Saalfeld - Arnstadt


Streckeneröffnung am 02.12.1895 gesamte Strecke

Streckenlänge 49 km bis Arnstadt


Ausfahrt eines EBX Saalfeld-Erfurt aus Saalfeld unmittelbar noch im Stadtgebiet Richtung Bad Blankenburg am 02.05.2015.


Schaffung einer Verbindung nach Erfurt mit Anschluß in Arnstadt einer schnelleren Verbindung nach Meiningen, Gotha und Süddeutschland mit Anschluß nach Hessen. Auch in damaliger Zeit spielten Wirtschaftsverbindungen nach Frankfurt sowie in das Rhein Main Gebiet eine bedeutende Rolle. Mit dem Bau der Verbindungskurve bei Neudietendorf war es möglich vorallem durchgehende Güterzüge über Arnstadt bis Eisenach und Bebra zu fahren. Für den Güterverkehr in westliche Richtungen war Bebra einer der wichtigsten Rangierbahnhöfe. Durchgehende Wagengruppenverbindungen von Saalfeld über Arnstadt nach Bebra waren keine Seltenheit. Güterzüge ab Saalfeld bestanden bis Arnstadt aus den Gruppen Erfurt Gbf, Grimmenthal , Eisenach und Bebra. Personenverkehrsmäßig waren die Arnstädter Züge immer gut besetzt durch die Industrie in Bad Blankenburg, den Anschluß in das Schwarzatal, Besuchermagnet Kloster Paulinzella, Wanderungen zur Brauerei in Singen, Industrieort Stadtilm sowie starken Berufsverkehr ab Stadtilm, Niederwillingen und Marlieshausen nach Arnstadt und Erfurt. Marlieshausen war jahrzehntelang durch ein hohes Güteraufkommen im Landwirtschaftsverkehr durch die Eisenbahn geprägt gerade mit Nutzung großer  Landwirtschaftsflächen um den Ort. Pläne eines zweigleisigen Ausbaues sowie einer Elektrifizierung zwischen Neudietendorf und Saalfeld existierten bereits in den 30er Jahren, deren Durchführbarkeit nicht unrealistisch waren. Zumal auch hier Güterzüge mit höheren Lasten durch E-Lokomotiven über den "Singener Berg" hätten fahren können. Durch den zweigleisigen Ausbau kam diese Strecke im Umleiterverkehr zur Hauptbahn Erfurt - Naumburg in Betracht, was auch eine höhere Durchlassfähigkeit bedeutet hätte. Auch Direktverkehre vom Harz bzw. Nordhausen / Sangerhausen wären und waren möglich.  Mit der Elektrifizierung und dem zweigleisigen Ausbau wäre auch ein Ausbau des Teilstückes Bad Blankenburg - Schwarza (West) - Schwarza vorgenommen worden, da die Züge ohne in Saalfeld "Kopf machen zu müssen" über dieses Teilstück im Umleiterverkehr gerollt wären. Wärend der Bombenangriffe gab es einige Umleiter von Gotha über Arnstadt, Bad Blankenburg, Jena nach Corbetha da der Erfurter Raum unter Beschuß lag. Auch teilweise Schnellzüge bzw. wichtige Militärzüge rollten mit Lokomotiven der BR 39 über diese Strecke. Auf der eingleisigen Strecke mußte auch regelmäßig vor allem ab Rottenbach bis Singen bzw. Stadtilm nachgeschoben werden. So das die Strecke hoch ausgelastet war. In jeder Beziehung keine uninteressante Strecke was Streckenführung und Betrieb betrifft.


Blockstelle mit Haltepunkt Wöhlsdorf


Auf Grund der Länge der Strecke befand sich in Wöhlsdorf bei Saalfeld ein Haltepunkt mit Blockstelle und Fahrkartenverkauf bis 1954.


Von den Wöhlsdorfer Bahnanlagen exestieren keine Bilder. Lediglich einige wenige Postkarten die dem Prinzen Louise von Preussen gewidmet sind. sowie dem ortsansässigen Restaurant um 1900.

Blick vom Saalfelder Kulm am 02.05.2015 EB 80982 Saalfeld-Erfurt bei Wöhlsdorf.

Immerhin erfolgte die Bedienung des Anschlußes Wöhlsdorf bis 1990 fünfmal täglich mit der Blankenburger V 60 und hohen Zuglasten. Was auch von hoher Auslastung des Verkehres auf der Schiene spricht.


Bad Blankenburg (Thüringer Wald)


Vorerst ein Teilstück der Saalbahn von Schwarza nach Blankenburg ab 1884 mit knapp 5 km Länge. Dadurch entwickelte sich in Blankenburg eine recht starke Industrie rund um den Bahnhof, der damals außerhalb der Stadtgrenze errichtet wurde. Ab 1895 kam die Strecke Saalfeld - Arnstadt mit 48 km Länge hinzu. Späterer Bahnhofsausbau, Errichtung von Güteranlagen, Anschlußgleisen.  Mit dem Streckenbau wurde auch ein einständiger Lokschuppen in Blankenburg errichtet. Ständige Stationierung einer Rangierlok. In Blankenburg endeten und begannen einige Reisezüge im Berufsverkehr nach oder von Saalfeld bzw. Rudolstadt.


Der erste Bahnhof in Blankenburg um 1888 für die Bahnstrecke von und nach Schwarza mit abgestellten Güter- und Personenwagen. Auf der rechten Seite nicht erkennbar befand sich Feld und Wiese und hier wurde dann der Bahnhof erweitert für die Arnstädter Strecke.Der Standort des EG an der Strasse blieb unverändert. Verbindungsgleise und Weichen wurden später eingebaut um gerade im Rangierverkehr von einer Seite zur anderen zu gelangen.

Bahnhof Blankenburg um 1900 aus Richtung Erfurt fährt ein Zug in Richtung Saalfeld ein mit den damaligen Bahnanlagen, die 1895 errichtet wurden.

Februar 2004 ein Blick zum Fahrdienstleiterstellwerk und den Zwergen Ausfahrtsignalen des Bahnhofes Bad Blankenburg mit einem einfahrenden Sonderzug aus Arnstadt mit 65 1049. Auf Grund der recht flachen Bahnsteigdächer des Bahnhofes und der guten Sichtbarkeit wurden hier in Richtung Rottenbach Zwergensignale errichtet. Somit waren für Lok-, Zug- und Aufsichtspersonal jederzeit eine einwandfreie Signalerkennung möglich.

Neben dan zahlreichen Kurhotels, Pensionen und Kurheimen in und um Bad Blankenburg war die Bahnhofsstraße im Sommer 1930 eine Flaniermeile mit Cafe`s, Restaurant`s, Kino und anderen Annehmlichkeiten jener Zeit. Zu dessen Erfolg und Überleben die Eisenbahn im wesentlichen beigetragen hatte. So kamen gerade im Sommer täglich zahlreiche Gäste der Stadt nach Bad Blankenburg.

Die Reste des Bahnhofes Bad Blankenburg, Zweigleisiger Kreuzungsbahnhof. Anschlußbedienung durch die Werkbahn der Maxhütte im Schrotthandel Wöhlsdorf läßt einige Güterzugpaare auf den Abschnitt von Saalfeld nach Bad Blankenburg kommen. Zugkreuzung mit Anschlußfahrt der 203-29 im Januar 2019.

Natürlich profitierten vom Bahnanschluß in Bad Blankenburg und Saalfeld zahlreiche umliegenden Gemeinden, auch der Ort Unterwirbach, wo sich der Blankenburger Bahnhof in 3 km Entfernung befand und zu Fuß oder mittels Fuhrwerk zu erreichen war. Das "Deutsche Haus" direkt an der Hauptstraße nach Blankenburg gelegen beherbergte neben zahlreichen anderen Gasthäusern und Pensionen schon frühzeitig Hausgäste. Unterwirbach 1935.

Februar 1974 Lok 65 1060 dampft mit dem P 8040 Saalfeld-Erfurt Hbf aus dem Bahnhof Bad Blankenburg. Links zweigt die Strecke in Richtung Rudolstadt-Schwarza ab. In der Mitte Gl.3/4 nach Saalfeld. Markant das Zwergensignal, daß auf Grund des Bahnsteigüberdachung und eingeschränkten Sichtfeldes gerade für durchfahrende Züge bei normaler Größe hinderlich gewesen wäre.

Morgentliche Übergabefahrt der Blankenburger V 60 nach Saalfeld mit Güterwagen vom Vortag und aus der Nacht, die in Blankenburg be-oder entladen worden sind.

44 9116 das Roco HO Vorbild dampfte 1974 mit ihrem Güterzug bei Bad Blankenburg.

Ausfahrt für 44 9914 im Sommer 1974 in der Steigung von Bad Blankenburg bis Rottenbach muß der Meister den Regler gescheit aufmachen.

 

 Leutnitz später Quittelsdorf


Der Bahnhof Leutnitz wurde auch für den Reiseverkehr der umliegenden Ortschaften errichtet. Mit der Erweiterung der Strecke und der Doppelbelegung des Streckenabschnittes Blankenburg - Rottenbach durch Züge von Rudolstadt in Richtung Katzhütte bzw. Saalfeld - Arnstadt machte sich der Ausbau als Kreuzungs- und Überholungsbahnhof erforderlich. Leutnitz verfügte nur über zwei Gleise und keine örtlichen Güteranlagen. Später wurde der Bahnhof in Quittelsdorf umbenannt.


Im Schiefer noch ersichtlich die alte Bahnhofsbezeichnung Leutnitz.

Blick auf Leutnitz bei Bad Blankenburg um das Jahr 1925.

Blick aus Richtung Rottenbach auf das EG Quittelsdorf am 06.03.2012.

Überführung eines ET zur Oberweißbacher Bergbahn nach einer Revision im Bw Saalfeld am 06.03.2012 mit 219 084 in Quittelsdorf.

 

Rottenbach


Klassischer Streckenmittelpunkt dieser eingleisigen Hauptbahn ist der Bahnhof Rottenbach in betrieblicher und verkehrlicher Hinsicht. Weniger mit seinen bescheidenen Ortsgüteranlagen, Ladestrasse und Güterhalle sondern als Zugbildungs- und Auflösungsbahnhof für Güterzüge, der Lokeinsatzstelle, dem Schiebebetrieb Richtung Stadtilm sowie zum Brechpunkt Bechstedt. Durchgehende Züge von Saalfeld bis Erfurt bzw. weiter bis Weimar und Halle, der Zugverkehr Rudolstadt - Rottenbach - Königsee und Rottenbach - Katzhütte. Dabei gilt als Besonderheit die Doppelbelegung des Streckenabschnittes Bad Blankenburg - Rottenbach sowie Rottenbach - Köditzberg. Dadurch ergaben sich betrieblich sowie fahrplantechnisch sehr viele Besonderheiten zur Vermeidung von Leerfahrten von Lokomotiven, so war es üblich das Schluß-, bzw. Vorspannlokomotiven vorhanden oft im Zug mitgeführt wurden.  Es war somit rund um Rottenbach eine hohe Zugdichte anzutreffen.  Kurzum im Bahnhof Rottenbach war ein ständiger Rangier- und Zugbetrieb. Auch ein umfangreicher Übergabe- und Nahgüterzugverkehr fanden hier statt. Übergabezüge nach Paulinzella, nach Königsee, Blankenburg sowie Schwarza und Saalfeld gehörten dazu. Dabei verdankt Rottenbach seine Entstehung in großem Maße dem Bahnbau durch die massive Ansiedlung von Eisenbahnern und dem Ausbau des Ortes.

Der Bahnhof Rottenbach zählte zu den größten Arbeitgebern im Ort was nicht unüblich war in ganz Deutschland.

Der Tourismus in Rottenbach selbst und in den angrenzenden Regionen des Schwarzatales, der Gemeinden Paulinzella und Singen wirkten sich positiv auf Wirtschaft und Entwicklung aus.


Rottenbach 1915 mit zwei Güterzügen im Bahnhof die nicht nur für Saalfeld oder Arnstadt bestimmt sind nein auch für die Stadt Königsee und das Schwarzatal sowie für die Oberweißbacher Bergbahn.

Der Bahnhof Rottenbach im Frühjahr 1937 an einem Sonntag, etwas Betriebsruhe.

Ortsansicht 1912 vergrößert in der Bildmitte der Bahnhof rechts die Strecke nach Katzhütte.

In der Bildvergrößerung von 1941 rechts unten ein Teil des Rottenbacher Lokschuppens erkennbar sowie der Streckenverlauf Bildmitte in Richtung Milbitz / Paulinzella.

Sommerfrische im Rottenbacher Hof im Jahre 1922.

Ortsansichten und Urlaubsgrüße aus Rottenbach 1972

Rottenbach im Jahre 1938, erkennbar die Beamtenwohnhäuser vor dem Bahnhofsgelände, das Empfangsgebäude sowie die Strecke Richtung Blankenburg.

Das Rottenbacher Wärterstellwerk am 17.04.2004 aus Richtung Bad Blankenburg. Das Gebäude wurde bereits abgerissen.

Die Ausfahrt in Rottenbach links nach Katzhütte in der Mitte und Rechts nach Arnstadt. 26.02.2019

Durch Initiative der Stadt Königsee und der Gemeinde Rottenbach wurde das EG erworben und seit 2017 befindet sich dies im Umbau. Für den ländlichen Nahverkehr ist Rottenbach eine regionale Schnittstelle, der Erfurter Bahn Erfurt-Saalfeld-Erfurt, der DB Regio AG Rottenbach-Katzhütte-Katzhütte und der PVG Omnibuslinien von Rottenbach über Königsee und weiter nach Ilmenau. Bauzustand des EG am 26.02.2019.

Regionale Schnittstelle Bahnhof Rottenbach. Links einfahrender VT 641 der Schwarzatalbahn aus Katzhütte wendet zur Rückfahrt. Mitte VT 650 der EB Saalfeld-Erfurt und rechts EB Erfurt - Saalfeld mit Vertaktung der Buslinie nach Königsee wo einst bis 1969 von Rottenbach aus noch Dampfzüge hinfuhren. (26.02.2019)

Ländlicher Charme im Bahnhof Rottenbach das Fahrdienstleiter Stellwerk mit DR Signaltechnik am 26.02.2019. Im Vordergrund das Streckengleis nach Katzhütte.

Der Lokschuppen der Einsatzstelle Rottenbach, das mit umfangreichen Zug-und Rangierleistungen ausgelastet wurde. So waren Rottenbacher Lokomotiven nach Katzhütte, Königsee, Arnstadt, Saalfeld und Rudolstadt im Einsatz. Zustand 26.02.2019.

Der als "Fürsten-Kutsche" bezeichnete 641 020 bei der Ausfahrt am 26.02.2019 in Rottenbach nach Katzhütte.

Auch die BR 95 kam planmäßig auf die Strecke nach Arnstadt. Bedarfs-, Nahgüterzüge, Schiebeleistungen, Überführungsfahrten zum Ausbesserungswerk nach Meiningen gehörten dazu. Im Frühjahr 1974 wartet 95 0015 in Rottenbach auf ihre Weiterfahrt nach Saalfeld.

Ende der 60er Jahre ging es auch den fleißigen Preußendampflok`s der DR an den "Kragen". Einige Streckenstillegungen, Verdieselung machten die T 14 BR 93 langsam überflüßig. So fand man oft in dieser Zeit auf kleineren Bahnhöfen abgestellte Lokomotiven, die der Ausmusterung bzw. Verschrottung zugeführt werden sollten. Für viele alte Lokpersonale zu dieser Zeit oft ein "schmerzlicher Anblick", wenn sie an ihrer guten alten T 14 vorbeifuhren, die nun dahin vegetierte und rostete. 94 1142 1970 im Bahnhof Rottenbach abgestellt mit Epoche IV Beschriftung.

Am Bahnübergang Rottenbach 94 1292 rollt am 17.04.2004 von Katzhütte kommend in den Bahnhof ein.

Im Spätsommer 1987 kehrte nocheinmal die Dampflokromantik nach Rottenbach zurück. Eine Dampflokveranstaltung ermöglichte den Einsatz mehrerer Lokomotiven der BR 44 auf der gesamten Strecke und am Singener Berg. 44 1182 vom Bw Gera wartete am 09.09.1987 auf einen Güterzug aus Saalfeld um ihn bis nach Arnstadt am Zugschluß zu unterstützen. Danach ging es ins Bw und der nächste Güterzug wurde wieder bis Rottenbach mit Dampf begleitet. Der Heizer putzt gerade nach alter Manier die Handstangen, bevor es richtig mit Kohlefeuerung zur Sache ging.

  

 Paulinzella


Der kleine Bahnhof der sogar zu Modellbahn Ehren kam in 1:87 befindet sich im Steigungsabschnitt Rottenbach - Singen. Bescheidener Güterverkehr, etwas Holzverladung, etwas Kohle oder mal ein paar Wagen Düngemittel, Rüben, Kartoffeln. Paulinzella wurde einmal täglich ab Rottenbach mit einem Übergabezug bedient. "Durchfahrt frei" Güterzüge donnerten durch Paulinzella und unterbrachen kurzzeitig die Ruhe. Ging es mit 41er, 44er , 58er und 93er Dampflokomotiven die Steigung nach Singen durch den Einschnitt bei Gösselborn hinauf. Personenverkehrsmäßig ist Paulinzella heute noch ein beliebtes Ausflugsziel, Klosterruine, Wanderwege, Ausflugslokale, Pensionen gehörten dazu. 


Das EG des Bahnhofes "Paulinzella" in 1:87 von Kibri verführt durchaus zum Nachbau der Bahnanlagen des kleinen Durchgangsbahnhofes.

In Bahnhofsnähe eine Klosteranlage in HO von Vollmer gestattet durchaus das Umfeld von Paulinzella als Diorama oder Anlagenteil nachzugestalten.

Klosterruine und Bahnhof Paulinzella um 1900. Ein Personenzug Richtung Arnstadt mit immerhin 20 !!! Personenwagen durchfährt den Bahnhof.

Sommer 1906 in Paulinzella. Im Bahnhof erkennbar eine Schlepptenderlok mit einem Güterzug Richtung Rottenbach. Vermutlich wartet sie auf den Gegenzug, das Ausfahrtsignal zeigt "Halt".

Modellbahnromantik im Jahre 1910 in dem diese Postkarte des Paulinzellaers "Zinsbodens" entstand.

Paulinzella aus nördlicher Perspektive, rechts der Viadukt mit haltzeigendem Einfahrtsignal des Bahnhofes.

Blick auf Paulinzella in der Sommerfrische 1922.

Empfangsgebäude Paulinzella im Mai 1998 aus Richtung Rottenbach.

1981 "verglühte" der Stern der Altbau 01 beim Bw Saalfeld. Mit einer Sonderfahrt verabschiedete sich 01 2118 im September 1981 von Saalfeld nach Arnstadt. Was niemand wußte "2118" ging wenige Tage später in einer "Nacht und Nebel Aktion" über Gerstungen nach Frankfurt zur Frankfurter Hafenbahn als Devisenbringer. Wäre dies nicht erfolgt wäre die Lok dem Schneidbrenner zum Opfer gefallen. Ausfahrt des Sonderzuges mit der "Saalfelder LOWA-Garnitur" im Bahnhof Paulinzella. Nicht nur zum Gedenken an die Dampflok auch an den "Müller`s, Kurt" dem Dienstältesten Lokführer beim Bw Saalfeld der an diesem Tag Dienst tat und bereits über 45 Dienstjahre zu verbuchen hatte und nicht einen "Pufferteller" verbog.


 Singen (Thür.)


Brechpunkt der Strecke ist der Bahnhof Singen (Thür.) wo die Strecke aus Saalfeld auf ca. 580 Meter ansteigt. Gleichzusetzen mit der Höhe der Frankenwaldbahn bis Steinbach am Wald. Lediglich hier sind die Steigungen "etwas sanfter". Der Ort selbst liegt ca. 1,3 km vom Bahnhof entfernt. Am Bahnhof selbst gab es ein Ladegleis mit Güterhalle und EG. Einige Wohnhäuser und ein Sägewerk. Die berühmte "Singener Brauerei" befindet sich im Ort. Am Bahnhof selbst Güterverkehr des Sägewerkes und der Brauerei. Der Reiseverkehr eher bescheiden nur an Sommer- oder Wochenendtagen und am "Vatertag" waren hier "heftige Anstürme" mit Fahrgästen zu verzeichnen. Sonst durchfahrende Güterzüge und Schiebelokomotiven von beiden Seiten. Singen selbst ein beschaulicher Bahnhof aber mit lebhaften Zugbetrieb.

Arnstädter und Saalfelder 65er teilten sich den Personenzugdienst auf der Strecke. Ausfahrt einer 65/10 - 1974 aus dem Bahnhof Singen Richtung Paulinzella.

Die Strecke ab Bad Blankenburg bis Arnstadt weißt zahlreiche Besonderheiten im Bahnbau auf. Steigungsabschnitt Bad Blankenburg Brechpunkt Singen mit künstlichen Dämmen, Steinbogenbrücken bei Milbitz und Paulinzella. Der anschließende tiefe Einschnitt bei Gösselborn in dem 65 1059 im März 1974 "durchdampft". Der auf dem Bergplatteau führende Abschnitt Singen-Stadtilm, der Stadtilmer Viadukt und der zum Teil auf künstlichen Dämmen geführte Gefälleabschnitt bis Arnstadt Hbf.

Singen am Singener Berg auf einer Postkarte aus den 70er Jahren.

Etikett der Singener "Brauerei Schmitt" aus DDR Zeiten.

Das neu errichtete EG in Singen von der Gleisseite am 19.03.1998.

Für die DDR Devisenbeschaffung mußte auch die DR mitarbeiten. Als DEFA Filmaufnahmen deklariert wurden 1989 im Raum Saalfeld zahlreiche EK Videofilme gedreht. Unteranderem auch auf der Strecke Saalfeld - Arnstadt am Singener Berg und zwischen Saalfeld und Sonneberg. Fplo für Filmaufnahmen, Dienstanweisung für den Fahrdienstleiter in Singen (Thür.).

Im Sommer 1984 dampft 01 1531 die lange Steigung nach Singen mit einem Sonderzug hinauf. Bis Anfang der 90er Jahre "quälten" sich hier tonnenschwere Güterzüge zum Teil mit Schublok ab Rottenbach bzw. Arnstadt die Steigung bis zum Brechpunkt hinauf.

Direkt im Gösselsdorfer Einschnitt konnte im März 1973 44 0757 auf ihrer Fahrt nach Rottenbach fotografiert werden.

1974 mühte sich diese Arnstädter Kohlestaub 44 bei Singen in der Steigung. Im Hintergrund dampfte eine weitere Maschine am Zugschluß.

Mal eine schöne Seitenansicht einer Kohlestaub 44. 44 9912 dampfte im April 1974 dem Bahnhof Singen entgegen.

 

Stadtilm


Kleiner Durchgangsbahnhof mit umfangreichem Güterverkehr und einer stationierten Kleinlok. Stadtilm selbst und der Bahnhof verdanken ihre Existenz der regionalen Wirtschaft und Industrie. In der Kleinstadt befanden sich zahlreiche kleinere und mittlere Firmen die für umfangreichen Güterverkehr auf der Strecke sorgten. Auch der Pendlerstrom hauptsächlich nach Arnstadt und Erfurt rechtfertigten sogar den Einsatz von Arbeiterzügen von und nach Stadtilm bis Arnstadt und Erfurt.Bedeutend für den Stadtilmer Güterverkehr die Saline mit Gleisanschluß, Chemiewerke, Weinkellerei, Metallfabriken und auch die Stadtilmer Modellbahnindustrie sorgte für Stückgut. Alle Nahgüterzüge der Strecke bedienten den Bahnhof so hoch war das Güteraufkommen. Wärend der Erntezeiten verkehrten sogar Ganz- oder Sonderzüge für die Landwirtschaft.  Auch an der nördlichen Seite der Strecke stationierten die "alten Preußen" Dampflokomotiven für den Schiebebetrieb und die Arbeiterzüge. Auch für zahlreiche Übergabezüge nach Arnstadt oder Rottenbach fand sich Verwendung für Stadtilmer Lokomotiven. Charakteristisch für Stadtilm ist auch der Viadukt und der künstlich angelegte relativ hohe Bahndamm Richtung Niederwillingen.


Um den Viadukt in Stadtilm entsteht so allmählich die Kleinstadt. Erste Häuser in Bahnhofsnähe um 1900.

Der Stadtilmer Viadukt im Jahre 1903 mit dem künstlich angelegten Damm in Richtung Niederwillingen.

Der Bahnhof Stadtilm um 1915 mit einem abgestellten Personenzug und rechts ein Teil des Stadtilmer Lokschuppens.

Sammelbild von 1904 mit ausfahrendem Personenzug in Stadtilm nach Arnstadt, vorbei am Wärterstellwerk vor dem Viadukt.

95 027 mit einem Sonderzug Saalfeld - Arnstadt 1983 auf dem Stadtilmer Viadukt.

Stadtilm in der Epoche III - 1968 eine Lok mit V 100 beschriftet überquert den Viadukt aus Richtung Arnstadt in Richtung Saalfeld. Hinter der Lok ein DR Reko Postwagen Laufweg Erfurt - Saalfeld und ein zweiachser PwG mit Oberlicht, die bis Anfang der 70er Jahre hier liefen. Als Personenwagen laufen Rekowagen und links vermutlich ein Bghwe Wagen im Zug. Eine schöne gemischte Zuggarnitur aus den 60er Jahren.

Kleinstädtisches und Historisches Flair in Stadtilm in den 80er Jahren. Auf dem Viadukt nach dem Sonnenstand zu urteilen vermutlich der P 8040 Saalfeld - Erfurt mit einer Arnstädter 118 der ca. gegen 13:00 Uhr Stadtilm verlassen hat.

Stadtilm 1979 auf dem Viadukt der P 8015 Rottenbach-Arnstadt, der gegen 09:30 Uhr den Bahnhof und den Viadukt Stadtilm tangierte. Eine planmäßige Rottenbacher V 100 Leistung.

Katalog der Stadtilmer Metallwerke, die neben Metallprodukten auch Modelleisenbahnen der Spur S und 0 herstellten. Katalogauszug von 1960.

Im Sommer 1982 verkehrte P 8045 Arnstadt - Saalfeld mit einer Arnstädter 118. War es doch der Arbeiterzug der gegen 17:25 Uhr planmäßig in Stadtilm eintraf und im schönsten Abendlicht abgelichtet werden konnte. Ab 1985 bespannten Lokomotiven des Bw Probstzella BR 119 den P 8045.

Sommer 1940, eine Dampflok der BR 93 rollt mit ihrem Güterzug über das Stadtilmer Viadukt in Richtung Arnstadt. Von Rottenbach bis Stadtilm schob ebenfalls eine 93er von der Saalfelder Einsatzstelle Rottenbach den Zug nach.

Als Bahnhof Oberilm bezeichnet der Stadtilmer Bahnhof nach dem ersten Weltkrieg Sommer 1920. Verladung von Stückgütern und gepflegte Bahnhofsatmosphäre in jener Zeit.

Sonderzugausfahrt in Stadtilm am 19.05.2012 mit 03 1010 und 03 2154 von Weimar über Arnstadt nach Saalfeld.

   

 Niederwillingen


Der verträumte kleine Ort Niederwillingen, der ca. 1,5 km  von der Bahnstation mitten in einer landwirtschaftlich genutzten Fläche liegt hat ein bescheidenes Verhältnis zur Bahn. Kreuzungs-, Überholungsmöglichkeiten, Güterhalle, Ladegleis. Beschaulicher Güter- und Personenverkehr veranlassten schon in den 70er Jahren die Verantwortlichen der Rbd Erfurt den Bahnhof als Haltepunkt zu "degradieren". Zwar waren Weichen, Gleise noch vorhanden, Signale wurden durch Ungültigkeitskreuze kenntlich gemacht und es entstand ein unbesetzter Haltepunkt. Kein Fahrdienstleiter, kein Fahrkartenverkauf. Einige Züge fuhren sogar in Niederwillingen durch. Denoch gilt der Streckenabschnitt um Niederwillingen auch als landschaftlich reizvoll.


Aus den 40er Jahren eine Postkarte der Gemeinde Niederwillingen ohne Bahnhof.

Im Herbst 1997 kam der Bahnhof Niederwillingen zu Postkartenehren, als 58 3047 auf dem Weg von Arnstadt nach Saalfeld an dem heute in Privatbesitz befindlichen EG des Bahnhofes vorbeidampfte. Gut erkennbar Nebengebäude, Stellwerksanbau und das zweite Bahnhofsgleis für Zugkreuzungen. Mit Stillegung des Bahnhofes in den 70er Jahren wurden die Signale "durchgestellt" und der Bahnhof wurde ein unbesetzter Haltepunkt. Bis in die 60er Jahre befand sich vor dem EG noch ein Ladegleis, daß für den Stückgut, Kohlen und Landwirtschaftsverkehr hauptsächlich genutzt wurde.

Mit dem Abbau der Bahnhofsanlagen und Streckenumbau Ende der 90er Jahre wurde der neue Haltepunkt unmittelbar an den Ort Niederwillingen verlegt, was sich positiv auf die Fahrgastzahlen auswirkte. So war doch der alte Bahnhof knapp 1,5 km vom Ort entfernt, was zahlreiche Fahrgäste auf den Bus umsteigen lies. HP Niederwillingen im August 2018 Blick Richtung Stadtilm.

Teilweise galt die Strecke als Herausforderung. Von Arnstadt steigt die Strecke allmählich bis Stadtilm an. Stärkste Steigung war von Rottenbach bis Stadtilm, wo zum großen Teil mit Vorspann- bzw. Schublokomotiven gefahren werden mußte.Was auch in den Anfangsjahren nach dem Streckenbau die Daseinsberechtigung der Lokeinsatzstelle in Stadtilm rechtfertigte. Neben zahlreichen Kunstbauten waren auch beim Streckenbau umfangreiche Arbeiten an Einschnitten und Dämmen erforderlich. Streckeneinschnitt bei Niederwillingen Richtung Stadtilm im August 2018.

 

Marlieshausen


Ungefähr 6 km vor der Kreisstadt Arnstadt befindet sich Marlieshausen, ebenfalls in einem Gebiet, daß intensiv durch die Landwirtschaft genutzt wurde und wird. Durch die Nähe zu Arnstadt und Erfurt lebten viele Bauern vom Verkauf ihres Ertrages und ihrer Viehbestände an Händler, Metzger der beiden großen Städte. Aus diesem Grund wurde auch in Marlieshausen ein Ladegleis mit Ladestrasse errichtet was den Transport der Landwirtschaftsgüter rechtfertigte. Nicht nur Feldfrüchte, Obst wurde verladen auch zahlreiche Tiere für den Transport in die Schlachthöfe der Umgebung. Zudem auch Maschinen, Traktoren, Düngemittel, Kohle in Marlieshausen empfangen wurde. Der Güterverkehr in Marlieshausen war auch Saison- und Erntebedingt mitunter sehr hoch. Auch durch die Nähe zu Arnstadt und Erfurt nutzten viele Pendler, Schüler und Studenten den Zug ab hier. Auch kamen die Städter oft an den Wochenenden und Feiertagen in die Gegend um zu wandern oder hier und dort verschiedene Lokalitäten zu besuchen. 


Zum Ort oder zum Bahnhof Marlieshausen fanden sich noch keine Postkarten. Deshalb einige Bilder vom Bahnhof vom Juni 2001.



EG mit angebauter Güterabfertigung aus Richtung Stadtilm.

Stellwerksanbau zum EG, hier befanden sich die Hebelbänke für die Weichen, Signale und Blockeinrichtungen des Bahnhofes.

In Richtung Stadtilm befand sich das kleine Wärterstellwerk des Bahnhofes, was auch gerade sehr schön bei beengten Platzverhältnissen einer Modellbahn Verwendung finden würde.


...auch Nebengebäude gehören dazu

 

Unmittelbar an der Ladestrasse befand sich das Gebäude der LKW und Anhänger Waage der Landwirtschaft. Ein Zweckbau aus den 60er Jahren.

Jeder braucht es wenn "Not am Mann oder der Frau ist", sie sind nicht immer chic aber sind trotzdem notwendig, unter anderem auch das WC Gebäude des Bahnhofes Marlieshausen aus der DRG Zeit.

Zweimal täglich erfolgte die Bedienung der Ladestraße von Arnstadt im Bahnhof Marlieshausen. Meist zum Transport von Landwirtschaftsgut und Kohle. In den Erntemonaten wurden hier Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln verladen, was auf Grund der Last auch eine zweimalige Übergabefahrt notwendig machte.


Arnstadt Hbf


Eigentlich ein Modellbahnbahnhof. Arnstadt erfüllte "Alles" wovon Modellbahner träumen in jeder Hinsicht seiner Anlagen.


- drei Bahnsteiggleise

- fünf Gütergleise, Ladegleise, Güterabfertigung,Anschlußgleise

- Mittleres Bahnbetriebswerk mit allen Anlagen

- zweigleisige Hauptbahn Richtung Erfurt mit E-Betrieb in den 80er

   Jahren

- Umspannbahnhof Diesel-, Dampf-, E-Lokomotiven (80er Jahre)

- eingleisige Nebenbahn nach Ichtershausen

- eingleisige Hauptbahn mit Vorspann- und Schiebebetrieb Richtung

  Saalfeld

- zweigleisiger Hauptbahnbetrieb Richtung Meiningen, Schweinfurt,

  Würzburg mit der abzweigenden Steilstrecke ab Plaue über

  Ilmenau, Rennsteig nach Themar mit Vorspann und

  Schiebebetrieb

- umfangreicher Rangierverkehr mit Güter- und Personenzügen

   sowie Lokfahrten

- Ablaufbetrieb - Güterzugbildungsbahnhof

- umfangreicher Pendlerverkehr aus Richtung Ilmenau / Suhl /

  Stadtilm in Richtung Erfurt


In der kurzen Darstellung läßt sich aber auch erkennen welche betriebliche und verkehrliche Stellung der Arnstädter Bahnhof einnahm. Auf Grund der relativ bescheidenen Verhältnisse mußte in Arnstadt ständig rangiert oder durchgefahren werden. Der in den 80er Jahren zusätzlich verordnete Lokwechsel Diesel- / E-Lokomotiven erschwerte die Betriebsführung durch den längeren Aufenthalt vorallem der Güterzüge oder sich verspätender Vorspann- bzw. Schiebelokomotiven. Oft auch durch umfangreichen Sonderzug- bzw. Umleiterverkehr über die Saalfelder Strecke. Betriebliche und verkehrliche Besonderheiten waren in Arnstadt fast täglich anzutreffen. Für den Modellbahner mit entsprechenden Orts- und Betriebskenntnissen ein "Paradies" für den kleinen Maßstab.

 

Arnstadt 1898 gegenüber des EG befindet sich die Remise zur Unterhaltung der Lokomotiven. Ausfahrender Zug nach Erfurt. Später entstand links der Güterbahnhof und das Bw wurde in die nördliche Richtung (Erfurt) gebaut.

Arnstadt im Jahre 1929, der Hauptbahnhof von der Strassenseite.

Blick in die Arnstädter Bahnhofstrasse 1927 zum Bahnhofs Hotel gegenüber dem Hauptbahnhof.

Lageskizze der Arnstädter Bahnanlagen um 1915.

Arnstädter Kohlestaub 44 für den Einsatz im schweren Güterverkehr in alle Richtungen. Im Sommer 1971 wird 44 9991 im Bw Arnstadt gedreht.

Eine Kohlestaub 44 rollt im März 1973 aus Saalfeld kommend in den Arnstädter Hbf ein.


Ein beliebtes Reiseziel die "Drei Gleichen" - Haltepunkt Haarhausen


Bereits schon vor dem Bahnbau pilgerten viele Erfurter, Arnstädter sowie Gäste der Umgebung zu den "Drei Gleichen" um von hoch oben die Aussicht zu genießen. Später mit dem Bahnbau kamen ganze "Heerschaaren" in die Region, wo sich neben der Wachsenburg ein See befand, der mit dem Autobahnbau verschüttet wurde. Gerade in Haarhausen, dem zweigleisigen Haltepunkt war an Wochenenden und im Sommerhalbjahr reges Reisendenaufkommen, wovon auch die Gemeinde Haarhausen profitierte. Aus diesem Grund sah es die Königliche Eisenbahndirektion Erfurt als Notwendigkeit an hier einen Haltepunkt mit Warteraum, Block-und Schrankenwärter sowie Fahrkartenverkauf zu errichten. Nicht nur aus der näheren Umgebung pilgerte man hier her, Sonderzüge aus Leipzig, Halle, Bebra, Würzburg kamen ab den 20er Jahren vermehrt nach Haarhausen bzw. bis Arnstadt um die "Wachsenburg", die relativ verkehrsgünstig lag zu besichtigen. Aber auch die "Burg Gleichen" und die Mühlburg die als Ruinen zu besichtigen sind waren auf Grund ihres Ausblickes sehr beliebt.


Durchaus Monumental das Gebäude in Haarhausen um 1936.

Das Gebäude in Haarhausen im September 2014.

 

Haltepunkt Sülzenbrücken


Ländlicher Haltepunkt mit Blocksignalen, Schranken, Fahrkartenverkauf zwischen Arnstadt / Neudietendorf und Erfurt. Lage im städtischen Einzugsgebiet. Hauptsächliche Verkehrsströme Richtung Erfurt und Arnstadt zu den Berufszeiten und im Schülerverkehr.

 

Das leider etwas "eingebaute" Dienstgebäude in Sülzenbrücken September 2014.

EB aus Saalfeld in Sülzenbrücken, rechts das ehemalige Dienstgebäude, davor verlief der Hausbahnsteig des Haltepunktes in Richtung Arnstadt. September 2014

Nach dem Umbau wurde der Bahnsteig Richtung Arnstadt in nördliche Richtung versetzt. EB Erfurt - Ilmenau - Bahnhof Rennsteig im September 2014 in Sülzenbrücken einfahrend.

 

...und noch bis Neudietendorf


Anschlußbahnhof für die Strecke aus Saalfeld, Ilmenau / Schleusingen und Schweinfurt / Meiningen ist der Neudietendorfer Bahnhof in östlicher Richtung weiter bis Erfurt in westlicher bis Eisenach, Bebra, Fulda, Frankfurt (M), Ruhrgebiet. Bau einer Verbindungskurve aus Richtung Arnstadt in Richtung Eisenach vornehmlich für den Güterverkehr. Neudietendorf bis 1991 Endbahnhof im elektrischen Zugverkehr der DR aus Richtung Erfurt. Neubau der Fahrleitung 1988 bis Arnstadt Abbau 1996. Neudietendorf galt im Güterverkehr als Umspannbahnhof. Am Bahnhof waren die Anlagen des Obw Neudietendorf angesiedelt, Gleisbau der DR bis 1994, Hinterstellung von Gleisbaufahrzeugen, Einsatz von Gleisbautrupp`s, Gleisbau im Gebiet der DR. Auf Grund hoher Zugdichte war Neudietendorf ein stark frequentierter Abzweigbahnhof.


Ortsansichten von Neudietendorf im ersten Weltkrieg um 1916 mit einer Aufnahme vom Hausbahnsteig Gleis 1 Blickrichtung Erfurt.

Typische Zuggarnitur vor 1900 wie sie auf der Thüringer Bahn gefahren sind. Ein B-Kuppler mit Schlepptender, Post-Gepäckwagen, Wagen zweiter,dritter und vierter Wagenklasse.

Das EG in Neudietendorf aus nördlicher Richtung. Bilddokument von 1907.

Ein Betriebsdokument vom 10.Juli 1944, Zugdienstzettel eines Sonderzuges mit der Zugnummer 008. Dadurch das in Erfurt der Zug Gegnerischen Handlungen zum Opfer fallen konnte, wurde der Lokwechsel auf dem Vorortbahnhof Neudietendorf verlegt. Zu vermuten ist ein Militärtransport mit 82 Wagenachsen und 1172 Tonnen Zuggewicht was auch als Zuglok eine BR 44 des Bw Erfurt G vermuten läßt. Auf Grund der kurzen Zugnummer 008 liegt auch die Vermutung nahe, daß der aus Hessen kommende Zug mit seinem Militärpersonal in Richtung Osten oder Berlin verlegt wurde.


Große Pläne für die Strecke


Mit Zunahme des Güterverkehres wurde die Strecke immer Bedeutender. Nicht nur der Ortsansässige Güterverkehr nahm zu auch Planungen und Ideen zum Streckenumbau waren von Bedeutung. Zunächst war der zweigleisige Streckenausbau mit Elektrifizierung sowie der Bau der Verbindungskurven Schwarza West - Flughafen Schwarza - Remschütz - Gorndorf - Unterwellenborn von Belang. Ausschlaggebend war die Elektrifizierung der Saalbahn. Als direkte Zufahrtsstrecke nach Hessen, in das Ruhrgebiet und zu den Nordseehäfen war diese Strecke außerordentlich von Bedeutung. Auch als Umleitungsstrecke für Züge aller Art. Der Singener Berg ließ einen Schubbetrieb mit E-Lokomotiven zu. Weiterführende Verbindungsstrecken vor Neudietendorf links abzweigend Richtung Gotha und vor Gotha rechts abzweigend Richtung Leinefelde / Göttingen und die Berliner Kurve in Bebra beschleunigten natürlich den Zugverkehr. Federführend war hier die Maxhütte und die Zellwolle und die gesamte Industrie der Region, die hier einen zügigen Transport von Rohstoffen und Produkten sahen. So waren Schnellgüterzugverbindungen zur Nordsee oder das Ruhrgebiet von ca. 8 Stunden Fahrzeit bereits ausgerechnet beim Einsatz von E-Lokomotiven. Loklangläufe von Saalfeld bis Bebra, Fulda und Göttingen waren hier vorgesehen. Auch Geschwindigkeiten von 100 km/h für Güterzüge war keine Phantasie. Lauf- und Bremstechnische Erprobungs- und Versuchsfahrten mit Lokomotiven und Ganzzug Verbänden führten bereits zu positiven Ergebnissen. Auch Schnellzugverbindungen von Saalfeld mit angebundenen Kurswagenverbindungen sollten in besagte Regionen führen. Angedacht war eine weitere Entwicklung der Tourismusangebote und Bevorzugte Nutzung der Sanatorien, die einen hervorragenden Ruf hatten. So führte die Strecke nach 1945 ein Schattendasein. Der Zugverkehr war gut ausgebaut und angebunden, auch der Güterverkehr florierte, denoch war es nicht die "Bedeutende Strecke", der einst bereits auch schon in den 20er Jahren eine hohe Bedeutung zugedacht war. Täglich pendelten mehrere Personenzugpaare zwischen Saalfeld und Arnstadt. Einige bis Erfurt mit der Maßgabe der Überführung von Reisegepäck, Postgut und Schadwagen. Und der einzige beschleunigte Personenzug im Langlauf P 6914 / 6923 Sonneberg - Saalfeld - Erfurt - Nordhausen und zurück. Den das Bw Arnstadt in seiner Gesamtleistung beförderte. Sowie ein Hallenser Wagenumlauf der von Halle über Erfurt als P 8039 nach Saalfeld fuhr, und als P 3536 direkt von Saalfeld unter der Zugnummer über Erfurt nach Halle lief. Auch von Mo-Fr der Zwischentakt Arnstadt - Stadtilm belebte die Strecke im Berufsverkehr. Und rund um die Uhr rollten Güterzüge zu allen Tages und Nachtzeiten, die zum Teil von Saalfeld über Erfurt, Sangerhausen nach Magdeburg fuhren um die Hauptstrecke über Halle zu entlasten. Auch gab es Umleiter von Wünschendorf und Gera über diese Strecke.

Heute pendeln Triebwagen hin und her, die Strecke selbst nur noch eine bessere Nebenbahn im 21.Jahrhundert ohne völlige Bedeutung.