigung und Ladestraße, rechts das Gasthaus "Meininger Hof".

Probstzella, Falkenstein, Lauenstein mit verschiedenen Bahnmotiven 1897.

Orts- und Bahnhofsmotiv aus dem Jahre 1956 mit dem damaligen FDGB Ferienheim "Einheit" dem "Haus des Volkes", was auf eine Wiedervereinigung nach dem Krieg schließen läßt.

Auch der geplante durchgängige Einsatz der E 18 von Halle bzw. Leipzig bis Nürnberg war geplant. So wurden zahlreiche Lokführer in den an der Strecke liegenden Bahnbetriebswerke auf dieser E-Lok Baureihe ausgebildet. So auch die Lokfüher in Probstzella.

Auch der Bw Vorstand des Bw Probstzella ließ sich auf der E 18 ausbilden und prüfen. So lernten auch Bw Vorstände von der Pike auf die Umstellung von Dampf auf E im Jahre 1937 unter dem kritischen Blick eines erfahrenen Ausbildungslokführers aus Nürnberg, die damals die Ausbildung vor Ort vornahmen, hier bei der Prüfungsfahrt.

Im Frühjahr 1941 wurden dann die Lokführer des Bw Probstzella von eigenem Ausbildungslokführern für die E 18 im Schnellzugdienst unterwiesen. So fand in Probstzella bei Personen-, Eil- und Schnellzügen oft ein Lokpersonalwechsel statt, so das die Probstzellaer Lokführer nach Bamberg / Nürnberg bzw. Saalfeld / Halle fuhren. E 18 29 wärend der Ausbildungsfahrt 1941 in Probstzella.

Im Sommer 1985 anläßlich der Jubiläumsfeierlichkeiten 150 Jahre Deutsche Bahn, setzte die DB oft die Museumslok E 18 vor den Schnellzügen D 302 bzw. D 1402 von Nürnberg bis Probstzella ein. E 18 gerade beim Umsetzen in Richtung Ludwigsstadt August 1985.

Blick aus dem Nebengebäude des Bw Probstzella im Sommer 1988. Gerade wurde die 95 1027 für eine Sonderfahrt vorbereitet.

Als bauliche Besonderheit des Bahnhofes Probstzella galt auch der Bau und Betrieb der Verbindungskurve für Züge von Saalfeld Richtung Sonneberg und zurück. Um sich vor neugierigen Blicken zu schützen und um Grenzdurchbrüche zu verhindern. Als hochgradig gefährdend galt schon die Zugfahrt zwischen Probstzella, Zopten und Gräfenthal direkt am Signalzaun entlang. Hier wurde die Zugfahrt innen wie außen streng bewacht. 95 1027 fährt im Sommer 1988 als Lz von Probstzella nach Sonneberg.Im Hintergrund das EG der "Kurve" in Probstzella.

Im Januar 1990 verkehrte der P 18003 Saalfeld-Sonneberg mit Dampf. Hier beim Halt in Probstzella. Mit diesen Aktionen zog man zahlreiche Touristen und Eisenbahnfans in die sonst so leeren Züge der DR.

Für dieses Bild wäre der Bildautor 1989 noch "abgewandert". Blick auf das Bw Probstzella mit abgestellten Lokomotiven. Im Vordergrund der TEEM Saßnitz - Brennero mit abgedeckten Holztransportwagen mit Schwedenholz. Sämtliche Fluchtversuche scheiterten sich unter diesen Ladungen zu verstecken. "Spürnase" auf vier Pfoten fand sie alle egal ob unter oder oberhalb der Ladung.

151 032 aus dem Schuppen fotografiert, Herbst 1983. Kam mit dem D 1402 Nürnberg-Leipzig nach Probstzella. Im Hintergrund Gleis 1 noch erkennbar, Gleis 2 steht bereits der Güterzug nach Pressig, den die 151 zu bespannen hatte. Die Zuglok des D 302 war bereits am Zugschluß des Güterzuges.

Fahrscheinkontrolle im E 2007 Saalfeld-Lichtenfels am 28.08.1988 zwischen Saalfeld und Probstzella. Natürlich eine gestellte Aufnahme zur Erinnerung.

Am 15.April 2000 sah das Motiv so aus, Meßfahrt einer Dänischen E-Lok auf der Frankenwaldbahn zwischen Probstzella und Pressig.

Wärend der Bauarbeiten zu den Grenzanlagen in Probstzella im September 1961. Das Kraftpaket bespannte vorher einen Güterzug, nun geht es mit "Silbervögeln" nach Lichtenfels.

Blick auf die restlichen Bahnhofsanlagen des Bahnhofes Probstzella am 25.04.2010.

Normaler Betriebsalltag im Mai 2003 in Probstzella. 143 172 beförderte die RB von Nürnberg Hbf nach Saalfeld mit "Silbervögeln". Der Zug war Schülerzug zwischen Lichtenfels und Ludwigsstadt. In Probstzella war eine planmäßige ICE Überholung, so hatte der Meister Zeit eine Runde um die Lok zu machen um nach dem Rechten zu schauen. 150 172 wartet unterdessen bereits auf den nächsten Güterzug, den sie bis Steinbach am wald nachschieben wird und der sich bereits auf der Saalbahn zwischen Göschwitz und Saalfeld befand.

Museumslok 44 119 vom Bw Lichtenfels war im Sommer 1991 mit einem Sonderzug in Probstzella. Auf Grund fehlender Fahrleitung wurde der Sonderzug mit der DR Museumslok 95 1027 nach Sonneberg und zurück bespannt. Wärend dieser Zeit hieß es warten für Lok und Lokführer im Bahnhof Probstzella.

Blick auf Probstzella und Umgebung 1992. Bis 1989 erfolgten wöchentlich mehrfache Aufklärungsflüge der BGS Hubschrauber, was in Zeiten des Kalten Krieges normal war. Noch viel schärfere und detailliertere Aufnahmen gab es von Grenz-und Bahnanlagen. Doch erfreuen wir uns mit dieser Aufnahme von der reizvollen Landschaft um Probstzella, was den damaligen Bahnbau auch aus touristischer Sicht als Wirtschaftskraft wiederspiegelt.

Bedauerlicher Weise fiel eines der Schönsten Deutschen Eisenbahn Museumsfahrzeuge einem Unfall zum Opfer und wurde nicht wieder restauriert. Der Gläserne Zug ET 491 001 war bis 1989 oft auf der Frankenwaldbahn bis zur DDR Grenze anzutreffen. Nach 1990 bereiste das Fahrzeug zahlreiche Strecken der DR in vielen Bundesländern und war ein gern gesehener Gast. Am 10.August 1994 kam der ET auf einer Fahrt von München Hbf in den Bahnhof Probstzella und endete hier. Eine der letzten Erinnerungen vor seinem Unfall am 12.Dezember 1995.

Bis zum Ausbau und vollständigen Elektrifizierung der Strecke Probstzella-Camburg wendeten die Nürnberger 120er und Frankfurter 103er im Bahnhof Probstzella. Meist pendelten sie zweimal täglich zwischen Nürnberg und Probstzelle und hatten hier ca. 90 Minuten Aufenthalt bis es wieder zurück ging. 120 002 wendete am 09.06.1994 in Probstzella und wartete auf die Rückfahrt nach Nürnberg Hbf.

Gibt`s nicht gab es nicht. Folgende Anekdote am 01.08.1992. Die Zuglok des IC 701 "Saaletal" "verendete" an diesem Tag unterwegs auf der Strecke auf Grund eines technischen Schadens. Kurzerhand veranlaßte der Lokleiter im Bw Lichtenfels, daß 140 846 als IC Lok von Probstzella bis Nürnberg zum Einsatz kam. Der Zug erreichte Nürnberg mit einer unerheblichen Verspätung. Wenige Minuten vor der Abfahrt in Probstzella konnte der IC mit E 40 vor dem "Kontrollgebäude" noch abgelichtet werden. Links die Schutzwand der Grenzübergangsstelle gegen unerlaubtes Betreten, hinter der eine Postenstreife bis 1989 patrolierte.

Auch Güterzuglokomotiven der BR 150 kamen vor den Eilzügen, die zwischen Lichtenfels und Probstzella verkehrten zum Einsatz. Am 08.08.1992 beförderte 150 106 den E 3775 ab Probstzella. Größtes Problem beim Einsatz dieser Baureihe war das teilweise Nichtvorhandensein der benötigten 10 Bar Leitung zur automatischen Bedienung der Einstiegstüren mittels Druckluft.

Zur Freude des Lichtenfelser Lokführer`s, der eine seiner ersten Fahrten auf der BR 155 absolvierte, als die meist aus Weißenfels stammenden Lokomotiven auf Grund Leistungsverlustes im Güterverkehr im Westen eingesetzt wurden. 155 095 Bw Weißenfels beförderte am 05.05.1994 den E 3763 von Probstzella nach Lichtenfels und ab da weiter einen Güterzug nach Nürnberg Rbf. 231 015 brachte gerade einen Güterzug von Weißenfels nach Probstzella und hatte sich nach der 125 km langen Fahrt eine Pause verdient.

Wärend der Einsatzzeit im Direktionsbezirk Nürnberg wurden die Lokomotiven noch bis zur vollständigen Ausbildung des DB Werkstattpersonales in ihren Heimat Bw`s gewartet und repariert. So gelangten sie als Zug-oder Schlepplok in ihre Heimat. Am 08.08.1992 wurde 155 261 am Zugschluß eines Güterzuges in ihr Heimat Bw Weißenfels überführt. Wenige Monate später wurde Weißenfels vollständig liquidiert.

                   

Betriebliche und Persönliche Besonderheiten im DB / DR Verkehr


Nach Wiederelektrifizierung der Frankenwaldbahn zwischen dem Haltepunkt Falkenstein und Bahnhof Probstzella 1949 war Betriebsführende Bahn bis Probstzella die Deutsche Bundesbahn. Der Oberleitungsabschnitt Falkenstein-Probstzella unterstand der Fahrleitungsmeisterei Weißenfels, Signal- Bahnmeisterei war Saalfeld die Außenstellen Probstzella. Umsetzen der einfahrenden Züge "Feindwärts" wie es damals hieß maximal bis zur ersten Schutzweiche. Danach Rückfahrt "Freundwärts" zum Bw bzw. Bahnhof. Einfahrt der Züge aus Richtung Ludwigsstadt mit abgesenkten Stromabnehmer in die Grenzübergangsstelle. Kontrolle des Lok- und Personals durch das PKE (Paß Kontroll Einheit) Kontrolle der Reisepäße und Dienstlichen Grenzübergangsberechtigung im DB / DR Verkehr. Danach Abgabe der Wagenliste, Zähldokumente durch den Zugführer bei der Aufsicht Probstzella, kurzes dienstliches Gespräch Zugübergabe an das DR Personal. (Bahnhof Saalfeld, Berlin, Potsdam ab 1988 Erfurt). Der Mitarbeiterkreis des Lok-und Zugpersonales war begrenzt und "persönlich Bekannt". Die DR Mitarbeiter wurden bei der Einfahrt aus Richtung Saalfeld kontrolliert. Saalfelder Zugbegleiter verfügten über Passierscheine für den Zutritt in das Grenzgebiet, Potsdamer und Erfurter Zugbegleiter besaßen den Status Grenzübertitt, Berechtigungsausweis zum Grenzübertritt in die Bundesrepublik und Berlin (West), da die Züge von Ihnen durch Berlin begleitet wurden, bzw. es handelte sich bei den Berliner Zugbegleitern um Einwohner von Berlin (West), die bei der DR beschäftigt waren. Die Erfurter Kollegen fuhren nach Bebra über Gerstungen bzw. nach Berlin. Nach 1988 kam der zusätzliche Schnellzug Erfurt - Jena West - Nürnberg hinzu. Natürlich konnte sich das DR Zugpersonal "relativ frei" in Probstzella bewegen, so waren Besuch der Bahnhofsgaststätte und der tägliche Einkaufsbummel ein "Muß", da es im Grenzgebiet eine bessere Versorgung gab. Auch gab es einen Buchladen, wo es oft "begehrte Transpress Eisenbahn Bücher" offiziell und nicht unter der Ladentheke gab. Eine Fahrt nach Probstzella sicherte oft einiges an begehrten Konsumartikeln. Natürlich durfte der Ausgang nur in Uniform erfolgen, aber die Mitarbeiter waren ja unter Beobachtung und Bekannt. Zugang erfolgte durch die Eingangsschleuse im Kontrollgebäude, durch den alle Mitarbeiter zu gehen hatten. Mitarbeiter des Bahnhofes Probstzella mußten ihren Personalausweis gegen den "GÜST-Ausweis" tauschen. Der Zugang für Bw Mitarbeiter erfolgte über das Bw in einen gesonderten Zugang. Diese waren nicht berechtigt zum Betreten der Grenzübergangsstelle, nur zum Bespannen der Züge Richtung Saalfeld. Auch Berliner, Hallenser, Leipziger, Sonneberger und Saalfelder Lokführer mußten sich im Bw Bereich aufhalten und hier Aufenthaltsräume und Kantine des Bw Probstzella aufsuchen.

 

Preistafel für DR Personal im Verkehr DB / DR, ausgestellt wurden Rotdruck Fahrscheine, Berechnet wurde für Bundesbürger auf DR Gebiet der Fahrpreis in DM. Eine Fahrkarte Probstzella - Berlin in der 2.Klasse kostete 1986 - 65,00 DM pro Person für 320 km. Der Fahrpreis für DDR Bürger 28,60 Mark inkl. Schnellzugzuschlag.

 

Den Kollegen der Bundesbahn war es strikt untersagt, das Bahnhofsgelände zu betreten. Das Zugpersonal hatte ein Aufenthaltsraum, hier durfte der kürzeste Weg von der Lok oder vom Zug genutzt werden. Besonders bei der Untersuchung der Güterzüge nach Pressig wurde die Fahrleitung abgeschalten, was besonders im Winter unangenehm war. Essensbestellung erfolgte über den Mitropa Kiosk im Kontrollgebäude und durch eine Mitarbeiterin wurde das Essen persönlich gebracht, mit Devisenquittung und Abrechnung. So mußten Essen und Getränke 1:1 in DM gezahlt werden. Gern war es auch gesehen, wenn Bundesbahner den Intershop besuchten und hier Einkäufe tätigten. Verwunderlich war oft bei etwas "größeren Einkäufen" oder überdurchschnittlichen Mengen, zwei statt einer erlaubten Flasche Alkohol, wußte der Zoll in Bayern oftmals Bescheid und kontrollierte die betreffenden Kollegen "etwas genauer". Sonst sprach man vom "Feindbild"...

Hauptpersonal waren Lok-und Zugführer vom Bahnhof Pressig-Rothenkirchen, die bis 1997 den Hauptteil des DB / DR Verkehres auf der Frankenwaldbahn bewältigten. Mit Sonder-und Autoreisezügen kamen meist Nürnberger bzw. Bamberger Personale nach Probstzella. Tägliche Nachtleistung des Nürnberger Zugpersonales war der Nachtschnellzug D 300 / D 301 München-Berlin-München, der von Nürnberg nach Probstzella und zurück bis Nürnberg gefahren wurde. Nachts bestand das Zugpersonal aus Lokführer, Zugschaffner und Fahrladeschaffner. Bespannung erfolgte mit 2 x BR 111 in Doppeltraktion mit Bamberger Lokführern.


Beim Umsetzen von DR bzw. DB Lokomotiven wurde strengste Beobachtung angeordnet ob es zu Kontaktaufnahmen der Lokpersonale untereinander kam. Ein kurzes Grüßen wurde akzeptiert, Hand heben oder "Lichthupe". Persönlicher Kontakt kam nur zwischen den Zugpersonalen, der Aufsicht und den Güterzugabfertigungspersonal zu stande. (Zugabfertiger, Wagendienst, Wagenmeister)


Kopie des Original GÜST Stempels des Eisenbahngrenzüberganges Probstzella 1989.

Reservierung von Abteilen für den BGS, Bundeszoll und DDR Paß-und Zollorgane im D 1402 auf dem Streckenabschnitt Lichtenfels-Saalfeld im Wagen 277 am 23.06.1989. Damalige Klassenfeinde benutzten gleiche Abteile und Sitzplätze auf ihrem jeweiligen Kontrollabschnitt.


Auch hatten alle Mitarbeiter der DR bzw. und auch der DB "Ihre Stasi Akte", sämtliche Persönlichen und Dienstlichen Besonderheiten, Familiäres, Parteizugehörigkeit sämtliches Privates war bekannt, auch bei den DB Mitarbeitern. Alle Mitarbeiter der DB wurden mit entsprechenden Angaben erfaßt und verwaltet, auch waren die Dienstpläne bekannt. Man wußte immer wer gerade kam. Die tägliche Ausweiskontrolle diente nur zur Abschreckung. Auch konnten persönliche Sachen der Mitarbeiter z.B. Taschen, Mappen u.s.w. kontrolliert werden.


Ausweis zum Grenzübertritt in die DDR für das Pressiger Lokpersonal, was dem Bw Lichtenfels unterstand 1988 ausgestellt, gültig für 3 Jahre.

Entsprechende Kurzinstruktion und Verhaltensregeln auf der Rückseite.

Kenntnisnahme und jährliche Belehrungen über die DV 329 hatte durch den Betriebsbeamten des Bahnhofes bzw. Bahnbetriebswerkes zu erfolgen und der Mitarbeiter hatte zu unterschreiben. Verstöße wurden mit einem Fahrverbot, bzw. Einreiseverbot in die DDR geahndet.

Als Betriebliche Besonderheit galt der Anhang III zur Fahrdienstvorschrift, hier der Streckenauszug der Frankenwaldbahn mit Bahnhofsabkürzungen und Kilometertafel zur Errechnung der geleisteten Zugkilometer und zum Eintrag durch den Zugführer in den Lokdienstzettel. Ebenso wurden hier Tonnen, Achsen und Besonderheiten eingetragen. Eintrag hatte mit Bleistift und "Sonntagsschrift" zu erfolgen, mußte Nachvollziehbar und Lesbar sein.

194 541 fuhr im Herbst 1984 mit einem Güterzug in Probstzella aus Pressig ein.

Ebenso 194 573 mit einem Güterzug im Sommer 1985. Auf beiden Bildern ersichtlich "abgebügelt" einrollen in den Grenzbahnhof wie angeordnet.

 

Wichtigstes Ritual war die Begrüßung und Verabschiedung der Fahrgäste in den Schnellzügen von und nach München / Berlin auf dem ersten bzw. letzten Bahnhof in der Deutschen Demokratischen Republik. Darauf wurde besonderer Wert gelegt.


Einreise / Ankunft der entsprechende Ansagetext im Original Wortlaut


"Probstzella, Probstzella, wir begrüßen Sie im ersten Bahnhof der Deutschen Demokratischen Republik. Der eingefahrene Schnellzug fährt weiter nach Berlin. Achtung Reisende !!! Dieser Zug fährt ohne Halt bis Berlin, Reisende die nicht über Berlin fahren müßen, sowie Reisende in die Deutsche Demokratische Republik werden gebeten hier auszusteigen, und sich in das Kontrollgebäude zu begeben. Ich wiederhole..."



 Nachfolgende drei Kopie Dokumente zeugen vom Wahnsinn des Kalten Krieges, der auch auf dem Rücken der "Kleinen Leute" ausgetragen wurde.

 

Antrag auf das Überschreiten der US und Russischen Zonengrenze Ludwigsstadt / Probstzella 1951.

Fahrt von Ludwigsstadt nach Föritz bei Sonneberg wäre bis 1945 über Stockheim erfolgt. Danach über Probstzella-Lauscha-Sonneberg mit dem Zug und weiter bis Föritz mit dem Bus. Reisedauer ca. 7 Stunden 1951. Luftlinie ca. 25 km, Straßenentfernung heute über Pressig / Stockheim ca.35 km mit ca. 37 Minuten Fahrzeit laut Navi !!!

Abfertigungsstempel vom US-Zonen Grenzübergang Falkenstein.

Flyer der Deutschen Bundesbahn 1950 für den DB / DR und Berlin Verkehr. Wenige Züge am Tag bestimmten das Verkehrsgeschehen auf den Strecken.

Täglich jeweils eine Verbindung 1950 über den Grenzübergang Probstzella / Ludwigsstadt.

Flyer von 1953, hier verschärfte sich schon der Ton mit dem beginnenden Kalten Krieg, sogar auf harmlosen Fahrplänen wurde beidseitig Propaganda geschührt.

Ludwigsstadt als Interzonenzugbahnhof 1953, letzter Halt in der "Ami-Zone", bevor in die "Russische Zone" ging. Hier deckten sich die Fahrgäste die es konnten nochmals mit Reiseproviant ein, bevor es für die meisten Fahrgäste weiter nach Berlin-Zoo ging. Auch gab es hier schon Zoll- und Passkontrollen. Und es wurden auch Ausschau nach Verbrechern gehalten. So konnten Straffällige Personen meist aus Großstädten, die versuchten Unterzutauchen bei solchen Kontrollen gefaßt werden.

 

 Eine kurze Bilderreise von Ludwigsstadt nach Probstzella im August 1983

 

Führerstandsblick zur Fischbachmühle mit dem dahinter befindlichen Bahnübergang ca. 1,5 km vor der Landesgrenze.

Ehemaliger Haltepunkt Falkenstein mit Bahnsteig, Schrankenwärterbude und Bahnübergang. Wenige Meter hinter dem Bahnübergang befand sich die Grenze zur DDR.

Überfahrt über die ehemalige Innerdeutsche Grenze am Falkenstein. Links der Verlauf der B 85 Kronach - Saalfeld. In dieser Sackgasse fanden Führungen und Besichtigungen der Grenzanlagen mit "Grenztouristen" statt. Da die Grenzanlagen sehr dicht zugewachsen waren, war der Blick von und nach Probstzella nicht möglich und somit auch keine Kontaktaufnahme. Lediglich ein-und ausfahrende Züge konnten hier in dem 10 Meter Loch am Zaun fotografisch festgehalten werden. Das Einfahrtvorsignal zeigt "Halt erwarten" und befand sich in einem Abstand von 700 Meter zum Hauptsignal auf DDR Gebiet. Damit kein Signaltechniker auf Gebiet der DDR mußte, so war schon unter Bewachung Flucht ausgeschloßen.

Blick vom Einfahrtsignal Probstzella in Richtung Bahnhof. Das Signal konnte nur "Halt erwarten" oder "Frei mit 40" signalisieren. Der Stromabnehmer wurde kurz vor dem Einfahrtsignal gesenkt, damit jeder Zug zum Halten kam.

Unmittelbar hinter der Grenze der weitere Grenzverlauf in westlicher Richtung nach Gräfenthal und Tettau sowie Richtung Sonneberg. In der Bildmitte der Stapel Betonplatten ist der heutige Verlauf der B 85. Damals Lagerplatz der Pionier Kompanie.

Neben zahlreichen Grenzstreifen, Erdbunkern befand sich auch zwischen dem Vor-und Einfahrtsignal ein Wachturm B 11 der Grenztruppen, der den Streckenverlauf sowie ein-und ausfahrende Züge zu beobachten hatte, auch Auffälligkeiten im Hinterland.

Unmittelbar hinter der Ortschaft Probstzella befand sich der Grenzsignalzaun, der hier von der Bahnstrecke in westliche Richtung (Gräfenthal, Tettau) führte. Auch eine Lichttrasse zwischen den Streckmetallzäunen. Waagerecht Bildmitte heute die B 85, Die Villa im Hintergrund ein Ferienheim des Ministerium für Staatssicherheit mit guter Erholung an der Grenze.

Blick von der Bahnlinie zu den Möbelwerken Probstzella. Lichttrasse, und 11 Meter Streifen hätten bei Unkenntnis der Örtlichkeiten für Verwirrung gesorgt, was auch beabsichtigt war um Republikflucht zu verhindern.Rechts der Schornstein der Itting Werke, dahinter der Bahnhof.

Einfahrt in den Bahnhof Probstzella. Links durften nur Lokomotiven der DR sowie Rangierabteilungen fahren. Rechts zwischen den Schutzweichen stand die DB Lok vor der Bespannung der Züge oder beim Lokwechsel vor Reisezügen.

Einfahrt nach Gleis 2 in die Grenzübergangsstelle. Gleis 1 wurde gerade der D 1403 Leipzig-Nürnberg bespannt. Die Lok unseres Fotofreundes bespannt dann den D 303 Berlin-München. Warten in Gleis 2 bedetete "Bügel ab", Bewachung durch PKE bis der D 1403 ausgefahren war, danach Bügel auf, Vorfahren bis an die Schutzweiche Richtung Falkenstein, Führerstandswechsel, Lokwechsel BR 132 / BR 151, D 303 bespannen, nach 20 Minuten Aufenthalt abfahren.

Blick aus einem fahrenden Güterzug 1989 aus Richtung Probstzella Richtung Grenze. Links oben mit Pfeil markiert der Grenzverlauf mit gut sichtbarer Grenztrasse.Rechts der B 11 unmittelbar am Falkenstein vor der Öffnung am Gleis.

Einfahrt Probstzella "Halt erwarten", das war ab 1990 durchaus realistisch. Einfahrt mit einem Güterzug am 20.08.1990 Pressig-Probstzella.

Verhinderung eines Fluchtversuches, diese Betonplatte hätte mechanisch einen Fluchtversuch Richtung Bundesrepublik verhindern können, auch das Eindringen feindlicher Schienenfahrzeuge auf das Territorium der DDR. Das ständige Signalbild der Einfahrt Probstzella. Einfahrt frei mit 40, Halt erwarten. Einfahrtsignale und Ausfahrtsignale von und nach Ludwigsstadt waren DR Lichtsignale um Wartungsarbeiten zu minimieren, gegenüber Formsignalen, und um das Aufsteigen mit Sichtkontakt "nach Drüben" durch DR Eisenbahner zu verhindern.

Neben der Trennwand Gleis 2 / 3 Zugang zur Grenzübergangsstelle wurde der Zugang aus Richtung Saalfeld ebenfalls bewacht. Postenturm gegenüber der GA Probstzella hatte die Bewandnis, Schutz der GÜST aus nördlicher Richtung vor Grenzverletzern, sowie Beobachtung ein-und ausfahrender Züge ob sich hier Grenzverletzer an Wagen oder auf Dächern e.t.c. befinden. Wachturm im September 1990 kurz vor seinem Abriß mit Spiegelverglasung.

1988 warb die DR mit preiswertem und schnellen internationalen Transitverbindungen durch Europa. Auf Grund des Preisvorteils der DR gegenüber der DB wurde der Transit durch die DDR oft von Ex-und Importfirmen in Westeuropa genutzt, auch über den Grenzübergang Ludwigsstadt / Probstzella.

Notgeldschein der Gemeinde Probstzella aus den 20er Jahren in Bezug auf die Bahnlinie Berlin - Probstzella - München.

Manchmal ging ohne Hilfe beim ICE über den Frankenwald nichts. Am 16.03.2010 benötigte der ICE-T Hamburg-München ab Probstzella über den Frankenwald bis Pressig Unterstützung durch 233 179 als Vorspannlok.
Bogenschnell durch den Franken- und Thüringer Wald. Einige Jahre verkehrte die Hofer VT 612 von Hof bzw. Bayreuth direkt bis Saalfeld. Mit einer abendlichen Verlängerung bis Gera über Triptis. Am 18.03.2010 rollte 612 115 "Kronach" von Hof kommend nach Saalfeld in den Bahnhof Probstzella ein. Wieder ein Kapitel abgeschlossener Verkehrsgeschichte.

 

Unmittelbar nach der Grenzöffnung veranstaltete das Verkehrsmuseum Nürnberg zahlreiche Fahrten mit Historischen Lokomotiven und Zuggarnituren von Franken nach Thüringen. Bis 1997 zählte die Rundreise über den Rennsteig zu den Favoriten. So ging es von Nürnberg - Lichtenfels - Probstzella - Lauscha - Sonneberg - Coburg - Lichtenfels nach Nürnberg. Gemeinsam mit DB und DR Maschinen. Auch die Fahrt nach Katzhütte mit Besuch der Oberweißbacher Bergbahn und der Strecke von Saalfeld über Triptis - Ziegenrück - Lobenstein - Wurzbach - Saalfeld erfreute zahlreiche Besucher und Eisenbahnfreunde. Ein Fund in der Dia Kiste vom März 1991 unmittelbar nach der Grenzöffnung im Bahnhof Probstzella zeugt von dieser Zeit.

Einfahrt des Sonderzuges aus Nürnberg mit der V 200 des Verkehrsmuseum. Erste Fotografen warten auf den Gast aus Nürnberg. Blick vom Stellwerk Pl in Richtung Falkenstein.
Noch sind alle Anlagen und Zäune des Grenzbahnhofes vorhanden. Lokwechsel von Diesel auf Dampf. Der Blick aus der Grenzübergangsstelle in Richtung Saalfeld.
Noch geht in Probstzella Alles seinen Gang, noch ist kaum etwas von der Änderung zu spüren. Wagenladungsverkehr, Güterzüge im DR / DB Verkehr. Zugbildung und Rangierdienst wie immer. Der Blick aus dem Stellwerk Pn auf den ausfahrenden Sonderzug mit 95 027 nach Sonneberg.
Blick aus einem Büro des Kontrollgebäudes in Probstzella auf das Stellwerk Pl. In Gleis 2 steht der zur Grenzabfertigung bereitgestellte Mittagsgüterzug nach Pressig, der Probstzella gegen 14:00 Uhr verlassen hatte, mit den beiden Lokomotiven der BR 151 die diesen Güterzug als Zug bzw. Schiebelok bespannten. Zuglok des D 302 wurde die Zuglok und die des 1402 die Schiebelok.


Spurensuche am 20.04.2019 einmal rund um den Falkenstein


Wer gut zu Fuß ist für den ist es kein Problem vom Parkplatz "Fischbachsmühle" in Oberfranken oder vom Bahnhof Probstzella in Thüringen eine rund 5 km lange interessante Excursion zu starten. Was an einem Nachmittag mit etwas Einkehr in der Fischbachmühle mit Kaffee, Kuchen und Lauensteiner Pralinen miteinander verbunden werden kann. Etwas Belohnung muß schon sein der Aufstieg zum Grenzturm "Sattel" ist nicht ganz ohne. Aber wir sind ja alle fit.


Los ging es vom Parkplatz "Fischbachmühle" in Richtung Villa "Falkenstein" ca. 500 Meter parallel zur Frankenwaldbahn, die am Falkenstein in die Loquitztalbahn einmündet. Neben dem heute privat genutzten Wohneigentum, daß einen gepflegten und seriösen Eindruck vermittelt führt der Wanderweg direkt durch das Grundstück, der benutzt werden darf in Richtung Osten parallel zur Landesgrenze in Richtung Steinbach an der Heide. Von der Loquitz die Richtung Hockeroda in die Sormitz fließt und von dort in Eichicht in die Saale "plätschert" der Steinbach aus Osten kommend, der vom Talbach und Enzbach gespeist wird in die Loquitz. Steinbach fließt von Ost nach West und Talbach mit vereinigtem Enzbach von Nord nach Süd vom "Sattel" herunter. In früheren Jahren wurde der Falkenstein von diesen Bächen versorgt. Auch kam das Wasser, daß zum Brauen verwendet wurde aus den drei sauberen Bergbächen. Sogar noch als die Grenze geschloßen war. Auch ein Teil des Wassers kam aus der Loquitz. Sauberes reines Gebirgswasser.


Ca. 1 Meter hinter dem Falkenstein verläuft die Landesgrenze, die Mitten durch Gebäude und Anlagen verlief, deren Bestand geduldet wurde und somit im gleichen Atemzug das Turbinenhaus und das Bahnwärterhaus bei km 166,4 abgerissen werden mußte auf Befehl der Militärs. So konnte der Falkenstein erhalten bleiben.


Mit wenig Wasser floß die Loquitz im Frühjahr / Sommer 2019 von Oberfranken nach Thüringen. Wehranlage aus den 30er Jahren parallel zur Frankenwaldbahn zwischen Fischbachsmühle und Falkenstein. Früher wurde das Wasser zur Einspeisung in die Wasserbehälter und zur Verwendung im Turbinenhaus sowohl in der Fischbachsmühle als auch am Falkenstein genutzt.
Die heutige Zufahrtsstraße zur Villa Falkenstein führt rechts weiter nach Steinbach an der Heide und parallel zur Landesgrenze. Früher befand sich hier das Restaurant mit Cafe, Biergarten und Tanzsaal, das Weithin bekannt war.
Der direkte Blick vom Felsen des Falkenstein, der sich gegenüber des Hotel und Restaurantes befand. Die Größe der Anlagen läßt die Wirtschaftliche und Touristische Bedeutung des Ausflugszieles an der Landesgrenze erkennen. Höchstes Geschäftsprinzip war die Eigenversorgung in jeglicher Form um Lieferschwierigkeiten, Unabhängigkeiten abzuwenden. Das war das Oberste Geschäftsprinzip von Karl Schreiter was von Anfangan zum Erfolg führte. Erkennbar unten links das Gebäudedach der Blockstelle Falkenstein, die bis zur Elektrifizierung in Betrieb war.
Auf Thüringer Gebiet, früher als "Russenweg" von den Beschäftigten bezeichnet, führte dieser Weg am Grundstück Falkenstein direkt parallel entlang. Die rechts erkennbaren Zaun Säulen sind bereits das Grundstück der Gärtnerei am Falkenstein. Hier befanden sich auch die Fischzuchtanlage und das Schwimmbad, die vom Wasser des Stein-, Tal- und Enzbaches gespeist wurden. Die Bezeichnung "Russenweg" führte dazu, da sich hier ausschließlich nur Militärpatrolien der Russen und Grenzaufklärer bewegen durften. Der eigentliche Grenzzaun befand sich ca. 300 m weiter links parallel zum Weg verlaufend. Man nannte dies auch Vorgelagertes Hoheitsgebiet der DDR.
Falkenstein 1952, links schon ein Zaunverlauf hinter dem Steinbach. Dahinter der "Russenweg" für Militär- und Grenzaufklärer. Durch das Gelände führt die Landstraße nach Steinbach an der Haide. Dahinter findet sich die Gärtnerei und das Schwimmbad zum Hotel.
Vom "Sattel" fließt der Talbach aus nördlicher Richtung zur landesgrenze. Gut ausgebaut und betoniert sieht man noch heute welche Anstrengungen unternommen wurden Fluchtversuche zu vereiteln. Fließrichtung des Baches von Nord nach Süd, der in Oberfranken in den Steinbach hinter der Grenze einmündet.
Auf halber Wegstrecke von der Landesgrenze zum "Sattel" führt parallel zum Tal bach der Wanderweg in nördliche Richtung, der ca. 500 parallel zu der westlich (links) verlaufenden Bahnlinie entlang führt. Auf halber Höhe ein Fisch Weiher an dem auch gern gerastet wird.
Von den Hauptwanderwegen zweigen heute noch dicht bewachsene schmale Wege ab, die für den Ortsunkundigen selbst bei Überwindung der Sperranlagen tödlich waren. Minenfelder, Selbstschuß- und Signalanlagen sowie Grenzsoldaten zwischen Zaun und Grenze hätten jeden Fluchtversuch verhindert. Ein ehemaliger Grenzweg ca. 150 Meter parallel zur Landesgrenze verlaufend in westlicher Richtung zur Bahnlinie. Noch wäre die Bundesrepublik nicht erreicht gewesen bei Flucht.
Auf der Anhöhe des "Sattel" befindet sich heute noch dieser Kommando Turm der Grenztruppen der DDR. Von hier wurde durch einen Offizier der Grenzabschnitt geleitet. Hier gingen alle Meldungen ein und von hier wurden alle Befehle erteilt. Besetzung rund um die Uhr. Neben dem Offizier gab es noch einen Diensthabenden Unteroffizier und einen Wachsoldaten, zur Beobachtung und für Botengänge. Im Untergeschoß saßen Alarmtrupp, Nebeltrupp und Grenzstreife. Meist war die Grenzstreife mit Krad oder PKW auf dem Kolonenweg unterwegs und die Trupp`s wurden zum Teil zur Verstärkung auf Zwischenposten eingesetzt.
Heute zur Zierde die DDR Grenzsäulen, die für touristische Zwecke am Turm stehen. eigentlich noch ca. 200 Meter den Berg hinunter zum Falkenstein war ihr Standort.
Der einstige Grenzzaun am "Sattel", der in westliche Richtung zur Bahnlinie in das Tal und parallel zur Grenze verlief. Selbst wenn an diesem Zaun der Fluchtversuch gelungen wäre hätte der Grenzverletzer noch ca. 300 Meter nach links zum Falkenstein gehabt. Von hier durch undurchdringlichen Wald mit bereits beschriebenen Methoden zur Verhinderung des Fluchtversuches. Da solche geographischen Verhältnisse nirgendwo erwähnt waren war der Fluchtversuch unmöglich. Nur eingeweihte kannten den Wegverlauf.
Keine Bio Aufnahme von grünen Wäldern. Sondern der Blick vom Grenzzaun am "Sattel" hinunter zur Bahnlinie am Falkenstein. Bis 1990 war der Blick frei für Fernglas Objektive und Grenz Aufklärer heute ist er faßt zugewachsen.
Oberhalb von Probstzella befindet sich die "Ausdauer" ein ehemaliger Schiefer Stollen, der vom Ort direkt bis an die Landesgrenze führte und in frührer Zeit vor 1800 sogar bis nach Oberfranken unmittelbar hinter die Landesgrenze. Heute ein Blick in westliche Richtung zur Bahnlinie und der Firma "Elo Bau", an dessen Stelle sich früher das Kraft- und Elektrizitätswerk der Firma Franz Itting befand.
Heute ist alles Geschichte, die einstigen gesperrten und verbarikatierten Wege werden heute von Wanderern und Heimatfreunden genutzt. Es erinnert faßt nichts mehr an die Grenze des Schreckens. Heute finden Sie ausgebaute und beschilderte Wanderwege die einfach über Grenzen hinweg führen.
Beim Abstieg vom "Sattel" über die "Ausdauer" führt der Wanderweg noch über originale Beton Platten der Grenztruppen und das ehemalige Hinterlandstor war der Eingang zum eigentlichen Grenzgebiet. Ausgestattet mit Signal- und Alarmsystemen wäre hier schon die erste Schwierigkeit für Grenzverletzer aufgetreten. Dann fehlten Ortskenntnisse und zum Teil waren Grenzanlagen Seitenverkehrt montiert, daß bei Unkenntnis vorerst der Weg zurück in die DDR geführt hätte.
Wieder im Tal führt der Weg neben der rechts verlaufenden Bahnlinie vorbei und zeigt den Blick auf das Gelände der ehemaligen Grenzanlagen. Im Streifen in dem jetzt nach 30 Jahren Birken gewachsen sind verlief einst der Todesstreifen.
Ca. 150 Meter hinter der Landesgrenze rollt ICE 1512 München - Hamburg am 15.07.2014 auf den Bahnhof Probstzella zu. Freie Fahrt bis zum nächsten Halt in Saalfeld.
Streckenblick aus Richtung Probstzella zu km 166,4 am Falkenstein Landesgrenze.Die Kilometrierung beginnt in Leipzig, da die offizielle Streckenführung Leipzig-Zeitz-Saalfeld-Probstzella (Landesgrenze) geführt wird. Die erste Bahn die von Sachsen über Thüringen nach Bayern führte, seit 1871 und ab 1885 mit Lückenschluß.
Ein Blick zur Villa "Falkenstein", am 17.April 2015 "schlängelt" sich der "Gipszug" von Iphofen nach Spreewitz über die Bayerisch-Thüringische Landesgrenze.
Unverkennbar an der Landesgrenze das Fundament eines Turmmasten der 1937 elektrifizierten Franken-, Loquitz- und Saalbahn.
Zugang von Thüringen über den Steinbach. Von hier war der Zugang zum Turbinenhaus Falkenstein und dem Blockstellenwärterhaus möglich. Mit der Grenzziehung mußten beide Häuser entfernt werden. Links befindet sich die Villa Falkenstein und der Standort ist der Grenzverlauf. Mit der Elektrifizierung wurde der Block Falkenstein geschloßen und an den Besitzer des Falkenstein`s verkauft. Hier zogen drei Mietparteien ein, die am Falkenstein angestellt waren. Das Gebäude befand sich in Thüringen, der Zugang war vom Falkenstein her möglich. Aus Sicherheitsgründen durften ab den 50er Jahren keine DDR Bürger dieses Terain mehr betreten. Das Turbinenhaus wurde neu errichtet, daß Wohnhaus Ende der 60er abgerissen. Somit war das Gebiet Hochsicherheitsgebiet, Fluchtgefahr und ein Teil des geöffneten Grenzverlaufes für Zugfahrten was unter "schärfster Bewachung" stand. Die Bewohner wurden nach Abriss umgesiedelt.
Der "letzte Kilometerstein der Bundesbahn" bei km 52,8 am Falkenstein, die Kilometrierung von Hochstadt-Marktzeuln beginnend.


Der Fall "E"...


Nicht nur historische Überlieferungen vom Bahnbau und Bahnbetrieb sind interessant auch die Politischen Geschehnisse zeigen den Kampf der Systeme und das System des "Kalten Krieges". Auch waren Frauen oft die "besseren Spione und Agentinen". Ab 1965 wurden die Grenzanlagen rund um Probstzella und am Falkenstein immer undurchlässiger. Manchmal sprachen Beschäftigte vom Falkenstein mit den Grenzsoldaten "über den Zaun". Und in einer Erzählung war klar dargestellt, daß bereits Alles und Jeder der hier Beschäftigten bei den DDR Sicherheitsorganen mit allen Personellen Angaben bis ins Detail bekannt war. Irgendwann in dieser Zeit wurde am Falkenstein eine Hilfskraft E. angestellt. Sie floh aus der "Ostzone" wie man sagte war aus Saalfeld und kam bei ihren Verwandten in Lauenstein unter. Nichts ungewöhnliches zu dieser Zeit. Waren doch tausende Heimatvertriebene aus Deutschen Ostgebieten und DDR Bürger das tägliche Bild in der Grenzregion. E.arbeitete als Küchenhilfe und war sehr fleißig und arbeitsam, kam schnell mit den Gleichaltrigen ins Gespräch. Man ging ins Kino auf den Tanz oder unternahm andere Freizeitvergnügungen in dieser Zeit. Auch bahnten sich Freundschaften, Vertrauen und Liebesbeziehungen mit E. an. So war E. mit einem Mitarbeiter leiert, von dem sie völlig zufällig alle Informationen und Auskünfte erhielt. In der Verliebtheit plauderte "er" einiges aus. Informationen wurden auf dem Weg von der Küche zur Gärtnerei entlang des "Russenweges" mit kleinen Zettelchen weitergeleitet. Es war die tägliche Aufgabe der Küchenkraft Kräuter, Obst, Gemüse, Gewürze aus der Gärtnerei zu holen und zuzubereiten. Wer kümmerte sich dann schon um die "kleine Küchenfee". Ende der 60er war E. plötzlich verschwunden auf dem Weg zur Gärtnerei. Systematisch wuchs das Misstrauen gegen Fremde, da nach diesem Fall jeder neue Mitarbeiter mit Skepsis betrachtet wurde. Was wiederum die Stasi nicht abschreckte ihre Spione unter die Gäste und Besucher des Falkenstein`s zu schleußen. Freundliche Damen und Herren, die im Bus aus München die DDR Grenze besuchten. So waren sämtliche Militär, Zoll und BGS Bewegungen unter Kontrolle der Staatssicherheit. Überliefert sind vermutliche ehemalige Bergbaugänge des Schieferbruches "Ausdauer", der Bruch wurde geschloßen und eine Nutzung alter Gänge zur Schleußung von Agenten und Spionen des Kalten Krieges wären nicht auszuschließen. Schließlich führten Gänge in Richtung Oberfranken die angeblich in den 60er Jahren verschüttet wurden. Auf Grund der zahlreichen Ganglabyrinthe im Untergrund wäre es durchaus möglich gewesen, daß ein Gang übersehen worden ist und nach 1990 einbrach so können derartige Aktivitäten nur als Spekulation abgearbeitet werden. An Gerüchten ist ja schließlich immer etwas Warheit. 


Der Ernstfall, was wäre wenn...


Das die Grenze nicht nur dazu diente imperialistische Angriffe und Eindringlinge abzuwehren, so die Lesart der SED Regierung. Es galt der Schutz des "Maroden Volkseigentum`s" oder Verhinderung von Fluchtversuchen der DDR Bevölkerung, die schon seit 1949 und dem Berliner Aufstand 1953 merkten, daß alles Private und andere Denkrichtungen verboten waren. Mit Milliardenaufwand wurde der Schutz der DDR verwirklicht und durchgesetzt. Dabei waren 28 Jahre "Mauerhaft" Errungenschaften des Sozialismus.


Zwei Szenarien wurden ständig geprobt und waren bis ins letzte Detail durchgespielt.


Verhinderung jeglicher Fluchtversuche

- Verkauf von Fahrkarten der DR in Grenznähe zur Bundesrepublik wurden nur mit Passierschein- bzw. Personalausweis Nummern Eintrag verkauft

- Verdächtige Personen wurden auf Bahngelände kontrolliert, Unerklärliche und nicht Nachvollziehbare Angaben bzw. Reiseziele und Verwandschaftsverhältnisse hatten Folgen

- Auch wurden Verdächtige Personen wurden im Zug kontrolliert, Vorgemeldet durch Zivile Mitarbeiter

- Kontrolle am Ausstiegs- oder Umsteigebahnhof

- Bewachung von Zufahrtsstraßen zum Grenzgebiet durch Präsenz von Volkspolizisten

- Kontrolle aller Züge zum Grenzgebiet durch Bahnpolizei

- Ausstiegskontrolle am Zielbahnhof und Zivilverfolgung

- Überprüfung der Verwandten und Bekannten die besucht wurden

- Kontrolle aller Aktivitäten, Fotoerstellung, Erkundungen, Kontaktaufnahme mit der Bevölkerung

- Falsche Richtungs-, Ortsangaben oder Wegfall derer führten zu Verwirrung, Ersichtliche Grenzanlagen dienten der Abschreckung und führten oft in falsche Zielrichtung

- Straßenpatrolien, Hinterlandstreifen und Polizei, Freiwillige Helfer der Volkspolizei und der Grenztruppen im Einsatz sowie Hinweise der Grenzbevölkerung

- Sichtbare Präsenzposten, Grenztürme, und Hundelaufanlagen

- Unterirdische Bunkeranlagen unmittelbar an der Grenze die nicht ersichtlich waren


Durchschnittlich waren bis zu 10 Präsenzposten zu überwinden, hinzu kam die Grenzanlage, so kann sich jeder ein Bild darüber machen, daß ein Fluchtversuch schon im Kaim erstickt wurden. Hinzu kamen "IM`s" im Familien und Kollegenbereich. Weiterhin wurde die Aufmerksamkeit der Eisenbahner getestet, so das "gespielte Grenzverletzungen" insziniert wurden. Mitarbeiter in Zivil bewegten sich aus dem Bahnhof in Richtung Grenze zu. So konnte die Zuverlässigkeit beurteilt werden. Wenn solche Fälle übersehen wurden mußte man sich unangenehme Fragen gefallen lassen, was bis zu persönlichen Konsequenzen führte.


Der Supergau waren eine Entgleisung oder die Zugtrennung an der Grenze oder eine Trennung so das ein Teil in der DDR der andere in der BRD stand. Hier waren die Schubladen voll mit unterschiedlichen Einsatzvarianten. Ausgegangen wurde immer von Fluchtversuchen und Antiimperialistischer Angriffe. Auch Sprengstoffanschläge und militärische Anschläge direkt an der Grenze waren ein Szenario das mit eingeplant wurde. Und das kam auch tatsächlich vor in den 70er Jahren mit dem Güterzug der gegen 14:00 Uhr in Probstzella nach Pressig fuhr. Dabei hatten Zugtrennungen unterschiedliche Ursachen, Materialbeanspruchung durch Zug- und Rangierbewegungen, Nichtersichtliche Materialrisse oder Schlechtgekuppelte Züge in denen bei Zug, Stoß und Bremsbewegungen Kupplungen reißen konnten.

Besagter Güterzug stand in zwei Hälften getrennt genau am Falkenstein, was eine Totalsperrung zur Folge hatte. Berechtigt waren im Bw Probstzella zwei Lokführer die vom Bahnhof zur Grenze fahren durften und Züge in den Bahnhof zu schleppen. Rangier- und Wagenmeisterpersonal nur in Begleitung der Grenztruppen.

Nach Abfahrt der Schnellzüge D 302 um 12:30 Uhr nach Berlin und des D 402 nach Leipzig um 13:10 Uhr war in Probstzella "Ruhe". so wurde in zwei Rangierfahrten der Güterzug in Richtung Falkenstein nach Gleis 2 "GÜST" rangiert. Zuglok war die E-Lok des D 302 an der Spitze, Schlußlok die des D 402. Nachdem gekuppelt war, wurde die Fahrleitung abgeschalten und geerdet. Es begannen Zolluntersuchungen. Durch die Zollvorführer der DR mußten Papiere, Plomben, Wagenladungen vorgeführt werden. Innenraumkontrolle mit Stangen, Außenkontrolle mit Hund und Personal, Zwischenzeitlich konnte durch den Wagenmeister die Bremsprobe durchgeführt werden. Nach erfolgter Zollkontrolle, Zugabfertigung und Fertigmeldung mußte der Bahnsteig von allen DR Beschäftigten verlassen werden. Vorher erfolgte nochmals eine Bremsprobe zwischen den Lokomotiven.

Unmittelbar am Falkenstein riß der Zug, er war in wenigen Sekunden umstellt um Fluchtversuche zu verhindern. Ca. 10 Postenpaare sicherten den Abschnitt. Hinzu kam der Alarmtrupp und Grenzstreifen die vom Bahnhof bis zur Grenze alles abriegelten. Sofortige Meldung bis Berlin in erster Linie wurde Flucht und Sabotage vermutet. In erster Linie Sachkenntnis des DR Personals. Es kam zu Kontaktaufnahme zwischen Berlin und Bonn dann über beide Verkehrsministerien und dann zwischen den Direktionen Erfurt und Nürnberg. Danach durften die Fahrdienstleiter Probstzella und Ludwigsstadt miteinander alles einleiten unter Überwachung beider Bahnhofs Vorstände die Meldung zu machen hatten. Der Zugteil der in der Bundesrepublik stand durfte mit seinem Zugteil nach Ludwigsstadt fahren und ihn dort abstellen. Der defekte hintere Zugteil in der DDR wurde mit der Rangierlok zurückgezogen. Nachdem der Zugteil in Probstzella ankam wurde er sofort umstellt und kontrolliert, Fluchtversuch. Nachdem alles in Ordnung war durften die Eisenbahner an den Zug. Es wurde der defekte Wagen ausgestellt. Die Zuglok aus Ludwigsstadt kam Lz zurück nach Probstzella und bespannte erneut den 2. Zugteil und mußte die Wagenlisten und Frachtbriefe wieder mitbringen. Der defekte Wagen mit Frachtbrief wurde zugeführt. Es erfolgte eine erneute Bremsprobe, eine zweite Zugvorbereitung, Zollkontrolle und alles weitere. Gegen 20:00 Uhr durfte der zweite Zugteil nach Pressig fahren. Der abgestellte Zugteil in Ludwigsstadt wurde später nach Pressig überführt. Der durchschnittliche Zeitaufwand wurde je nach Länge und Situation des Zuges mit 4 bis 8 Stunden beziffert. Jede Bewegung durfte nur mit Zustimmung der DDR Grenztruppen und Staatssicherheit erfolgen.


Ohne Schwierigkeiten, Grenzkontrollen und Beobachtungen überquerte am 17.04.2015 ICE 1207 Rostock-München die Grenze.
Ebenfalls ohne Schwierigkeiten der Schotterzug mit der SGL 232 am Falkenstein, der am 17.04.2015 zur Gleisbeschotterung von Ludwigsstadt nach Probstzella unterwegs war.


Falkenstein


Auf Initiative des Mühlenbesitzers Schreiter der mit dem Bau der Frankenwaldbahn das Gasthaus und Hotel am Falkenstein gründete, genau an der Landesgrenze Bayern / Thüringen wurde ein Haltepunkt mit Blocksignalen und Schrankenanlage errichtet. Arbeitsort des Wärters war Bayern, und ca. 20 Meter hinter der Landesgrenze befand sich ein preußisches Eisenbahnerwohnhaus das in den 60er Jahren abgerissen wurde. Haltepunkt Falkenstein wurde schnell zu einem der beliebtesten Ausflugsziele für Franken und Thüringer. Weithin bekannt das Falkensteiner Bier. Gasthaus mit Hotel, eigener Fischzucht, Schlachterei, Brauerei, Wasserkraftwerk. Auch ab den 20er Jahren kamen auch Busse von Nürnberg, München, Leipzig, Berlin zum Falkenstein. Mit Kriegsende war der Haltepunkt Falkenstein-Zonengrenze Endpunkt für Schnellzüge von und nach München sowie Personenzüge aus Bamberg und Lichtenfels. Mit Errichtung der Grenze zur DDR setzte auch ein starker Grenztourismus ein zur Besichtigung der DDR Grenzanlagen. Ab 1949 wurde der Zugbetrieb wieder bis Probstzella für Schnell- und Güterzüge freigegeben. Der Nahverkehr endete weiterhin am HP Falkenstein bis in die 80er Jahre und wurde aber zunehmendst bis Ludwigsstadt zurückgefahren. Züge aus Lichtenfels endeten am Falkenstein und fuhren geschoben wieder zurück nach Ludwigsstadt und von da wieder nach Lichtenfels bzw. Bamberg. Siehe Dienstplanauszug. 1993 wurde der HP abgerissen.


Fahrt ohne Grenzen am 26.02.2017 "donnert" 44 546 wie einst ihre Vorgängerlokomotiven über die Landesgrenze am Falkenstein.

Blickrichtung aus Thüringen zum Hotel Falkenstein, eine T 20 schiebt einen Güterzug von Probstzella in Richtung Pressig im Jahre 1930.

Gesamte Anlage des Hotel "Falkenstein" mit Gasthaus, Hotel, Brauerei, Metzgerei, Gärtnerei, Fischzuchtanlage und eigenem Haltepunkt hinter dem Bahnübergang um 1918.

Der "Falkenstein" mit Bahnsteig und Gaststätte in der Zeit um 1916.Im Vordergrund heute die B 85 Saalfeld - Kronach.

Gasthaus Falkenstein 1938 mit seiner gesamten Ausdehnung und dem dazugehörigen Gelände. Links im Bild das in den 70er Jahren abgerissene Eisenbahnerwohnhaus, was ca. 50 Meter von der Grenze entfernt stand und dessen Abriß im nachfolgenden Bild dokumentiert ist.

Eine Lok der BR 44 im Sommer 1935 am Falkenstein.

Sommer 1936 die Pressiger 44 001 beförderte einen Güterzug von Saalfeld bis Bamberg, hier bei Überfahrt der Landesgrenze am Falkenstein. Links am Bildrand die Reichsstraße 85 von Kronach nach Saalfeld.

Auf Postkartenmotiven oft erkennbar das Wohngebäude unmittelbar an der Grenze Thüringen / Bayern am Falkenstein. Das zum Bahnhof Probstzella gehörende preußische Bahnwärterhaus wurde Anfang der 70er Jahre abgerissen zur besseren Sicherung der Staatsgrenze der DDR. Gesamter Gebäudekomplex stand ca. 30 Meter vor der Grenze. Das Wohnhaus von drei Mietparteien und Angestellten des falkenstein bewohnt, rechts das Turbinenhaus für die Stromversorgung des Hotel.

Blick zum Falkenstein mit dem Wohn- und Dienstgebäude unmittelbar an der Grenze 1903.

Bahnübergang am Falkenstein Sommer 1953,links befindet sich das alte Zollgebäude und im Hintergrund das Bahnwärterhaus der K.P.E.V., das in den 60er Jahren abgerissen wurde.

Bahnsteig Falkenstein HP Sommer 1953 mit Gasthaus, Zollgebäude. Endstation für die Züge von und nach Lichtenfels bzw.Bamberg.

Am Falkenstein, Sommer 1988, Sonderfahrt des Gläsernen Zuges aus Nürnberg zum HP Falkenstein.

Mit Sondergenehmigung und Schrittgeschwindigkeit durfte der Gläserne Zug dann vom HP Falkenstein bis zur Staatsgrenze der DDR fahren und fuhr dann wieder zurück.

Am 12.November 1989 wurde der Straßengrenzübergang am Falkenstein zur Wiedereröffnung geprüft. Hier kam es zum Treffen zwischen Angehörigen der Grenztruppen und des BGS genau an der Grenze. Wäre das Bild vor dem 09.November 1989 aufgenommen worden wäre anzunehmen es handelt sich um einen Fluchtversuch an der Grenze.

Noch ist die B 85 vom Falkenstein bis Probstzella geschloßen aber ab dem 20.11.1989 rollt der Verkehr.

Über Nacht wurde der provisorische Straßengrenzübergang am Falkenstein B 85 eröffnet. Erneuerung von ca. 150 Meter Fahrbandecke, Kontrollcontainer und los ging es. Eröffnung des Überganges am 20.November 1989.

Einer der wichtigsten Leute am Falkenstein, war der Braumeister. Der beste Freund der Gäste, Grenzpolizisten, Zöllner und Eisenbahner. Bis 1961 saßen immer mal wieder Franken und Thüringer im Hinterzimmer der Brauerei und verrichteten "dienstliche Geschäfte", man kannte sich ja aus früheren Jahren, spielte zusammen Fußball, war im Gesangsverein oder ging gemeinsam zur Schule. Brauerei Falkenstein Sommer 1950. Ein fast tödlicher Zwischenfall ereignete sich 1960, als der Braumeister immer wieder mal "verderbliche Ware", daß ist Bier ja, unterhalb des Zaunes durchschob. Wurde die "Kalschnikow" entsichert und durchgeladen. Hier wurde 1965 besonders tief im Boden eine Metallsperre versenkt um "Schaden vom Sozialismus" abzuwenden. Dies galt besonders für Soldaten der Grenztruppen in Bezug auf Alkohol.

Emailie Schild der Brauerei Falkenstein aus den 30er Jahren, eines der beliebtesten Biere in der Region.

Hotel und Gasthaus "Falkenstein" 1980 vom Bahnsteig aus im Bild festgehalten.

Beginn der Bauarbeiten direkt an der Landesgrenze zum Strassen- und Schienenausbau im November 1995.

Bauarbeiten im November 1995 an den Gleisen, der Stützmauer und an der B 85 zwischen der Landesgrenze und Lauenstein. Auf Grund der technischenSituation war die Schrankenanlage am Falkenstein noch einige Tage in Betrieb. Vorläufige Errichtung von Stützelementen an der Strasse gegen Abrutschen des Hanges an den bekannten Engstellen. Später wurde die Strasse verbreitert und eine Stützmauer zur Bahn errichtet.

Baubeginn der Stützmauer entlang der Frankenwaldbahn wenige Meter vor der Fischbachsmühle. Ersichtlich die Verbreiterung der B 85 und Vorbereitungen für den Ausbau des zweiten Streckengleises zwischen Probstzella und Ludwigsstadt im November 1995.

Unmittelbar am ehemaligen Schrankenposten "Fischbachsmühle" die Vorserielok 110 005 der DB mit dem E 2002 Lichtenfels-Saalfeld im Sommer 1974.

Auch der Bau der Verbindungsbrücke von der Zufahrt zur Fischbachsmühle, Falkenstein und der Ortschaft Steinbach an der Heide war ein Foto wert. Nach Wegfall der Bahnübergänge am Falkenstein und an der Fischbachsmühle wurde im Frühjahr 1995 mit dem Bau einer Brücke über die Frankenwaldbahn zur B 85 begonnen.

Dienstplanauszug Bw Pressig Sommer 1964 mit einer Sonntagsleistung von Lichtenfels zum Falkenstein und zurück nach Ludwigsstadt für das Personal der E 52.

Gedenkstein am Falkenstein Grenzöffnung 1989. 21.04.1991

Der Falkenstein, die Mitte zwischen Berlin und München, in beide Richtungen jeweils 300 km. Ein Hinweisschild, daß Jahrzehnte am Falkenstein vorhanden war. 13.03.1991

Kurz vor ihrem Abriß, die Schrankenwärterbude am Falkenstein Herbst 1993.

Gasthaus Falkenstein mit Bahnübergang, Hinweisschild am 24.05.1992.

Am Sonntag, den 17.Mai 1992 kam die Kölner 110 402 mit dem D 304 München - Berlin planmäßig nach Probstzella. Hier am Falkenstein kurz vor der Überfahrt der Landesgrenze. Zu damaliger Zeit liefen planmäßig Dortmunder, Kölner und Frankfurter Maschinen mit Schnellzügen von und nach Probstzella.

  

Lauenstein (Ofr.)


Ebenfalls auf Initiative der Gemeinde Lauenstein und des Herrn Schreiter erhielt Lauenstein eine Bahnstation. Gerade für Wandertouren und ab 1920 zur Besichtigung der Burg Lauenstein war der Bahnhof zum großen Teil Ausgangspunkt. Mit Grenzziehung zur DDR wurde in den 60er Jahren die "Thüringer Warte" errichtet, die einen Blick über die Grenze von diesem Aussichtspunkt ermöglichte der sich zwischen Probstzella und Gräfenthal befand. Die beengten Verhältnisse am Bahnhof liesen keinen Bau eines Ladegleises zu.Errichtung eines Empfangsgebäudes mit Blocksignalen, Warteraum und Fahrkartenverkauf zwei Bahnsteige in jeder Fahrtrichtung. Verkauf des EG in den 80er Jahren, Entfernung der alten Bahnsteige im Jahre 1993 mit dem Umbau. Die ortsansässige Burgbräu oberhalb des Bahnhofes verlud und empfing ihr Transportgut je nach Fahrtrichtung unter Ausnutzung der Gefällerichtung. Überliefert wurde, das nach dem Bahnbau abgehendes Gut, Bier, Maische u.s.w. bergein nach "Zalle" (Probstzella) transportiert wurde. Das ankommende gut wurde in Ludschd (Ludwigsstadt) entladen und vom Bahnhof talwärts nach "Laasd`n" (Lauenstein) gefahren. So wollte man Wagen und Pferde schonen wenn dies möglich war. Nach 1900 war Lauenstein ein sehr beliebter Urlaubs- und Ferienort bis ca. 1995. Das nach 1960 errichtete "Berliner Viertel" war zweite Heimat für viele erholungssuchende Berliner die entweder mit dem Zug oder über die A 9 Rudolphstein an verlängerten Wochenenden, Sommer oder Feiertagen hier ihre kleinen Ferienhäuser aufsuchten. 

 

Eingleisiger Streckenverlauf der Frankenwaldbahn um 1900 bei Lauenstein.

Im Loquitzgrund ET 442 RB 59350 Bamberg-Saalfeld am 15.07.2014 am Stauwehr der Loquitz zwischen Fischbachsmühle und Falkenstein.

1935 rollte die Bamberger 77er talwärts bei Lauenstein Richtung Probstzella mit ihrem Personenzug Bamberg-Saalfeld. In dieser Zeit war es für das Lok-und Zugpersonal eine Tagesreise mit ca. 11 Stunden Dienstzeit. In dieser Zeit rollte der Zug einmal täglich 240 km hin und zurück. In der heutigen Zeit fährt der 442 in 12 Stunden 3 x hin und her als RB und legt 720 km in der Zeit zurück. Im täglich Einsatz von 20 Stunden legt der 442 die Strecke 5 x täglich zurück mit 1200 km Laufleistung täglich !!! Sicherlich kein Vergleich aber ein interessantes Zahlenspiel zur Verdeutlichung.

Partie an der Loquitz mit Blick zur Burg Lauenstein. Hinter der Kurve der Bahnstrecke befand sich der Bahnhof Lauenstein (Ofr.). Postkarte aus dem Jahre 1929.

Gleiche Stelle, anderes Motiv am 26.05.1936 der FDt 551 München-Berlin bei Lauenstein/Ofr. 137 225 und 137 226 vereint im "Doppelpack".

Blick aus südlicher Richtung auf die Frankenwaldbahn 1934. Unten die Burgbräu Lauenstein. In der Bildmitte erkennbar der Bahnhof Lauenstein.

Tourismus und Gastgewerbe profitierten bis in die 80er Jahre von der Eisenbahnanbindung in Lauenstein. Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen und Ausflüge nach der Bahneröffnung waren alle Bahnhöfe rund um Probstzella und Ludwigsstadt. Eine wunderschöne Postkarte aus den 70er Jahren vom Ort und der Burg Lauenstein.

Postkarte aus den 80er Jahren mit Motiven rund um den Falkenstein und Lauenstein sowie des Turmes der "Thüringer Warte" als Mahnmal des Elektrizitätswerkbesitzers Franz Itting der in Saalfeld geboren wurde und nach 1945 nach Ludwigsstadt ging. Wie er gingen viele Thüringer in Richtung Ludwigsstadt und weiter. Um immer mal einen "Blick" in die Heimat zu werfen zur Erinnerung ließ Franz Itting diesen Aussichtsturm errichten.

Blick zum EG Lauenstein (Oberfranken) im Sommer 2005. Das Gebäude befindet sich in Privatbesitz. VT 612 165 RE Jena - Lichtenfels.

Belingrodt-Karte 1920, eine Saalfelder P 8 mit einem Eilzug Saalfeld-Nürnberg unterhalb von Lauenstein. Eine T 20 des Bw Probstzella schiebt bis Pressig nach.

Blick auf den Bahnhof und den Ort Lauenstein in der Zeit des ersten Weltkrieges um 1917.

Heute nicht anders als damals, in den 80er Jahren wurden in den 300er Zügen Berlin-München ab Ludwigsstadt Flyer vom Burg-und Posthotel Lauenstein an die Fahrgäste verteilt. Somit war es dem Hotelier Wagner möglich seine an der Grenze zur DDR liegenden Hotels wirtschaftlich zu betreiben und Gäste aus Berlin, Nürnberg,München,Stuttgart in das "Zonenrandgebiet" zu locken.Die Hotels boten zur damaligen Zeit zahlreiche zeitgemäße Annehmlichkeiten, die durch die Gäste sehr geschätzt wurden.

Auch dieser Flyer wurde mit der Lockerung der Reisefreiheit für DDR Bürger ab 1986 in den Zügen ab Probstzella verteilt. In Zusammenarbeit der DB und dem Verkehrsministerium in Bonn wurden durch den damaligen Bundesverkehrsminister Dr.Warnke zahlreiche wichtige Info`s für die Besucher und Gäste verfasst.

Für Eisenbahnfreunde und Besucher aus der DDR warb das Verkehrsmuseum Nürnberg 1985 mit zahlreichen Aufklebern bekannter deutscher Lokomotivbaureihen. z.B. der e 94 dem Deutschen Krokodil, das Jahrzehnte ab 1941 bis 1991 auf der Frankenwaldbahn und bis Saalfeld / Weißenfels ab Nürnberg eingesetzt war.

Die Burg Lauenstein um 1897 zog schon in dieser Zeit zahlreiche Besucher aus Franken und Thüringen an. War es doch ein recht mühsamer Aufstieg vom Lauensteiner Bahnhof zur Burg, der sich denoch lohnte.

Blick zur Burg Lauenstein über die "Ewige Brücke1998. Hier verläuft unterhalb der Brücke die Frankenwaldbahn.

Der Blick zur Mantelburg Lauenstein am 11.05.2013. Rechts verdeckt der Lauensteiner Bahnhof.

Wenige Kilometer östlich von der Frankenwaldbahn gelegen, befindet sich der Ort Steinbach an der Haide, der mit seinen Flurstücken an die der Gemeinden Probstzella und Lichtentanne grenzt. War doch der Ort nebst gut geführtem Wirtshaus sowie seinem Dorfgarten für Thüringer, Franken und ihre Gäste immer wieder ein Ausflug wert. Rundwanderwege führten vom Falkenstein über den Ort nach Ludwigsstadt oder von hier aus Richtung Lichtentanne und von dort weiter in den Grund der Sormitztalbahn, der Station Richtung Saalfeld bzw. Lobenstein. So nutzte bereits seit dem Bahnbau die erholungssuchende Bevölkerung solche Ausflugsmöglichkeiten mit schönen Erinnerungen auch wenn es vor der Haustür war. Eine Ortsansicht des Dorfgartens in Steinbach an der Haide aus dem Jahre 1922. Im Hintergrund die Bergseite der Gemeinde Lichtentanne.

Im März 1994 waren die Umbauarbeiten der Frankenwaldbahn noch in Gang. Umbau des Streckenabschnittes bei Lauenstein. BR 155 mit Latz und ihrem Güterzug von Saalfeld zum Nürnberger Rbf.

Sommer 1935 Streckenblick in Richtung Lauenstein auf der Frankenwaldbahn im Ludwigsstädter Ortsteil Unterneuhüttendorf unmittelbar am Gasthaus "Kupferhammer",

    

Ludwigsstadt (Ofr.)


Abzweigbahnhof Strecke Ludwigsstadt - Lehesten


Der erste oder letzte Haltbahnhof vieler Züge in Bayern. Bahnhof mit Kreuzungs- und Überholungsmöglichkeit sowie abzweigender Nebenbahn nach Lehesten. Güterabfertigung, Ladestrasse, Gleisanschluß Wela sowie Gleisanschluß Ottendorf mit Hartsteinwerk. Zoll- und Grenzbahnhof bis 1990. Später Errichtung einer Schotterverladeanlage im Bahnhof. Verladebahnhof für Schiefer, Holz und Bier. Bis 1945 zog sich der wirtschaftliche Strom von Ludwigsstadt aus nach Thüringen, so fanden zahlreiche "Ludschder" in Thüringen Arbeit bzw. besuchten in Saalfeld die Berufsschule oder unterhielten sonstige Beziehungen zu Vereinen oder Privatpersonen. Hier bestand ein florierendes Leben zwischen Franken und Thüringern, das nach 1990 langsam wieder auflebte und was mittlerweile zum Alltag gehört. Unrühmlich ist das schwere Eisenbahnunglück vom 18.02.1924 bei dem ein Güterzug fast ungebremst vom Trogenbach Viadukt stürzte. Nicht unerwähnt soll der Gedankengang einer Aussetzung des Personenverkehres ab Kronach bis Ludwigsstadt in den 80er Jahren bleiben und Errichtung von Bahnbuslinien auf Grund geringer Auslastung. Zum Glück kam es nicht dazu. 


Ansagetext für Schnellzüge im Bahnhof Ludwigsstadt


"Ludwigsstadt, Hier Ludwigsstadt, Willkommen in der Bundesrepublik Deutschland. Eingefahrener Schnellzug fährt weiter nach München über Bamberg, Nürnberg, Augsburg."


"Ludwigsstadt, Hier Ludwigsstadt, letzter Bahnhof in der Bundesrepublik Deutschland. Eingefahrener Schnellzug aus München fährt weiter nach Berlin."


Zuglaufschild des Züricher Kurswagens im D 303 / D 302 Berlin-München-Berlin, der als ersten Haltbahnhof der Bundesrepublik Ludwigsstadt eingezeichnet bekam. Im Bahnhof Augsburg wurde der Kurswagen dann in den Schnellzug Hamburg-Lindau mit Kurswagen nach Zürich umgestellt. Ab Lindau ging es weiter im Schnellzug München-Zürich. Im Service der Deutschen Bundesbahn nannte man das bequemes und umsteigefreies Reisen.

Streckenverlauf der Frankenwaldbahn unmittelbar am "Kupferhammer" zwischen Lauenstein und Ludwigsstadt mit der Steinbogenbrücke unter der die Ortsverbindungsstrasse nach Ebersdorf bei Ludwigsstadt hindurchführt in den 20er Jahren.

Richtiger Wintereinsatz der Lichtenfelser Schneefräse zu Silvester 2001. Richtiger Winter wie er im Bilderbuch stand.

Als Zuglok zur Schneefräse fungierte die in Saalfeld stationierte 232 665.

1992 im Bahnhof Saalfeld ausgestellt Fahrschein der Deutschen Reichsbahn nach Ludwigsstadt.

Der Blick auf die Frankenwaldbahn oberhalb der Ebersdorfer Brücke am Kupferhammer Zugbegegnung der FTX Züge am 25.06.2014.

Ludwigsstadt 1896 ein Personenzug mit einer Schlepptenderlok Richtung Saalfeld. Neben den Personenwagen führt der Zug 7 Bierwagen mit, was durchaus üblich war zu jener Zeit.

1901 verläßt gerade ein Dampfzug kommend von Saalfeld den Ludwigsstädter Bahnhof nach Bamberg. Geführt von einer damaligen Schlepptenderlok vermutlich des Bw Bamberg.

Neben dem Brückenmotiv 1905 ist dies eine der wenigen Postkarten auf der der erste Bahnhof in Ludwigsstadt mit 3 Hauptgleisen in seiner Ursprungsform nach dem Bahnbau 1885 abgebildet ist.

Ludwigsstadt 1909 mit Bahnhof, Gleisanlagen Richtung Steinbach am Wald und Gasthaus "Zur Eisenbahn".

Eine Fotomontage von 1927, ein B-Kuppler mit einem Personenzug über der "Ludschder Brücke". Interessant auch der Wagenzug jener Zeit, die Darstellung von Länderbahnfahrzeugen Epoche I.

Eine Saalfelder P 8, BR 38 mit einem Personenzug von Saalfeld nach Bamberg auf einer Karte des Jahres 1935.

Im Jahr 1937 warb die Ludwigsstädter Firma Weisse & Eschrich im DR Werkstättenbuch mit ihren Produkten. Drahtgewebe, das im Inneren der Wagenkästen (Wände und Dächer) zur Befestigung und Stabilisierung von Isolierstoffen verwendet wurde.

Ein völlig anderer Blick auf den Trogenbach Viadukt in Ludwigsstadt. 1937 befördert eine Bay.S 3/6 BR 18 einen Schnellzug Berlin-München mit Kurswagen nach Zürich und Rom darüber. Zu der Zeit bespannten die Nürnberger Maschinen planmäßig den Schnellzugverkehr zwischen Nürnberg und Halle und zurück mit der Baureihe. Vermutlich handelte es sich um den legändären D 81.

Heraustrennbare Postkarte des DRG Kalenders 1928. Darstellung eines Schnellzuges in Richtung Saalfeld auf der "Ludschder Brücke".

Luftbildaufnahme von Ludwigsstadt um das Jahr 1950 von amerikanischen Soldaten. Alle 5 Gleise des Bahnhofes Ludwigsstadt sind besetzt. Nach Überlieferung standen in der Mittagszeit der Güterzug nach Probstzella, Ausfahrender Schnellzug nach Berlin und ein Personenzug nach Lichtenfels. Die ehemalige "Lehestener Lok" rangierte im Bahnhof, bediente die Anschlüße und die "Quetsche" in Ottendorf (Steinbruch). Der Zugbetrieb nach Lehesten war eingestellt. Nicht nur der Ortsverkehr auch der Übergabeverkehr nach Probstzella wurde 1950 im Grenzbahnhof Ludwigsstadt gebildet. Später wurde der Güter- und Zollverkehr nach Pressig verlagert.

Blick auf Ludwigsstadt aus nordwestlicher Richtung im Jahre 1953. Im Bahnhof stehen neben zahlreichen Güterwagen auf Gleis 3 ein Nahverkehrszug mit E-Lok Richtung Lichtenfels und auf Gleis 1 eine Dampflok mit 5 Personenwagen.

Auch vom Eisenbahnunglück in Ludwigsstadt am 18.02.1924 existieren einige Postkartenmotive.

Die Helfer wärend der Aufräum- und Ermittlungsarbeiten zum Ludwigsstädter Unglück verewigt auf einer Postkarte.

Privatfoto aus dem Jahre 1934, Sonderfahrt mit Halt des "Fliegenden Münchners" im Bahnhof Ludwigsstadt.

Bahnhof Ludwigsstadt ohne Fahrleitung 1956. Gleis- und Fahrleitungserneuerung. Eine in Ludwigsstadt stationierte V 200 der DB pendelte mit weiteren Diesellokomotiven zwischen Pressig und Probstzella.Blick Richtung Steinbach am Wald.

Sommer 1950 mit Gleisanlagen in Ludwigsstadt und dem Fahrdienstleiterstellwerk Richtung Pressig.

Inbetriebnahme des elektrischen Stellwerkes 1968 in Ludwigsstadt mit altem Wärterstellwerk und Schotterverladeanlage im Bahnhof sowie den neuen Bundesbahn Ls Signalen.

Empfangsgebäude Bahnhof Ludwigsstadt Sommer 1970 mit neu angebautem Fahrdienstleiter Stellwerk der neuen Bundesbahn Gleisbild Stellwerkstechnik.

Am Vormittag des 18.08.1987 landete dieses DDR Düngemittelflugzeug oberhalb vom Bahnhof Ludwigsstadt. Eine geglückte Flucht des Piloten mit seiner Familie.

Eisenbahnbrücke in Ludwigsstadt über die die Nebenbahn nach Lehesten führte. Kurz vor ihrer Sprengung am 02.04.1973 wurde sie nochmalig im Bild festgehalten.

Wenige Monate vor Einstellung der Schotterverladung im Bahnhof Ludwigsstadt. Ein LKW der Firma Rentsch kippt Schotter in den Verladebunker am Bahnhof. Links erkennbar, Schotterwagen zur Beladung und zum Abtransport stehen schon bereit. 25.10.2001, der Ludwigsstädter Schotter wurde nach Großschwabhausen gebracht zur Modernisierung der Strecke Weimar-Göschwitz.

365 628 Bw Hof rangierte am 25.10.2001 am Schotterverladesilo der Firma Rentsch in Ludwigsstadt. Die Lokomotive war in Kronach stationiert und wurde wöchentlich jeden Samstag über Lichtenfels mit einem Lokzug nach Hof getauscht. Bedienfahrten erfolgten von Kronach nach Weißenbrunn, zur Löwe Opta und dem Flügelbahnhof, nach Pressig, Steinbach a.W. und Ludwigsstadt.Im Hintergrund der ORT der Flm Bamberg, der an diesem Tag zu Wartungsarbeiten im Einsatz war.
Der Schotterverladebunker Firma Rentsch in Ludwigsstadt am 25.10.2001.
Wartungsarbeiten an der Fahrleitung der Frankenwaldbahn im Bahnhof Ludwigsstadt am 25.10.2001. Für den Fahrdienstleiter eine umfangreiche Belastung, in Richtung Steinbach Wartungsarbeiten der Fahrleitung, Zugfahrten aus der Richtung, Rangierarbeiten im Anschluß der Schotterverladung und ein abfahrtbereiter Nahverkehrszug der zu seiner Zeit pünktlich den Bahnhof zu verlassen hatte.

Der offizielle Jubiläumsaufkleber der Deutschen Bundesbahn zum 150-jährigen Deutschen Eisenbahnjubiläum, der ab Ludwigsstadt immer mal im Zug an Reisende aus der DDR verteilt wurde.

Postkarten Bahnhof Ludwigsstadt im Sommer 1949 mit einem abgestellten Zug Gleis 5 und einer E 44.

Rangierbetrieb in Ludwigsstadt August 1990, die BR 333 vom Bw Lichtenfels die in Steinbach am Wald stationiert war, rangierte einmal täglich in "Ludschd". Dabei fuhr sie Lz von Steinbach nach Ludwigsstadt und zurück. Hier wurde der Anschluß "Wela" Werke, Hartsteinwerke, Ladestraße bedient. Hier fährt die Kleinlok gerade in den Anschluß "Wela" Werke.

Bei Wind und Wetter gehören Streckenunterhaltung und Wartung mit zu den Aufgaben der Kollegen aller technischen Dienststellen, ohne die kein Zug rollen würde. Unter laufendem Verkehr im März 2001 säubern die Kollegen der Bm Kronach mit ihrem SKL Entwässerungsgräben und Durchlässe oberhalb von Ludwigsstadt am ehemaligen Block Leinemühle. 155 095 rollt mit ihrem Güterzug vom Rangierbahnhof in Richtung Saalfeld die Rampe hinunter.

Durchfahrt im Bahnhof Ludwigsstadt im Sommer 1921. Zahlreiche abgestellte Güterwagen für die Ladestraße, die Güterabfertigung sowie Drehschemelwagen für den Holztransport vermutlich für die Beladung in Lehesten.

Nochmals ein Blick über die alten Bahnanlagen in Ludwigsstadt. Am 19.02.1992 fuhr SVT 137 von München kommend in das Gleis 3 ein, daß bereits für den Umbau gesperrt war. 141 013 wartet auf Ausfahrt für den N 6713 nach Lichtenfels. Schön auch die Silbervögel mit regionaler Werbung, die ungern im DR Verkehr E 2002 / E 2007 eingesetzt wurden.

Beginnende Umbauarbeiten im Bahnhof Ludwigsstadt am 28.03.1992. Noch der Streckenabschnitt nach Probstzella eingleisig. Zugkreuzung eines Güterzuges mit N 6723 Probstzella - Lichtenfels, Zuglok 141 041 im Schlepp 111 222.

Interessant waren auch die E-Lok Umläufe der DB bis in die 90er Jahre, so kamen meist Lokomotiven der Bahnbetriebswerke Seelze, Hagen, Köln, Franfurt Main planmäßig mit Nahverkehrszügen bis Ludwigsstadt bzw. mit dem "Kleinen Grenzverkehr" E 2002 / E 2007 bis Probstzella. Im September 1999 kam die Dortmunder 111 154 außerplanmäßig mit einer RB von Nürnberg nach Ludwigsstadt und konnte bei ihrer Ausfahrt noch im Bild festgehalten werden als einmaliges Ereignis und stellvertretend für die zahlreichen Lokomotiven "fremder Bw`s" auf der Frankenwaldbahn.

Es war Beeindruckend Herzlicher Empfang im Bahnhof Ludwigsstadt. Bereits ab 12.November 1989 rollten neben den Planzügen auch zahlreiche Zusatz- und Sonderzüge. Für Thüringer und Franken eine emotionale Zeit. Neuland für alle in jeder Art und Weise.

Erinnerungsfoto vom 12.November 1989 E 2003 Saalfeld - Lichtenfels. Bis Probstzella ging es mit einer 119, ab dort mit einem V 100 Pärchen des Bw Hof weiter nach Lichtenfels. In Stunden wurden bei beiden Bahnverwaltungen Lokomotiven, Wagen, Personale organisiert um den Verkehr durchführen zu können. Lokführer des Bw Lichtenfels, Zugführer des Bahnhof Saalfeld eine erstes Deutsch-Deutsches Treffen auf Beruflicher Ebene im Bahnhof Ludwigsstadt. Der Saalfelder Zugführer fuhr als zweiter Mann zur Sicherung der Zugfahrt mit auf Grund des hohen Fahrgastaufkommens.

Abfahrtsignal durch den Zugführer vom Bahnhof Lichtenfels Einsatzstelle Pressig Rothenkirchen für den ersten Sonderzug von Ost nach West, dem E 2003 Saalfeld-Lichtenfels in Ludwigsstadt.

Bis zur Auflösung des Bw Saalfeld und Stilllegung des Hilfszuges war die Frankenwaldbahn bis Lichtenfels das Einsatzgebiet. Am 11.Mai 1996 war 204 254 zu einem Einsatz im Bahnhof Ludwigsstadt gerufen worden, da ein Schotterwagen entgleist war.

Spektakulärer Hubschraubereinsatz am ICE im Bahnhof Ludwigsstadt 23.08.2004.

Im Mai 1989 beging die Deutsche Bundesbahn den Festakt 50 Jahre Elektrifizierung Frankenwaldbahn. Von dessen Feierlichkeiten ab km 167,2 Richtung Saalfeld nichts zu bemerken war. Lediglich alte Eisenbahner begingen dieses Historische Ereignis "im stillen Kämmerlein". Mit zahlreichen Sonderfahrten wurde dieses Historische Ereignis durch das Nürnberger Verkehrsmuseum und die Bundesbahndirektion Nürnberg gewürdigt. Im Mai 1989 konnte E 18 047 mit einem Sonderzug zu diesen Feierlichkeiten in Ludwigsstadt abgelichtet werden.

Nachwendezeit in Ludwigsstadt 120 120 am 2.Weihnachtsfeiertag 1996 mit einem IC in Richtung München.

Umbauarbeiten im Bahnhof Ludwigsstadt 120 003 schlängelt sich am 25.09.1992 zwischen Baumaschinen und Baumaterial durch den Bahnhof. mit IC 805 nach München.

Umbauarbeiten an Gleisanlagen und Bahnsteigen in Ludwigsstadt am 25.09.1992. Gerade fuhr 155 261 Bw Weißenfels mit N 6730 Lichtenfels-Probstzella ein.

Allmähliche Öffnung des "Eisernen Vorhanges" am 01.11.1987 verkehrte ein zusätzlicher Schnellzug von Erfurt über Weimar-Jena (West) - Saalfeld - Ludwigsstadt - Lichtenfels - Bamberg nach Nürnberg Hbf.Zur Erinnerung stellte sich das Lok-und Zugpersonal des Bahnhofes Pressig-Rothenkirchen mit Eisenbahnernachwuchs dem Fotografen in Ludwigsstadt.


Steinbach am Wald


Mit knapp 600 Meter Höhe der Brechpunkt der Frankenwaldbahn. Errichtung eines Durchgangsbahnhofes mit Kreuzungs- und Überholungsmöglichkeiten. Bau eines Gleisanschlußes Ende zu den Wiegand Glas Werken. Inbetriebnahme des Gleisanschlußes der Rauschert Porzelanwerke mit Wagendrehscheibe. Stationierung einer Rangierlok für Steinbach und Ludwigsstadt. Errichtung von Wasserbunkern am Bahnhof für die Zug- und Schiebelokomotiven. Güteranlagen mit Ladestrasse und Abstellgleisen. Als Besonderheit gab es ab Anfang der 50er Jahre den Culemeyer Ersatzverkehr der Bundesbahn in Richtung Tettau nach Stilllegung der Linie Pressig - Tettau zur Bedienung der Glaswerke in Alexanderhütte und Kleintettau mit Quarzsand aus Königsluther bzw. Amberg.


Kartenausschnitt 1903 mit dem Empfangsgebäude in Steinbach am Wald.

Fast gleiche Motive 1927 mit der Postkarte aus Friedrichshöh des Ortsteiles wo sich der Bahnhof befindet. Im Bahnhof steht eine bayerische Schlepptenderlok die auf ihre Arbeit wartet.

Oberes Bild das Beamtenwohnhaus des Bahnhofes Steinbach am Wald 1913 im dahinterliegenden Einschnitt verläuft die Frankenwaldbahn.

Rechts das oben beschriebene Beamtenwohnhaus des Bahnhofes mit Blick zum Hotel "Pietz", daß sich parallel zum Bahnhof befand. Die Strecke verfügt bereits über Fahrleitungsmasten und datiert vom Sommer 1942.

Ein Blick auf die im Hintergrund angrenzenden Gebäude am Steinbacher Bahnhof 1963. Links der Aufenthaltsturm der Bahnmeisterei für Schneewache, Wohnhäuser, rechts das Hotel Pietz am Bahnhof. Das Wiegand Werk befindet sich links ist hier nicht sichtbar. Der LKW liefert gerade das "Burgbräu" der Brauerei Lauenstein in jener Zeit aus.

Steinbach am Wald 1908, Gasthof "Pietz", der Bahnmeisterturm dahinter das EG links das Stellwerk sowie ein Bayerisches Ruhehalt Signal. Blick von der Strassenbrücke aus nördlicher Richtung.

Fast der gleiche Blick am 14.07.1994. Im Anschluß der Firma Rauschert ist noch ein SKL mit Bauwagen abgestellt, kurze Zeit später wurde der Bahnhof umgebaut.

Zwei Bundesbahn Culemeyer in "Doppeltraktion" des Bw Coburg 1955 auf der Frankenwaldhochstrasse Steinbach - Tettau mit einem offenen Güterwagen der mit Kohle beladen war.

Glasentladebühne für Güterwagen im Anschluß der Firma Wiegand. Gerade wurden Güterwagen vom Culemeyer sowie Schiebewandwagen mit Wiegand Glaserzeugnissen am 14.07.1994 rangiert und für den abendlichen Güterzug nach Nürnberg Rbf bereitgestellt.

Leider im Gegenlicht der Culemeyer der Spedition Söllner mit einem Ucv Wagen Quarzsand beladen zum Abtransport von Steinbach nach Kleintettau. Im November 1995 kurze Zeit später wurde der Culemeyerverkehr eingestellt.

Das EG und die Bahnanlagen in Steinbach am Wald im März 2002 aus Richtung Förtschendorf.

27.05.1992 Blick aus dem Abteilfenster. Im Bahnhof Steinbach rangiert die Kleinlok, die für die Zustellung der Wagen zur Firma Wiegand, den Culemeyer und für die Bedienung der Anschlüße im Bahnhof Ludwigsstadt stationiert war. Links ein LKW Anhänger der DB für das neu eingeführte Gepäckfrachtsystem der DB.

Das Beamtenwohnhaus, daß 1884 für die Bediensteten des Bahnhofes errichtet wurde steht unmittelbar am Einschnitt Richtung Ludwigsstadt. Links führt die Brücke entlang zum Rennsteig, die Strasse rechts führt zum Bahnhof. Im Hintergrund die neu errichtete Porzelanfabrik Rauschert im Jahre 1900.

Der eigentliche Ort Steinbach am Wald liegt ca. 2 km vom Bahnhof entfernt. So verläuft doch die Frankenwaldbahn parallel im Hintergrund. Am Verlauf der Alleebäume erkennt man den heutigen Verlauf der B 85, daß in der Mitte rot dargestellte Gebäude ist das Gemeindeamt mit Schule, daß heutige Rathaus. Postkarte von 1900.

Unterwerk in Steinbach am Wald aus den 30er Jahren mit Gleisanschluß für die konstante Einspeisung der Fahrleitungsspannung der Frankenwaldbahn. (18.06.2004)

Die Firma Wiegand Glas setzt immer wieder auf den Schientransport gerade bei umfangreichen Mengen wie Altglas bzw. unterschiedliche Glasprodukte der Firma rentiert sich der Transport. Leider wurde immer wieder versucht den Kunden loszuwerden. Versuch des Glastransportes mit einem Ganzzug nach Baden-Württemberg bzw. Frankreich. Am 18.06.2004 rangiert V 100 Lok Nr.42 Unisped mit Schiebewandwagen im Anschluß.

Das Landleben war generell in jener Zeit karg und einfach egal wo man in Deutschland hinschaute. Gerade in der Rennsteigregion Frankens und Thüringens herrschte doch oft bittere Armut und karges Leben. Etwas Glasindustrie, Heimarbeit verbunden mit Fußmärschen nach Sonneberg, etwas Forst- und Landwirtschaft, einige Schiefergruben oder Steinbrüche gaben den Menschen Arbeit. Eine Bierwirtschaft um 1920 in der Ortschaft Windheim bei Steinbach am Wald mit seinen Bewohnern zeigt deutlich das spärliche Leben jener Zeit mit seinen einfachen Verdienstmöglichkeiten.

Am 27.Mai 1992 beförderte die Münchner 114 603 den D 402 Nürnberg - Leipzig mit Postwagen an der Spitze von Nürnberg bis Probstzella. Der abgelichtete D 402 hat mit dem klassischen D 402 nichts zu tun, der nach 1990 umbenannte D 402 lief in den Nachmittagsstunden und über Jena nicht über Gera.

Mit dem Bau der Frankenwaldbahn entstand nach Betriebsaufnahme ein eigener Ortsteil Steinbach am Wald Bahnhof. Rund um den Bahnhof siedelte sich die Wiegand Glashütte, Gaststätten, Pensionen und ein kleiner Colonialwarenladen mit Bäckerei an. Ebenso entstanden erste Wohnhäuser meist von Bahnbediensteten und den Arbeitern, die hier Lohn und Brot fanden. Rechts im Bild auch die Porzelanfabrik Rauschert am Bahnhof. Heute ist diese Straße die Hauptverkehrsstraße, die rund um bebaut wurde und immer noch zum Bahnhof führt sowie weiter nach Lehesten und Teuschnitz. Ein Bilddokument aus dem Jahre 1938 mit hohem historischen Stellenwert.

Gleisplan des Bahnhofes Steinbach am Wald 1935.
Am Abend des 14.07.1994 rollte EC "Miamara" Zagreb-Berlin durch den Bahnhof Steinbach am Wald, der sich zu diesem Zeitpunkt gerade im Umbau befand.
Steinbach am Wald Richtung Ludwigsstadt 14.07.1994 mit Dieseltankstelle für die Kleinlok.
Umbauarbeiten mit einer V 100 des Bw Hof in Steinbach am Wald sowie Blick Richtung Förtschendorf am 14.07.1994.
Im Hintergrund noch erkennbar der Lokschuppen für die Kleinlok im Bahnhof Steinbach am Wald 14.07.1994.
Oberhalb von Förtschendorf hinter dem Block Kohlmühle war 152 030 am 06.02.2019 mit dem LKW Walter Richtung Steinbach am Wald unterwegs.
Heute geht alles etwas schneller, denoch mußte sich 151 157 DB Cargo Nürnberg Rbf auch am 06.02.2019 von Pressig bis Steinbach "ins Zeug" legen um 152 038 mit ihrem LKW Walter-Zug tatkräftig hier kurz hinter der Kohlmühle zu unterstützen.
Unterhalb von Steinbach am Wald hinter dem ehemaligen Block Bastelsmühle rollte 120 111 mit IC 2355 Rostock - München am 03.05.2017 dem Bahnhof Förtschendorf entgegen.
ICE 1511 Hamburg - München an der "Bastelsmühle am 03.05.2017.
Am 03.05.2017 war diese Sonderfuhre auf der Frankenwaldbahn unterwegs. 111 078 DB Regio Stuttgart mit Triebwagen VT 628 DB Regio Ulm von Ulm nach Mukrahn zum DB Stillstand Managment.

 

Förtschendorf


Durchgangsbahnhof in südlicher Richtung der Frankenwaldbahn. Umfangreicher Güterverkehr durch zwei umliegende Steinbrüche mit Feldbahnbetrieb, Holzverladung, ortsansässige Brauerei Leiner sowie zahlreiche Firmen in Teuschnitz sorgten für Güterverkehr. Ladegleis mit Güterabfertigung, Schotterverladung. Der Beiname der Gemeinde Förtschendorf - "Klein Berchdesgaden im Frankenwald" führte dazu das der Ort Förtschendorf sowie die nähere Umgebung mittels Eisenbahn und Wanderungen von zahlreichen Ausflugsgästen besucht wurde.


Bahnhofsgebäude in Förtschendorf mit Güterschuppen, Ladestrasse und Nebengebäude 1974.

Bahnhofsneubau in Förtschendorf im Jahre 1982. Rechts der Flachbau beherbergt örtliche Anlagen und einen Warteraum. Auf Grund des geringen Verkehres wurde nur ein Bahnsteig neu errichtet sowie zwei Überholgleise und ein Stumpfgleis. Gelegentlich wurden in Förtschendorf Kesselwagen durch die Firma Lang entladen.

Leiner Biere aus Förtschendorf waren in ganz Deutschland geschätzt und beliebt. Der Transport des Leiner Bieres erfolgte bis 1960 mit den Güterzügen.

Brauerei Gasthof der Leiner Bräu in Förtschendorf in den 70er Jahren.Ausflugsziel vieler Wanderer und Touristen bis in die 90er Jahre.

Vor der Einfahrt rechts von Steinbach kommend befand sich das Schotterwerk Raab. Foto von 1959.

Winter 1942 Stellwerk Förtschendorf, dahinter ersichtlich die Schotterverladeanlage im Bahnhof.

Sommer 1940 Blick über Förtschendorf in Richtung Rennsteig. Gut erkennbar der Verlauf der Frankenwaldbahn und in der Bildmitte das EG mit seinen weiteren Bahnhofsanlagen. Einige Güterwagen stehen zur Be- bzw. Entladung im Bahnhof.

In Förtschendorf heißt es für jeden Zug Richtung Rennsteig nocheinmal Schwung zu nehmen. Auf der leichte Steigung hieß es am 28.02.2004 für den Lokführer der 155 239 nocheinmal "Dampf" zu machen bevor es hinter der "Waldeslust über die Kohl- und Bastelsmühle" zum Rennsteig hinauf geht.

Wie fast jeder Güterzug muß ab Pressig nachgeschoben werden. Am 28.02.2004 unterstützt 232 068 von Pressig bis Steinbach und rollte dann gekuppelt am Zugschluß mit hinunter bis Saalfeld. Auch der Lokführer der 232 mußte "ganz schön aufmachen" bis zum Brechpunkt. Weithin war das Motorengeräusch der 232 zu hören. Einfach ein Sounderlebnis de Luxe und schon Geschichte.

Schneefall am 05.März 1994 in Förtschendorf. 140 700 beförderte an diesem Tag den N 6710 Lichtenfels - Probstzella.

Als es noch richtige Winter gab. Schneepflug des Bw Lichtenfels mit der Hofer 212 049 auf der Frnkenwaldbahn 1983 bei Förtschendorf unterwegs.

 

Pressig - Rothenkirchen


Abzweigbahnhof Strecke Pressig - Tettau

Bahnhof Rothenkirchen um 1903, mit einem damaligen Passagierzug nach Saalfeld, sowie der Gaststätte Scherbel und einem Eisenbahnerwohnhaus, die sich an der heutigen Hauptstraße in Pressig noch befinden.


Auf der südlichen Rampenseite der Frankenwaldbahn sollte eine ebenbürtige Maschinen- und Locomotivstation erschaffen werden durch die Bayerische Staatsbahn wie auf der nördlichen Seite durch Preußen in Probstzella. Die bayerische Locstation war für den Schiebedienst von und nach Probstzella sowie für die Bespannung von Reise- und Güterzügen nach Saalfeld, Lichtenfels, Bamberg, Sonneberg, Coburg, Tettau, Nordhalben, Weißenbrunn und Lehesten vorgesehen. Die Bauern der Gemeinde Rothenkirchen weigerten sich ihren Grund an die Bahn vor Baubeginn zu verkaufen. So wurde auf dem Gemarkungsgrund Pressig ein Bahnhof mit "Locomotivstation" errichtet. Hier haben zum Zeitpunkt des Bahnbaues 1883 bis 1885 ca. 8 Häuser gestanden. Der Ort Pressig entstand erst nach der Inbetriebnahme der Bahnlinie im Laufe der Jahrzehnte. Daher die Bahnhofs- und Bw Bezeichnung anfänglich als Rothenkirchen. Später dann Pressig - Rothenkirchen. Ab 1949 war Pressig Güterzugbildungsbahnhof für den DB / DR Verkehr. Hier zweigte auch die Strecke nach Tettau ab, zur Versorgung der Glashütten im Oberen Frankenwald erbaut. Pressig war ebenfalls Heimatbahnhof für Lok- und Zugpersonale bis 1997. Später als Standort der Schiebelokomotiven DB Cargo, die noch bis in die heutige Zeit im Güterverkehr benötigt werden. Eine weitere Lok befindet sich in Probstzella. 

 

Südlicher Blick auf Pressig 1919-im Vordergrund das Streckengleis Richtung Stockheim.

Blick auf Pressig Bahnhof und Ort im Jahre 1922.

Pressig mit Bahnhof Rothenkirchen 1922.

Rund- und E-Lokschuppen in Pressig, Wohnhäuser am Bw im Jahre 1939.

E-Lokschuppen des Bahnbetriebswerkes Pressig-Rothenkirchen 1958 mit Drehscheibe, "Spinne" Dreiständigem Lokschuppen mit Anbau. Wenige Jahre später wurde das Gebäude abgerissen.

Pressig aus östlicher Richtung im Jahre 1942.

E 91 97 im Jahre 1956 in ihrem Heimat Bw Pressig-Rothenkirchen, der Meister hatte gerade Dienstbeginn und war mit dem Vorbereitungsdienst der E-Lok beschäftigt, so das er den Fotografen garnicht bemerkte. Anschließend ging es mit einem Nahgüterzug nach Bamberg.

Graphischer Dienstplanauszug Bw Pressig-Rothenkirchen gültig vom 31.Mai 1964 für den Sommerfahrplanabschnitt bis September für die Lokbaureihe E 52.

Empfangsgebäude und gegenüberliegendes Bahnhofshotel in Pressig Sommer 1958.

Warten auf den Güterzug in der Nacht vom 03. zum 04.Februar 2012. 194 158 in Pressig. Eine Aufnahme fast wie in Alten Zeiten.

194 580 eine "Alte Pressigerin", später im Rangierbahnhof beheimatet. Am 05.08.2005 nach erbrachter Schiebeleistung von Probstzella nach Pressig rüstet sich die Lok für die nächste Leistung über die Frankenwaldrampe.

Manchmal heißt es warten. 151 053 wartet am 02.Oktober 2012 in Pressig auf den nächsten Güterzug aus Richtung Nürnberg.

Ebenfalls eine gedruckte Karte, kein Echtfoto von 1920, das Wohnhaus am Bw in Pressig. Rechts die Gleise der Frankenwaldbahn. Unmittelbar links neben dem Wohnhaus führte die Strecke nach Tettau vorbei.

Pressig 1922 oben der ehemalige Colonialwarenladen am Bahnhof, in dem sich heute die Sparkasse befindet und der Blick auf die Rauschert Porzelanwerke mit Bahnhof.

Pressig 1959 die zur Bahnlinie parallel verlaufende Hauptstraße Richtung Kronach. Die rechts einmündende Strasse führt Richtung Bahnhof, Bw, Welitsch und Heinersdorf bei Sonneberg. Das Gebäude mit Turm, das Frankenwaldhotel Pressig das bis in die 90er Jahre zahlreiche Touristen, Ausflügler und auch DB Übernachtungspersonal beherbergte.

Interessante Beschriftung der Postkarte um 1908. Pressig mit Bahnhof Rothenkirchen. Ein C-Kuppler wird gerade auf der Drehscheibe des damaligen Bw Rothenkirchen gedreht.

Blick auf den Bahnhof Pressig Ende der 50er Jahre. Mittlerweile ist der Kalte Krieg auf beiden Seiten entfacht. Es beginnt links der Bau der Wohnhäuser Am Anger und der Gartenstraße nicht nur für die Bewohner auch für Zöllner und Grenzpolizisten, die hier im nördlichen Landkreis Kronach an der Grenze eingesetzt wurden. Zu ihren Aufgaben zählte nicht nur die Grenze, auch der Bahnverkehr, da Pressig als Grenzabfertigungsbahnhof im DR / DB Verkehr galt. Nicht nur im Güterverkehr wurden die Kollegen eingesetzt auch im Paß Kontroll Verkehr zwischen Lichtenfels und Ludwigsstadt. Weitere Grenzübergänge gab es im Landkreis Kronach nicht. Der Straßenübergang Tschirn - Brennersgrün der zum Transport der Schiefergrubenarbeiter von Oberfranken nach Thüringen noch geöffnet wurde war dann schon geschloßen.

Hochbetrieb im Bahnhof Pressig am 24.08.1990. Zahlreiche Güterwagen, Lokomotiven sorgen für einen umfangreichen Rangierverkehr im Bahnhof. Gerade fährt der E 2004 Lichtenfels - Saalfeld mit einer Lok der BR 141 ein.

Zusammenstellung eines Dg nach Nürnberg Rbf mit der Pressiger V 60. Die BR 151 wartet auf ihren nächsten Einsatz vor einem Güterzug nach Probstzella, den sie nach 15:00 Uhr beförderte und ab Probstzella den D 307 Berlin - München bis Nürnberg Hbf zog. Anschließend ging es Lz zum Rangierbahnhof wo die 151er getauscht wurden. Gegen 22:00 Uhr mit einem Dg ab Rangierbahnhof nach Pressig. Gegen 01:00 Uhr Dienstschluß für das Lokpersonal samt E-Lok. (24.08.1990)

1906 noch als Bahnhof Rothenkirchen bezeichnet. Oben rechts die 1884 errichteten Eisenbahnerwohnhäuser an der Hauptstraße. Unten der Blick zum Bahnhof und dem Bahnhofshotel.

Blick auf den Pressiger Bahnhof 1919. Im Hintergrund die Porzellanfabrik, rechts eine Schlepptenderlok, die ins Bw rollt, gedreht wird und den nächsten Güterzug bis Bamberg beförderte.

Erinnerungen an den Hochwertigen Schnellzugdienst ab den 30er Jahren auf der Frankenwaldrampe war der Einsatz der E 19, deren Einsatz von München bis Berlin geplant war, und die viele Jahre hier zu sehen war, auch im Bahnhof Pressig.

Sonniger Januar Tag 1983 in Pressig steht die spätere Museums E-Lok 44 119 mit ihrem abfahrtbereiten Dg nach Nürnberg Rbf mit zahlreichen Güterwagen der umliegenden Bahnhöfe und Wagen vom Grenzübergang Probstzella, die weiter befördert werden müßen. Nach erfolgter Bremsprobe und Zugabfertigung ging es für Lok und Personal knapp 140 km auf die Fahrt nach Nürnberg.

Im Mai 1989 feierte die Deutsche Bundesbahn das 50.Jubiläum der Elektrifizierung der Frankenwaldbahn mit einem großartigen Rahmenprogramm. Leider ein halbes Jahr zu früh, vor der Grenzöffnung. In der DDR wurde das Thema totgeschwiegen, da gab es zwischen dem "Feindesland" und dem Sozialistischen Arbeiter und Bauern Staat keine Gemeinsamkeiten und schon garnicht eine durchgängige erste elektrische Eisenbahnverbindung von München nach Mitteldeutschland, deren Weiterbau bis Berlin, Danzig, Königsberg geplant war.

Eine private Polaroid Aufnahme, die zu dieser Zeit hochmodern war. 151 001 beförderte am 01.Juni 1991 den D 302 München - Berlin von Nürnberg bis Probstzella. Ein denkwürdiger Tag, es war der letzte planmäßige Halt des D 302 in Pressig. Ab dem 02.06.1991 fuhren die Schnellzüge von Lichtenfels bis Probstzella auf dem 63 km langen Stück der Frankenwaldbahn durch.

Im Nachwendeanstrich präsentierte sich 155 083 vom Bw Weißenfels am 17.04.1994 im Bahnhof Pressig, hier war sie an diesem Tag als Schublok auf der Frankenwaldrampe eingesetzt.

So waren doch im Bw Rothenkirchen, später Pressig-Rothenkirchen zum großen Teil nur "Kraftpakete" beheimatet. War doch das Hauptaufgabengebiet der Pressiger Maschinen Züge aller Art über den Frankenwald zu schieben. Eine der spektakulärsten Maschinen war die BR 96. Eine der kräftigsten Maschinen im Deutschen Lokomotivbau, Im juni 1932 wurde 96 022 in Pressig abgelichtet.

Das die Frankenwaldrampe eine der größten Versuchsstrecken für Lokomotiven, Material- und Bremsbeschaffenheiten war ist ohne Zweifel. Selbst die in Pressig beheimatete 44 001 wurde oft zu Versuchszwecken zwischen Pressig und Saalfeld meist vor Güterzügen als Vorspann-, Schub- oder Bremslok eingesetzt. Auch Lastprobefahrten, Wasser-, Kohle-, Dampfverbrauch wurde oft an den Maschinen getestet. So wurden auch neue Bauteile und Verfahren im Deutschen Dampflokbau an dem Prototyp 44 001 getest. Sommer 1933 im Bw Pressig von Carl Belingrodt.
Auch 44 008 vom Bw Saalfeld war im Güterzugeinsatz anzutreffen. Hier war der Einsatz vor Güterzügen eines ihrer Hauptgeschäfte. Aber auch Schiebedienste von schweren Schnellzügen ab Saalfeld bis Pressig, die auf dem 52 km langen Streckenstück alle Kraft die in ihr steckte auf die Schiene umsetzen mußte. So wurden schwere Schnellzüge mit 500 bis 600 Tonnen Wagenzuggewicht von den 44ern ab Saalfeld nach Pressig und zurück geschoben. Da in Saalfeld oft planmäßiger Lokwechsel stattfand wurde auch hier die Schiebelok angesetzt oder abgekuppelt. Erprobung mit kurzem Schlepptender speziell für Kurzstrecken im Güter- und Schnellzugdienst. So reduzierte sich auch das Gesamtlokgewicht der 44er um ca. 10 Tonnen, was sich in Geschwindigkeit, Kohleverbrauch und umgesetzter Leistung bemerkbar machte. Sommer 1933 in Pressig Carl Belingrodt.
Fliegeraufnahme 1942 des Bahnhof Pressig-Rothenkirchen.

  

 Stockheim (Ofr.) - Direktionsgrenze Erfurt


Abzweigbahnhof Strecke Stockheim - Sonneberg - Coburg


Anschlußpunkt nach den Bauarbeiten des Lückenschlußes ab Eichicht im Jahre 1885. Stockheim einer der wichtigsten Orte für die Wirtschaft in Franken und Thüringen durch den Abbau qualitativ hochwertiger Steinkohle. Mit dem Lückenschluß sowie dem Bau weiterer Bahnlinien konnten viele Firmen auf kurzem Weg mit der erforderlichen Menge an Steinkohle versorgt werden. Errichtung einer abzweigenden Linie nach Sonneberg über Burggrub, Neuhaus Schierschnitz und Föritz. Mit dem Bau dieser Verbindung konnte ein großer Teil der Güter schneller Richtung Werrabahn, Würzburg und Bebra abgefahren werden. Eine schnellere Verbindung nach Coburg kam somit ebenfalls zu stande. Stockheim war in einen bayerischen und preußischen Bahnhofsteil untergliedert. Übergabefahrten von Stockheim nach Pressig bzw. Lokdrehfahrten nach Pressig wurden ebenfalls vereinbart und durchgeführt. Somit  kamen auch Pressiger Lokomotiven nach Sonneberg und Coburg über Burggrub. Hier siedelte sich nach dem Bahnbau 1885 eine sehr produktive und große Glas- und Spielwarenindustrie an. Auch zahlreiche Fabrikanten von Christbaumschmuck, die ihre Wurzeln aber im ca. 3 km entfernten Thüringer Land hatten oder hier das Handwerk, "gleich hinter der Grenze" erlernten. Stockheim selbst befand sich in einer sehr zentralen und verkehrsgünstigen Lage was der Wirtschaft nutzte. Somit siedelten sich nach dem Bahnbau auch hier in Stockheim viele Arbeitskräfte an, was die Gemeinde zum wachsen brachte. Auch die Nähe zu Sonneberg, das jetzt mit der Bahn erreicht werden konnte lies zahlreiche Menschen pendeln.


Der Bahnhof Stockheim mit verschiedenen Ortsansichten 1905, da existiert die Frankenwaldbahn bereits 20 Jahre seit 1885.

Stockheimer Bahnhof mit der ortsansässigen Industrie um das Jahr 1920.

Bahnhof Stockheim um 1900 mit Blick aus Richtung Pressig. Rechts befindet sich heute die Firma ASS Möbelfabrik, vorher die Kohleverladeanlage und Kohlebunker der Stockheimer Kohle Schachtanlagen. Links das EG, GA und Ladestrasse.

Das Motiv oben nochmals auf einer Postkarte der Gemeinde Stockheim um 1901.

So etwas sammelt normalerweise keiner, eine handgeschriebene Auskunft ab Stockheim nach Pfaffenhofen über Lichtenfels, Nürnberg, Pleinfeld aus dem Jahre 1984 mit Werbung. Interessant der Zugumstiegsbahnhof war in dieser Zeit oft Pleinfeld und nicht wie später Treuchtlingen. Recherchemäßig handelte es sich um eine Wochenendverbindung.

Der Service der DB ging über die Auskunft hinaus, auf der Rückseite ein kleines Kreuzworträtsel für den Fahrgast. Eine nette Geste.

Blick auf den Ort und den Bahnhof um 1925.

Eine Werbekarte des Waldhauses Traindorf bei Stockheim von 1935 mit den eingezeichneten Bahnlinien in Thüringen und Oberfranken. Stockheim ist unten rechts eingezeichnet. Symbolisiert sollen hier die Eisenbahnverbindungen dargestellt werden, da Stockheim unmittelbar an der Grenze zu Thüringen liegt. Wirtschaftlich war Stockheim bis 1949 zum großen Teil mit Sonneberg verbunden.

Zugkreuzung im Bahnhof Stockheim wärend der eingleisigen Betriebszeit am 25.Mai 1992. Links eine Kölner 110 mit dem D 305 Berlin - München, den sie von Probstzella bis Nürnberg beförderte. Rechts die Nürnberger 141 mit dem N 6724 Lichtenfels - Probstzella. Auf dem ehemaligen Ladegleis stehen bereits Schotterwagen die für Gleisumbauarbeiten der Frankenwaldbahn abgestellt wurden. Auf dem linken Bahnsteig fuhren die Züge nach Sonneberg bzw. Coburg ab.

Blick vom heutigen Haltepunkt Stockheim in nördlicher Richtung am 23.06.2006 mit beginnenden Bauarbeiten für die neue Nordbrücke in Stockheim über die Frankenwaldbahn. Links neben den Gleisen befanden sich die Ladegleise, Kohlebunker und Anlagen des Bahnhofsteiles nach Sonneberg. Das links im Bild befindliche rote Backsteingebäude der K.P.E.V. verschwand mit dem Brückenneubau 2006, es handelte sich um das letzte Relikt historischer Eisenbahngeschichte in Stockheim, das Preußische Wagenmeisterhaus, daß bis zuletzt als Wohngebäude genutzt wurde.

   

Gundelsdorf


Richtig, der heutige Haltepunkt war einst Endpunkt und Bahnhof der Bayerischen Pachtbahn von Hochstadt kommend und bis zur Verlängerung nach Stockheim bzw. dem Lückenschluß der Frankenwaldbahn nach Eichicht. Signale, Überholgleise, Ladestrasse ein EG mit Güterhalle und ein Wohnhaus waren vorhanden. Sicher auch als Endbahnhof eine Remise mit Lokbehandlungsanlagen. Aus dieser Zeit finden sich leider keine Bilder. Gundelsdorf selbst wuchs auch mit der Bahn durch die Ansiedlung zahlreicher Firmen und auch einer Ziegelei. Überall fanden die Menschen nach dem Bahnbau Arbeit, da viele Firmen "wie Pilze aus dem Boden schoßen".

 

Ortsansichten von Gundelsdorf um das Jahr 1899.

Am 17.März 1994 in Gundelsdorf planmäßiger Halt des N 6710 Lichtenfels - Probstzella, den an diesem Tag die Mannheimer 140 262 beförderte. Die Strecke war bereits zweigleisig ausgebaut. Links der Verlauf des ehemaligen Lade- und Anschlußgleises zum Heizölhändler in Gundeslsdorf.

Das alte und neue Haltepunktgebäude in Gundelsdorf Gleis 1 Fahrtrichtung Saalfeld am 01.Juni 2017.

Planmäßige Zugbegegnung vor dem Haltepunkt Gundeslsdorf am 13.Mai 2013 mit RB Saalfeld-Bamberg bei heranziehenden Unwetter.

Mit dem beginnenden zweigleisigen Streckenausbau der Frankenwaldbahn wurde auch die Eisenbahnbrücke über die B 85 bei Gundelsdorf erneuert. Am 22.Oktober 2015 rollt ICE 1607 Hamburg-München über das Bauwerk.

Etwas verloren schaut der dreiteilige 442 auf der Kastenbrücke aus, der am 22.Oktober 2015 als RE von Nürnberg Hbf nach Jena Saalbahnhof unterwegs war.

 

Kronach


Abzweigbahnhof Strecke Kronach - Nordhalben


Der Durchgangsbahnhof der Kreisstadt Kronach hatte gerade in der territorialen Versorgung der Industrie, des Gewerbes verschiedene Verkehrs- und Versorgungsfunktionen. Von und nach Kronach bestand umfangreicher Personenverkehr auch für den Pendlerverkehr nach Lichtenfels, Küps und Michelau. In Kronach selbst befanden sich auch zahlreiche kleinere und mittlere Handwerks- und Gewerbefirmen, die hauptsächlich für umfangreichen Stückgutverkehr sorgte. Im Umland befanden sich zahlreiche größere Firmen die direkt von Kronach aus per Bahn bzw. Fuhrwerke später LKW bedient wurden. Umfangreich war der Holztransport der von Nordhalben, Wallenfels den Bahnhof Kronach auf der Nebenbahn die 1900 eröffnet wurde geführt wurde. Gerade Bauholz war zu damaliger Zeit gefragt. Heute noch im Raum Wallenfels, Steinwiesen, Nordhalben ansässige Sägewerke aus der Zeit der Bahngründung verfügten über Anschluß- und Ladegleise der Rodachtalbahn. Das Holz war die Lebensader des Rodachtales und des Kronacher Bahnhofes. Auch Schiefer, Schotter, Kalk, Stückgüter und Produkte der Landwirtschaft sowie der Kronacher Schlachthof sorgten für umfangreichen Güterverkehr. Mit der beginnenden Industrieentwicklung fanden die Bewohner in Kronach sowie im Umland Arbeit. Auch in anderen Ortschaften an der Frankenwaldbahn bildeten sich zahlreiche Firmen, entstanden Handwerk und Gewerbe. So das durch die Benutzung der Eisenbahn gerade im Pendlerverkehr ein sehr umfangreiches und hohes Fahrgastaufkommen entstand. Durch die wirtschaftliche Entwicklung und gute Anbindung der Stadt Kronach fand man Arbeit in Lichtenfels, Coburg, Sonneberg und auch in Bamberg . Auch die Landbevölkerung an der Strecke Kronach-Nordhalben war dankbar für den Bahnbau so kamen neben beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten jetzt auch Touristen mit der Bahn in das Rodachtal so das es hier im Laufe der Jahre zahlreiche Pensionen, Gasthäuser und Restaurant`s entstanden.

Die idyllische Lage des Rodachtales sowie die Nähe nach Bad Steben bzw. in das Höllental und den nördlichen Frankenwald verhalfen der Gegend zu  Wohlstand. Zahlreiche Postbusverbindungen sorgten neben der Eisenbahn auch mit für Beweglich- und Bequemlichkeit in jener Zeit. Der Bahnhof Kronach diente hauptsächlich dem Durchgangsverkehr, mit einigen endenden Zügen aus Lichtenfels im Berufsverkehr. Ausgangspunkt neben der Nordhalbener Strecke war der Bahnhof Kronach auch für Züge nach Weißenbrunn über Neusses und Hummendorf.

Kleine Lokbehandlungsanlagen, Abstellgleise, Ladestrasse. Ebenso der umfangreiche Gepäck-, Express-, Stückgut und Postverkehr soll nicht unerwähnt bleiben. Die Lokomotiven für beide Nebenbahnen stellte das Bw Pressig. Seit der Bahneröffnung galt Kronach auch als Ausflugsort. Zahlreiche Besucher der Festung Rosenberg und der Kronacher Altstadt sorgten ebenfalls für ein lebhaftes Stadtbild, wovon neben den Tourismus auch das Gastgewerbe mit steigenden Übernachtungszahlen sowie Tagesgästen profitierte. Ab den 20er Jahren kamen noch zahlreiche Schüler und Gymnasiasten hinzu, die von umliegenden Orten mit Bus und Bahn  nach Kronach pendelten. Dieser lebhafte Schülerverkehr hat sich bis in die heutige Zeit gehalten. Mit der Grenzerrichtung existierten sogar Überlegungen den Reiseverkehr nur noch von Lichtenfels bis Kronach auf der Frankenwaldbahn zu führen und die wenigen Fahrgäste ab Kronach bis Ludwigsstadt mit dem Bahnbus weiter zu befördern. Als Grenzübergang für Reise- und Güterzüge sollte Hof - Gutenfürst dienen. Schnellzugverkehr München-Hof - Görlitz und Nürnberg-Hof-Leipzig. Auch der Güterverkehr Nürnberg Rbf sollte über Marktredwitz / Hof nach Gutenfürst geführt werden. Auch führte die Anbindung der "BEX-Linie" (Berlin-Express) von Coburg über Kronach-Hof über die A 9 nach Berlin Funkturm zur Überlegung den damaligen Verkehr einzustellen. Ebenso die Bahnbusanbindung Kronach - Coburg mit Anschluß an den Grenzverkehr Coburg-Rottenbach - Eisfeld standen im Raum der Verkehrseinstellung der Strecke Kronach-Probstzella. 


Mit Öffnung der Grenze 1989 nahm Kronach vorerst im Rahmen der grenznahen Orte eine Sonderstellung ein wie Hof oder Coburg. Im Ansturm der DDR Bevölkerung wurde neben den Wirtschaftlichen- und Konsumaspekten auch die Eisenbahn in jeglicher Form gefordert. Züge mit 200 % !!! Besetzung waren an der Tagesordnung. Sonderzüge, Zusatzwagen. Alles was rollte wurde herangezogen, Leihweise Wagen aus Norddeutschland, Basel, NRW, Liegewagen u.s.w. Mit Öffnung des Strassenüberganges am Falkenstein (Ludwigsstadt-Probstzella) entkräftete sich die Lage etwas auf den Gleisen, aber düfür "schoben" sich "Zweitaktschlangen" entlang der B 85 / B 173. Mit Anbindung der Frankenwaldbahn und Ausbau der Fahrleitung sowie des erforderlichen Lückenschlußes Camburg-Probstzella (91 km) rollte es ab da im Reise- und Güterverkehr wieder rund um die Uhr. Auch der Nahverkehrstakt Bamberg - Großheringen / Naumburg bzw. Lichtenfels - Saalfeld mit Anbindung an den IC bzw. ICE in Saalfeld bzw. Lichtenfels betrübten trotzdem die Stimmung der Kronacher Bahnfahrer durch den Wegfall des "Schnellzughaltes" nach 1994. Mittlerweile ist aber Kronach stündlich nach Saalfeld und halbstündlich nach Lichtenfels / Bamberg im Nahverkehr angebunden mit positiven Fahrgastzahlen. Der Güterverkehr fiel nach dem Jahr 2000 gänzlich weg, heute wird nur der Anschluß Müll in Kronach Neusses bedient sowie etwas Holzverladung auf der alten Laderampe.

 

Bahnhof nebst Postamt in Kronach um 1899 mit Blick zur Feste, ein Güterzug rangierte hier im Bahnhof.

Kronach im Sommer 1940, links neben der Rodach die elektrifizierte Frankenwaldbahn.

Postkarte aus Kronach mit Motiven der Oberen Stadt aus dem Jahr 1941.

Auch in der heutigen Zeit bieten kleinere Städte wie Kronach immer wieder interessante Ausflugsmöglichkeiten oder interessante Fotomotive z.B. die Festung Rosenberg in Kronach.

Luftbild Bahnhof und Stadt Kronach um das Jahr 1960. Im Bahnhof stehen noch bayerische Länderbahnwagen für den Zug nach Nordhalben oder Weißenbrunn und an Gleis 3 steht ein Postwagen, der hier be-bzw.entladen wird.

Eines der ältesten Motive der Stadt soll nicht unerwähnt bleiben,eine Grußkarte vom Sommer 1953 mit Motiven der Festung "Rosenberg".

Das "Bamberger Tor" in Kronach im Jahre 1944. Schon damals fesselte die Kronacher Altstadt ihre Besucher. Vermerkt auf der Rückseite, "...schöne Stadt...". Diese Karte wurde nach Holland geschickt.

Der in Leipzig museal betreute SVT 137 erinnerte im Oktober 1995 bei seiner Durchfahrt im Bahnhof Kronach an die Einsätze des "Fliegenden Münchners" in den 30er und 40er Jahren. Leider nur ein "schneller Nachschuß" in Gleis 3. Im Hintergrund rechts standen noch G- Wagen an der GA Kronach, bevor "MORA C" dem Güterverkehr ein Ende setzte.

Blick vom Wärterstellwerk des Bahnhofes Kronach in Richtung Pressig an einem verregneten Augusttag 1995.

Im März 2002 war das neue Gleisbildstellwerk in Kronach bereits in Betrieb.

Ansicht des Bahnhof Kronach im Jahre 1909.

Im ersten Moment nichts besonderes werden viele sagen, aber nach längerem hinschauen, der Verlauf der B 85 parallel zur Frankenwaldbahn unmittelbar vor der Firma Voitländer. Vergleicht man die heutige Ansicht mit der im Jahre 1953.

Bahnhof Kronach Bildmitte, rechts das Postamt, links ein Garten, an dieser Stelle wurde in den 30er Jahren die Güterabfertigung errichtet. Bahngelände und Stadt im Jahre 1921.

Blick auf die nach Süden verlaufende Frankenwaldbahn von der Festung Rosenberg mit ausfahrender RB nach Bamberg im Oktober 2015.

Einfahrt in den Bahnhof Kronach aus nördlicher Richtung. Links befindet sich die ehemalige Güterhalle. Entgegenkommender ICE München-Hamburg, erweckt den Anschein eines planmäßigen Haltes.

Blick zum EG und Postgebäude in Kronach. Am 15.07.2005 war 614 047 außerplanmäßig für RB 30789 Kronach-Lichtenfels eingesetzt.

Blick über die ehemalige Bahnbrücke der Rodachtalbahn zur Firma Voitländer. ICE 1512 München-Hamburg an der Rodach im Bahnhof Kronach - 29.04.2015.

Blick vom Gartenschaugelände in Kronach auf die südlich verlaufende Bahnstrecke am 28.04.2015. Grün in der Stadt, wenige Jahre vorher war hier ein Industriegebiet und ein Schrottplatz.

Nicht nur Reiz der Architektur, auch Reiz zum Nachbau auf Modellbahnanlagen. Das "BayWa" Lagerhaus in Kronach einst an der Strecke nach Nordhalben gelegen. Schön Sichtbar im Schotter der alte Gleisverlauf.

Ein Blick vom Bahnsteig des Kronacher Bahnhofes zur Festung Rosenberg im Sommer 1951. Links der Giebel der Güterabfertigung, die dahinterliegenden Wohn-und Geschäftshäuser wie die der Firma "Auto-Müller" existieren seit den 70er Jahren nicht mehr.

Im Juni 2004 Weichenerneuerung im Bahnhof Kronach mit der V 180 331 Bw Schwerin beschriftet.

Vorbeifahrt des Schülerzuges Lichtenfels-Saalfeld am alten Kronacher Fahrdienstleiterstellwerk 11.06.2013.

Mit der kompletten Verkehrsumstellung wurde Kronach in den 90er Jahren gerade vom Fernverkehr Richtung Nürnberg / München "abgehängt". Mit dem Planwechsel und durchgehenden Zugverbindung Berlin-München "rauscht" der Fernverkehr in der Kreisstadt durch. Am 24.08.1994 Durchfahrt des IC 705 mit 120 004.

Nochmals ein Blick auf Kronach vom Süden 1942. Mit Elektrifizierter Frankenwaldbahn.Rechts der Holzlagerplatz der Kleyenmühle, auf dem in der Nachkriegszeit das Gelände der der Firma Baierschoder Fertigteilhäuser ansässig war.

    

Neuses bei Kronach


Abzweigbahnhof Strecke Neuses - Weißenbrunn


Wenige Kilometer südlich von Kronach befindet sich die Gemeinde Neuses, hier zweigt im Bahnhof die kurze Nebenbahn nach Weißenbrunn ab, mit einer Länge von 5,3 km  Erffnung der Bahn erst 1916 als Güterbahn mit dem Bau eines Krankenhauses in Weißenbrunn 1947 kam erst der Personenverkehr auf diese Strecke. Einstiger Haltepunkt war Hummendorf. Aber in Neuses selbst war das Hauptgeschäft die Holzverladung und etwas Stückgut der örtlichen Handwerker und Gewerke. Haupttransportgut waren Ziegel der Hummendorfer Ziegelwerke und Ladegut der Brauerei in Weißenbrunn. Personenverkehr ebenfalls übersichtlich und bescheiden.


"Wo gehobelt wird, fallen Späne...", oder wer eine Lok oder einen Wagen nie zum entgleisen gebracht hat, hat nie richtig rangiert." - Ausspruch zahlreicher alter Eisenbahner. Sicher bedauerlich, aber hier und da kann durchaus auch ein Unfall auf Gleisen passieren, wofür es unterschiedliche Ursachen gibt, und dies im Bahnverkehr immer "ausgeschlachtet" wird. Rangierunfall am 27.03.2013 im Anschluß "Müllverladung" Kronach-Neusses.

Blick auf den Streckenabschnitt bei km 11,0 zwischen Neusses und Küps mit einer leerfahrenden Lok BR 232 nach Saalfeld am 14.04.2005.

Von der Bahnhofsstrasse in aus südlicher Richtung das Neben- und Empfangsgebäude des Bahnhofes Neuses bei Kronach.

Aus Richtung Kronach die nördliche Seite des Bahnhofes Neuses mit der alten Güterabfertigung in Holzbauweise. Der kleine Ort Neuses verfügte über etwas Stückgutverkehr, Kohlenverladung, Holz- und Landwirtschaftsgüter. Zwischen der rechts verlaufenden Frankenwaldbahn und der Güterabfertigung befanden sich zwei Gleise und Weichen als Anschluß zur Nebenbahn nach Weißenbrunn und für den örtlichen Rangierverkehr.

Das heute privat genutzte EG befindet sich im Umbau. Das Dach am EG zeugt noch vom Hausbahnsteig an dem der Nebenbahnzug nach Weißenbrunn abfuhr.

Der Zustand der heutigen Anlagen, heute ein Haltepunkt an der Frankenwaldbahn. Rechts hinter dem heutigen Gleis 1 befanden sich die Gleise zur Ladestrasse und Nebenbahn.

Leider fanden sich vom Bahnhof Neuses bei Kronach noch keine Bilddokumente vergangener Tage. Denoch zeigt diese Postkarte aus den 50er Jahren eine emenze Entwicklung gerade in der Ortsbebauung bis in die heutige Zeit auf.

Blick auf den Bahnhof Neusses bei Kronach im Jahre 1903.

 

Küps


Durchgangsbahnhof Küps mit Ladegleis und Güterabfertigung für etwas Kleinindustrie und Gewerbe am Ort. Einer der größten Bahnkunden war die Porzelanfabrik , die auch einige Arbeitsplätze bot. Um Küps fanden sich einige Firmen z.B. der Möbelindustrie und des Korbhandwerkes die hier im Bahnhof ihre Waren und Stückgüter verluden. Im Berufsverkehr fand oft gerade nach dem Krieg eine Zweiteilung der Pendlerströme statt, ein Teil Richtung Kronach und ein großer Teil nach Redwitz, Michelau und Lichtenfels wo sich zahlreiche Möbel- und Korbwarenproduzenten befanden.


Ansichtskarte der Gemeinde Küps vom Sommer 1969.

Die heutige Bahnhofsunterführung in Küps war bis in die 90er Jahre ein Bahnübergang, der vom Fahrdienstleiter bedient wurde. Links am EG der Stellwerksanbau. Mit dem Streckenumbau 1993 verschwand der Übergang.

Im Frühjahr 1997 begannen die Bauarbeiten zur Küpser Bahnhofsunterführung. Erdarbeiten im August 1997.

Das EG in Küps von der Gleisseite aus im Bild festgehalten. Rechts das Stellwerk mit Fahrkarten- und Gepäckschalter. Mitte der Warteraum, links Zugang zur Wohnung im Obergeschoß. Errichtung des EG in den 30er Jahren wärend der Elektrifizierung.

Blickrichtung Lichtenfels an der Gleisseite befinden sich das grünliche alte Postgebäude, das erste EG aus der Anfangszeit und das EG aus den 30er Jahren. Das alte EG wurde später als Postgebäude genutzt.

Gleisverlauf Richtung Kronach, rechts auf der Grünfläche befand sich die Güterabfertigung, dahinter eine Lagerhalle für Möbel- und Korbwaren, die unter anderem an der im Hintergrund verlaufenden Ladestraße verladen wurden.

Verlauf der Ladestraße mit dem Lager eines Heizölhändlers. Links verlief das Ladegleis.

Zugkreuzung auf der eingleisigen Frankenwaldbahn im Bahnhof Küps am 18.05.1992 N 6714 Lichtenfels-Ludwigsstadt mit D 303 Berlin-München, Zuglok 151 047.

Bildausschnitt Bahnhof Küps am 18.05.1992, hinter dem Wohnhaus erkennbar die Güterabfertigung und an der Ladestrasse wurde gerade ein G Wagen beladen.

Am 13.Mai 1989 beging die Deutsche Bundesbahn den 50-jährigen Jahrestag der Elektrifizierung der Strecke Nürnberg - Saalfeld. Zur Erinnerung an das Ereignis bespannten E 18 047 und E 18 03 den D 402 Nürnberg - Saalfeld - Gera - Leipzig von Nürnberg bis Probstzella. Ab Probstzella Richtung Saalfeld wurde das denkwürdige Ereignis "totgeschwiegen", wenn man bedenkt, daß knapp 6 Monate später die Grenze geöffnet wurde und wenige Jahre danach die Züge elektrisch von München nach Berlin fuhren. Auch eine Momentaufnahme der Küpser Güterhalle mit Ladegleis in jener Zeit.

 

Haltepunkt Oberlangenstadt


Mit dem Bau der Linie ab Hochstadt nach Gundelsdorf bzw. Stockheim so erzählt man sich wurde der Grund und Boden für den Bahnbau benötigt der natürlich nur nach Verhandlungen mit den Freiherren von Künsberg zu bekommen war. Natürlich mit der Maßgabe der Errichtung einer Bahnstation um den Bewohnern rund um Oberlangenstadt und Nagel die Möglichkeiten des Broterwerbes der beginnenden Industrialisierung zu ermöglichen. Schloß Oberlangenstadt liegt ca. 1,5 km vom Haltepunkt entfernt der als Blockstelle mit Schrankenanlage, Bahnsteigen und Fahrkartenverkauf errichtet wurde.


Hauptmotiv von Oberlangenstadt ist das Schloß. Von den Bahnanlagen finden sich keine Aufnahmen. Hier in den 20er Jahren, mit einer Schulklasse auf der Rodach Brücke.

Standort auf Höhe des Haltepunktes Oberlangenstadt im Mai 1998. 141 147 mit ihrer RB von Lichtenfels nach Großheringen unterwegs.

Vorbeifahrt eines RE von Nürnberg nach Jena am 22.05.2018 am Gebäude der ehemaligen Blockstelle Oberlangenstadt.

Mitten in landschaftlich reizvoller Gegend lag der Haltepunkt Oberlangenstadt. Das Dienstgebäude mit Dienst-und Warteraum und oben befindlicher Wohnung mit Nebengebäuden in Sandsteinbauweise stammt noch aus der Gründerzeit und den Anfängen der Linie Hochstadt-Gundelsdorf. Der Haltepunkt Oberlangenstadt bediente die Ortschaft selbst die in ca. 1km Entfernung von hier lag und den Ortsteil Nagel, der nur wenige Meter hinter dem Haltepunkt liegt.

 

Redwitz an der Rodach


Die Gemeinde Redwitz war sehr landwirtschaftlich geprägt bis zum Bahnbau, so das hier keine großen Bahnanlagen erforderlich waren. Kreuzungs- Überholungsgleise, Ladegleis und Güterabfertigung. Nach dem Krieg siedelte sich einiges an Industrie an. Neben verschiedenen Gewerken auch ein Firmenteil der Firma Siemens, Auch zahlreiche Kleinbetriebe, Handwerker und Korbwarenhersteller sorgten für Leben auf dem Bahnhof. Durch die Landwirtschaft kamen noch Düngemittel, Saatgut und dergleichen hinzu. Der Reiseverkehr konzentrierte sich auf den Berufsverkehr in Richtung Kronach sowie Lichtenfels, Bamberg, Kulmbach und Coburg.

 

Das Leben in Redwitz im Jahre 1903 so sah es oft in vielen Städten und Gemeinden aus. Etwas Landwirtschaft, noch keine gepflasterten Strassen, ein ganz einfaches und bescheidenes Leben.

Nach einem Regenguß am 28.März 1992 in Redwitz. 150 084 beförderte an diesem Samstag den N 6730 Lichtenfels-Ludwigsstadt. Rechts das EG mit Güterabfertigung. Planmäßig gab es zu dieser Zeit Bespannungen mit der E 50 vor Nahverkehrzügen auf der Frankenwaldbahn, da diese mit Güterzugleistungen ab Probstzella bzw. Pressig gemischt waren. 150 084 fuhr an diesem Samstag nach 6730 Lz nach Probstzella und bespannte einen Güterzug nach Nürnberg Rbf und von dort nach Lichtenfels wärend einer Nachtschicht.

Planmäßig kreuzten in Redwitz die Nahverkehrszüge in der Zeit der eingleisigen Streckenführung. Der Bahnhof wurde in dieser Zeit durch den Fahrdienstleiter Hochstadt-Marktzeuln bedient. N 6730 mit 150 084 Lichtenfels - Ludwigsstadt kreuzt mit 141 195 N 6729 Ludwigsstadt - Lichtenfels am 28.März 1992. Links im Hintergrund ist das Anschlußgleis zu den Siemenswerken in Redwitz erkennbar.

Gemeinde Redwitz mit Bahnhof im Jahre 1905 auf einer Grußkarte.

Ansichtskarte aus Redwitz mit Bahnhof im Jahre 1898.

03.Oktober 2005, planmäßiger Halt der RB Großheringen-Lichtenfels im Haltepunkt Redwitz an der Rodach mit 143 027.

1969 präsentierte Redwitz stolz den am Ort ansässigen großen Arbeitgeber, die Siemens Werke, die sich parallel zur Frankenwaldbahn befanden und über Werklok und eigenen Gleisanschluß verfügten.

Auszug aus dem Rangierarbeitsplan V 60 Bahnhof Lichtenfels Sommer 1985 mit Anschlußbedienung Siemens Redwitz und Bahnhof Burgkunstadt. (Übergabefahrten)

  

Hochstadt am Main - später Hochstadt - Marktzeuln


Abzweigbahnhof Strecke Bamberg - Hof / Bayreuth


Eine besondere Stellung an der Strecke nimmt ohne Zweifel der Hochstädter Bahnhof ein, nicht nur wegen seiner Lage an der Ludwigs Süd Nord Bahn Lindau - Hof auch als Abzweigbahnhof der Frankenwaldlinie bis Saalfeld. Hochstadt war vorerst der Bahnhof in dem in alle Richtungen "sortiert" wurde. Güterwagen in alle Richtungen Preußen, Böhmen, Sachsen, Bayern das waren die vier Hauptrichtungen für den Güterverkehr. Auch der Güterverkehr Richtung Kulmbach hatte für Hochstadt im Nahbereich Bedeutung. Anfänglich auch als Umsteigebahnhof zwischen der Saalfelder bzw. Hofer Strecke im Personenverkehr. Später verlagerte man die Umstiege nach Lichtenfels gerade bei Schnellzügen. Hochstadt war im Güter- sowie im Personenverkehr idurch seine Lage sehr bedeutend. Auch hier war einiges an örtlichen Verkehren Landwirtschaft sowie Korbmacher belagerten den Bahnhof im Empfang und Versand ihrer Waren. Geplant war ein weiterer Ausbau des Bahnhofes mit Güter- und Lokbehandlungsanlagen sowie weiteren Gleisen. Mit dem Bau der Werrabahn plante man auch den Bau einer Verbindungsbahn von Hochstadt in Richtung Seehof bei Schney zur Umfahrung des Bahnhofes Lichtenfels gerade mit Güterzügen in Richtung Eisenach, Bebra. Durch den Ausbau des Bahnhofes Lichtenfels verloren diese Pläne an Bedeutung so das der größte Teil des Hochstädter Güterverkehres nach Lichtenfels verlagert wurde. Denoch galt Hochstadt bis in die 60er Jahre in vielerlei Hinsicht noch als Güterdrehscheibe zwischen der Hofer Strecke und der Frankenwaldbahn da man in vielerlei Hinsicht den Wagenumlauf beschleunigen konnte und den Bahnhof Lichtenfels entlastete. Später erfolgte auch ab Hochstadt die Bedienung der Bahnhöfe Redwitz (Siemens) und Burgkunstadt (BayWa und Versandhaus Friedrich Baur) mit größeren Wagengruppen. Aber im Laufe der Jahre wurden die Güter-und Rangierleistungen immer mehr nach Lichtenfels bzw. Kulmbach und Kronach verlegt. Zahlreiche Gleisanlagen und Relikte vergangener Tage zeugen heute noch von der einstigen Bedeutung des Bahnhofes.


Bahnhof Hochstadt im Jahre 1902 von der Gleisseite aus fotografiert.

Ortsansichten von Hochstadt am Main mit Bahnhof aus dem Jahre 1926.

Bahnanlagen in Hochstadt am Main 1915.

Einfahrt aus Hof, Durchfahrt Richtung Saalfeld für die BR 256 der MEG am 01.09.2007 in Hochstadt-Marktzeuln mit gut sichtbarem EG was zum Teil noch bewohnt war und mit einem Fahrdienstleiter besetzt.

Bahnsteigumbau in Hochstadt am 25.09.1992 mit langsamer Fahrt geht es für 120 125 durch den Bahnhof mit ihrem Ic nach München.

 

Michelau (Ofr.)


Der Bahnbau prägte den Ort Michelau schon seit der Eröffnung der Ludwigs Süd Nord Bahn gerade in der industriellen Entwicklung. Durch den Bahnanschluß der Errichtung einer Ladestrasse mit Güterhalle boomte das Geschäft der Korbmacher und Möbelfabrikanten in Michelau und Umgebung. Täglich wurden ab Michelau zahlreiche Güterwagen unterschiedlicher Korbwaren und Möbelprodukte versandt. Michelau wurde mehrmals täglich mit Übergabezügen ab Lichtenfels bzw. Hochstadt bedient Auch der Berufsverkehr war beachtlich so das zahlreiche Pendler aus Richtung Kronach, Kulmbach und Bamberg / Lichtenfels hier die Züge verliesen. Nach dem Krieg siedelten sich zahlreiche größere Firmen mit unterschiedlichen Produktionszweigen hier an. Durch die Auslagerung von Firmen an den Ortsrand und in verschiedene Ortsteile und weiteren Rückgang der Korbproduktion verlor auch der Güterverkehr hier seine einst sehr starke Bedeutung und in der Folge auch der Reiseverkehr. Auch der Erholungswert der Main Auen, des Wassersportes auf dem Main und mit dem Radl in den Ebenen zog es zahlreiche Gäste nach Michelau die oft auch von weiter her mit dem Zug anreisten und hier Urlaub , freie Tage oder Wochenenden verbrachten.  

 

Michelau mit seinem Ortsbild im Jahre 1969.


 Kleine Spurensuche am 10.05.2017

 

Fränkisch korrekt, Bahnhofsbezeichnung in Mundart, "Michlaa"...

Blick auf den heutigen Haltepunkt Michelau, links Standort des abgerissenen EG.

Blick aus südlicher Richtung zur Ladestrasse, links Lagerhalle der Firma Schardt mit Gleisanschluß zur Verladung von Korbmaterialien. Rechts Giebelseite der GA.

Zweigleisiger Streckenverlauf in Richtung Hochstadt Marktzeuln.

Sowie die Blickrichtung nach Lichtenfels.

Nostalgie und Moderne - ET 442 RB Bamberg-Kronach mit Halt in Michelau.

Gleisseite der ehemaligen Güterabfertigung Michelau erinnern an lebhaften Güterverkehr im einstigen Bahnhof.

 

 Lichtenfels (Ofr.)


Abzweigbahnhof der Strecke

Lichtenfels - Coburg - Eisfeld - Eisenach

Lichtenfels - Bamberg - Nürnberg

Lichtenfels - Hochstadt Marktzeuln weiter nach Hof / Bayreuth und Saalfeld


Man könnte bis Rom diese Postkartenreise fortsetzen dem einstigen europäischen Endpunkt der Linie Berlin - München - Rom. Doch möchte ich es im "20 000 Seelen" Städtchen Lichtenfels beenden, einem mittleren Durchgangsbahnhof der immer irgendwo in den Betrachtungen aussen vorblieb obwohl er für den Bahnverkehr überhaupt nicht unbedeutend war und ist.  Lichtenfels einst der Scheideweg für Züge zur Nordsee, nach Leipzig / Berlin, nach Hof / Chemnitz / Dresden sowie nach Schlesien und Böhmen. Südlich über Nürnberg nach München, Alpenregionen, Italien sowie nördlich über die Werrabahn bzw. südlich über Schweinfurt nach Hessen, Ruhrgebiet, Niederlande u.s.w. Zentral gelegen von Lichtenfels kam und kommt man in alle Richtungen und Landesteile mit der Eisenbahn. Bedeutend im Reiseverkehr so war Lichtenfels nicht nur für die Industrie der Region bedeutend auch für das Sammeln, Verteilen von Güterwagen in alle Richtungen. Mit dem Umbau des Bahnhofes erhielt Lichtenfels zahlreiche neue Gütergleise, Gleiserweiterungen und eine Vergrößerung der Ladeanlagen, Rampen und der Ladestrasse entsprachen dem gewaltigen Verkehrsaufkommen. Auch im Post-, Gepäck- und Expressgutverkehr hatte Lichtenfels eine hohe Bedeutung bis 1995. Erweiterung auch auf zwei Rampengleise der Güterhalle mit jeweils 10 Wagen Länge läßt auch die Bedeutung im Klein- und Stückgutverkehr erahnen. Bau und Errichtung eines Ringlokschuppens mit Drehscheibe, Behandlungsanlagen. Ausbau des Ablaufberges und neuer Sammelgleise hinter dem Bw für Güterwagen. Beheimatung von Reisezugwagen im Nahverkehr. Leistungs- und auch Größenmäßig ist und wurde Lichtenfels immer etwas unterschätzt, da viele Fremde plötzlich ganz erstaunt sind das Lichtenfels relativ große Bahnanlagen in jeder Hinsicht besitzt und der Personenbahnhof früher mit sieben heute mit sechs Gleisen die Erwartungen übertrifft. Nicht nur bedeutend für den Fern- und Nahverkehr auch für den Urlaubs- und Fremdenverkehr ist und war Lichtenfels sehr bedeutend auf Grund der zahlreichen Sehenswürdigkeiten in und um Lichtenfels sondern auch entlang an den Strecken ab Lichtenfels, die sich bis Thüringen oder in das oberfränkische Hof ziehen.

Blick auf das EG des Bahnhof Lichtenfels September 1998. Ein Teil des Haus- und anschlißenden Gepäckbahnsteiges wurde als Mitarbeiterparkplatz genutzt.

Die alten Bahnsteige aus nördlicher Richtung in Lichtenfels September 1998.

Das in den 80er Jahren bei der DR eingeführte Elektronische Platz Reservierungssystem (EPLA) für eine DR Platzkarte von 1987 D 1403 von Leipzig bis Lichtenfels, ausgestellt im Bahnhof Bitterfeld.

 

Lichtenfelser Bahnhofsrundgang in den 60er und 70er Jahren - Sammlung Nachlaß


Im Bw Lichtenfels 44 119 und 44 085 um 1978.

Privatbild 1965 Bahnhof Lichtenfels Blick vom Wärterstellwerk zum Bahnhof. Rechts befindet sich heute ein Parkplatz, vorher war hier Abstellplatz für Expressgut-und Postwagen. Auf Gleis 1 wird gerade Post und Expressgut in den Eilzug nach Hof verladen. Auf Gleis 3 eingefahrener Nahverkehrszug aus Coburg mit einer E 44. Noch vorhanden preußische Abteilwagen für den Einsatz auf den Nebenstrecken im Raum Coburg, sowie die Kleinlok Köf II für Rangierarbeiten auf dem Personenbahnhof.

Blick in nördlicher Richtung, Ausfahrt links nach Coburg,Sonneberg,Eisenach. Rechts die Frankenwaldbahn, die sich die Strecke mit der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn nach Hof bis Hochstadt teilt. Wärterstellwerk heute Domäne des MEC Lichtenfels mit Schranke und Straßenübergang der Coburger Straße. Heute befindet sich hier eine Straßenunterführung. Privatbild 1963

Lichtenfels um 1970, links das Gepäckgleis für die örtliche Gepäckabfertigung,zur Beladung bzw.Entladung stehen G-Wagen bereit. Am Gleis 3 eine E 19 warten auf Ausfahrt mit dem Berliner bzw. Leipziger Schnellzug. An Gleis 1 im Hintergrund ein VT 614 für eine Zugleistung Richtung Hof bzw. Bayreuth.

Blick von Gleis 1 in Richtung Norden, Ausfahrt für die E 19 aus dem oberen Bild Richtung Probstzella. Leider fand sich im Nachlaß nicht das "begehrte Bild" der E 19.

Lichtenfels Blickrichtung Bamberg, Warten auf Ausfahrt hieß es 1966 für die E 44 mit ihrem Güterzug nach Würzburg Zell.

Stilechter Güterzug der Epoche III, daß Markenzeichen der Lichtenfelser Güterzüge war ihre Länge, egal in welche Richtung. Gerade die regional ansässige Möbel-und Korbindustrie sowie Handwerk und verarbeitendes Gewerbe wie die Schuhindustrie und das Versandhaus Friedrich Baur in Burgkunstadt sorgten für umfangreiches Fracht-und Güteraufkommen in Lichtenfels. Bereitgestellter Güterzug nach Bebra. Rückführung leerer Autotransportwagen nach Wolfsburg, die Entladung erfolgte in Coburg für ein Autohaus der damaligen Zeit.

Lichtenfels in den 30er Jahren, das "Bamberger Tor".

Lichtenfelser Innenstadt und Umgebung im Sommer 1934.

Das Lichtenfelser Eisenbahnnetz 1930 mit dem Anschluß der Werrabahn nach Coburg / Eisenach / Bebra, der Frankenwaldbahn nach Saalfeld und der Ludwigs Süd Nord Bahn bereits aus Richtung Bamberg kommend nach Hof und Plauen sowie weiterführend in Sachsen über Chemnitz, Dresden, Görlitz bis Breslau so die damalige Beschreibung. Ein Knotenbahnhof von hoher Bedeutung im Deutschen Bahnverkehr.

Der Marktplatz in Lichtenfels im Jahr 1970.

Wahrhaft majestätisch die Speisesäle jener Zeit um 1910 wie hier im Lichtenfelser Bahnhofsrestaurant.

Nochmals ein Blick in das Lichtenfelser Bahnhofsrestaurant 1931.

Bahnhof in Lichtenfels, links das Empfangsgebäude und gegenüber das Betriebsamt der Königlich Bay.Staatsbahn im Jahre 1924.

Der Zugangsbereich vom Empfangsgebäude zum Bahnsteig in Lichtenfels in den 30er Jahren.

Die Lichtenfelser Innenstadt im Jahre 1902, die Coburger Strasse.

Lichtenfels aus der Vogelperspektive Sommer 1963. Formsignale in Richtung Coburg und Hochstadt. In Gleis 10 steht ein abfahrtbereiter Güterzug mit einer Dampflok der BR 50. Spekulativ eine Lok des Bw Schweinfurt, die planmäßig täglich mit Güterzügen nach Coburg kamen, eine 50er des Bw Lichtenfels, mit Planleistung Richtung Neuenmarkt-Wirsberg oder Bayreuth. Oder der Bahnbetriebswerke Weiden, Kirchenlaibach oder Bayreuth, die ebenfalls täglich im Güterzugdienst in die Deutsche Korbstadt Lichtenfels gekommen sind.

Erinnerungsstück vom Lichtenfelser Fahrkartenschalter 1966.

Das Obere Maintal 1897 links Vierzehnheiligen, unten im Tal zwei Dampfzüge von und nach Lichtenfels, rechts das Kloster Banz. Blickrichtung nach Bad Staffelstein.

Ein Blick aus der Vogelperspektive auf das Kloster Banz im Jahr 1975.

Luftbild Postkarte der Basilika "Vierzehnheiligen" aus dem Jahre 1940.

Blick auf den Bahnhof Lichtenfels im Jahre 1930 aus nördlicher Richtung.

Privatbild 1962 E 19 002 mit einem Schnellzug von Coburg nach München in Lichtenfels.

Im letzten Licht am 14.Februar 1996 rollte der DB VT 601 als Sonderzug von München nach Leipzig im Bahnhof Lichtenfels ein und hatte hier einen Betriebsaufenthalt. Leider muß man auch dann fotografieren, wenn die Licht-und Wetterverhältnisse nicht immer die Besten sind.

18 201 auf ihrer ersten Fahrt in rot im Juni 2002 bei der Durchfahrt im Bahnhof Lichtenfels aus Nürnberg kommend.

Nach 1990 veranstaltete die DB zusammen mit der DR und dem Nürnberger Verkehrsmuseum zahlreiche Tagesfahrten von Nürnberg über Probstzella-Lauscha-Sonneberg nach Nürnberg oder über Saalfeld-Triptis-Ziegenrück-Lobenstein zurück nach Nürnberg. Ausfahrt eines Sonderzuges mit 01 1100 in Lichtenfels im März 1997.

Dem Bahnhofsumbau in Lichtenfels fiel der Hausbahnsteig Gleis 1 zum Opfer so wurden aus sieben schließlich sechs Bahnsteiggleise. VT 628 RB Lichtenfels-Bayreuth im Dezember 1997.

Ebenfalls dem Umbau fiel der "Einser Stutzen" oder Gepäckbahnsteig Gleis 1 in nördlicher Verlängerung dem Bahnhofsumbau zum Opfer. Hier wurden jahrzehntelang hauptsächlich Gepäck- und Expressgutwagen be- und entladen. Nach Einstellung des Gepäckverkehres diente das Gleis als Abstellgleis für Triebwagen und der Gepäckbahnsteig als Parkplatz am Gleis. Meist an den Wochenenden abgestellt, so hatte der Nürnberger 614 045 an einem Wochenende im März 1997 Wochenendruhe im Bahnhof Lichtenfels.

Ende 1998 begannen die Vorbereitungsarbeiten zum Bahnhofsumbau in Lichtenfels. Am 16.01.1999 fährt 120 123 mit dem IC "Klara Schumann" aus dem Lichtenfelser Bahnhof. Erkennbar noch die alten Bahnsteige. Die Gleise 3 und 4 sind bereits im Hintergrund herausgerissen.

Zum Bahnjubiläum 1985 das "Rosarote Jahr der Bahn". Mit attraktiven Preisen, Sonderangeboten wie Sparpreis, Supersparpreis, Bahn Bonus Heften wurden zahlreiche Kunden in die Züge der DB geholt.

Rührig im Bw Lichtenfels die BSW Gruppe der E 44. Sylvesterparty im Zug 1989.

Seite 2 des Partyzuges 1989, die Fahrt führte von Kronach über Bamberg nach Passau und zurück. In Lichtenfels bestanden Ankunfts- und Anschlußverbindungen Richtung Coburg und Kulmbach. Ein Jahr später ging es von hier über Ingolstadt nach München und zurück über Augsburg. Eine sehr beliebte Veranstaltung der Zug bestand aus 10 Reisezug- und 5 Gesellschaftswagen der DB.

Erinnerung an den E-Lokeinsatz der legendären E 44 rund um Lichtenfels. 144 149 Bw Würzburg fuhr am 23.08.1983 mit dem N 6717 aus Kronach in Lichtenfels ein und fuhr nach etwas Aufenthalt weiter nach Bamberg.

Auch das neue DB Farbkonzept ging an der E 44 nicht vorbei. 144 021 Bw Nürnberg 1 rangierte am 23.08.1983 im Bahnhof Lichtenfels.

Blick auf den Bahnhof Lichtenfels in den 80er Jahren.Auf Gleis 6 stehen zwei "Silbervögel" für die Fahrt nach Neustadt bei Coburg.

Morgendämmerung im Bahnhof Lichtenfels nach dem Umbau der Bahnsteige am 22.April 2005 mit abfahrbereiten ICE nach München Hbf.

Der "007" mit Stadtbeschriftung "Lichtenfels" 11.08.2005.

Nach der Grenzöffnung 1989 wurde Lichtenfels mit Erweiterung des Zugverkehres nach Sonneberg, Saalfeld und über Hof mit Anschluß nach Dresden wieder als Umsteigeknoten attraktiv, vorallem im Übergang Nahverkehr auf Fernverkehr. RE Sonneberg-Nürnberg mit 111 202 und ICE Anschluß Sommer 2004.

Auch im Umstieg zwischen den RB bzw. RE Linien gilt Lichtenfels als wichtiger Knoten in unterschiedlichen Verbindungsrichtungen. 146 242 aus Sonneberg mit RE nach Nürnberg Hbf erhielt am 02.09.2007 Anschluß auf den RE Takt Hof / Bayreuth - Lichtenfels - Saalfeld der zum Zeitpunkt mit den Hofer 612ern gefahren worden ist.

Änderung der Nahverkehrskonzepte ab 2012. Am 09.03.2014 mit drei unterschiedlichen Nahverkehrstriebwagen in Lichtenfels. ET 442 RE Sonneberg-Nürnberg mit Zugteil aus Jena, VT 641 RE Hof / Bayreuth-Bamberg und VT 612 ab Lichtenfels RE nach Hof / Bayreuth.

Blickrichtung Ausfahrt Richtung Bamberg auf die Abstellgleise, die Güterhalle links, rechts im Hintergrund des ehemalige Bw Lichtenfels. Zustand am 27.03.2006.

Ein ungewöhnlicher Blick auf den Lichtenfelser Bahnsteig aus dem Empfangsgebäude, wo gerade 401 055 als Ersatzzug für IC (sonst Lokbespannt) 2301 einfährt. (17.02.2015)

Rheingold Sonderzug der Coburger Neuen Presse am 14.Mai 1999 unterwegs von Coburg nach Nürnberg mit 01 519 hier bei einem Betriebshalt in Lichtenfels.

Umbauarbeiten im Bahnhof Lichtenfels, Einfahrt eines RE aus Hof nach Bamberg am 14.Mai 1999 mit der Regensburger 218 221.

Unterwegs von Ludwigsstadt nach Nürnberg war am 14.Mai 1999 die ÖBB E-Lok 1110 007, hier bei der Einfahrt in Lichtenfels. Die Lok wurde zur Personalschulung von DB Cargo eingesetzt.

Auf Grund des Personalüberhanges bei ehemaligen DR Dienststellen, gab das Bw Hof in den 90er Jahren einige Leistungen an das Bw Reichenbach ab. 232 510 Bw Reichenbach inklusive Lokpersonal war am 07.Oktober 1997 mit einem Regionalexpress von Bamberg nach Hof in Lichtenfels unterwegs. Nicht der 48.Geburtstag der DDR war denkwürdig, eher die Erinnerung an den Langlauf der Sächsischen Schnellzugdampflok BR 19, des Bw Reichenbach die bis 1945 ebenfalls Langläufe nach Bamberg übernahmen.

Der Lichtenfelser Bahnhofsvorplatz 1922, gegenüber das Königlich Bayerische Betriebsamt.

45 Jahre später, Sommer 1967 in Lichtenfels, Blick vom Betriebsamt zum EG mit Bahnhofsvorplatz, sowie dem gegenüberliegenden Beamtenwohnhaus des Bahnhofes Lichtenfels, was in Spiegelverkehrter Bauweise wie das Betriebsamt entstand.

Normaler Betriebsalltag in Lichtenfels am 26.Mai 1992. Planmäßige Lichtenfelser Dieselleistung mit VT 614 037 Bw Hof Lichtenfels - Bad Steben und 141 037 mit dem Schülerzug nach Ludwigsstadt.

Wenige Tage vor seiner Pensionierung freute sich der Kollege Lokführer vom Bw Lichtenfels auf ein Erinnerungsfoto mit der 141 124 am 09.April 1992 vor dem N 6714 nach Ludwigsstadt. Zu damaliger Zeit existierten noch "Alte Herren Pläne", in denen langgediente Lokführer fuhren, so der 141er Plan im Bw Lichtenfels, auf gut Deutsch ruhig und gemütlich.

Lichtenfels auch eine Hochburg der DB E-Lok Baureihe 141, die ab hier nach Ludwigsstadt / Probstzella, Coburg / Neustadt und Nürnberg / Neumarkt (Oberpf.) eingesetzt wurde. 141 007 beförderte am 26.August 1992 den N 5715 von Lichtenfels nach Bamberg. Der Bahnhof noch vor dem Umbau.

Zum Schluß noch ein Blick in die Lichtenfelser Innenstadt. Sommer 1952 die Bamberger Straße war damals die durchgängige Hauptverkehrsverbindung aus Richtung Kronach nach Bamberg. Zumal sich in jener Zeit der Hauptverkehr auf dem Lichtenfelser Bahnhof abspielte auf dem Pendler und Besucher der Stadt ankamen, umstiegen, weiterfuhren oder hier ihre Geschäftsgänge erledigten. Zumal die Bamberger Straße nur "einige Meter" parallel zum Bahnhof verläuft, was sich damals großer Beliebtheit erfreute.

   

Lichtenfelser Besonderheiten


Ersichtlich durch seine relativ zentrale Lage und Größe des Bahnhofes Lichtenfels ergaben sich bereits seit Eröffnung der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn (Gesamt ab 1854), der Frankenwaldbahn (Gesamt ab 1885) und der Werrabahn (Gesamt ab 1859) einige Eisenbahnhistorische, Fahrzeugtechnische Besonderheiten bis 1945 und auch wieder ab 1990 mit Öffnung der Grenzen. Allein schon aus geographischer Lage der Stadt am Obermain verzweigten sich in vier Hauptrichtungen hier die Verkehrsströme.


1.) Südliche Richtung Nürnberg, München, Stuttgart, Schweiz,

      Österreich, Italien sowie ab Bamberg in westlicher Richtung nach

      Würzburg, Frankfurt/M, Ruhrgebiet, Frankreich, Holland und

      Norddeutschland


2.) Nordwestliche Richtung Hauptbahnverkehr über Coburg, Eisenach,

      Bebra nach Frankfurt M, Kassel, Hannover, Norddeutschland


3.) Nördliche Richtung Saalfeld, Halle, Leipzig, Berlin


4.) Nordöstliche Richtung Hof, Vogtland, Sachsen, Chemnitz, Dresden,

      Schlesien sowie Güterverkehrsströme über Hof bzw. Kirchenlaibach,

      Marktredwitz nach Böhmen und die Oberpfalz


In Zusammenhang nicht nur mit den bestandenen Reiseströmen, sondern auch in Bezug der Führung des Güterverkehres kommt dem Bahnhof Lichtenfels hier eine besondere Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang muß der ca. 8 km weiter nördlich liegende Abzweigbahnhof Hochstadt Marktzeuln, in dem sich die Strecken nach Saalfeld bzw. Hof verzweigen mit erwähnt werden in Bezug auf den Güterverkehr und die Güterverkehrsführung.


Zum großen Teil war Lichtenfels für die Richtungsverteilung der vier abgehenden Strecken verantwortlich.


Hauptverkehrsrichtungen für Durchgangsgüterzüge waren von und nach Lichtenfels

- Nürnberg Rbf

- Würzburg Zell (Rbf)

- Coburg

- Eisenach / Bebra

- Saalfeld

- Hof Hbf

- Bayreuth / Kirchenlaibach / Marktredwitz


Aus dem Richtungsverkehr ergaben sich auch der Einsatz von Bayerischen, Preußischen und Sächsischen Lokomotiven zum Bahnknoten Lichtenfels für endende und durchgehende Züge.

Bayern
- Bw Lichtenfels, Bamberg, Nürnberg Hbf, Nürnberg Rbf, Schweinfurt,
   Würzburg, Neuenmarkt-Wirsberg, Bayreuth, Kirchenlaibach, Weiden,
   Hof - Bayerisches Bw, Pressig-Rothenkirchen

Preußen
- Bw Coburg, Eisenach, Saalfeld, Probstzella

Sachsen
- Bw Reichenbach (Vogtl.), Bw Hof - Sächsisches Bw

 

Zu den Lichtenfelser Besonderheiten gehören auch heute noch zahlreiche Dampf-und Museumsfahrten des Dampflokmuseum Neuenmarkt-Wirsberg, des Verkehrsmuseum Nürnberg und der Ebermannstädter Eisenbahnfreunde sowie anderer zahlreicher Vereine. 1976 wurde die DB Schnellfahrlok 10 001 von Kassel nach Neuenmarkt-Wirsberg überführt, hier unterhalb des Kloster Banz am Morgen eines nebligen Sommertages.


Eine Weiterführung bis München ist geplant.