Signale für die Modelleisenbahn

 


Einige Grundlagen der Signal und Sicherungstechnik in Zusammenhang mit den gültigen Signalen der großen Eisenbahn.


Warum Signale ???


Letztendlich stellt sich die Frage immer nach dem Warum ???, mit dem Beginn des Eisenbahnzeitalters war ein Zug in der Regel auf der Strecke, mit der Erhöhung des Verkehres mußte eine Rang-, Fahr-und Signalordnung ins Leben gerufen werden. Man sprach von Reglements, später von Signalordnung, danach kamen die Vorschriften.


Dabei ist das Lernen der Bedeutung von Signalen in jeglicher Form und Ausführung nicht ganz einfach. Dabei müßen Betriebseisenbahner die Signal- und Fahrdienstvorschriften aus dem "F-F" beherrschen. Es kann also nicht unbedingt schaden wenn ein Modelleisenbahner in Personalunion als Fahrdienstleiter und Lokführer einige "kleine praktische Kenntnisse" hat um einen einigermaßen Vorbildgerechten Betrieb zu gestalten.


Das Grundprinzip der Signalisierung im Eisenbahnverkehr ist die Erteilung einer Fahrterlaubnis von Hauptsignal zu Hauptsignal. Abweichend davon sind Geschwindigkeiten, Besonderheiten, Bauzustände, Störungen und Rangierfahrten zu beachten. Es greift alles ineinander. Erteilung der Fahrterlaubnis darf nur vom Fahrdienstleiter erfolgen, Stellen der Signale und Weichen.


Erste Signale waren Korbsignale an hohen Masten, sowie Optographen, die dem Lokführer Fahren oder Halten signalisierten. Mit dem Ausbau mußten auch Signalbegriffe wie langsam fahren oder "Fahrt frei" in Verbindung mit einem Vorsignal "Halt erwarten" signalisiert werden. Mit höheren Geschwindigkeit wurden auch "Erwartungssignale" (Vorsignale) erfunden, die dem Lokführer das zu erwartende Signalbild am nächsten Hauptsignal ankündigten. Fachbegriff, "Halt erwarten, Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung erwarten, Fahrt frei erwarten".


Der Wortlaut "erwarten" ist daher enthalten, da in der Weg / Zeit Strecke vom Vorsignal zum Hauptsignal das Signal jederzeit geändert werden kann um Gefahren zu vermeiden. Aus einem Signal mit "Fahrt" kann "Halt" werden und jederzeit vom Stellwerkspersonal geändert werden im Gefahrfall. Signal-, Strecken-und Zugbeobachtung hatten dadurch oberste Priorität.


Grundlage sind gesetzliche Forderungen, die den Schutz von Leben, Gesundheit und materiellen Vermögen schützen sollen. Darauf bauen sich alle in diesem Zusammenhang erforderlichen Vorschriften der Bahn auf. Einfluß hierzu haben Vorschriften des Gleisbaues, die Eisenbahnbau-und Betriebsordnung, Signalbuch, Fahrdienstvorschrift, Schrankenwärtervorschriften.


Unterschieden wird zwischen Optischen, Akkustischen Signalen.


Jedes Signal muß angekündigt werden und auf Grund der Strecken-und Rangiergeschwindigkeit im Weg / Zeitfenster ausführbar sein.


Weiterhin gibt es sogenannte Erlaubnisfahrten. Fahrten mit einem Erlaubnisstab bzw. Erlaubnisschein, der von Lokführer zu Lokführer weitergegeben wird z.B. heute noch bei der Transsibirischen Eisenbahn. Somit entfallen viele Signale (Einfahrt, Aus- und Vorsignale).


Weitere Besonderheiten der vereinfachte Nebenbahnbetrieb auf Anschluß-, Neben- und Schmalspurbahnen. Der Betrieb auf Feldbahnen richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten und wird vom Betreiber festgelegt mit einer örtlichen Behörde.


Grundlagen waren bis 1929 Länderbahnsignale, danach wurde ein einheitliches deutsches Signalsystem eingeführt, was auch dem Langlauf und Länderübergreifenden Einsatz von Lokomotiven und Lokpersonalen geschuldet war.


Oberstes Gebot Sicherheit vor Pünktlichkeit.


Was möglicherweise unverständlich klingt ist aber der oberste Grundsatz der Sicherheit, Schutz des Lebens, der Gesundheit und der materiellen Werte. Erst wenn alle gesetzlichen vor allem Strafrechtlichen Grundlagen erfüllt sind wird eine Zugfahrt zugelassen.


Begründet aus der Rechtsprechung der 20er Jahre gilt, bei Verurteilung eines Beamten wird das doppelte Strafmaß gegenüber eines Angestellten oder Arbeiters im gleichen Fall angewendet. Da Fahrdienstleiter, Lokführer u.s.w. verbeamtet waren und bis heute sind, würde eine gerichtliche Verurteilung immer auf ein höheres Strafmaß nach den Rechtsgrundlagen und Gesetzen hinausführen. Mit aus diesem Grund wurde der oberste Grundsatz der Prüfung und der sicheren Durchführung von Zug-und Rangierfahrten eingeführtt.


Örtlich können unterschiedliche Regelungen erfolgen, die Grundfunktionen Halt, V/max./ und Geschwindigkeitsbeschränkungen bleiben immer erhalten. Besonderheiten gibt es bei größeren Bahnhöfen, in Weichenbereichen mit besonderen Bauformen oder Stadt-und Vorortbahnführungen.


Läutewerke in unterschiedlichen Ausführungen sorgten für die telegraphische Benachrichtigung in der Frühzeit der Eisenbahn bis Ende der 60er Jahre. Mittels vereinbarter Läutesignale wurde Abfahrt, Ankunft oder Gefahr geläutet, da es in dieser Zeit noch keine Telefonverbindungen bezüglich der Verständigung unter den Betriebsstellen gab. Faller Bausatz.


Signale gelten als Schutz der Zug- und Rangierfahrtenfahrten


Es kann sich immer nur ein Zug auf der Strecke oder im Gleisabschnitt befinden, daß ist die wichtigste Regel, alles andere sind Abweichungen oder Unregelmäßigkeiten.


Der Abstand von Hauptsignal zu Hauptsignal wird als Blockabschnitt bezeichnet, in dem sich nur eine Zugfahrt befinden darf. Unterschieden wird zwischen Blockabschnitten der freien Strecke und Bahnhofsblockabschnittten.


Ausfahrtsignal - Blocksignal - Einfahrtsignal = zwei Blockabschnitte der freien Strecke

Ausfahrtsignal - Einfahrtsignal des nächsten Bahnhofes = Blockabschnitt der freien Strecke

Einfahrtsignal - Zwischensignal - Ausfahrtsignal = zwei Bahnhofsblockabschnittte

Einfahrtsignal - Ausfahrtsignal = ein Bahnhofsblockabschnittt


Einteilung der Signalfunktionen


Egal ob Form-oder Lichtsignal, die Signalfunktion bzw. Signalausführung ist die Gleiche.


Ausgehend davon soll am DB Lichtsignalsystem die unterschiedlichen Signalstellungen erläutert werden. Das DR Lichtsignalsystem mit 13 Signalbildern erweist sich oft bei Laien als zu kompliziert und führt zu Verwirrungen. Anhand des einfacheren DB System`s können gerade für Einsteiger die unterschiedlichen Signalfunktionen erläutert werden.


Vorsignale


Ankündigung des Signalbegriffes des zu erwartenden Hauptsignales mit drei Signalbegriffen:


- Halt erwarten

- Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit erwarten

- Fahrt mit Geschwindigkeitsbegrenzung erwarten


Hier sind es auf Grund der geregelten Örtlichkeiten bzw. Bauformen von Weichen unterschiedliche Geschwindigkeiten, diese werden im Buchfahrplan jeweils zum dazugehörigen Signal dem Lokführer angezeigt.


1.) Fahrt in ein bereits besetztes Gleis, ein Zug steht hinter einem Zwischensignal und dahinter fährt ein weiterer Zug ein Einfahrt in das Gleis mit V/max. 20 km/h


2.) Einfahrt in einen Bahnhof über eine oder mehrere Weichen, die in abzweigender Stellung befahren werden, je nach Bauform der Weichen, z.B. Geschwindigkeitsbeschränkung 40 km/h kann auch höher oder niedriger sein.

Die örtlichen Geschwindigkeitsbeschränkungen kennt jeder Lokführer auf Grund der erworbenen Streckenkenntnis und der planmäßigen Wiederholungen von Zugfahrten. Abweichungen werden dem Lokführer mittels schriftlichen Befehl oder Abweichender Mitteilung bekanntgegeben.

Bei größeren Bahnhöfen wird das Befahren der Weichenstrassen in der Regel mit der niedrigsten Geschwindigkeit für den Weichenbereich angezeigt bei Formsignalen. Bei Lichtsignalen können heute unterschiedliche Geschwindigkeiten für das Befahren von Weichenstrassen signalisiert werden. Angefangen von V/max bis 20 km/h.



Besonderes Merkmal, die Kennzeichnung eines Vorsignales erfolgt mit dem Signal Ne 2, so das eine eindeutige Erkennbarkeit als Vorsignal gewährleistet wird und es in größeren und unübersichtlicheren Fahrstrassen zu keinen Verwechslungen oder Irrtümlichkeiten kommen kann. Als weiterer Sicherheitsaspekt ist der Bremswegabstand zum Hauptsignal sowie die Absicherung mit Indusi Magneten bis zum Hauptsignal. Es ist daher unter heutigen technischen Bedingungen eher unwahrscheinlich, daß es zu Eisenbahnkatastrophen im signalisierten Betrieb kommen kann.

Hinter jedem Vorsignal ein Hauptsignal mit unterschiedlichen Funktionen


Besondere Vorsignale


Besonderheiten finden sich immer wieder in der Streckenführung bzw. in baulichen Zuständen von Gebäuden, Brücken, Tunnel e.t.c. Gesetzliche Vorschrift ist die uneingeschränkte Sicht zu den Signalen und diese ist einzuhalten. Nun ist dies aus o.g. Gründen nicht immer möglich, Hauptsignale befinden sich hinter Gleisbögen, oder hinter Strassenbrücken die den Bahnkörper überqueren, oder hinter Tunnel`n bzw. werden von Gebäuden am Bahnkörper verdeckt. Somit ist die gesetzliche Verpflichtung einer Vorsignalwiederholung gegeben. Zwischen Vor- und Hauptsignal werden in gewissen Abständen besondere Vorsignalwiederholer eingebaut und als diese gekennzeichnet, da sie sich im verkürzten Bremswegabstand zum dazugehörigen Hauptsignal befinden. Der Vorsignalwiederholer zeigt exakt das Signal des dazugehörigen Vorsignales an. Es ist auch möglich, gerade bei Gleisbogenführungen der Strecke, daß mehrere Vorsignalwiederholer aufgestellt sind. Solche "Wiederholer" können zu Block-, Einfahrt- und Ausfahrtvorsignalen aufgestellt sein.


Vorsignalwiederholer im Bahnhof Großkorbetha Richtung Leipzig. Das Signal zeigt "Halt erwarten" an und ist besonders gekennzeichnet. Der Signalwiederholer, steht rechts neben dem im Hintergrund verlaufenden Gleis. Das rechte im Vordergrund befindliche Gleis ist ein Rangiergleis um Verwechslungen vorzubeugen.
Die Vorbildsituation aus der Nähe betrachtet...

 

 Blocksignal


Zweibegriffiges Signal Halt oder V/ max. , da sich das Blocksignal auf der freien Strecke befindet und sich im Anschluß kein Weichenbereich anschließt, ist es nur erforderlich zwei Signalbegriffe anzuzeigen.


 

Auf stark befahrenen Eisenbahnstrecken finden sich meist auf Stadt-, S-Bahn- und Vorortbahnabschnitten auf Grund hoher Zugdichte mehrere Blockabschnitte hintereinander. Da es sich hier in der Regel nur um Streckenabschnitte ohne Weichenbereiche handelt wird hier nur Fahrt bzw. Halt signalisiert. Auch wenn im Blockabschnitt Haltepunkte, Bahnübergänge liegen werden diese nur in ihren Abschnitten mit Blocksignalen abgesichert was ausreichend ist. Das weiß / rot / weiße Mastschild erlaubt keine Vorbeifahrt am Haltzeigenden oder Gestörten Signal. Hierzu gibt es Zusatzsignale (Zs1) oder schriftliche Befehle die die Vorbeifahrt erlauben. Eine Vorbeifahrt am Vorsignal, daß sich in Warnstellung befindet (Halt erwarten), ist jedoch immer bis zum Hauptsignal im Regelfall gestattet. Zur Ausstattung von Blocksignalen gehört auch das Ersatzsignal Zs 1.


Ein Blocksignal mit einem Vorsignal kombiniert wie es auf Stadtbahnstrecken oder Strecken mit hohen Zugaufkommen zu finden ist. Auch in der heutigen Zeit in der ältere Bahnhöfe zu Haltepunkten "dagradierd" werden, durch Ausbau der Weichen findet man häufiger Blocksignalkombinationen.
Skizze einer Blockstelle mit Vor- und Hauptsignalen in 1000 Meter Bremswegabstand.


Eine zweigleisige Hauptbahn mit einer Blockstelle, die zusätzlich zur Ergänzung noch einen Bahnsteig in jeder Richtung, sowie einen Bahnübergang der vom Blockwärter bedient wird ergänzt werden kann. Hauptaugenmerk der Skizze gilt der Lage und Darstellung der Signale (blau), die sich im Abstand von 1000 Meter zueinender befinden. Was mindestens V / max. 120 km/h bedeutet. Zusätzlich können die Blocksignale über angebrachte Vorsignale verfügen zu einer nächstfolgenden Blockstelle oder die das Einfahrtsignal eines folgenden Bahnhofes ankündigen. Generell wird eine Blockstelle als Betriebsstelle eingestuft, in der der diensttuende Blockwärter zusätzlich die Schranken mit bedienen muß wenn vorhanden oder auch den Reisenden eine Fahrkarte verkauft oder Auskunft erteilt verkehrsdienstlicher Aufgabenteil. Fachspezifisch gemischter Dienst wie er oft hier vorkam. Im Raum Saalfeld waren folgende Blockstellen eingerichtet:

- Breternitz / Saalfeld - Lobenstein / Probstzella gemischter Dienst

  (Signalbedienung und Fahrkartenverkauf)

- Kirchhasel / Saalfeld - Jena - Naumburg gemischter Dienst (Signal- und

  Bahnübergangsbedienung, Fahrkartenverkauf)

- Rudolstadt - Schwarza (West) / Ru - Schwarza - Bad Blankenburg

  gemischter Dienst (Bahnübergangsbedienung und Fahrkartenverkauf)

- Neunhofen bei Neustadt (Orla) - Saalfeld - Gera - Leipzig gemischter Dienst

  bis 1974 (Signalbedienung, danach bis 1989 nur noch Fahrkartenverkauf)

- Traun bei Triptis - Saalfeld - Gera - Leipzig gemischter Dienst (Signal- und

  Bahnübergangsbedienung, Fahrkartenverkauf)


Heute sind Blockstellen in der Regel in einer elektronischen Kettenschaltung integriert. Von einem Stellwerk überwacht ein mehrere Kilometer langer Abschnitt in dem mehrere Blockabschnitte vorhanden sind, und die im Regelbetrieb automatisch geschalten werden. Es erfolgt nur die optische Überwachung durch den zuständigen Fahrdienstleiter. Bei Störungen oder Bauarbeiten werden solche Abschnitte manuell teilweise vor Ort gesteuert, da sich hier die Stellwerkstechnik noch in älteren Gebäuden befinden kann.


Einfahrtsignal


Mehrbegriffiges Signal Halt, V/max. / Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung - Signalisiert den Beginn eines Bahnhofes vom Übergang der freien Strecke. Einfahrtsignale sind mit Vorsignalen gekoppelt, die die Stellung des zu erwartenden Zwischen- oder Ausfahrtsignales anzeigen. Einfahrtsignale signalisieren den Anfang bzw. Beginn eines jeden Bahnhofes. Weiterhin sind sie mit Ersatzsignalen ausgestattet, was die Vorbeifahrt im Störungsfall erlaubt.

 

Die einfachste Ausführung eines Einfahrtsignales, wie es bei einem Kopfbahnhof oder einer Nebenbahn ohne Ausfahrtsignale zu finden wäre. In diesem Fall würde das Signal nur Halt oder Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung anzeigen. Ein weiterer Praxisfall wäre, wenn der Abstand vom Einfahrtsignal bis zum Ausfahrtsignal größer als 1000 Meter wäre. Praktisches Beispiel, Abstand 1200 Meter, so würde sich das betreffende Vorsignal zum nächsten Ausfahrtsignal 200 Meter hinter dem Einfahrtsignal befinden und die zu erwartende Stellung des Ausfahrtsignales anzeigen. Der Fahrweg der Zugfahrten ist denoch vom Einfahrt- bis zum Ausfahrtsignal technisch und optisch gesichert.



Einfahrtsignal mit integrierten Vorsignal, hier wird das Einfahrtsignal genau im Abstand von 1000 bzw. 700 Metern zum erwartenden Ausfahrtsignal aufgestellt. So das der exakte Bremsweg vom Vor-zum Hauptsignal gewährleistet wird. Einfahrt und Vorsignal können unterschiedliche Signalbilder zeigen.

- Halt / Halt erwarten

- V/max. / Halt erwarten

- Geschwindigkeitsbeschränkung / Halt erwarten

- V /max / V / max. erwarten

- V / max / Geschwindigkeitsbeschränkung erwarten

- Geschwindigkeitsbeschränkung / Geschwindigkeitsbeschränkung

  erwarten

Dabei muß das zu erwartende Hauptsignal kein Ausfahrtsignal sein, es kann sich auch bei größeren Bahnhöfen ein Zwischensignal befinden.

 

Zwischensignal


Mehrbegriffiges Signal Halt / V/max./ Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung - Innerhalb eines größeren Bahnhofes, der in mehrere oder einen Bahnhofsblock gegliedert ist, angezeigt wird die Weiterfahrt mit entsprechend zuläßiger Geschwindigkeit und des zu erwartenden Signalbegriffes für ein weiter folgendes Zwischensignal eines Bahnhofes oder des Ausfahrtsignales. Diese Signale sind zum Teil nicht mit dazugehörigen Vorsignalen gekoppelt, nur wenn die fahrdiensttechnisch erforderlich ist z.B. einem anschließenden Weichenbereich. Ohne Weichenbereich kann dieses Signal "durchgeschalten" werden und signalisiert nur ein weißes Kennlicht, was die vorher signalisierte Geschwindigkeit weiter gelten läßt. (bei durchfahrenden Zügen). Bei Halt Signalisierung befindet sich meist ein Bahnsteig oder auch durchgehende Güterzuggleise die dessen Funktion erklären. Bei Fahrtstellung bzw. auch bei "Fahrt bzw. Halt erwarten" am Vorsignal wird die zu erwartende Stellung des nächsten Signales angezeigt. Es können weitere Zwischensignale oder letztendlich das Ausfahrtsignal folgen.

 


Zwischensignal mit Ausfahr-und Rangiersignalfunktion sowie einem Vorsignal für unterschiedliche Funktionen.

- Halt

- Weiterfahrt mit V / max. bzw. Geschwindigkeitsbeschränkung

- zu erwartender Signalbegriff für das nächste Zwischen- oder

  Ausfahrtsignal

- Sh 0 Fahrverbot signalisiert (weiße Lichter) im Signal dunkel

- Sh 1 Fahrverbot aufgehoben (weiße Lichter diagonal leuchten), hier kann eine Zugfahrt in eine Rangierfahrt übergehen, einfahren, halten, Weiterfahrt mit Schrittgeschwindigkeit z.B. Lokwechsel oder Kuppeln von Zugteilen bei Triebwagen

 


Auch die Lichtsperrsignale als Hoch- oder Zwergensignal haben eine Signalfunktion, durch die Kennzeichnung des Mastschildes. Sie können sowohl in Zug- und Rangierfahrten integriert sein. Signalisiert zwei Signalbilder Sh 0, Fahrverbot zwei rote Lichter, Sh 1 Fahrverbot aufgehoben die zwei weißen diagonalen Lichter.

Anzutreffen bei Ausfahrtsignalen ohne Sh Funktion oder als Zwischensignal in Bahnhöfen, auch als Zielsignal bei Gleisbildtechnik in Zugendbahnhöfen.

- Sh 1 Funktion mit Fahrtzeigenden Ausfahrtsignalen / Vorbeifahrt als

  Zugfahrt

- Sh 1 Funktion mit haltzeigenden Ausfahrtsignal / Vorbeifahrt als

  Rangierfahrt

- als Zwischen- oder Zielsignal Sh 0 Fahrverbot, anhalten danach

  Weiterfahrt als Rangierfahrt z.B. Zug Kuppeln, Lokwechsel oder Zug

  umfahren, Fahrt mit Zug zum Abstellgleis, Lokfahrt zum Bw

- bei Durchfahrten zeigt das Signal Sh 1 und es kann signalisiert

  vorbeigefahren werden

- bei Störungen Vorbeifahrt mit schriftlichen Befehl


Lichtsperrsignal versehen mit einem Indusi Magneten und weiß / rot / weißen Mastschild, was in Funktionen mit Hauptsignalen oder auch für Rangierfahrten angewendet wird. Möglich ist auch eine Anwendung im Falle von Gruppen Ausfahrtsignalen.
Vorbeifahrt der Baumaschine am Signal Sh 1 - Rangierfahrt im Bahnhof Lichtenfels zum Baugleis.


Als Zwischensignale werden heute in der Regel Signale mit großem Signalschirm verwendet die HP 0 / HP 00 (Zug Halt bzw. Zug und Rangierhalt) anzeigen und die Funktion Sh 1. Oft anzutreffen auf Bahnhöfen in denen planmäßige Zugvereinigungen (Kupplungen) aus unterschiedlichen Richtungen erfolgen. So können zwei Züge hintereinanderstehend das gleiche Gleis benutzen. Oder getrennt voneinander am Bahnsteig aufgestellt werden.

 

Lichtsperrsignal im Bahnhof Lichtenfels steht in etwa der Bahnsteigmitte. Somit ist es möglich nach Einfahrt des ersten Zuges einen zweiten Zug in das Gleis einfahren zu lassen. Mit Signal Sh 1 kann der zweite Zugteil mit Rangiergeschwindigkeit auf den vorderen Zugteil "aufgekuppelt" werden.


Ausfahrtsignale


Mehrbegriffiges Signal Halt / V/max. / Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung - Signalisierung V / max. bedeutet, das der anschließende Gleis- und Weichenbereich des Bahnhofes voll befahren werden kann. (Gerade Stellung der Weichen als Gedankenstütze)

Bei Geschwindigkeitsbeschränkungen darf der nachfolgende Weichenbereich nach dem Ausfahrtsignal nur mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit befahren werden, bis 400 Meter nach der letzten befahrenen Weiche. Erkenntlich durch die Streckenkilometrierung und Streckenkenntnis. Ausfahrtsignale können auch mit Vorsignalen gekoppelt sein, wenn sich anschließend eine Blockstelle bzw. ein weiterer Bahnhof anschließen würde. Z.B. bei Stadtbahnen. Zur weiteren Ausstattung gehören wieder das Zs 1 - Ersatzsignal sowie das Sh 0 / Sh 1 zur Signalisierung von Rangierfahrten, Halt und Rangierfahrt erlaubt.


Ausfahrtsignal zur weiteren Erlaubnis, des Befahrens der Strecke. Ausfahrt mit V/max. bei "gerader Weichenstellung" bzw. mit Geschwindigkeitsbeschränkung im Weichenbereich bis in das angrenzende Streckengleis und danach V/max. der Streckengeschwindigkeit. (400 Meter hinter der letzten Weiche, Streckenkilometrierung)

Rangierfahrt und Ausfahrt auf Zs 1 Ersatzsignal bei Störungen bzw. Bauarbeiten.

 


Reguläres Ausfahrtsignal mit einem Vorsignal, dem in der Praxis ein weiterer Bahnhof oder ein Blocksignal folgen könnte. Folgende Signalbilder können angezeigt werden:

- Ausfahrt frei V / max. - Halt erwarten

- Ausfahrt frei V / max. - V / max. erwarten

- Ausfahrt frei V / max. - Geschwindigkeitsbeschränkung erwarten

- Ausfahrt frei mit Geschwindigkeitsbeschränkung - Geschwindigkeitsbeschränkung erwarten

- Ausfahrt frei mit Geschwindigkeitsbeschränkung - V / max. erwarten

- Ausfahrt frei mit Geschwindigkeitsbeschränkung - Halt erwarten

- Ausfahrt frei auf Zs 1 (Ersatzsignal) egal ob V / max. oder mit Geschwindigkeitsbeschränkung max. 40 km/h bis zum nächsten Signal in diesem Fall 1000 Meter und danach die signalisierte Geschwindigkeit

 

Anordnung der Formausfahrtsignale des Bahnhofes Zwickau (Sachs.) Hbf in Richtung Werdau Bogendreieck, Streckenverzweigung in Richtung Leipzig und Hof. Besonderheit die elektrische Hauptbahn mit Formsignalen, die in den nächsten Jahren immer mehr verschwinden werden.
DR Lichtausfahrsignale mit zwei Besonderheiten. Integriert in den DR Signalbildern die zu erwartende Stellung des nächsten Hauptsignales. Rechts Signal Hl 12 b Geschwindigkeit auf 60 km/h ermäßigen, Halt erwarten. Unterschiedliche Signalgrößen auf Grund der einzuhaltenden Sicherheitsabstände zu Fahrleitungen oder Bahnsteigdächern führen auch zur Bauform von "Zwergensignalen" als Licht- oder Formsignal.
Nicht weil die Kleinlok so schön zum "Zwergensignal" passen, sondern Bauartbedingt des Abstandes zur Fahrleitung und des Bahnsteigdaches ein Formsignal kleinerer Bauart, auch verkürzte Signalflügel sind beabsichtigt um einen Sicherheitsabstand zur Fahrleitung mit 15 000 V einzuhalten. Ebenfalls auch aus Sicherheitsgründen für Signaltechniker sind die Bestimmungen und Sicherheitsabstände in der EBO festgelegt.
DR Flair im Bahnhof Wünschendorf (Elster) bei Gera. Formausfahrtsignale, Pilzlampen und ein Wärterstellwerk im preußischen Backsteinbaustil. Eine schöne Vorlage zur Modelleisenbahn.

 

Abstand von Vorsignal zum Hauptsignal beträgt auf Hauptbahnen =

1000 Meter

Abstand von Vorsignal zum Hauptsignal auf Hauptbahnen bis 100 km/h = 700 Meter

Abstand auf der Nebenbahn bis 50 km/h = 400 Meter (dazu folgen noch Erläuterungen)

Stilistische Skizze der Signalisierung des Streckenabschnittes Rudolstadt - Kirchhasel auf der "Saalbahn".


In "abgespeckter Form" Teile der Gleisanlagen des Bahnhofes in Rudolstadt, der sich auch auf Grund der Größe durchaus gut ins Modell umsetzen läßt. Links der dreigleisige Personenbahnhof mit einem Abstellgleis für beginnende und endende Züge in Rudolstadt z.B. nach Katzhütte. Ein- , Aus- und Durchfahrten sind aus Saalfeld (von links kommend) über Gleis 2 und 3 möglich. Von Jena nach Saalfeld über Gleis 1 und 3. Im Güterbahnhof nach Gleis 10 für Güterzüge oder Züge zur Überholung in beide Richtungen. In den durchgehenden Hauptgleisen von Jena nach Saalfeld bzw. in der Gegenrichtung.  Im Anschluß an den Güterbahnhof befindet sich rechts die Blockstelle Kirchhasel mit Blocksignalen, Schranke, Bahnsteigen und Wärterbude. Gesamtlänge des Abschnittes ca. 4,5 km. Unabhängig vom Zugbetrieb können im Personen- und Güterbahnhof jeweils noch unterschiedliche Rangierfahrten stattfinden. Die Vorsignalabstände betragen hier ebenfalls 1000 Meter.


Was bedeutet das im Modell ???


Ohne große Rechnerei und ohne großen Aufwand wäre eine Grundregel 1,00 Meter bzw. 0,70 Meter bei HO um eine optische Wirkung des Signalabstandes zu zeigen, auch wenn diese nicht ganz maßstäblich ist. Auf Hauptbahnen durchschnittliche Zuglänge ca. 1,50 Meter bzw. 1,00 Meter auf Grund der Strecke der nutzbaren Gleislänge im Bahnhof und der Größe einer Heimanlage. Eine gewisse "Faustregel", die sich relativ gut umsetzen läßt. Bei Neben bzw. Schmalspurbahnen wäre der Abstand mit ca. 50 cm völlig ausreichend.


Besonderheiten Neben- und Schmalspurbahnen


Dadurch das diese Strecken keine hohe Zugdichte aufweisen, wurde hier die sogenannte vereinfachte Signalisierung eingeführt. Diese können örtlich auch abweichen oder auch über unterschiedliche Besonderheiten verfügen.


Regelungen über die Betriebsführungen im vereinfachten Nebenbahndienst bei Schmalspur-und Nebenbahnen der DR seit 1959.


Wegfall von Vorsignalen


Auf Grund der niedrigen Geschwindigkeit und der Voraussetzung des Signalbegriffes "Halt" wurden in der Regel bei Nebenbahnen keine Vorsignale errichtet. Als Standort des Vorsignales steht das Signal So 106 (Kreuztafel) - Signalisiert den Standort des Vorsignales, bei Nebel, unsichtigen Wetter, Dunkelheit oder nicht einsehbarer Strecke bis zum Einfahrtsignal beträgt die Höchstgeschwindigkeit 30 km/h und die Stellung "Halt erwarten" ist anzunehmen und bei "Halt" eine Bremsung einzuleiten. Würde im Modell und im Vorbild eine langsamere Geschwindigkeit bedeuten (z.B. Einbau von Langsamfahrwiderständen)



Signal So 106 "Kreuztafel" Signalisiert den Standort eines Vorsignales auf Nebenbahnen.


Einfahrtsignale auf Nebenbahnen


Nicht alle Bahnhöfe verfügten über Einfahrtsignale, Signalisiert wurde über die "Trapeztafel" Signal So 5 oder über Einfahrtsignale. Einfahrtsignale wurden eingerichtet, bei hoher Zugfolge und mehrfachen Zugkreuzungen. Z.B. Strecke Rottenbach - Katzhütte bereits ab den 20er Jahren mit zahlreichen Sonderzügen, Plan-und Güterzügen später auch mit Schnellzugverkehr Dresden-Katzhütte und Leipzig - Katzhütte wärend der Wintersport-und Sommersaison. Bei Signalisierung mit der Trapeztafel sind alle zu erwartenden Kreuzungen bzw. auch Überholungen im Buchfahrplan verzeichnet und es ist nach dem Meldeverfahren des vereinfachten Dienstes planmäßig zu verfahren. Außerplanmäßigkeiten oder Verschiebungen von Kreuzungen oder Überholungen werden mittels schriftlichen Befehl geregelt. Aushändigung durch den Fdl an Tf und Zf. Bei einer Standzeit ab 3 Minuten am Einfahrtsignal, hat sich der Tf am Signalfernsprecher zu melden.



Signal Ne 5 "Trapeztafel" signalisiert den Standort eines Einfahrtsignales auf Nebenbahnen.



Einfahrtsignale auf den Nebenbahnen zeigten in der Regel wenn vorhanden nur den Fahrtbegriff Hp 2 an Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung, da die Geschwindigkeit im anschließenden Weichenbereich und durch niveaugleiche Bahnsteige und Übergänge nicht schneller als 30 km/ h waren. Und in der Regel der Zug planmäßig hielt und kreuzte bzw. ein Güterzug überholt worden ist.


Ausfahrtsignale auf Nebenbahnen


Wenige Nebenbahnen verfügen über Ausfahrtsignale. Grundprinzip war die Sparsamkeit, so oblag die Erteilung von Abfahrtsaufträgen auf der Nebenbahn in der Regel dem Fahrdienstleiter in Personalunion des Aufsichtsbeamten, der dies auch an den Zugführer des betreffenden Zuges deligieren konnte bei begründeter Verhinderung.

 

Erteilung des Abfahrtsignales auf der Nebenbahn bedeutet rechtlich auch die Signalisierung des Ausfahrtsignales. Auch bei Zugdurchfahrten wurde mittels Zp 9 auf der Nebenbahn signalisiert. Am Tage mit "Kelle", Nachts mit einer grünen Signallampe.


Zusatzsignale für Zugfahrten


Die bisher aufgeführten Möglichkeiten sind die Durchführung von Regelzugfahrten. Was bedeutet wenn alles funktioniert und keine Störungen vorliegen. So kann es durchaus innerhalb kurzer Zeit zu Störungen kommen.


- Nichtauflösung der Fahrstrassenkontakte

- Lokschaden mit Strecken- oder Gleisbelegung

- Relai- oder Rechnerstörung

- Bruch bzw. Abriß von Drahtzugleitungen mechanischer Stellwerke

- Anzeige eines ungültigen Signalbildes

- Unfälle aller Art

- Schienenbrüche / Weichenstörungen

- Bahnübergangsstörungen

- Fahrleitungsschäden


Um den Betrieb denoch "flüßig" zu gestalten, kommen bzw. kamen sogenannte Zusatzsignale zur Anwendung. Durch die Anordnung von Zusatzsignalen ist eine "einfachere Betriebsführung" gerade im Störungsfall möglich.


Zs 1 - Ersatzsignal


Das Zs 1 ermöglicht die Vorbeifahrt an einem haltzeigenden oder gestörten Signal ohne schriftlichen Befehl.


Das an den Viessmann Lichtsignalen angebrachte Ersatzsignal, zeigt die Form eines A und es werden die dargestellten weißen Lichter beleuchtet. Weitere Ersatzsignalfunktionen an weiteren Signalsystemen sollen hier nicht weiter erläutert werden. (DR bzw. KS System)


Zs 8 - Gegengleis Ersatzsignal


Auf modernen Strecken ist eine zweigleisige Signalisierung heute die Regel, so das zwei Züge in einer Richtung gleichzeitig, ein langsamer Zug von einem schnelleren Zug überholt werden kann. Bei Baustellen dem vorrübergehenden eingleisigen Betrieb in beide Richtungen Signalmäßig gefahren werden kann. Oder bei Störungen der Zugbetrieb in der Regel im Wechsel in je einer Richtung auf einem Gleis weitergeführt werden kann. Ältere Strecken bzw. nicht ganz moderne Strecken verfügen über Zs 8 Signale, die dem Lokführer die Weiterfahrt auf dem Gegengleis erlaubt und signalisiert. Ohne diese Zusatzsignale müßte der Lokführer einen sogenannten schriftlichen Befehl erhalten, der das Fahren auf dem Gegengleis erlaubt und die Vorbeifahrt am jeweiligen Ausfahrt- bzw. Einfahrtsignal des nächsten Bahnhofes gestattet, wenn hier keine Signale aufgestellt sind. (mit Zusatzangaben)


Praxisbeispiel - DR Ausfahrtsignal Hl 3 b Ausfahrt frei mit 60 km/h und dann mit Höchstgeschwindigkeit. In Zusammenhang mit Zs 8 diagonaler Lichtstreifen über dem Mastschild, Weiterfahrt auf dem Gegengleis.


Geschwindigkeitssignale


Wie bereits erwähnt, muß der Lokführer wissen, welche Geschwindigkeiten bei Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkungen an Ein- und Ausfahrtsignalen eingehalten werden müßen. Betonung liegt auf müssen, da es in der heutigen Zeit auf Grund der Sicherungstechnik nicht möglich ist die Geschwindigkeit willkürlich zu erhöhen oder nicht einzuhalten, so kommt es zu Zwangsbremsungen. Ledigliche Tachodifferenz mit 3 km/h wie bei einer Radarmessung im Straßenverkehr sind Bundeseinheitlich erlaubt. Am Signalmast der Einfahrtsignale auf Nebenbahnen und bei Ausfahrtsignalen auf Hauptbahnen werden diese Signale Zs 3 Geschwindigkeitsanzeiger ortsfest angebracht. Bei Einfahrtsignale entnimmt der Lokführer die Geschwindigkeit aus den Buchfahrplanunterlagen bzw. in der Neuzeit der EbuLa. (Elektronischer Buchfahrplan).

 


Signal Zs am Signalmast zeigt die ab dem Signal einzuhaltende Geschwindigkeit an. Ermittlung der Geschwindigkeit zeigt eine große Drei, die nach der Vorschrift mal Zehn zu multiplizieren ist und eine in diesem Fall durchzuführende Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h signalisiert. Das Signal kann aber auch seperat ohne ein Hauptsignal aufgestellt werden. (siehe Zs 3v)

Ein Praxisbeispiel, wie im Lehrbuch. Signalisierung im Würzburger Hbf. Hier handelt es sich um Zwischensignale, die am Ende des Bahnsteiges Richtung Rottendorf aufgestellt sind. Ausfahrtsignale mit Vorsignalen, in 1000 Meter Entfernung befinden sich die Ausfahrtsignale, da sich die Gleise im anschließenden Weichenbereich nach Stuttgart, Nürnberg und Bamberg verzweigen. Rechts das Signal mit einem ortsfesten Zs 3 ausgestattet, das bei Fahrtstellung eune Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h erlaubt. Links das Signal mit einem elektronischen Zs 3, da auf Grund unterschiedlicher Fahrstraßen und Weichenstellungen hier unterschiedliche Geschwindigkeiten angezeigt werden können. Die Anzeige des Zs 3 erfolgt automatisch mit der Festlegung und Einstellung der Fahrstraße durch den Fahrdienstleiter. Ebenso können an beiden Signalen Zs 1 Ersatzsignal und Sh 1 Fahrverbot aufgehoben für Rangierfahrten mit bedient werden. Zulässigkeit der Rangierfahrten, da sich das Ausfahrtsignal erst in 1000 Meter Entfernung befindet.

Ankündigung einer Geschwindigkeit durch das Signal Zs 3v, Vorankündigung. In der Regel auf Nebenbahnen anzutreffen, vor Bahnübergängen, zur Ankündigung von Geschwindigkeiten für die Einfahrt in Bahnhöfen. Bei Hauptsignalen erfolgt die Ankündigung in der Regel als einzelstehendes Sihnal z.B. leuchtende Drei oder ist an einem Hauptsignal angebracht und kündigt die zu erwartende Geschwindigkeit an. Zs 3 und Zs 3v gelten nur für Zugfahrten nicht für Rangierfahrten.


Ungültige Signale


Nach der EBO ist es möglich nicht mehr benötigte Signale für ungültig zu erklären, dies erfolgt in erster Linie durch das Ungültigkeitskreuz, ein grßes weißes Kreuz am Signalschirm. Ungültige Signale können sein nicht mehr benötigte Signale durch Umbau oder Gleisänderung oder Umstellung der Signale von Alter auf Neue Technik. Hier werden immer die nicht benötigten Signale für ungültig erklärt.

 

Durch die Stilllegung des Wärterstellwerkes des ehemaligen Bw Bebra, wurden auch die dazugehörigen Signale stillgelegt und somit für Ungültig erklärt. Am ungültigen Signal darf vorbeigefahren werden.
Umstellung von Formsignalen auf Lichtsignaltechnik. Noch sind die Formsignale in Hirschaid in Betrieb. Lichtsignale abgedunkelt und für Ungültig erklärt. Im Hintergrund läuft bereits die neue Technik parallel zur Erprobung mit. Nach der Umstellung wurden die Ungültigkeitskreuze entfernt und sofort die Formsignale abgebaut.

Das Bahnhofs Ende


Wie oft irrtümlich angenommen wird sind die Ausfahrtsignale das Ende des Bahnhofes, denn wenn das Einfahrtsignal den Anfang signalisiert, so ist es am Ende das Ausfahrtsignal. Falsch gedacht, was ist mit Lok- oder Rangierfahrten ??? Umsetzen einer Zuglok über die Einfahrtweiche, zurückfahren um den Zug herum und am anderen Ende ansetzen. ? ?

Eine Rangierfahrt innerhalb eines Bahnhofes. Es ist offiziell erlaubt über das haltzeigende Ausfahrtsignal mit Zustimmung hinauszurangieren. In erster Linie gilt hier "Halt" nach Verständigung mit dem Stellwerkspersonal erhält der Lokführer die Zustimmung über das haltzeigende Signal zu fahren. Im Modellbahnfall durch die Beleuchtung des Signal Sh 1. Offiziell bis zum Bahnhofsende Signal Ra 10 Rangierhalttafel diese Signalisiert des Ende des Bahnhofes, wärend auf der anderen Seite das Einfahrtsignal diese Rangierfahrt schützt und den Bahnhofsanfang signalisiert. Das Signal ist ortsfest und gilt wie ein haltzeigendes Signal. Der Abstand zwischen Einfahrtsignal und Ra 10 gilt als Sicherheitsabstand zwischen einer Zugfahrt bis zum Einfahrtsignal und einer rangierenden Lok in dem Fall und ist auf Grund des Durchrutschweges (offizielle Bezeichnung) möglich.


Skizzierte Darstellung von Rangierfahrten im Bahnhof bis zum Ra 10.

Umfahren eines Wagenzuges in Gleis 3 in beiden Richtungen möglich. Beteiligte einer Rangierfahrt Lokführer, Weichenwärter und Fahrdienstleiter.


Fall 1 (rot)


Einfahrt von links, Halt an Gleis 3 Bahnsteig, Zug endet, Lok abkuppeln. Einholen der Zustimmung bei Ww (Weichenwärter), Rangieranfrage durch Tf, Bitten um Erlaubnis den Zug in Gleis 3 ankommend zu umfahren. Ww an Tf Erlaubnis von Gleis 3 zum Ra 10 über Gleis 1 nach Einholung der Erlaubnis vom Fahrdienstleiter wegen ein-und durchfahrender Züge Gleis 1 und 2 sowie Einfahrt in den Stellwerksbereich des Fdl. Ww bedient Sh 1 am Asig Gleis 3, Rangierfahrt bis zum Ra 10, Führerstandswechsel Tf, Meldung bei Ww, Ww erteilt mündliche Erlaubnis zur Weiterfahrt nach Gleis 1 nach Umstellung der Weiche. Rangierfahrt Gleis 1 in Richtung Fdl. Erlaubnis zur Weiterfahrt hinter die Einfahrtweiche durch Bedienung des Sh 1 am Ausfahrtsignal. Halten hinter der Weiche. Führerstandswechsel, Meldung bei Fdl, Fdl erteilt erlaubnis mündlich oder per Handsignal zur Fahrt von der Einfahrtweiche nach Gleis 3 - Gleis 3 besetzt durch abgestellten Zug. In solchen Fällen spricht man von planmäßigen sich wiederholenden Rangierfahrten, die sich durch beginnende und ende Züge mehrfach täglich wiederholen können.


Fall 2 (orange)


Einfahrt von rechts, Halt an Gleis 3 Bahnsteig, Zug endet, Lok abkuppeln. Einholen der Zustimmung bei Fdl (Fahrdienstleiter), Rangieranfrage durch Tf, Bitten um Erlaubnis den Zug in Gleis 3 ankommend zu umfahren. Fdl an Tf von Gleis 3 hinter DKW Gleis 2 bis Ra 10 fahren. Fahrt bis Ra 10 Führerstandswechsel, Erlaubnisanfrage Fdl an Ww, Rangierfahrt durch Gleis 2 nach Gleis 3, Lok zum Zug (Nummer 5721). Ww erteilt Erlaubnis, Tf erhält Erlaubnis vom Fdl durch Gleis 2 hinter Weiche Nummer ... zu fahren. Ww erteilt Zustimmung an Tf durch Signal Sh 1 am Ausfahrtsignal, Rangierfahrt bis hinter die Weiche ..., Halt der Lok, Führerstandswechsel, Nach Umstellung der Weiche ... erteilt Ww dem Tf Erlaubnis zur Rangierfahrt nach Gleis 3 - Gleis 3 besetzt zum Zug 5721. Weiterfahrt, Halten, Kuppeln, Zugvorbereitung, Kaffee trinken, Abfahrt....


Grobe Darstellung einer möglichen Rangierfahrt in einem Bahnhof bei endenden und beginnenden Zügen. Alle Fahrten die sich innerhalb eines Bahnhofes bewegen gelten als Rangierfahrt außer bei örtlichen geregelten Besonderheiten.

 


Unscheinbar und klein aber von enormer Bedeutung für den Zug-und Rangierbetrieb, daß Signal Ra 10. Heute entfällt der Schriftsatz "Halt für Rangierfahrten" das Feld ist weiß.


Wartung und Pflege der Technik im Original


Das die Signaltechnik einhundertfünfzig Prozent zu funktionieren hat ist ungeschriebenes Gesetz, ebenso die dafür vorgesehenen Rückfallebenen.


Signalschaufahrten


Neben beauftragten Mitarbeitern des Eisenbahn Bundesamtes führen auch Signalmeistereien sogenannte Signalschaufahrten durch. Neben der Mitfahrt auf Führerständen in Zügen auch mit Gleiskraftwagen. Hier geht es um die Erkennbarkeit sowie den Bewuchs von Bäumen und Sträuchern, die mitunter durch starken Bewuchs ein ordnungsgemäßes erkennen der Signale verhindern können.

 


Unterschiedliche Nebenfahrzeuge wurden im Laufe der Jahre für Bahn- und Signalmeistereien auf den Gleisen eingesetzt. So bieten verschiedene Hersteller auch solche Unikate an, wie der Schienen Trabbi von Kres, der für Inspektionsfahrten auf der Modellbahn eingesetzt werden kann.

Kibri bietet den Gleiskraftwagen "Robel" mit Kranausleger an. Nicht nur für Inspektionsfahrten, auch für Baustellen- und Wartungsarbeiten an den Signalen kann das Modell Verwendung finden und bietet zahlreiche verschiedene Einsatzmöglichkeiten an.
Eine zweckentfremdete Werkstatt eines Bildhauers von Faller könnte in unserem Fall als Signal- oder Bahnmeisterei mit auf der Anlage verwendet werden. So ist es auch möglich, an dem links befindlichen großen Tor Gleise in die Werkstatt zu verlegen und einen Beiwagen einer Draisine zur Be- oder Entladung mit Reperaturmaterial hineinzufahren. Innen befindet sich ein Kran sowie zahlreiches Werkzeugzubehör und Maschinen, Schweißlichter und Werkstattpersonal.
Signaltafeln, Strecken-und Rangiersignale zur Verwendung wie beim Original aus dem HO Faller Signal Sortiment. Neben der Ausstattung an der Strecke und in Bahnhöfen, können solche Artikel auch im Signallager der Signalmeisterei gestapelt liegen.
Wartung, regelmäßige Instandsetzung, Tausch der Propangasflaschen gehört heute noch bei mechanischer Technik zum Berufsbild der Signaltechniker. Wärend bei Gleisbildtechnik der Kollege mit dem Laptop vorbeikommt, oder elektrische Baugruppen ausgetauscht werden.
Auch Fernsprechtechnik zur Signaltechnik besitzt einen hohen Stellenwert. Ortsfeste Fernsprecher oder Fernsprechbuden an verschiedenen Standorten waren und sind unverzichtbar gerade bei Störungen und im Rangierdienst.

 

Unmittelbare Verbindung zum Fahrdienstleiter oder Weichenwärter des Bahnhofes. - Standort

- direkt an Einfahrtsignalen

- Bahnsteige

- Aufsichts- oder Rangiergebäuden

- Gleisanschlüßen, Bw Ein- und Ausfahrten

- in Gleis- und Weichenbereichen

- in bestimmten Abständen auf der freien Strecke

- in allen Verständigungs- bzw. Erlaubnispflichtigen Bahnhofsbereichen je

  nach Örtlichkeiten

- besonders angewiesenen Stellen


Signalfernsprecher im Modell als kleine Zugabe an Bahnhöfen, Signalen und der freien Strecke. In Anbetracht des Handyzeitalters verschwinden mittlerweile zahlreiche Fernsprechkästen. Vollmer Bausatz


Signalschaltungen und Steuerungen im Modell


Im Original spricht man von mechanischer, elektromechanischer und elektrischer Steuerungs- bzw. Signaltechnik. Je nach Bauform der Stellwerke, Stellwerkstechnik und Anlagen. Im Modell von analog oder digitaler Antriebstechnik.


Der erste Schritt


Im Faller HO Sortiment finden sich auch Artikel zur Inneneinrichtung von Stellwerken. Zur Imitation elektronischer Gleisbildstellwerke sowie mechanischer Hebelstellwerke. So können Stellwerke stilecht eingerichtet werden. Als Basteltip für den Nachtbetrieb die Instalation von "Mini LED`s" oder Kabellampen zur Erzeugung einer authentischen Innenbeleuchtung. Durch die Absicherung eines ausreichenden Sichtfeldes im Stellwerksbereich ist die Beleuchtung abgedunkelt.


Stilechte Inneneinrichtung für den Fahrdienstleiter oder Weichenwärter im Modellbahnstellwerk von Faller.
Authentisches als Beispiel für die Einrichtung eines Stellwerkes. Oft genügt ein elektronischer Stelltisch und die Hebelbank für die Mechanik. Ein Schreibtisch, ein Schrank und die Kaffeemaschine. Leider nicht im Sortiment.
Ein mechanisches Stellwerk der elektrische Block zur Sicherung der Aus- und Einfahrtsignale des Bahnhofes und der Strecke gegen unbeabsichtigte Zug- oder Rangierfahrten. Die Signale des Bahnhofes wurden nicht mit einem mechanischen Hebelwerk bedient, sondern mit Signalwinden, was auf eine relativ große Entfernung vom Stellwerk zu den Signalen hindeutet.
Herstellerschild des elektrischen Stellwerksblockes aus den 20er Jahren.
Zur Umstellung von Gleisen und Weichen sowie Gleissperren, Spitzenverschlüßen werden mechanische Hebel im Stellwerk eingebaut. Auch Signale werden je nach Bauform damit gestellt. Deutlich zu sehen, daß der Bahnhof schon einige Federn lassen mußte, Rückbau von Gleisen und Weichen bedeutet auch weniger Stellwerkstechnik.
Herstellerschild der o.g. Signalwinden der Bauform Jüdel, die sich bereits nach 1890 in vielen Stellwerken befand und mitunter noch anzutreffen ist. Eigentlich ein wunderschönes Museum.

 

Digitale und Analoge Steuerungen Relais und Signalsteuerbausteine


Die elektronisch einfachste Steuerungen finden sich im Relai Sortiment. Hier bietet die Firma Viessmann umfangreiches Material an. Schön für Laien und Einsteiger bei alle Artikel sind durch ordentliche, einfache und nachvollziehbare Erklärungen und Erläuterungen im Inhalt enthalten. Sollte einmal was verloren gehen finden Sie die Erklärung im Internet bei der Firma Viessmann.


Gerade Einsteiger müßen sich erst in die Materie einlesen, und oft ist es ein "Graus" hinter Begriffe, Bezeichnungen oder Technische Informationen zu steigen. Aller Anfang ist schwer, zugegeben. Aber durch die relativ einfache Anschlußmöglichkeiten, verstandliche Zeichnungen und übersichtliches System kommt man relativ schnell hinter das Geheimnis der Signalsteuerung auf der Modellbahn. Im Falle einer Digitalisierung der Anlage erfolgt die Steuerung der Signale und Weichen über die Symbole des digitalen Reglers, in Verbindung mit den entsprechenden Decodern bzw. Steuerbausteinen. Hier entfallen Tastenpulte.

 

Signale ohne zusätzliche Steuerungselektronik werden mit dem Viessmann Universal Relais angesteuert.
Dateidownload
Relais 5551.pdf [ 577.6 KB ]

 

 Als Beispiel die Bedienungsanleitung des Viessmann Universal Relais für unterschiedliche Verwendungen an der Modellbahn zur Info.

Der Signalsteuerbaustein von Viessmann kann bis zu sieben Relais ersetzen. Somit Preissparend, Platzsparend und Inovativ. Eine Anwendung im Digitalbereich ist ebenfalls möglich.
Dateidownload

 Zur Info der Plan für den Signalsteuerbaustein. Es können bei größeren Anlagen Signalsteuerbausteine in der genannten Größenordnung verwendet werden und zusätzlich für jedes Viessmann Signal ein passender Steuerbaustein, der für alle Schaltungsarten des Signales analog und digital verwendet werden kann.


Zug Halt

 

Zum Anschluß an den Viessmann Signalsteuerbaustein, kann das Zugbeeinflußungsrelais mit verwendet werden. Zur Ansteuerung der Signale in Halteabschnitten. Einfache Montage und Ergänzung ohne große Aufwendungen.


Saubere und übersichtliche Lösung mit dem Viessmann Tastenpult System


Wenn die Anlage wächst, Signale, Weichen, Zubehör immer mehr werden, sollte mann die Übersicht nicht verlieren. Eine saubere und korrekte Lösung ist die Instalation der Viessmann Tastenpulte für unterschiedliche Verwendungszwecke. Integriert ist hier auch ein Steckersystem, der Ihnen den absoluten Überblick verschafft. So können die Farben und Grundanschlüße auch durch farbige Viessmann Kabel ordnungsgemäß installiert werden, ohne das man unbedingt Elektriker sein muß. Wichtig ist ein Plan, eine einheitliche Kennung und etwas Überblick.


Rückmeldefähige Tastenpulte mit rot / grünen LED`s zur Stellung von Blocksignalen oder auch Weichen in verdeckten Bereichen der Anlage.
Ebenfalls Rückmeldefähig das Tastenpult für Einfahrtsignale zur Ansteuerung Halt, V/max. und Fahrt mit Geschwindigkeitsbeschränkung. Hier läßt sich durch die LED`s ganz einfach die Stellung der Signal erkennen.
Stellpult für Ausfahrtsignale für vier Signalfunktionen. Mit dem weißen Taster werden zusätzlich Rangiersignale Sh1 am Signal bedient.
Für einen automatischen Betrieb sorgen auch magnetische Gleiskontakte, mit denen Gleisabschnitte, Signale, Bahnübergänge geschalten werden können. Dies lohnt sich vorallem bei langen Fahrstrecken und Blockabständen, die selbstständig verbleiben können und die keiner visuellen Überwachung wie bei Bahnhofsfahrten bedürfen. (Viessmann)

 

 Passend zum Thema - die Bahnübergänge


Wie Signale gehören Bahnübergänge mit zu den wichtigsten Zubehörartikeln auf der Modellbahn. Grundsätzlich sind hier zwei durchaus realistisch zu bewertende Kundenarrgumente von Bedeutung, das Preis - Leistungsverhältnis oder will ich nach jeder Runde, daß sich der Bahnübergang "wie wahnsinnig" öffnet und schließt. Oft genügt die Imitation oder der Einsatz von Blinkelektronik ebenfalls. Bei Anlagen die sich im "Rennbahnbetrieb" mit Kindern befinden, genügen oft handbediente Schranken zur stilistischen Darstellung.


Dabei kommt es nicht auf die Ausführung und Bauform an, sondern auf die Aussage an Bahnübergängen haben Züge Vorrang. Ein Andreaskreuz ist gleichzusetzen mit einem Stopschild. Alle anderen Diskussionen sind diesbezüglich Sinn- und Zwecklos.


Bahnübergangsformen im Original

 

Gekennzeichnet nur durch ein Andreaskreuz, Bahnübergang bei Neben- und Schmalspurbahnen.Hier bei Stegenwaldhaus Strecke Hof-Bad Steben.
Verkehr auf ländlichen oder gering befahrenen Strassen erfordern zum Teil nur eine Halbschrankenanlage in Verbindung mit Blinklichtanlagen wie hier bei Rathen Strecke Dresden-Prag.
Sogenannte Vollschranke bei stark befahrenen Strassen oder Sicherung von Straßen- und Gleisanlagen von hoher Bedeutung und Geschwindigkeit. Vollschranke nördlich vom Bahnhof Gößnitz zur Sicherung der Strecken Richtung Gera links, und Leipzig rechts.
Stark befahrene Strecken und auch Gefährdungsbereiche erfordern einen zusätzlichen Behang, der das hindurchkriechen von Personen auf Strecken mit sehr hoher Geschwindigkeit verhindert. Mittlerweile stirbt diese Bauform im Original fast aus. Bahnübergang in Buttenheim Strecke Bamberg-Nürnberg.

 

...im Modell


Das einfache Andreaskreuz läßt sich als Ersatzteil oder bereits erhältliches Zubehör von Noch auf den Nebenbahnen einbauen, und bedarf keinerlei Erläuterungen.


Damit sich etwas bewegt, sind solche Sortimente eine Blinklichtanlage von "großer Bedeutung". Hier kommen Kinder auf ihre Kosten, wenn sich gerade in der Dunkelheit das Licht ein- und ausschaltet. Diese Sortimente mit Blinkgerät von Viessmann lassen sich am sinnvollsten mit dem o.g. Magnetschalter am Gleis problemlos kombinieren und einbauen.
Viessmann bietet ein reichhaltiges Sortiment unterschiedlicher Bahnübergänge an, auch den "Mercedes", Bahnübergang mit Behang, in Kombination mit einem Soundmodul können hier das Schließen der Schranke und das Ertönen der Signalglocke akkustisch mit ins Programm bei der Installierung aufgenommen werden.
Busch bietet für unterschiedliche Spurweiten handbediente preiswerte Bahnübergänge an, die für den klassischen Einstieg und für ein moderates Preisgefüge an der Modellbahn sorgen. Findige Bastler versehen solche Bahnübergänge auch mit Bastelmotoren, Servoantrieben und bringen sie hiermit als preiswerte Alternative auf die Anlage.
Faller bietet den elektrischen Bahnübergang mit Funktion an, der besonders für Bettungsgleise geeignet ist an.

 

Stellwerksformen und Arten


Der Baustil der Stellwerke richtete sich nach den Anforderungen, Finanzen und Platzbedarf sowie der Sichtverhältnisse.


1.) Planung der Sichtverhältnisse


Mit dem Bahnbau war es erforderlich Stellwerke so zu platzieren, daß eine hundertprozentige Überwachung der Bahnanlagen von Einfahrtsignal bis Einfahrtsignal erfolgen konnte. Hierbei waren wichtig, Zug-, Gleis-, Signalbeobachtungen durchzuführen um Gefahren abzuwenden. So mußten Züge möglichst beidseitig beobachtet werden wegen verschobener, herabhängender Ladung, Heißläufern, lockerer oder verschobener Bauteile, Bremsen, Rungen, Zugschlußsignale. Aus diesem Grund sah man das Stellwerkspersonal immer am Fenster zur Zugbeobachtung. Auch Aufsichtsbeamte im Stationsgebäude wurden zu diesen Aufgaben mit herangezogen. Man unterteilte den Bahnhof in sogenannte Stellwerksbezirke, auch Gebäude, Dächer, Bahnsteige e.t.c. mußten entsprechend von entsprechender Stelle aus in die Beobachtungen mit einbezogen werden. Dabei gab es auch mehrere Aufsichtsbezirke oder Fahrstraßenüberwacher, die auf großen Bahnhöfen diese Aufgaben übernahmen. Gerade bei Bahnhöfen mit großen Bahnsteighallen. Heute wird dies elektronisch überwacht.


2.) Finanzverhältnisse


Auf Neben- und Schmalspurbahnen findet man eher sparsame Bauten, ebenerdig, klein oder im Empfangsgebäude untergebracht. Sogenannte Stellwerksanbauten vereint mit Fahrkartenverkauf und Gepäckdienst.


3.) Platzbedarf


Gerade auf Stadtbahnen an denen sich Wohnhäuser, Bahnanlagen eng aneinanderfügen kommt es oft zu kuriosen Bauten von Stellwerken, Bahnsteigen und Bahnanlagen


4.) Was gibt es für Funktionsarten


- Fahrdienstleiter oder Befehelsstellwerk (Bahnhofs Commander) bestimmt

  über die Zugfolge, Rangier- und Zugfahrten und regelt den Verkehr in

  eigener Zuständigkeit.

- Abzweig- oder Überleitstellen, hier sind die Betriebsstellen ebenfalls mit

  einem Fahrdienstleiter besetzt, da dieser die Zugfolge ebenfalls in eigener

  Zuständigkeit regeln kann

- Wärterstellwerk, untersteht dem jeweiligen Fahrdienstleiter und regelt mit

  diesem gemeinsam, Zug-und Rangierfahrten im Bahnhof

- Rangierstellwerk besetzt mit einem Stellwerkswärter, regelt nur

  Rangierfahrten im Bahnhof

- Ablaufstellwerk, besondere Form eines Rangierstellwerk, daß die

  Rangierfahrten und Ablaufvorgänge an einem Ablaufberg eines

  Rangierbahnhofes regelt

- Blockstelle, Wärterstellwerk mit Blockwärter besetzt, untersteht einem

  Fahrdienstleiter des dazugehörigen Bahnhofes

- Deckungsstelle, Stellwerkswärter, der die Zugfolge an Hubbrücken zu

  regeln hat, wenn diese bewegt werden müßen auf Grund von Schifffahrten

  z.B. Stralsund - Rügendamm, hier spricht man von Deckungssignalen für

  Zugfahrten

- Schrankenwärter, kann noch mit Blocksignalen, Bahnsteigen versehen

  sein, Fahrkartenverkauf, bedient vornehmlich Schrankenanlagen und wenn

  vorhanden auch Blocksignale, dann aber handelt es sich um eine

  Blockstelle

- Fahrstrassenüberwacher, meist in größeren Bahnhöfen, wird vor jeder Zug-

  oder Rangierfahrt der freie Fahrweg eingefordert, wenn dies vom Stellwerk

  nicht einsehbar ist, z.B. Hallendächer meist Aufsichtsmitarbeiter oder

  Fahrstraßenüberwacher, die vor jeder Fahrt die Gleise frei zu melden haben

  in ihrem Fahrwegprüfbezirk


Das Zentralstellwerk des Frankfurter Hbf, regelt in eigener Zuständigkeit Zug- und Rangierfahrten im Bahnhof. Der Bahnhof ist in einzelne Bezirke unterteilt, für die je ein Mitarbeiter zuständig ist. Gleisbildstellwerk aus den 60er Jahren.
Reichsbahn Einheitsbau, das Fahrdienstleiterstellwerk im Bahnhof Loitsch-Hohenleuben. Nicht ohne weniger Verantwortung wie auf großen Stellwerken muß hier der Zugverkehr genau so sicher und zuverlässig geregelt werden wie auf anderen Stellwerken. Anschrift "Befehlsstellwerk" deutet auf den Sitz des Fahrdienstleiters hin.
Blick zum ehemaligen Wärterstellwerk in Coburg Personenbahnhof. Ein Neubaustellwerk aus den 70er Jahren, daß im Zuge des ICE Streckenumbaues 2017 abgerissen wurde. Bauform eines elektrischen Stellwerkes.
Reichsbahnbau der 20er Jahre, Stellwerk in Teutschental an der Strecke Halle-Nordhausen-Eichenberg. Zum Stellwerk gehören die Weichen- und Signalbedienung sowie der Bahnübergang der Ortsstrasse.
Die Reste des einstigen Saalfelder Wärterstellwerkes W 2 im Sommer 2015. Zuständig für Zug-und Rangierfahrten im südlichen Bahnhofsbereich. Einst als Brückenstellwerk erbaut, im Krieg zerstört und 2017 abgerissen. Bauart eines elektromechanischen Stellwerkes der Firma Siemens zu Zeiten der Elektrifizierung 1939.
Saalfelder Rangierstellwerk "SR 1" regelt den Ablauf- und Rangierbetrieb im Saalfelder Güterbahnhof. Ein weiteres Stellwerk SR 2 wurde nach 1990 für die Rangierfahrten zum Wagenwerk stillgelegt.
Ebenfalls ein Rangierstellwerk, besetzt mit einem Stellwerkswärter im Bahnhof Bebra, regelte bis in die 90er Jahre die Zufahrten von und zum Bw und dem Bahnhof.
Wärterstellwerk in Küstrin an der Ostbahn aus der Reichsbahnzeit, regelte die Zugfahrten von und nach Berlin über die Grenze sowie Rangierfahrten im westlichen Bahnhofsteil und zu den Lokgleisen im oberen Bahnhofsteil der Ostbahn. Ein gewaltiger Bau auch der im Hintergrund des Stellwerkes angefügte Wasserturm.
Ungewöhnlicher Blick zum Stellwerk Pl in Probstzella, daß für die Regelungen der Fahrten von und zum Bw zuständig war und für den Rangierbetrieb im Bahnhof. Rangierfahrt eines Bauzuges in Richtung Ludwigsstadt, schon 2010 wird der Bahnhof vom Zentralstellwerk in Leipzig gesteuert.
Am 14.10.2009 waren die Abrißarbeiten der alten sächsischen Gleisanlagen in Chemnitz Hbf in vollem Gange. Wenige Tage später fielen auch die alten Stellwerke in Chemnitz dem Abrißbagger zum Opfer.
Blick aus östlicher Richtung auf den einstigen Rangierbahnhof in Chemnitz Hilbersdorf. Das alte Brückenstellwerk aus den 30er Jahren erinnert noch an die Größe und Bedeutung des Chemnitz Güterverkehres. Zustand am 31.05.2007.
Das Empfangsgebäude in Schönheide-Süd beherbergte einst im EG die Räume des Fahrdienstleiters, gekennzeichnet links durch den Stellwerksanbau, Diensträume der Fahrkartenausgabe, Gepäckabfertigung, Büroräume und Warteräume rechts im EG. In der oberen Etage Dienstwohnungen für den Bahnhofsvorstand und andere Mitarbeiter.Ein recht stimmiges Bild trotz eingestelltem Zugbetrieb. Der Stellwerksanbau links beinhaltetet die gesamte Stellwerkstechnik des Fahrdienstleiters, zwecks besserer Sicht zu den Gleisen wurden solche Anbauten vielfach später an den EG`s angesetzt nach Bahnhofserweiterungen und Umbauten in der Zeit nach 1900 bis 1920.
Fast einem Wohnhaus ähnelt das EG mit Diensträumen in Oberhaun bei Bad Hersfeld. Links die Diensträume, rechts Warteräume, oben eine Dienstwohnung. Im EG ist die Bundesbahn Stellwerkstechnik eines Gleisbildstellwerkes untergebracht.
In den 60er Jahren kam es zum Umbau in Könitz / Thür., so wurden hier zwei Baugleiche Gleisbildstellwerke errichtet. Blick im Herbst 1998 auf das Könitzer Gleisbildstellwerk, daß in östlicher Richtung nach Gera die Zug- und Rangierfahrten regelt.
Ein moderner Nachkriegsbau Stellwerk 3 des Regensburger Hbf, was Rangierfahrten im nördlichen Bahnhofsteil Richtung Nürnberg bzw. Ingolstadt regelte.
Ein Putzbau aus der Nachkriegszeit, das Stellwerk in Beilrode an der Strecke Leipzig - Cottbus.
Heute nur noch ein Haltepunkt, der einstige Bahnhof Krölpa-Ranis an der Strecke Saalfeld-Gera-Leipzig. Im Herbst 2005 war das ehemalige Fahrdienstleiterstellwerk noch in Betrieb.
Das als Modell bekannte einstige Fahrdienstleiterstellwerk des Bahnhofes Tharandt zwischen Dresden und Chemnitz in seinem Zustand am 06.09.2009.
Stellwerksbau der besonderen Art in Chemnitz Hbf. Unmittelbar am Gebäude führt die Fernwärmeleitung vom Heizkraftwerk zum Bahnhof vorbei. Mit dem Bau der Fernwärmeleitung wurde der Chemnitzer Hbf und das Umfeld mit Heizwärme versorgt, was mitunter auch "Optische Stilblüten" hervorrief.
Außerhalb des Dienstgebäudes in Opponitz befindet sich ein Schlüßelwerk. Von hier aus werden die Weichen des Bahnhofes entsprechend bedient. Es daher auch möglich außerhalb der Besetzungszeiten des Bahnhofes hier mittels Zusatzschlüßel das Stellwerk zu bedienen, durch Rangier- oder Zugpersonal soweit eingewiesen und geprüft.
Zugkreuzung im kleinen Schmalspurbahnhof Opponitz der ÖBB. Neben den betrieblichen Aufgaben des Fahrdienstleiters, erteilt dieser auch das Abfahrtssignal, stellt die Weichen, verkauft Fahrkarten und erteilt Auskünfte, im sogenannten vereinigten Dienst.
Ebenerdiger Baustil von Stellwerksgebäuden ist keine Seltenheit. Nicht nur aus Platzgründen auch aus Sparsamkeitsgründen und durch die Handweichen am Stellwerk wurde ein ebenerdiger Zugang benötigt. Wärterstellwerk in Petschau Strecke Karlsbad - Pilsen, hier wurden Weichen mit der Hand gestellt, die Signalhebel befinden sich im Stellwerk. Zustand 16.10.2004.
Blick in ein mechanisches Stellwerk im Jahre 1968 mit damals völlig intakter Stellwerkstechnik, auch gab es noch kein Rückbau von Gleisen, Weichen und Signalen.
Stellwerksbau im 21.Jahrhundert. Zur Unterbringung der PC gesteuerten Stellwerkstechnik werden heute nur noch "Gartenhäuser" benötigt. Im Zeitalter moderner Technik genügt es völlig ein Fertighausgebäude zur Unterbringung des Stellwerkes zu errichten.

 

Auch für die Ausgestaltung und den Ausbau von Modellbahnstellwerken und hochwertigem Zubehör zum Thema empfehlen wir einen Blick in den Weinert Katalog.

 

 

Alte Technik aus Zeiten der mechanischen Stellwerke. Für eine entsprechende Funktionalität sorgten Spanngewichte und Drahtzugleitungen zur Betätigung von Weichen, Signalen und Gleissperren. Bahnhof Eggolsheim 16.08.2014.
Auch Weichensignale, Umstellgewichte für Weichen und Drahtzugleitungen sorgten in vielen Bahnhof für ein entsprechendes Bild der Stellwerkstechnik. Auch ein belebendes Zubehör für die Modellbahn. Bahnhof Schönheide Süd am 10.06.2009.
Auch Signale, Weichen-, Stellwerkszubehör und so weiter können ruhig etwas Alterung , Rost und Patina vertragen. Sind es doch Teile die Wind, Wetter, Brems-und Flugstaub, Ladungsrückständen oder Umwelteinflüßen ausgesetzt sind. Die Anlagen bestehen oft bei älteren Bahnhöfen schon mehrere Jahrzehnte so das sich hier die Patinierung lohnt. Auch Stellwerksgebäude vertragen in der Regel oft die Alterung de Luxe, in dem Fall von Faller.
Am 11.11.2015 zeigte das Form Hauptsignal in Breitengüßbach noch Ausfahrt frei an, knappe zwei Monate später begann der Abbau und Umbau der Anlagen zur ICE Neubaustrecke. Seit den 50er Jahren in Betrieb, zeigen sich schon einige Alterungsspuren am Original, die sich auch im Modell realistisch umsetzen lassen.

 

 Für die Modellbahn können mit zahlreichen Zubehör stilchte Stellwerksbauten ergänzt und errichtet werden. Neben den unterschiedlichsten Stellwerksbauten im Modell.


Wer es genau wissen will, dem empfehlen wir Band 1 und 2

"Mechanische Stellwerke"

des Miba Verlages


 

Signalsysteme in Deutschland


Bis in die Zeit des Jahres 2005 gab es auf den Gebieten der ehemaligen DB und DR noch unterschiedliche Signalsysteme. Die heute mit Streckenumbau zu einem Signalsystem KS (Kombi Signalsystem) vereinheitlicht werden.


Formsignalsystem


Bestehend aus

- Formhauptsignalen mit verschiedenen Funktionen

- Formvorsignal mit verschiedenen Funktionen

- Gleissperrsignale Halt und Fahrverbot aufgehoben


Ausfahrt- und Gleissperrsignale mechanischer Bauart im Bahnhof Lobenstein (Thür.) in Richtung Blankenstein im Sommer 2006.
Einfahrtsignal und Ausfahrtvorsignal des Bahnhofes Krölpa Ranis im Sommer 1993. Besonderheit das Ausfahrtvorsignal konnte nur die zu erwartende Durchfahrt V/max. anzeigen, bei Einfahrt nach Gleis 2 wurde immer Halt erwarten signalisiert.
Ein Formvorsignal, versehen mit dem Zusatzsignal Ankündigung Halt erwarten, das Zusatzsignal am Mast bei diagonaler Stellung signalisiert die zu erwartende Geschwindigkeitsbeschränkung. Nur die Waagerechte Scheibe Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit erwarten.

 

DR Lichtsignalsystem


Einführung ab den 50er Jahren, mit schrittweisem Abbau von Formsignalen, vornehmlich auf Hauptbahnen, sowie Zentralisierung von Bahnhöfen und Errichtung von Blockabschnitten.

Bestehend aus 13 unterschiedlichen Signalbegriffen (Hauptsignale) und Zusatzsignalen.

Mögliche Signalisierung unterschiedlicher Geschwindigkeiten möglich, auch Integration von Vorsignalbegriffen im Hauptsignal, so entfiel die Instalation eines Vorsignales.


Bestehend aus

- Licht Hauptsignal

- Lichtvorsignal


DR Ausfahrtsignal im Bahnhof Gaschwitz signalisiert, Ausfahrt frei mit 60, V/max. erwarten.Hier ist das Ausfahrtsignal mit dem Vorsignal im DR Lichtsignalsystem integriert.

 

 

 

 

DR Lichtvorsignal des Bahnhofes Unterwellenborn kündigte im Juli 2010 - "Halt erwarten" an.

  

DB Lichtsignalsystem


Ebenfalls nach dem Krieg in der Umstellung von Form- auf Lichtsignale in Kombination mit kleinen und großen Gleisbildstellwerken. Zusammenschluß mehrerer Bahnhöfe auf einem Fahrdienstleiterstellwerk. Einfaches effizientes Signalsystem. Kombination der Hauptsignale mit einem Vorsignal bzw. mit Lichtsperrsignalen. Drei Signalbegriffe und entsprechende Zusatzsignale (Ersatzsignal, Sh Signal, Vorsichtssignal) Geschwindigkeitsbeschränkungen wurden über feste Angaben im Buchfahrplan übermittelt und waren durch Streckenkenntnis bekannt, bzw. Übermittlung über das entsprechende Zusatzsignal. Besonderheit das Signal HP 00 - zwei rote Lichter Zug- und Rangierhalt.


Bestehend

- Lichthauptsignale

- Lichtvorsignale

-elektrische Lichtsperrsignale hohe und kleinere Bauform

Der erste DB Bahnhof hinter der Landesgrenze. Ausfahrtsignale des Bahnhofes Ludwigsstadt in Richtung Steinbach am Wald. Zustand 2009


EZMG Signale der DR


Eingeführt in den 60er Jahren bei der DR zur Nachrüstung kleinerer Bahnhöfe auf Lichtsignaltechnik russischer Bauart maximal 5 Gleise. Verwendung der Signaltechnik auf Nebenstrecken bzw. kleineren Bahnhöfen von Hauptbahnen. Bei der DR waren ca. 75 Bahnhöfe mit dieser Technik ausgerüstet. Im Raum Saalfeld für die Bahnhöfe Wurzbach, Lichtentanne (Thür.), Leutenberg und Pößneck unterer Bahnhof. Zum Signalsystem wurde auch ein Gleisbildstellwerk installiert. Vereinfachte Signalisierung, Lichthauptsignale gekoppelt mit Zusatzsignalen.


Bestehend

- Lichthauptsignale

- Lichtvorsignale


EZMG Ausfahrtsignale des Spitzkehrenbahnhofes Wurzbach für Züge nach Lobenstein und Saalfeld. Zustand März 2002


KS Signalsystem


Kombi Signalsystem nach 1999 eingeführt, Verwendung von DR und DB Signaltechnik als gemeinsame Signale. Integration des Vorsignales im Hauptsignal bei der Signalübermittlung. Einsparung des integrierten Vorsignales z.B. bei Einfahrt- oder Zwischensignalen. Zusatzsignale (Ersatzsignal, Gleiswechsel, Rangiersignal und Geschwindigkeitsanzeige im Signal vorhanden, beruhend auf DB Technik)


Bestehend

- Lichthauptsignal

- Lichtvorsignal

 

Ausfahrtsignal KS System im Leipziger Hbf, es wird nicht nur Halt, Ausfahrt frei Begriffe auch die zu erwartende Signalstellung des nächsten Hauptsignales angezeigt.


ETCS Signalsystem


Steuerung der Zugfahrten per Computer zum Teil ohne Signale. Seid einigen Jahren im Einsatz, vollkommen Computergesteuerte Strecken- und Signalsteuerung. Bestimmung des genauen Standortes + / - 0,50 cm des Zuges auf den Gleisen. Es werden zur Deckung und zum Schutz der Zugfahrten nur noch Signale an Überleit-, Abzweigstellen bzw. Bahnhöfen verwendet, überall da wo Weichen sind. Die Einteilung der Strecke erfolgt weiterhin in Blockabschnitte ohne Signalisierung, diese Überwachung übernimmt der Computer. Bei Belegung von Streckenabschnitten bei vorausfahrenden Zügen übernimmt der Computer das selbständige Bremsen und Beschleunigen der Züge. Einsatz der Technik auf Neubaustrecken der DB AG. In gewissen Sinne übernimmt der Lokführer nur noch Überwachungsfunktionen und handelt bei Störungen oder Besonderheiten. Umstellung auf manuellen Zug-und Fahrbetrieb ist möglich. Ähnlich der Anpassung an das Bundesbahn System LZB Steuerung, der sogenannten Linienzug Beeinflussung.


Bauzustand der ICE Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt am 26.06.2016. Links entstand in dieser Zeit der Überleitbahnhof Unterleiterbach, in dem Kreuzungen, Überholungen und auch Überleitungen zwischen der ICE Neubaustrecke und der Altbaustrecke möglich sind. Hier wurden zum Schutz der Zugfahrten Signale aufgestellt. Der anschließende Abschnitt Richtung Coburg bzw. Bamberg ist auf der ICE Strecke Signalfrei und wird aber denoch vollkommen überwacht und gesichert.KS Signal Richtung Coburg signalisiert das fahren mit V/max. bzw. das Überleiten auf das linke Streckengleis oder auch Fahrtmöglichkeiten auf die alte Strtecke Richtung Lichtenfels. Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren die Signale noch ungültig.


Zur Signaltechnik gehört auch die Telegraphie, im Betriebsdienst ist die Verständigung das A und O, jeder Beteiligte einer Zug- bzw. Rangierfahrt muß über stattfindende Fahrten Bescheid wissen. Anfänglich waren Blockstellen mit Balonsignalen das Verständigungsmittel, die in sichtbarem Abstand voneinander standen. Problem Schlechte Sicht, Dunkelheit. Später Läutewerke die mittels Telegraphenleitung verbunden waren und die Zugfahrten signalisierten bzw. einläuteten. Später die Mordetechnik, Nachrichtenübermittlung mittels Morseapperat und danach der Fernsprecher oder die Telegraphenverbindung. Heute elektronisch mittels Glasfaser Kabel und PC Technik.

 

Echtholz Telegraphenmasten von Busch aus vergangenen Tagen der Telegraphie. Nicht nur parallel zu Bahnstrecken auch zu Landstraßen fand man diese Masten mittels Freileitung.


Wie bereits oben erwähnt, die F-Verbindung, Fernsprechverbindung mittels Freileitung oder auch Erdkabelverbindung.


A-Masten, der Telegraphenleitung zwischen den Bahnhöfen Unterwellenborn und Könitz. Zustand am 06.09.2010.
Langsam sterben die Telegraphenleitungen im Handyzeitalter aus. Einfache Telegraphenleitung bei Neustadt (Orla). Zusand 15.09.2017.


Sicher gibt es zum Thema Signale und Stellwerkstechnik noch einiges zu berichten. Dieser Beitrag soll nur dazu anregen sich auch etwas tiefgründiger mit dem Thema auf der Modellbahn zu beschäftigen, damit alles wie im Original funktioniert.

 Wir wünschen viel Spass bei der weiteren perfekten Ausgestaltung Ihrer Modelleisenbahnanlage.


Die Produktbildentnahme erfolgte mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Herstellerfirmen. Originalbilder Karsten Claus - Archiv Saalfelder Lokschuppen