Camburg - Schkölen - Osterfeld - Zeitz


- eingleisige Nebenbahn, hauptsächlich für den Landwirtschaftsverkehr

- Eröffnet 1897

- Gesamtlänge ca.38 km

- Angliederung an Rbd Erfurt

- Abschnitt Camburg - Schkölen Rbd Erfurt ca. 13 km

- Abschnitt Schkölen (Landesgrenze) - Utenbach am Berge - Osterfeld -

  Zeitz Rbd Halle ca.25 km


Die Errichtung der Linie beruht hauptsächlich auf den bestehenden riesigen Ackerflächen entlang der Strecke was eine große Beförderungsmenge an Feldfrüchten, Landwirtschaftsgut und Schlachtvieh versprach. Gerade Zuckerrüben die in die nahe Fabrik in Zeitz unproblematisch transportiert werden konnten versprachen hohes Frachtaufkommen. Riesige Güter entlang der Strecke sorgten mit zur Versorgung der umliegenden großen Städte mit Getreide, Kartoffeln und Vieh. Der Reiseverkehr war eher bescheiden und Lokal. Auf dem Abschnitt Schkölen - Zeitz etwas lebhafter auf Grund des Arbeitsplatzangebotes der Stadt Zeitz. Deshalb überlebte die Strecke bis in die 90er Jahre zwischen Zeitz und Osterfeld, wurde aber dann zur Rbd Halle zugeschlagen. Ebenso auch die Umleitung oder planmäßige Fahrten von Kohlezügen auf der Strecke von Zeitz nach Camburg. Hauptsächlich befuhren Zeitzer Maschinen die Strecke BR 55, 57, 58. In Camburg wurde ein dreiständiger Lokschuppen mit Behandlungsanlagen und Drehscheibe errichtet. Neben dem Landwirtschaftsverkehr hielt die Brikettfabrik in Kretschau die Strecke am Leben. Kohlewagen bis Camburg dann verteilt Richtung Jena bzw. Großheringen und Richtung Straußfurt. Im Güterzugdienst kamen auch Göschwitzer Lokomotiven auf die Strecke.


Sommerfahrplan 1943 der Strtecke Zeitz - Camburg


Mal Thüringen, mal Sachsen Anhalt und Spurensuche

im Februar 2017


Nordöstlich von Camburg zweigt die Zeitzer Strecke ab und erreicht nach ca. 2 km den Ort Tümpling. Auf Grund der Kürze der Entfernung zu Camburg errichtete man leider keine Haltestelle, schon aus Rentabilitätsgründen der Ort besaß nur ca. 110 Einwohner. Tümling ist seit 1952 der "letzte Zipfel" Thüringens an der Landesgrenze zu Sachsen Anhalt und gehörte zum alten Landkreis Jena. Mit dem Abbau der Fahrleitung und des zweiten Gleises als Reparationsleistung nach 1945 der Saalbahn wurde im Zuge dieser Maßnahme das Streckengleis Camburg-Crauschwitz-Molau ca. 13 km mit abgebaut, sowie die Stahlbrücken auf dem Abschnitt in Tümpling und Crauschwitz. Der baulich schwierigste Abschnitt befand sich zwischen Camburg und Molau sowie zwischen Osterfeld und Schkölen. Hier kam es zu aufwendigen Damm- und Oberbauarbeiten auf Grund der bestehenden schwierigen Geländeverhältnisse.

Parallel links zur Saalbahn auf dem heutigen Feldweg, verlief einst das Streckengleis aus dem Bahnhof Camburg heraus nach Zeitz. (17.02.2019)

Neben dem Streckenverlauf Richtung Zeitz befand sich hier noch ein Gleisanschluß zu den Camburger Mühlenwerken, die mit der Camburger Kleinlok als Rangierfahrt bedient wurden. (17.02.2019)

 

Tümpling bei Camburg


Ortsansicht von Tümpling mit Gleisverlauf am Ortsrand im Jahre 1938.

Reste des Bahndammes und der Eisenbahnbrücke aus Richtung Camburg mit einer noch erhaltenen Flügelmauer und Widerlagern.

Über die Ortsverbindungsstrasse von Großheringen führte die Bahnbrücke am Ortsrand über die Strasse in Stahlbauweise ca. 10 Meter Länge. Der linke Pfeiler ist ebenfalls noch erhalten. Im Zuge der Wassergewinnung wurde ab dem Pfeiler nach links einige Meter Bahndamm entfernt.

Strassenbegrenzung am Bahndamm aus den 20er Jahren.

Strassen-,Brücken-, Dammverlauf aus Richtung Ort in Richtung Großheringen.

Ein Blick zum Schloß in Tümpling, gern hätte es das alte Adelsgeschlecht gesehen, daß Tümpling eine Bahnstation erhalten hätte.

In Richtung Camburg findet sich dieser schöne und noch diese sehr gut erhaltene Wegunterführung früherer Landwirtschaftswege, wo einst der Zug hinwegfuhr. Damm und Unterführung am Ortsrand in Tümpling.

 

Crauschwitz


Schwierigstes Stück beim Bahnbau war der 6 km lange Streckenabschnitt von Camburg nach Crauschwitz, wo die Strecke im weiten Bogen ca. 85 Meter Höhenunterschied zu überwinden hatte. Überlegungen führten auch dazu die Strecke Richtung Kaatschen-Weichau zu führen und nördlich von Camburg am Abzweig Stöben einzuleiten und Züge in Großheringen beginnen und enden zu lassen. Bw Anlagen, Bahnsteige waren ja bereits vorhanden, so hätte die Strecke die Saalbahn gekreuzt und eine Verbindung an die Strecke Großheringen - Straußfurt wäre durchaus auch von respektabler Bedeutung gewesen. So wurden gerade Güterwagen aus dieser Richtung über Naumburg-Teuchern nach Zeitz befördert oder umgekehrt beladen im Kohleverkehr. Crauschwitz selbst eine bescheidene Landstation mit ca. 200 Bewohnern.

 

Dem Crauschwitzer Wirt ist diese Postkarte aus den 30er Jahren zu verdanken. Ein bescheidener kurzer Personenzug nach Camburg hält gerade in Crauschwitz, was auch auf geringe Frequenz der Züge außerhalb der Pendlerzeiten schließen läßt, zumal sich auch kaum jemand den Stadtbummel leisten konnte.


Ca. 2,5 km hinter Tümpling liegt die kleine Ortschaft Crauschwitz in Richtung Zeitz ca. 300 Meter Fußweg von der Haltestelle entfernt. Auf der rechten Seite befindet sich die Gemeinde Sieglitz ca. 800 Meter entfernt. Auf Initiative des Crauschwitzer Wirtes wurde hier eine  Haltestelle eröffnet.  Was sofort Wanderer und Ausflügler aus Camburg, Jena, Naumburg brachte, die die Gegend erkundeten. Aber auch die Landbevölkerung profitierte von einer Bahnverbindung nach Camburg, wo einige in Lohn und Brot standen. Es gab nur einen Bahnsteig mit Wärterhaus.Wie die Gemeinde Tümpling gehörten Crauschwitz und Sieglitz bis 1952 zum Kreis Jena und wurden dann nach Sachsen Anhalt mit der Gebietsreform "umgeschlagen". 1945 endete der Bahnverkehr mit der Reparationsleistung und dem Gleis- und Brückenabbau kurzzeitig in Crauschwitz, danach in Molau. Selbst 70 Jahre nach Beendigung des Bahnverkehres in Crauschwitz finden sich noch Spuren.


Der Ort "Siechlids" (Sieglitz) wie die Einheimischen sagen, teilte sich mit dem Ort Crauschwitz die Bahnstation. "Wenige Meter" erreichte man den Ort von der Bahnstation, was auch zu einem kleinen Wirtschaftlichen Aufschwung führte. Kamen denoch einige Gäste, Wanderer und Ausflügler in den kleinen bescheidenen Ort um 1916.


Spurensuche im Februar 2017


Aus Richtung Naumburg kommend, Blick nach Crauschwitz. Das Trafohäuschen und die kleinen Backsteinhäuser der Bewohner, beflügeln schon wieder gewisse "Modellbahnphantasien". Links ca. 200 Meter weiter verlief die Bahnlinie am Ort vorbei.

Noch unschwer erkennbar der Bahndamm aus Richtung Camburg herführend. Die Strecke überquerte hier mittels Brücke die Ortsverbindungsstrasse von Crauschwitz nach Sieglitz.

Links am Gleis Richtung Zeitz eine Wasserentnahmestelle für die Lokomotiven. Nach dem Beton zu urteilen, dürfte das Bauwerk aus den 30er Jahren stammen.

Sockel eines Kilometersteines Richtung Camburg.

Bahndamm und Platteau in Crauschwitz unschwer erkennbar Richtung Zeitz. Hinter den Bäumen links der Ort Crauschwitz.

Reste des Kellergewölbes vom Stationsgebäude.

Reste des Brunnens der für Wasseraufbereitung im Stationsgebäude und für das Frischwasser in Feldflaschen der Fahrgäste benutzt werden konnte.

An diesem Stein befanden sich Abrieb von Holz und Farbe. Vermutlich ein Fundamentstein des Stationsgebäudes, auf dem die Fußbodenbalken ruhten.

Blick vom Bahnsteig in Richtung Camburg. Links stand das Stationsgebäude. Zwischen den parallelverlaufenden Bäumen lag das Streckengleis, weitere Gleise gab es nicht.

Entwässerungsgraben mit Überfahrt vom Bahnsteig zum Ortsverbindungsweg.

In den Boden gerammtes Gleisstück zur Befestigung der Bahnsteigkanten aus Altschwellen.

Reste von Gleisschotter

Weg von der Haltestelle zur Ortsverbindungsstrasse Crauschwitz-Sieglitz, wo er unmittelbar an der Brücke wie oben erwähnt an der Strasse einmündete, ca. 100 Meter Wegstrecke.Links der Bahndamm Richtung Zeitz.

Ein stilles Denkmal für die einstige Strecke Camburg-Zeitz am Bahnhof Crauschwitz. 2018 wurde der Fahrradweg weiter von Camburg bis Molau erneuert. In diesem Zusammenhang wurde diese Fahrradweg Brücke errichtet. Sie symbolisiert den einstigen Streckenverlauf von links kommend aus Camburg nach rechts zur Weiterführung nach Molau / Zeitz. Der Crauschwitzer Bahnhof befand sich links hinter der Brücke, das Gelände ist stark zugewachsen. (26.05.2019)

 

Molau


Bereits zwischen Crauschwitz und Molau ersichtlich die riesigen landwirtschaftlichen Nutzflächen, die sich südlich bis Camburg, nördlich bis kurz vor Bad Kösen / Naumburg ziehen. Verladung von Getreide zur Camburger Mühle, Schlachtvieh nach Jena und Zeitz. Sowie riesige Mengen an Mais, Kartoffel und Zuckerrüben.  Ab 1945 war Molau Endpunkt der Strecke aus Zeitz und gehörte ab 1952 zu Sachsen-Anhalt und der Bahnhof zur Rbd Halle. Richtung Camburg und Naumburg ging es dann im Bus für viele Pendler weiter, obwohl der größere Teil der Bewohner in den Landwirtschaftsbetrieben der Region, also "vor der Haustür" arbeiteten. Weitere Arbeitsplätze befanden sich in Schkölen bzw. Zeitz, die mit dem Zug erreicht werden konnten. Durch die "Abkopplung" von Thüringen verlagerte sich vieles in Richtung Naumburg, schon alleine wegen der Verlagerung der öffentlichen Nahverkehrsverbindung und Schaffung anderer Strukturen.


Molau mit Bahnhof um 1900

Der Bahnhof in Molau im Jahre 1925, daß einfache Gebäude mit Bahnhofsvorsteher und jeder Menge Kinder, für die es eine Sensation war fotografiert zu werden.

 

Spurensuche im Februar 2017


Aus Richtung Crauschwitz verläuft die Strecke in einer Steigung bis kurz vor Molau, wo einst ein Bahnübergang an der Ortsverbindung Sieglitz-Molau bestand.

Weiterer Streckenverlauf Richtung Molau / Zeitz.

Unmittelbar am Einfahrtsignal Molau aus Camburg kommend befand sich ein weiterer Bahnübergang, dessen Strassenbegrenzugssteine noch einseitig existieren. Links befand sich der Bahnhof.

Die Größe der Molauer Ladestrasse lies die Bedeutung der Landwirtschaft nicht nur für den Ort auch im Güterverkehr erkennen.

Reste eines Schwellenstapels haben die Jahre an der Ladestrasse überdauert.

Reste eines Lagerschuppens an der Ladestrasse gegenüber vom abgerissenen EG.

Bahnhofstrasse mit originalem Kopfsteinpflaster aus der Zeit der Eisenbahnblüte.

Blick aus Richtung Zeitz, auf den ehemaligen Standort des Einfahrtsignales in Molau.

Verlauf der Strecke aus Richtung Zeitz kommend am Lager der BHG.

Verwendung alter Holzschwellen...

Alter Telegraphenmast am Bahnhof.

Eine Bahnhofsbank und im Hintergrund ein Nebengebäudes des Bahnhofes in Ziegelbauweise. Das EG wurde in den 70er Jahren abgerissen.

Etwas ländliche Romantik in Molau auch noch im Jahre 2017.

 

Schkölen


Kreuzungsbahnhof der Kleinstadt mit zahlreichem Gewerbe und Handwerk der Stadt. Auch in Richtung der Strecke nach Bürgel / Hainspitz erstreckten sich hier zahlreiche Felder deren Erträge hier im Bahnhof Schkölen verladen wurden. Der Personenverkehr ab Schkölen in Richtung Zeitz wurde stärker da man mit dem Zug recht schnell Zeitz erreichte und einer beruflichen Tätigkeit nachgehen konnte. Hinter Schkölen verläuft in östlicher Richtung die Landesgrenze zu Sachsen Anhalt, die auch nördlich parallel zur Strecke ab Crauschwitz bis hinter Schkölen führt. Schkölen galt aber für die Städter aus Naumburg, Jena und Zeitz als Ausflugsziel da man zu Fuß von Naumburg Schkölen erreichte und mit dem Zug über Camburg zurückfuhr, für die Zeitzer Bevölkerung mit direktem Anschluß und auch für Wanderer die zwischen Serba oder Hainspitz (Eisenberger Strecke) nach Schkölen wanderten und von hier mit dem Zug zurückfuhren. So entstanden Rundtouren die sich großer Beliebtheit erfreuten. Auch gründeten sich Pensionen, Gasthäuser die bei den Besuchern sehr gefragt und beliebt waren für Wochenend- und Sommerausflüge in diese ländliche Region für Gäste aus Jena und Zeitz die gern mal der Großstadt entfliehen wollten.


Schkölen Bahnhof 1900 mit den örtlichen Ausflugszielen.

Schkölen 1940 mit Bahnhof und Ortsansichten.

Rübenernte im Herbst 1944. Vom Krieg war hier wenig zu spüren. Blick vom Bahnhof Schkölen auf das Feld wo man nur Sinn für das Überlen in jener Zeit hatte. Zu dieser Zeit mußten die Bauern einen großen Teil der Ernte der Wehrmachtsversorgung zuführen, später kam die Enteignung durch die LPG heute wird die Arbeit durch Bürokratie und Steuervorschriften erschwert. Dann sang man vom freien Bauern ein wunderschönes Lied. Denoch soll hiermit die Bedeutung der Landwirtschaft an der Strecke Camburg-Zeitz die zum großen Teil nur für die Abfuhr der Landwirtschaftsgüter gebaut wurde dokumentiert werden.

Sommer 1959 beschauliches Dasein in der Schkölener Bahnhofsstrasse. Eine schöne Postkarte, die auch als Vorlage zur Gestaltung einer Modellbahn dienen könnte.

 

Utenbach am Berge


Kreuzungsbahnhof mit zwei gleisen, Ladestrasse und Wasserturm. Auf der Mitte der Strecke nahmen hier alle Züge Wasser, deshalb war die Errichtung einer Wasserstation notwendig gerade für Güterzüge. Utenbach selbst vom Bahnhof etwas abseits mit ca. 130 Einwohnern war nur im Berufsverkehr etwas frequentiert. Besorgungen in der Kreisstadt mußten in Zeitz erledigt werden der erste Ort in Sachsen Anhalt und weitere Besorgungen meist zu Fuß oder Fuhrwerk in das ca. 4 km entfernte Schkölen. Also nur von bescheidener lokalen Bedeutung. Aus diesem Grund ließ man die Strecke bei Stillegung auch in Osterfeld aus Richtung Zeitz enden und baute den Abschnitt Molau - Osterfeld 1965 ab.


Wie bereits beschrieben ging es sehr beschaulich in Utenbach zu. Aber es fand sich eine Postkarte aus dem Jahre 1938 mit Schule und Kirche.

Das EG Utenbach am Berge am 11.Juli 1999 als Wohn- und Ferienhaus hergerichtet. Links die Güterampe noch erkennbar. Ein schmuckloser preußischer Backsteinbau. Fotografiert von der Gleisseite aus Richtung Camburg.

Blick in Richtung Zeitz auf den Utenbacher Wasserturm. Der Bahnhof selbst wurde auch als Wasserstation errichtet, um eine stabile Wasserversorgung der Züge in etwa der Hälfte der Strecke zu gewährleisten. Erkennbar das Platteau des ehemaligen Gleisverlaufes.Ebenso alte Telegraphenmasten links. 11.07.1999

Stimmungsbild - Blick in Richtung Wasserturm Utenbach. Wiederum auch ein Beleg dafür, welche Bedeutung die Strecke für die Landwirtschaft der Region Thüringen / Sachsen Anhalt hatte am 11.07.1999 zahlreiche Getreidefelder rund um die Bahnstrecke. Mit etwas "Phantasie" sieht man am Wasserturm eine BR 57 stehen...

Utenbach an der Landesgrenze Thüringen / Sachsen - Anhalt war Wasserstation und Kreuzungsstation an der Strecke. Bahnhof, Wasserturm und Ortsansichten 1924.


Osterfeld bei Zeitz


Bis 1999 Endbahnhof aus Richtung Zeitz. Umfangreicher Ladungsverkehr durch die Landwirtschaft. Zwei teilweise drei Güterzugpaare verkehrten in der Erntezeit. Im Personenverkehr war es eher ein schwieriges Geschäft, der Bahnhof lag oberhalb der Stadt und zu Fuß waren es ca. 2 bis 3 Kilometer in bzw. durch die Stadt zum anderen Ortsende. Frühzeitige Kraft- und Postbuslinien nach Zeitz gruben der Bahn im Reiseverkehr "das Wasser ab". Ebenso von den Kohlegruben und Brikettfabriken eingesetzte Werkbuslinien versprachen kaum Fahrgäste in dieser Richtung. Interessant ist der um 03:00 Uhr ab Zeitz verkehrende PmG nach Osterfeld, der die Anschlüße bediente und dann Morgens als zweiter Berufszug von Osterfeld nach Zeitz verkehrte. Bespannt mit einer BR 58 später mit einer 118 B`B`vom Bw Zeitz. In den verkehrsarmen Zeiten verkehrten "Ferkeltaxen", die teilweise von Osterfeld über Zeitz, Meuselwitz bis Altenburg im Durchlauf verkehrten.


Osterfeld kurz nach 1900 mit Bahnhofsmotiv.

Einer der letzten Züge in Osterfeld am 29.05.1999. Eisenbahnfreunde, Fotografen, geben dem Zug das letzte Geleit.

Ab 1993 war das Ende der Strecke bereits eingeläutet. Einige Eisenbahnfreunde und Fotografen, ältere Bewohner der Ortschaften benutzten den Zug zwischen Zeitz und Osterfeld bzw.in der Gegenrichtung. Ein Fahrplan mit attraktiven Verbindungen zu den Schichtzeiten brachte kaum Fahrgäste, da hunderte in der Region ihre Arbeit verloren. Auch waren zahlreiche Firmen in Gewerbegebiete oder andere Ortschaften umgesiedelt, so das die Wenigen die Arbeit hatten mit dem PKW fuhren. Auch durch Verlegung von Buslinien und Parallelverkehre starb die Strecke Jahr für Jahr.

Haltepunkt Waldau bei Zeitz


Gemeinde Waldau mit ca. 450 Einwohnern ein relativ großer Ort an der Bahnlinie, der mit zahlreichen Pendlern oft für volle Züge sorgte. Ein Schüttbahnsteig eine Bude das war es auf deutsch gesagt. Leider finden sich für Waldau keine Motive.


Einladung am Tag der Streckenschließung, Fotografiert am Bahnhof Kretzschau mit Einladung nach Waldau am 29.05.1999.


Weickelsdorf


Haltepunkt mit Ladegleis, Stationsgebäude mit Fahrkartenverkauf, Warteraum, kleiner Güterschuppen und Ladegleis zur Be- und Entladung von Landwirtschaftsgut. Gemeinde Weickelsdorf mit ca. 200 Einwohnern eher ein beschaulicher Betrieb am Bahnhof.


Bäuerliches Leben in Weickelsdorf bei Zeitz Anno 1902.


Droyßig


Einer der Mittelpunkte der Strecke, Kreuzungsbahnhof, Ladestrasse, Güterschuppen. Droyßig auf Grund seiner hohen Einwohnerzahl ca. 2000 Einwohner und dem kulturellen Angebot, des Droyßiger Schloß sowie die Bildungs- und Erziehungsanstalten ließen zahlreiche Fahrgäste zum Bahnhof Pendeln. Regelmäßige Zugkreuzungen zweischen Güter- und Personenzügen oder Überholungen waren im Fahrplan vorgesehen. Ca. 3 km östlich befindet sich bereits der Bahnhof Wetterzeube, die Strecke macht Richtung Kretzschau einen weiten Bogen und führt anschließend nach Zeitz. Etwas Güterverkehr, dafür ein hohes Reisendenaufkommen neben Schülern und Touristen brachten Leben auf den Bahnhof.

 

Droyssig um 1899 mit Bahnhof, Schloß und sonstigen Sehenswürdigkeiten. Erkennbar das Baukastenprinzip der Bahnhöfe Schkölen, Osterfeld, Droyßig und Kretzschau.

Ebenfalls von 1899 diese Karte des Bahnhofes Droyßig mit seinen regionalen Sehenswürdigkeiten. Herausgeber war der Besitzer Preußischen Hofes, der durch den bestehenden Bahnanschluß auf gute Geschäfte hoffen konnte.

Der Ort Droyßig um 1901 mit einem Pferdefuhrwerk und idyllischer Landschaft.

Das EG in Droyßig aus Richtung Osterfeld am 29.05.1999, dem letzten Betriebstag. Der Bahnhof war noch mit einer Schrankenwärterin besetzt.

Eisenbahnfreunde aus Zeitz am 29.05.1999 in Droyßig, das letzte Geleit für die letzten Züge der Strecke.

 

 Kretzschau


Zwischen Droyßig und Kretzschau fällt die Strecke im Bogen verlaufend ca. 50 Höhenmeter auf einer Strecke von ca. 5 Kilometer was auch die weitere Entfernung nach Zeitz begründet obwohl ca. 3 km parallel in östlicher Richtung die Bahnhöfe Wetterzeube und Haynsburg liegen. Räumlich getrennt sind die Strecke durch einige höhere Hügel die einen Tunnelbau oder größere Brückenbauten verlangt hätten, um die Strecke Nivaugleich Richtung Zeitz zu führen. Nördöstlich Richtung Zeitz verlaufen diese Hügel in Richtung Leipziger Tieflandsbucht. Was aber auf Grund der gegründeten Brikettfabrik in Kretzschau trotzdem zu einer zusätzlichen Strecke geführt hätte aber somit wirtschaftlich unsinnig war. Der Bau einer Brikettfabrik und Schwelerei zur Teergewinnung um 1890 brachte dem Ort Kretzschau zwar wirtschaftlichen Aufschwung aber gesundheitliche Folgen für Arbeiter und Bewohner blieben nicht aus. Daraus lassen sich auch die Unmengen an Touristen und Ausflüglern erklären die aus dem gesamten Mitteldeutschen Revieren Entspannung, Genesung in Thüringen suchten und im Sommer oder an den Wochenenden aus dieser Region pilgerten. Wenn es nur darum ging ein paar Stunden Sauerstoff zu tanken, es mußte nicht immer weit sein. In Kretzschau soll eine Dampfspeicherlok für den Rangierbetrieb gesorgt haben. Neben der Teerverladung und Brikettgewinnung sorgte in Kretzschau eine Stahlbaufirma für lebhaften Güterverkehr am Bahnhof. Ab Mitte der 80er Jahre wurde nur noch Kretzschau und Osterfeld mittels Güterzügen bedient.

Leider fanden sich noch keine historischen Bilder vom Bahnhof Kretzschau einem Ziegelbau, der in seiner Form dem Bahnhof Droyßig ähnelt. Nach Zeitz noch 4 km Strecke endete die Strecke bis 1914 auf einem seperaten Bahnhof gegenüber dem Zeitzer Bahnhof. Nach dem Bahnhofsumbau überquerte die Camburger Strecke über eine Stahlbrücke die Strecke Zeitz - Gera und lief in einem Gefälledamm in den Zeitzer Personenbahnhof. Güterzüge und Lokomotiven mußten noch ca. 1,5 km weiter zum Zeitzer Güterbahnhof wo sich das Bw und alle anderen Anlagen befanden. Auch im Güterverkehr liefen bis 1945 Güterzüge aus Camburg weiter nach Profen, Tröglitz und Meuselwitz. Bis auf wenige Ausnahmen endeten in Zeitz alle Personenzüge und es bestand Anschluß in Richtung Leipzig, Weißenfels / Halle, Meuselwitz / Altenburg, Teuchern / Naumburg und Gera / Saalfeld.



Zur Erinnerung und zum Abschluß eine Fahrkarte von Kretzschau nach Weißenfels über Zeitz.


EG Kretzschau Gleisseite Richtung Camburg am 29.05.1999.

Gegenüber des Bahnhofes Kretzschau die alte Brikettfabrik und Schwelerei mit Gleisanschluß die für Güteraufkommen sorgte. Zustand 29.05.1999.

Streckenverlauf in Richtung Zeitz bei km 3,4. Verlauf durch eine Senke um anschließend die Steigung über die Stahlbrücke des Bahnhofes Zeitz über die Hauptstrecke Leipzig-Gera zu erklimmen.Erkennbar am Oberbau für den Einsatz mittelschwerer Fahrzeuge ausgebaut. Z.B. BR 118 B`B`, BR 52 oder schwere Güterwagen mit Rüben, Getreide, Kohle beladen.

Einer der letzten Züge von Zeitz nach Osterfeld am 29.05.1999 bei Kretzschau.

Noch etwas historisches, mechanischer Richtungsanzeiger im Bahnhof Zeitz für einen Zug nach Osterfeld am 29.05.1999.

Bekannt als eine Hochburg der Ferkeltaxen, die rund um Zeitz eingesetzt wurden dieses Bild VT 771 130 war am 29.05.1999 in Zeitz in Richtung Gera abgestellt und wartete auf den nächsten Einsatz.

Einfahrt des 772 405 aus Meuselwitz in den Bahnhof Zeitz am 29.05.1999. Schon damals hielt sich das Gerücht der Stilllegung der gesamten Strecke von Zeitz bis Altenburg im Raum. Eine kleine Erinnerung an vergange Tage rund um Zeitz.