Von Triptis nach Marxgrün


Streckendaten


- Eingleisige Nebenbahn mit gemischten Betrieb

- Eröffnung in drei Teilabschnitten 1894, 1895, 1897

- Streckenlänge 68,8 km

- Anschluß in Triptis an die Hauptbahn Zeitz - Probstzella, in

  Unterlemnitz Abzweig nach Wurzbach, - Hockeroda - Saalfeld,

  Werkbahnanschluß in Blankenstein ZPR Rosenthal, Anschluß

   in Marxgrün an die Nebenbahn Hof - Naila - Bad Steben

- Weiterführung einer Feldbahn von Blankenstein entlang der

   Saale zur Papierfabrik Blankenberg mit ca. 3 km

   Streckenlänge

- Teilbetrieb Güterverkehr Unterlemnitz - Ebersdorf Friesau seit

   1997 Abwicklung des Hauptverkehres auf der Strecke

   Saalfeld - Blankenstein


Eine der landschaftlich schönsten Strecken war diese eingleisige Nebenbahn, die leider 1997 ihren Betrieb einstellen mußte. Im Güterverkehr eher bescheiden bis auf einige Güterschwerpunkte auf der Strecke ging es eh geruhsam zu. Auma, Ziegenrück, Lückenmühle und Friesau sorgten für den "Löwenanteil" des Güterverkehres auf der Strecke. Alle anderen Stationen die im ländlichen Raum lagen hier beschränkte sich der Güterverkehr auf etwas Stückgut und Transportgut der Landwirtschaft. Bereits ab den 70er Jahren wurde der Güterverkehr nur noch bis Auma mittels Übergabe ab Triptis und nach Friesau mittels Übergabe ab Lobenstein betrieben. Ein Versuch der Güterverkehrsreaktivierung bis Ziegenrück erfolgte nochmals in den Jahren der Ölkrise. Die Papierfabrik in Ziegenrück wurde "verdonnert" ihre Waren mittels LKW zu beladen ca. 500 Meter !!! zum Bahnhof zu fahren und hier in Güterwagen wieder umzuladen Auch kurz vor 1989 war der Bau eines Gleisanschlüßes dann geplant. Durch die landschaftlich sehr schöne Lage der Strecke profitierte vorallem der Reiseverkehr bis Marxgrün und weiter. Bei Franken  Thüringern und Urlaubsgästen waren die umliegenden Orte, Wanderrouten und Ausflüge zur Saale sehr beliebt und im Sommerhalbjahr herrschte unheimlicher Hochbetrieb auf der Strecke. Züge mit 8 bis 10 Wagen waren keine Seltenheit in Spitzenzeiten. Der Wirtschaftsfaktor Tourismus boomte zu dieser Zeit. Auch Ausflugsziele wie das oberfränkische Höllental, die Plothener Teiche waren unheimlich beliebt. Auch das reussische Städtchen Lobenstein profitierte von der Bahn, zahlreiche Gewerke, Geschäfte erlebten mit der Kundschaft aus anderen Orten die mit dem Zug nach Lobenstein kamen einen wahren Aufschwung. Auch zu den Lobensteiner Markttagen beförderte der Zug zahlreiche Fahrgäste aus allen Richtungen. Auch die wirtschaftliche Verknüpfung von thüringer und fränkischen Betrieben bracht der Bahnlinie Aufschwung nicht nur wegen des Güterverkehres bis Blankenstein und über Wurzbach auch die zahlreichen Berufspendler die täglich vorallem von Lobenstein in Richtung Blankenstein, Naila, Selbitz und Hof unterwegs waren sorgten für ausgelastete Züge. Vorallem die Schichtzüge von und nach Blankenstein waren bis auf den letzten Platz oft ausgebucht. Klar das mit der Grenzschließung der Verkehr plötzlich "erstarrte", die Alten verstanden die Welt nicht mehr alle wirtschaftlichen, geschäftlichen und privaten Verbindungen waren "gestorben". Blankenstein wurde eine "Festung" mit Mauer zur Saale. Für den "DDR Normalbürger" endete die Reise in Lobenstein oder unter Beobachtung in Harra. Bei der Reise in das Grenzgebiet nach Blankenstein war die Polizei und das MfS nicht sehr "zimperlich", was ich persönlich am eigenen Leibe verspühren durfte. Sogar mit Prügel ging es zur Sache um Geständnisse "herauszupressen". Seit der Grenzöffnung kämpft man um den Lückenschluß des Teilstückes Blankenstein - Marxgrün was dieser Strecke auf fränkischer und thüringer Seite zu "Auftrieb" verhelfen würde in Betreff des Güter- und Reiseverkehres. 


Auma (Thür.)


Durchgangsbahnhof mit starkem Güterverkehr, Ladestrasse, Güterabfertigung, Gewerbe, Industrie, E-Werk. Leider fanden sich noch keine Postkarten mit Bahnhofsmotiven.


Kleinstadt Auma 6 km hinter Triptis mit zahlreichem Gewerbe, Betrieben und einem Elektrizitätswerk um 1915.

Der Streckenverlauf aus Richtung Lobenstein vor der Stadtkulisse in Auma im Jahre 1940.

Die Bahnhofstrasse in Auma in den 40er Jahren.

Bahnhof und Anschluß des Kraftwerkes in Auma 1930

Luftaufnahme des Bahnhofes Auma vom Juni 1938 mit einem ausfahrenden Personenzug Richtung Marxgrün, preußischen Oberlichtwagen und einer 93er Dampflok.

Postkarte des Kraftwerkes Auma um 1925 mit einem Güterzug. Inwieweit hier eventuell Brunkohle aus Mitteldeutschen Revieren und das Wasser der Weidatalsperre in Energie umgewandelt wurde vermag ich an dieser Stelle nicht zu sagen. Sicher ist das Kohlezüge aus Zeitz nach Auma gefahren wurden. Überliefert sind Zeitzer Lokomotiven BR 55 und 57 die in Triptis wendeten und wieder zurück fuhren mit leeren Kohlewagen.

 

Krölpa bei Auma


Bescheidener Bahnverkehr in Krölpa bei Auma dem kleinen Ort an der Strecke mit ca. 200 Einwohnern die von der Landwirtschaft zum großen Teil lebten. Mit Eröffnung der Bahn pendelte einige nach Auma bzw. Triptis zum Broterwerb. Bescheidener Verkehr eine kleine Güterhalle mit Fahrkartenverkauf und einem Haltepunktwärter. In den Sommermonaten wie überall kamen einige Wanderer und Touristen in den kleinen beschaulichen Ort um hier in dem Dorfgasthaus zu logieren oder zu speisen.


Stark in Mittleidenschaft gezogen eine Postkarte aus den Anfangsjahren der Strecke mit dem EG in Krölpa bei Auma um 1900.

Bereits 1907 machte man Werbung für Düngemittel. Kali für mehr Ertrag bei Gras und Heu, befördert mit der Bahnpost von Halle nach Krölpa bei Auma. Ein interessantes Zeitzeugnis.


Moßbach bei Neustadt (Orla)


Kleiner ländlicher Durchgangsbahnhof mit bescheidenen Reise- und Güterverkehr. Vornehmlich nutzte die starke Landwirtschaft in Moßbach und den umliegenden Ortschaften den Bahnhof für ihre Güter. Hier befanden sich große Bauerngüter mit zahlreichen großen Acker- und Weideflächen. Ladestradde, Güterabfertigung. Auch wurden hier zahlreiche Ladungen frischer Fisch verladen, die zum Weiterverzehr mit der Bahn in speziellen Wagen abtransportiert wurden vom Plothener Teichgebiet. Erwähnenswert wären noch die Ganzzüge mit Zement, die in den 80er Jahren durch einen bei Moßbach errichteten Gleisanschluß gebracht wurden und die die Autobahnbaustelle an der A 9 mit Zement und Baustoffen versorgten. Ermöglicht wurde dies durch den Milliardenkredit der Bundesregierung an die DDR.

 

Moßbach im Jahre 1908, unschwer erkennbar die großen Bauerngüter und landwirtschaftlichen Nutzflächen um den Ort herum.

Moßbach in bunt, anno 1912.

Mossbach in den 20er Jahren mit Ortsansicht, Gewerbe und Bahnhof. Gerade ab Mossbach wurden zahlreiche Wagenladungen Getreide, Kartoffeln Richtung Gera, Leipzig transportiert und Unmengen von Zuckerrüben zur Zuckerfabrik nach Zeitz.

Am 14.02.1987 ging es von Moßbach nach Auma zum einkaufen für 2 Personen, Arztbesuch oder Amtsgänge. Der Vormittagszug von Lobenstein nach Triptis war neben den abreisenden Touristen auch stark von der einheimischen Bevölkerung frequentiert worden.

Einfahrt eines Zuges aus Ziegenrück 1908 im Bahnhof Moßbach. Dank des Gastwirtes vom Deutschen Hof entstand diese Postkarte bei Photo König in Lobenstein.


Dreba


Mitten im Wald- und Seengebiet der Plothener Teiche liegt Dreba. Hier wurde vornehmlich die Station aus "touristischen Gründen" eingerichtet. Weniger wegen den "paar hundert Bewohnern", sondern mit Eröffnung der Bahn waren ganze Ströme von Wanderern und Ausflüglern in diese Gegend unterwegs. Gerade die Städter aus Gera, Weida zog es hier her auch Gäste aus Hof und Naila stiegen hier aus. Die Gastwirtschaft am Bahnhof Dreba war eine "Goldgrube" nicht nur zur Karpfenzeit. 


Gute alte Hausmannskost 1920 in der Bahnhofswirtschaft in Dreba und ein "kühles Blondes" verkürzten die Wartezeit auf den nächsten Zug.

Dreba in den 60er Jahren, geprägt von Landwirtschaft und einigen Sommerfrischlern die hier ihren Urlaub verbrachten.

Haltepunkt Dreba bei Knau im August 2006 in Richtung Triptis. Der Zugverkehr ist längst eingestellt.

Erleichterter Verkauf im Zug mit Zettelfahrkarten für die Lobensteiner Zugführer auf Grund zahlreicher unbesetzter Stationen auf den Nebenstrecken. Sommer 1988

 

Knau


Durchgangsbahnhof mit Ladestrasse und Güterabfertigung. Geprägt durch den Transport von Landwirtschaftsgütern , Holz und lebend Vieh sowie Düngemittel. Der Personenverkehr war eher bescheiden, da der Strom zur naheliegenden Kreisstadt Schleiz und Pößneck bereits ab den 20er Jahren mit Post- und Überlandbussen abgewickelt wurde. Hier bestanden keine direkten Bahnverbindungen.

Im Sommer 2006 das EG Knau mit angebautem Güterschuppen aus Richtung Ziegenrück.

Sommer 1930 in Knau, auf dem größeren Bild der Postkarte ist rechts der Bahnhof ersichtlich.

Einfahrtsignal A des Bahnhofes Knau aus Richtung Triptis. Zustand 02.04.2014.

 

Posenmühle


Mitten im Wald gelegen eigentlich nur eine Mühle aber mit Haltepunkt. Der vom Haltepunkt ca. 1,5 km entfernte Ort Posen sowie der Ort Keila ca.4 km wurden per "Fußmarsch" durch den Haltepunkt bedient. Im Sommerhalbjahr Ausgangspunkt für Wanderer und Touristen. Sonst sagten sich hier Fuchs und Hase Gute Nacht. Nach Einstellung des Mühlenbetriebes übernahm die DR die Mühle und errichtete ein Ferienlager am Haltepunkt bis 1990.

 

Haltepunkt Posenmühle 1905 in der Bildmitte.

Sommerfrische in der Posenmühle 1910

Postkarte im Kleinformat mit Bild von der Posenmühle 1928.

DR Ferienheim in der Posenmühle 1964.

Interessante Stationsbezeichnung auf dieser Postkarte 1914 vom HP Posenmühle, die der Besitzer des ansässigen Landhandels herausgab.

Vom HP Posenmühle in Richtung Knau am 04.07.1997 ein knappes Jahr vor der Betriebseinstellung.

Das EG Posenmühle eine Wellblechbude, der Blick zum Bahnsteig in Richtung Ziegenrück.


Ziegenrück (Saale)


Mitten in einem Tal liegt die Kleinstadt Ziegenrück, direkt an der Saale. Einstiger Endpunkt der Strecke aus Triptis. Ziegenrück selbst verfügte außer der Papier- und Pappenfabrik an der Saale über keinerlei weitere Industrie. Dafür aber über zahlreiche Gast- und Logierhäuser sowie Pensionen. Schon vor dem Bahnbau galt Ziegenrück wie viele andere Orte als ein Ferienparadies. Auch beschwerliche Kutschfahrten von Pößneck oder Schleiz hielten die Sommergäste nicht davon ab Ziegenrück zu besuchen.

In Ziegenrück war es oft so, daß mehr Urlauber als Einwohner in der Stadt verweilten was aber der Stadt und den Gewerbetreibenden zu Anerkennung, soliden Wohlstand und Verdienst verhalf. Ziegenrück wuchs auf Grund seiner Lage schon in den 20er Jahren zu einem bedeutenden Luftkurort mit Bahnanschluß nach Gera, Leipzig und Hof, Regensburg wie es in damaligen Prospekten hieß heran.

In Ziegenrück war die "Hölle" los von Mai bis September. Vorallem Sonderzüge von und nach Gera, Leipzig und Hof machte die Stadt weit bekannt. Im späten Herbst und im Winter oft gähnende Leere, mitunter war Ziegenrück auch im Winter durch Schnee und Eis oft tagelang abgeschnitten mitunter nur zu Fuß oder per Bahn erreichbar.

 

Eine Urlaubskarte von 1895 aus Ziegenrück mit Darstellung der örtlichen großen Hotels und einem Stück Bahnbrücke.

Postkartenausschnitt vergrößert mit Ziegenrücker Bahnmotiven um 1901. Oben rechts sogar die Drehscheibe am Bahnhof erkennbar.

Bahnhof Ziegenrück 1914 mit Güterwagen an der Ladestraße.

Ein Blick zum Bahnhof Ziegenrück im Jahre 1909 mit Lokschuppen und Drehscheibe.

Ziegenrück 1901 Blick aus nordwestlicher Richtung.

Blick auf die Papier- und Pappenfabrik in Ziegenrück 1929. Bildmitte die Strassenbrücke über die Saale. Im Hintergrund die Bahnbrücke über die Saale.

Postkarte aus der entgegengesetzten Blickrichtung, diesmal von der Eisenbahnbrücke zur Papierfabrik 1923. Auf Höhe der rechts verlaufenden Strasse sollte immer ein Anschlußgleis vom Bahnhof bis zur Papierfabrik gebaut werden.

EG Bahnhof Ziegenrück am 31.Mai 1998 bereits seit acht Tagen fährt kein Zug mehr auf der Strecke.

Anfang 1998 wurden die Gleise zur Güterabfertigung Ziegenrück abgerissen. Aber bereits seit Ende der 60er Jahre gab es keine Ortsgüterverkehr mehr auf der Strecke, nur einzelne Wagenladungen für die Ladestrasse.

In einem Reiseprospekt von 1910 warb Ziegenrück auch mit der in unmittelbarer Nähe liegenden Linkenmühle die sich direkt an der Saale befindet. Historisch betrachtet ist dies ein sehr aufschlußreicher Fund. Erstens wegen der im Krieg zerstörten Saalebrücke sowie des damals hier ansässigem Hotel. Droschken beförderten die Gäste von und nach Ziegenrück Bahnhof. Auch die Flößerei auf der Saale bereits ab dem oberen Saalgebiet bis Camburg / Großheringen und weiter sorgte für Arbeit und Brot. Später flößte man bis Eichicht Bahnhof bzw. Hohenwarte Bahnhof und ab da ging es per Güterzug weiter.

Ziegenrück 1933

Der Fahrplan von 1997 des Bahnhofes Ziegenrück

 

Liebschütz (Saale)


Mitten im Wald gelegen Liebschütz, zum Ort selbst und nach Liebengrün sind es zu Fuß ca. 2-3 km Fußmarsch. Hauptsächliche nur für den Reise- und Touristenverkehr genutzt.


Eines der berühmtesten Bauwerke in Thüringen ist die Brücke über den Ziemesgrund zwischen Liebschütz und Liebengrün. 115 Meter lang, 32 Meter hoch im Bogen verlaufend, Herstellung der Stahlkonstruktion in Eschweiler bei Aachen.

Der Viadukt 1903 aus Richtung Ziegenrück gesehen.

Bahnhof Liebschütz 1917 mit beschaulichen Nebenbahnanlagen.


Lückenmühle


Zwischen Liebschütz und Lückenmühle befand sich bei Kilometer 37,5 von 1938 bis 1945 eine Ausweichstelle. Hier konnten die Züge ab Remptendorf und Ziegenrück kreuzen, was dies auch erforderlich machte durch zahlreiche Sonderzüge und die verkehrenden Güterzüge der Strecke. In Lückenmühle war die Bedienung des Sägewerkes von vorrangiger Bedeutung. Hier bestand oft erhöhter Bedarf an Rungen oder Drehschemelwagen um das geforderte Bauholz abzutransportieren. Ab den 60er Jahren erfolgte hier keinerlei Bedienung. Lediglich ein bescheidener Reiseverkehr der umliegenden Ortschaften.

 

Lückenmühle 1920 unten rechts das Sägewerk mit Bahnhof. Ansonsten eine sehr einsame Gegend.

Das Leben in der Lückenmühle wenige Jahre nach dem Krieg um 1949.

Sommer 1923 Blick zum Bahnhof Lückenmühle. Zahlreiche Sommerfrischler besuchen das Oberland, im Hintergrund wurde fleißig im ortsansässigen Sägewerk gearbeitet.

 

Remptendorf


Remptendorf auch nicht unbedingt der "Nabel der Welt", aber denoch Bedeutungsvoll für die Strecke auf Grund der Größe der Gemeinde sowie der unmittelbaren Nähe zu Lobenstein fand ab hier ein sehr starker Personenverkehr statt. Mit knapp 4000 Einwohnern war Remptendorf sehr gut besiedelt und sorgte mit für den Erhalt des Reiseverkehres hauptsächlich in Richtung Lobenstein. Ziegenrück brachte es auf ca. 1000 Einwohner. Mit den Worten, "schnell mal nach Lobenstein" wurden viele Amtsgänge, Besorgungen, Arzttermine erledigt oder auch der Lobensteiner Markt besucht. Wie es überall war Früh hin und Mittag zurück eine übliche Prozedur. In Remptendorf gab es eine Ladestrasse mit Güterhalle ansonsten ging es geruhsam zu. Der Güterverkehr war sehr gering, das Hauptgeschäft war der Personenverkehr. Aber auch Wanderungen an den Wochenenden zur Saale zum Schloß Burgk oder nach Isabellengrün brachten viele Fahrgäste auf die Bahn.

 

9 x 9 Bild des Bahnhofes Remptendorf 1962

Die RB von Triptis nach Lobenstein am 14.Mai 1998, kurzer Halt in Remptendorf. Keiner raus, keiner rein am Bahnhof. Einstiger Fahrgast der Zugbegleiter.

Remptendorf 1958, vom Bahnhof fanden sich noch keine Postkarten. Das EG wurde im gleichen Baustil wie Friesau, Knau oder Moßbach errichtet.

Urlaubskarte aus Remptendorf 1967.


Ebersdorf - Friesau


Der Bahnhof liegt ja eigentlich ca. 2 km vom Ort Friesau entfernt. Vom Bahnbau profitierten 6 umliegende Gemeinden.Meist durch den Transport von Forst- und Landwirtschaftsgut. Am Bahnhof Ebersdorf selbst standen nur einige wenige Häuser, ein Kohlehändler ,ein Gasthaus mit Pension. Wer ab hier mit dem Zug fahren wollte mußte zu Fuß über die Strassen und Feldwege zum Bahnhof laufen. Der Bahnhof selbst bestand aus bescheidenen Gleisanlagen, Stückgutschuppen mit Ladestrasse und Anschluß zum Landwirtschaftshandel mit Waage. Nach 1990 wurden in Ebersdorf zwei Holzwerke errichtet, die durch die Zu- und Abfuhr von Ganzzügen den "Reststummel" der Strecke von Unterlemnitz bis Ebersdorf am Leben erhalten, denn ab hier bis nach Triptis ist der Betrieb eingestellt. Kohletransporte und Landwirtschaft sorgten bis Anfang der 90er Jahre noch für guten Verkehr bis Ebersdorf. Bedienung erfolgte mittels V 60 und Übergabezug von Lobenstein. Geplant war hier auch der Lückenschluß in östliche Richtung zur Strecke nach Saalburg - Schleiz - Schönberg - Plauen mit der Schaffung einer durchgehenden Verbindung von Reuss nach Sachsen, was vorallem profitabel für den Güterverkehr gewesen wäre. Auch die Planung einer Güterbahn von Ebersdorf nach Saalburg vor dem Talsperrenbau war im Gespräch. Ob die Strecke dann als elektrische Inselbahn oder durchgehend mit Dampflokomotiven betrieben worden wär bleibt Spekulation. Mit 536 Meter über dem Meeresspiegel ist Ebersdorf der höchstgelegene Bahnhof der Strecke.

 

Ebersdorf mit Bahnhof im Jahre 1903. Ein Dampfzug von Lobenstein in Richtung Triptis unterwegs.

Der "Reussische Hof" gegenüber dem Bahnhof Ebersdorf mit der Bahnhofstrasse im Sommer 1930 und vorgefahrenen Gästen im Cabriolet.

Längst abgerissen die Silo Anlage im Bahnhof Ebersdorf-Friesau, sorgte viele Jahre für die Be- und Entladung von Getreidewagen im Bahnhof. Dahinter der Lagerschuppen für landwirtschaftliches Gut. (29.09.2004)

Seit Mai 1998 wird der Bahnhof ab Lobenstein mit Güterzügen von Saalfeld aus bedient. Ein neu errichteter Gleisanschluß der Holzwerke Klausner der täglich bedient wird sorgt für umfangreichen Güterverkehr. Die Ladestrasse des Bahnhofes am 29.09.2004.

 

Unterlemnitz


Keilbahnhof mit Abzweig in westlicher Richtung nach Wurzbach, Leutenberg und Saalfeld. Für den Bau einer Verbindungskurve aus Richtung Ebersdorf in Richtung Wurzbach ersah man keine Notwendigkeit, da das Güteraufkommen zwischen den Bahnen zu gering war. Aus Kostengründen wurde somit der Weg über Lobenstein gewählt. Ausschlaggebend waren die Hauptrichtungen Triptis, Hof, Saalfeld. Die Möglichkeit des Umstieges für Reisende bestand aber. Bilder und weitere Textpassagen finden Sie "auf der Strecke" Hockeroda - Unterlemnitz


Fotohalt und Scheinanfahrt eines Sonderzuges 1983 in Unterlemnitz auf der Fahrt von Saalfeld über Wurzbach - Lobenstein - Ziegenrück . Triptis nach Saalfeld.

Darstellung des Keilbahnhofes Unterlemnitz zur Übernahme des Gleisplanes für die Modellbahn. Quelle: Eisenbahnbau Ingenieur Günter Fromm - Erfurt

Fotohalt 94 1292 am Zugschluß eines Sonderzuges 1980 in Unterlemnitz auf der Fahrt von Saalfeld über Lobenstein nach Triptis.

Ende Februar 1998 war die Saalfelder V 90 leer von Lobenstein nach Ebersdorf-Friesau unterwegs um einen Güterzug nach Saalfeld zu befördern. Blick Richtung Lobenstein auf die Ausfahrtsignale. Gut sichtbar in der Mitte der Schotterverlauf des einstigen Ladegleises was zur Rampe führte.

März 2002 am Unterlemnitzer Viadukt, müht sich die V 90 die Steigung von Lobenstein bis Ebersdorf-Friesau hinauf. Gerade Wagen mit feuchten Holzstämmen im Winterhalbjahr hängen wie "Blei" am Zughaken. Da ging es mit knapp 30 km/h über den Viadukt.


Lobenstein (Reuss.)


Vor den Toren der Stadt wurde der Bahnhof Lobenstein angesiedelt um in großzügiger Streckenführung die Steigungen nach Ebersdorf sowie bis Heinersdorf zu bewältigen. Zu damaliger Zeit Schwerstarbeit für Dampflokomotiven. Nach dem Bahnbau siedelte sich sehr viel Gewerbe um den Bahnhof herum an. Somit wurde eine großzügige Ladestrasse, Güterhalle, Lagerschuppen und eine Maschinenstation errichtet. Die Zeitweise sogar eigenständiges Bw war bevor es zum Bw Saalfeld kam. Nach Lobenstein kamen Saalfelder, Triptiser, Geraer und Hofer Lokomotiven. Durch die Drehscheibe konnten hier Lokomotiven der BR 55, 56, 57 und 58 gedreht werden. Lobenstein beheimatete 58er und 93er Dampflokomotiven. Die BR 93 in Lobenstein mußten ebenfalls gedreht werden, wegen anstehenden Bergfahrten damit die Feuerbüchse immer mit Wasser umspühlt war um ein Ausglühen zu verhindern.  Schnelle Güterzugverbindungen nach Hof waren bedeutend für Transporte nach Süddeutschland über Regensburg und die Alpenländer sowie Italien, Böhmen und Mähren, Sachsen und Schlesien. Richtung Triptis über Gera nach Sachsen, Preußen, Pommern, Ostpreußen und über Saalfeld nach Hessen, Ruhrgebiet, Frankreich, Nordsee, Nordeuropa.

Kleinere Betriebe, Land- und Forstwirtschaft sorgten in Lobenstein nicht für "die Mengen" aber es war ein kontinuierlicher und konstanter Güterverkehr der die Nebenbahnen im Oberland am Leben erhielt. Auch der Reiseverkehr entwickelte sich sehr positiv, da viele Bewohner nicht nur aus beruflichen Gründen aus den umliegenden Orten nach Lobenstein pendelten sondern auch errichtete Kur- und Heilbäder sorgten für umfangreichen Personenverkehr nach ganz Deutschland.

Das Großgewerbe in und um Lobenstein blieb aus bis auf einige Ausnahmen, erstaunlich war aber eine großartige Entwicklung des Handwerkes und des Kleingewerbes was den Stückgut und Kleingutverkehr der Bahn sehr stark belebte.


Blick zum Bahnhof Lobenstein um 1900 mit dem im Hintergrund erbauten preußischen Beamtenwohnhaus. Am linken Abstellgleis ein kleiner "Preuße" sowie Güterwagen preußischer Art am Bahnhof. Das EG ist nicht zu erkennen nur die GA und eine Baracke sowie ein WC Gebäude.

Die Streckenführung der Linie südlich von Lobenstein in Richtung Marxgrün im Jahre 1930.

Zwanzig Jahre später 1950 ein Personenzug nach Lobenstein von Blankenstein kommend mit einer 93er.

Lobenstein 1964 mit seinem Stadtbild und einem Personenzug gezogen von einer Dampflok BR 93 Richtung Blankenstein.

Die alte Preußin 94 1292 pr.T 16 1982 im Bahnhof Lobenstein wärend einer Sonderfahrt. Planmäßig kam die T 16 nicht in das "Oberland", es war ihren Schwestern der BR 93 vorbehalten auf Grund des starren Rahmens der Lok und der fünf gekuppelten Achsen hätte diese Baureihe auf lange Sicht hin Schäden am Oberbau zum Teil verursacht, da die Strecke nicht in vollem Umfang dafür ausgelgt war.

Nur mit Genehmigung des Brücken Ingenieurs in Saalfeld, Herrn Müller konnte die T 20 nach Lobenstein. Da Strecke und Brücken nicht für das Gewicht und den Achsstand der BR 95 ausgelegt waren. Gerade in den Radien der kleinen Sormitztalbrücken mußte oft bei Sonderzügen die Geschwindigkeit des Zuges verringert werden. Oft ging es nur mit V/max. 10 km/h über die Brücken. So wurden vorsorglich Brückenschäden und Spurerweiterungen vermieden. 95 1027 im Dezember 1982 im Bahnhof Lobenstein beim rangieren.

Blick auf die " Lobensteiner Ausfahrt" Richtung Blankenstein im Frühjahr 2000 mit einem schönen Modellbahncharakter.

Der Lobensteiner Marktplatz mit seinen Geschäfts-, Wohn- und Amtsgebäuden 1913.

Lobenstein in den 70er Jahren.

Ca. 5 Kilometer von Lobenstein befindet sich das Staubecken der Oberen Saale. Hier ein Bild aus den 30er Jahren wärend der Bauarbeiten.

Lobenstein 1969, das Aus der BR 93 ist eingeläutet. Oben rechts stehen im Lokschuppen und im Bahnhof zwei 93er unter Dampf, mit Lupe erkennbar.

Am Bahnsteig des Bahnhofes Lobenstein wartet im Mai 2000 die 232 678 DB Cargo Rostock-Seehafen auf den Gegenzug um ihren Nahgüter von Saalfeld nach Blankenstein weiter zu befördern.

Seitlicher Blick auf der Gleisseite zum EG des Bahnhofes Lobenstein im Mai 2000.

Vom EG zur Ladestrasse Mai 2000

"Maroder Charme" - alte Lagerhäuser und Lagerschuppen an der Ladestrasse des Bahnhofes Mai 2000.

 

Bahnbetriebswerk Lobenstein eine kleine Spurensuche  27.04.2017

Sammlung. Karsten Claus - Saalfelder Lokschuppen


Sicherlich war Lobenstein nicht der "Nabel der Welt" aber ein kleines feines Bw das gerade auf Grund seiner interessanten Strecken nicht nur für Erinnerungen auf der Modellbahn entspicht auch der realistische Alltag war von besonderer Bedeutung.


Für den örtlichen Rangierverkehr

- eine Rangierlok BR 93 später V 60,

Anschlußbedienung, Rangierdienst Güter- und Personenzüge, Übergabeverkehr Ebersdorf-Friesau, Unterlemnitz, Wurzbach, teilweise Unterstützung im Schiebebetrieb bis Ebersdorf bzw. Brechpunkt Heinersdorf


Örtliche Bereitschaftslok

- BR 93, BR 65, V 100

teilweise Rangierdienstunterstützung, Schiebedienste, Übergabefahrten bei Übernahme bzw. Verhinderung der Rangierlok,

Sonderzugfahrten Güterverkehr


Planmäßige Zuglokomotiven (Bw Lobenstein, Bw Saalfeld, Est.Triptis, Bw Gera, Bw Hof)

- BR 93, BR 65, BR 56, 57, 58, BR 86, V 100, V 180

Planmäßige Zugfahrten

Saalfeld - Wurzbach - Lobenstein - (Marxgrün)

Triptis - Lobenstein - (Marxgrün)

Gera - Lobenstein (Bw Gera)

Saalfeld - Triptis - Saalfeld - (zeitweise bis Gera Hbf)

Hof - Wurzbach - (Saalfeld) BR 86 Bw Hof


Geprägt war der Verkehr durch starken Güterverkehr und auch im Sommerhalbjahr durch zahlreiche Sonderzüge, voll besetzte Urlauberzüge sowie hunderte Tagesausflügler die die Region belebten. Neben zahlreichen Sonder- und Planleistungen im Personenverkehr waren auch Sonderverkehre von Schotter- oder Holzzügen an der Tagesordnung teilweise in Doppeltraktion. Im Winter hatten viele Dampflokomotiven für die Befahrbarkeit der oft sehr stark verwehten Bahnstrecken zu sorgen. Weiterhin kam der Lobensteiner Strecke auch eine hohe militärische Bedeutung zu als Umleitungs- und Militärzugstrecke, wo es galt zusätzliche Reservelokomotiven bereit zu halten, was auch für die Bedeutung des Bahnbetriebswerkes und Bahnknotens Lobenstein spricht.


"Dornröschenschlaf" Blick zum Lokschuppen von der Drehscheibe.

Die noch erhaltene Drehscheibe

Anlagen der Drehscheibe

Handkurbel für die Drehscheibe

Blick in die Drehscheibengrube

Drehscheibengrube, Zahnradlaufwerk, Fahrschienen für einen sicheren Betrieb auf der Drehscheibe. Immerhin mußten über 100 Tonnen und mehr bei Dampflokomotiven bewegt werden.

Blick zur nördlichen Ausfahrt in Lobenstein. Beschauliche, teilweise beengte Verhältnisse lassen sich in dieser Form auch auf vielen Modellbahnen nachbilden.

 

Sudetenbahnhof - Bahnhof Lemnitzhammer Güterbahnhof -  Lobenstein Süd


Mit dem Bahnbau der Strecke wurde der Bahnhof Lemnitzhammer Gbf errichtet, der als Güterbahnhof südlich von Lobenstein fungieren sollte mit einer eventuellen späteren Erweiterung. Wichtigster Kunde war die ortsansässige Brauerei Lemnitzhammer mit der Be- und Entladung ihrer Fahrzeuge, Langholzwagen, Bruchsteine, Schiefer sorgten für Leben am Bahnhof.

Gerade hier so erzählt man sich kamen Güterwagen aus vielen Ländern an, Böhmen, Preußen, Sachsen, Bayern und Schlesier wurden hier rangiert. Die Kapazitäten des Lobensteiner Bahnhofes waren anfänglich zu gering. Mit der späteren Erweiterung des Bahnhofes Lobenstein wurde Lemnitzhammer unbedeutender und übernahm nur noch den örtlichen Güterverkehr. Durch die geringe Entfernung von Lobenstein - Lemnitzhammer Gbf - Lemnitzhammer  mit durchschnittlich 2 km und auf Grund der geringen Zugdichte wurde der gesamte Güterverkehr nach Lobenstein verlagert und Lemnitzhammer in den 60er Jahren komplett stillgelegt. Der Bau eines Anschlußgleises zur Brauerei war aus Gründen der enormen Steigung und der Enge des Tales nicht möglich. Weiter in Richtung Marxgrün befindet sich nach ca. 1000 Metern Strecke der Haltepunkt Lemnitzhammer später Harra Nord was ebenfalls zu Überlegungen der Stilllegung des Bahnhofes führte, da auch in unmittelbarer Nähe keine weiteren Wohngebiete oder Ortsteile waren und sich somit ein äußerst geringer Verkehr bis auf einige Sommertage abspielte. Leider existieren keine Postkartenmotive des Bahnhofes.

 

EG mit Rampe und Güterabfertigung des Bahnhofes Lobenstein Süd aus Richtung Lobenstein am 18.Mai 2006.

Lobenstein Süd das Bahnhofsschild

38 1182 Museumslok Bw Gera war 1986 mit einem "besonderen Sonderzug" von Blankenstein in Richtung Lobenstein unterwegs. Der Zug bestand aus zwei Rekowagen, einem Packwagen. Hier bei der Durchfahrt in Lobenstein Süd.

Touristische Attraktion an der Oberen Saale, wärend der Ausflugsdampfer 1939 zum Bootsanlegesteg Lemnitzhammer fährt, findet im Hintergrund in der Brauerei "lustiges Treiben" mit Musik statt. Vom Steg links führte ein etwas mühseeliger und steiler Weg zum Haltepunkt Harra Nord. In weiter gedachter Blickrichtung Norden befand sich der Bahnhof Lobenstein Süd, ca. 2 km entfernt.

Ab den 20er Jahren verkehrten planmäßig Sonderzüge aus Saalfeld und aus Hof an die Saaletalsperre. Ausstieg in Harra Nord, Fußweg zur Dampferanlegestelle, Brauereieinkehr im Lemnitzhammer und zurück. Werbeflyer von 1933. Die Saalfelder Züge fuhren nach Blankenstein, der Zug wurde abgestellt, die Lok am Zugschluß des Sonderzuges aus Hof nach Lobenstein zur Restaurierung gefahren. Der Hofer Sonderzug fuhrdann bis bis Lobenstein. Nachmittag ging die Saalfelder Lok wieder am Schluß mit bis Blankenstein, bespannte ihren Zug und dann ging es mit der "lustigen Fuhre" wieder zurück.

Blick zum kleinen Bruchstein Viadukt, kurz vor dem HP Harra Nord. Im Vordergrund die heutige Kreisstraße Lobenstein - Harra - Blankenstein. Sowie Feldbahngleise wärend des Baues der Saaletalsperre in den 30er Jahren. Links neben der Brücke befindet sich Harra Nord und unterhalb des Bahndammes das Staubecken Obere Saale mit Bootsanleger.

Darstellung der Brauerei Lemnitzhammer in den 60er Jahren. Manche Dampflok blieb unterwegs stehen wegen "Dampfmangel" und es mußte erst das "Wasser" ergänzt werden. Aussage der "Alten" - "Lemnitzhammer lief wie Öl"....

 

Haltepunkte Lemnitzhammer später Harra Nord und Harra


Errichtung des Haltepunktes Lemnitzhammer als Zugangspunkt für die Brauerei und zur Saale. Mit dem Talsperrenbau errichtete man eine Bootsanlagestelle unterhalb des HP Lemnitzhammer für den bequemen Zugang vom Zug zum Schiff oder umgekehrt. Um den HP Lemnitzhammer befinden sich keine Wohngebäude so das der HP nur dem Tourismus galt. Harra selbst wurde als Bahnstation für den Ort mit ca.900 Metern mit einer Ladestelle errichtet. Gerade Berufsverkehr nach Lobenstein, Blankenstein und Naila sorgten für einen umfangreichen Betrieb. Später mit der Errichtung der Grenze wurde hier "peinlich genau" auf die Einreise geachtet. Falsch eingezeichnete Wege, Strassen oder deren "Wegfall" sollten keine Begehrlichkeiten oder "ungewollte Ausflüge" zur Grenz ermöglichen.

 

Harra mit Bahnlinie um 1914

Postkarte aus den 70er Jahren der Gemeinde Harra.

 

Blankenstein (Saale)


Mit Gründung der Blankensteiner Papierfabrik 1882 machte sich der Bahnbau unbedingt notwendig um Holz, Papier sowie weitere Rohstoffe zu transportieren. Erst 1897 kam die Bahn bis Blankenstein. Vorher ging alles über die umliegenden Berge und steilen Wege die es bis in die heutige Zeit in sich haben. Blankenstein entwickelte sich schnell zum Güterschwerpunkt der Strecke Abfuhr bzw. Zufuhr der Güter über Triptis, Gera, Saalfeld und Hof. So kamen "rund um die Uhr" Güterwagen nach Blankenstein. Schnell entwickelte sich ein Werkbahnnetz von  respektablen Größe mit Haltepunkt "Rosenthal". Rangiert wurde mit Dampfspeicherlokomotiven. In Blankenstein selbst dominierte der Berufs- und Arbeiterverkehr und einige Touristen, die von hier aus Ausflüge in das fränkische Höllental oder zur Saale machten. Zusätzlich neben den Übergabe- und Werkbahngleisen verfügte der Bahnhof über Lade- und Gütergleise sowie über einen Güterschuppen. Mit der "Teilung" wurde Blankenstein "abgeriegelt" und schwer bewacht. So mußte jede  Lok des Güter- bzw. Personenzuges genau bis zur Grenze fahrenund hier umsetzen. Im Süden befand sich ein schwer bewachtes Wärterstellwerk. Das Umsetzen der Lok`s wurde "haargenau" beobachtet mit MP im Anschlag da die Möglichkeit einer Flucht des Lokpersonales nicht auszuschließen war. Die Entfernung von der Lok über den Grenzzaun waren keine 10 Meter und ein geübter Sportler hätte den Fluchtversuch durchaus schaffen können. 

 

Blankenstein 1904 der Ort beginnt um die Papierfabrik und den Bahnhof zu wachsen.

In knapp 10 Jahren mächtig gewachsen die Papierfabrik im Jahre 1913.

Ein interessantes Zeitdokument, die Blankensteiner Papierfabrik im Jahre 1930 auf einer offiziellen Postkarte des Lobensteiner Fotografen Peter König. Im Werk mit einer zweiachsigen Dampfspeicherlok, Güterwagen und einem Teil des Werkbahnnetzes und Fabrikanlagen.

Von Blechschmiedenhammer das wenige hundert Meter hinter Blankenstein liegt der Blick nach Thüringen. Ab 1961 waren alle Handels-, Wirtschafts- und Privatverbindungen mit der Deutschen Teilung abgeriegelt und unterbrochen. Postkarte von 1975.

Ein Blick vom Landkreis Hof in Richtung Blankenstein 1965 Die erste Ausbaustufe der Grenzanlagen in den 60er Jahren. Oberhalb erkennbar Wagen im Bahnhof Blankenstein.

Für ständigen Betrieb auf der Strecke sowie auf dem Bahnhof sorgt der Werkanschluß des ZPR Blankenstein. Die Werklok des ZPR wartet im Februar 2002 auf den Güterzug aus Saalfeld.

Planmäßiger Einsatz der BR 232 mit einem Dienstgewicht von 120 Tonnen auf der Nebenbahn nach Blankenstein. Über Achslast, Kurvenradien, Brückenbelastung wurde nicht nachgedacht es war nur eine Nebenbahn. So kam 232 386 vom Bw Rostock Seehafen im Februar 2002 nach Blankenstein.

 

1,2 km von Blankenstein zum Bahnhof Lichtenberg an der Ortschaft Blechschmiedenhammer in Oberfranken


Ca. 250 Meter hinter der Landesgrenze wurde der Bahnhof Lichtenberg errichtet mit Weitblick auf den Tourismus vor 1945. Erbauer, Bürger und Politiker erkannten schon frühzeitig den Wert des Höllentales in Punkto Erholung, Gastgewerbe und Tourismus. Weit vor dem Bahnbau wurde vom malerischen Höllental an der Munschwitz dem Grenzfluß zu Thüringen gesprochen und von heilenden Quellen bei Steben. Unsere Vorfahren schätzten diese Gegend sehr, galt es für viele als ein malerisches Paradies. Nach Eröffnung der Ludwigs-Süd-Nordbahn Lindau - Hof und Verbindungen nach Böhmen und Sachsen ging es vorerst per Droschke oder Kutsche in Richtung Steben. Man sah zwingend den Bahnbau einer Linie von Hof nach Steben und weiter nach Thüringen als erforderlich an und eingereichte Petitionen wurde somit auch schnell befürwortet. Auch der Anschluß des Thüringer und Stebener Landes nach Kronach und Lichtenfels in einer Linie über Geroldsgrün, Nordhalben, Steinwiesen stand jahrelang zu Debatte. Leider kam es aus Kostengründen nicht zum Bahnbau. Weiterhin befanden sich im Höllental kleinere Bergwerke die für reichlich Güteraufkommen sorgten. Ausflüge entlang der Saale , zur Burg Lichtenberg oder durch das Höllental zählen zu den zahlreichsten Überlieferungen vieler Franken und Thüringer in ihrem Leben mit zahlreichen Erinnerungen. Die Station Lichtenberg erfüllte vornehmlich Aufgaben im Reiseverkehr.   

 

Blick auf Lichtenberg und Blankenstein in den 20er Jahren.Im Bahnhof Lichtenberg gut zu erkennen ein Lademaß aus der Bayerischen Länderbahnzeit.

Postkarte einer Pension in Blechschmiedenhammer 1960.

Gasthaus "Frankenwald" mit eigenem VW Bus für den Transport zum Bahnhof Marxgrün in den 60er Jahren.

Der Marktplatz in Lichtenberg (Ofr.) in den 60er Jahren.

Der Blick auf Lichtenberg im Jahre 1900 aus Richtung Landesgrenze. Die in der Mitte erkennende Allee ist die Strasse zum Bahnhof zum Ortsteil Blechschmiedenhammer.

Postkarte von 1921 Blick von Lichtenberg nach Blankenstein.

Am ehemaligen Bahnsteig in Blechschmiedenhammer wurden diese Museumswagen durch Eisenbahnfreunde und Stadt Lichtenberg aufgestellt zur Erinnerung an den Zugbetrieb Triptis - Marxgrün. (25.05.1992)

Sommer 1934 warten auf den Zug nach Hof hieß es auf der Rückseite des Privatfotos, daß einige Wanderer und die nördliche Seite des Lichtenberger EG zeigt.

Die 1984 erschienene Postkarte dokumentiert den Grenzverlauf zwischen Oberfranken und Thüringen entlang der Saale vom Grenzübergang Rudolphstein bis nach Blankenstein.

 

Hölle


Genauso bescheiden wie Lichtenberg wurde der Bahnhof Hölle angelegt. Eine Station hauptsächlich für den Personenverkehr. Etwas Güterverkehr und die Gründung der Kohlesäurefabrik später "Höllensprudel" sorgten bis zur Schließung der Reststrecke für Güterverkehr. Bekannt war Höllensprudel durch seine heilende Wirkung. Umliegende Kurheime und Sanatorien sorgten für die Genesung vieler Patienten die nach dem Bahnbau aus allen Teilen Deutschlands hier her "verschickt" wurden. Gerade Krankheiten der Atemwege von Patienten der Industriebetriebe sowie Bergmänner und bestehende Knochenkrankheiten wurden behandelt. Auch die Genesung von Soldaten nach dem ersten Weltkrieg war hier in Franken und im benachbarten Thüringen eine vorrangige Aufgabe der medizinischen Einrichtungen. 


Bahnhof Hölle 1924 mit seinen umliegenden Pensionen und Erholungsstätten.

Das Höllenthal um 1900

Sommer 1939 Blick auf den Bahnhof Hölle mit einem abgestellten Güterzug auf Gleis 1.

1954 war das Ende der Höllentalbahn durch die Trennung Deutschlands bereits besiegelt. So gab es noch etwas Personenverkehr, der später durch Bahnbusse ersetzt wurde. Bis in die 80er Jahre wurde der Anschluß zur Kohlesäurefabrik im Güterzugverkehr bedient.

 

Marxgrün in Oberfranken


Nach knapp 69 km ist der Endpunkt der Strecke aus Triptis erreicht, der Verwaltungsmäßig in der Direktion Regensburg, später Nürnberg liegt. Die Strecke aus Preußen mündet hier in die Nebenbahn Hof - Steben ein, die vor allem zum Anschluß in das Bayerische Staatsbad in Steben, Abbau von Felsmaterial und dem Transport von Industriegütern der Firmen in Naila und Selbitz sowie weiterer später erschlossener Hartsteinwerke erbaut wurde. Der Güterverkehr dieser Strecke war sowohl im Anschluß nach Preussen, Sachsen über Hof, Böhmen über Asch sowie Richtung Regensburg und Nürnberg nicht unbedeutend. Mit der Verzweigung der Strecke in Naila nach Schwarzenbach am Wald und in Selbitz nach Helmbrechts bzw. Münchberg wurden nicht nur der Textilindustrie auch der Land- und Forstwirtschaft sowie der Erschließung von Steinbrüchen und kleineren Bergwerken Entwicklungs- und Expansionsmöglichkeiten geboten. Mit dem Bau von Ladestellen, Gleisanschlüßen und Ladestrassen gewann der Güterverkehr auch in Bezug auf die Schaffung von Arbeitsplätzen in Thüringen und Oberfranken weitere Bedeutung. Marxgrün war nicht nur Endpunkt der Triptiser Strecke, sondern auch Betriebsmittelpunkt der Strecke aus Hof. In Marxgrün befanden sich Lokbehandlungsanlagen, Lokschuppen, Drehscheiben, Lade- und Abstellgleise. Planmäßig kamen Saalfelder, Lobensteiner, Triptiser und Hofer Maschinen bis nach Marxgrün. Auch der Bau der Beamtenwohnhäuser am Bahnhof läßt auf die Bedeutung des Bahnhofes schließen und begründet den Einsatz des Personales auf dieser Strecke. Ebenso wie das Höllental, Bad Steben und viele umliegende Ortschaften suchten unsere Vorfahren hier oft Ruhe und Erholung. Es entstanden neben den Bad Stebener Kureinrichtungen auch zahlreiche Gasthäuser, Pensionen im Frankenwald deren Gäste ganze Familien ernähren konnten. 

 

Marxgrün Sommer 1930 im Bahnhof sind zwei Personenzüge abgestellt.

Marxgrün 1931 Streckenverlauf nach Blankenstein.

Ortsansichten von Marxgrün im Sommer 1960.

Marxgrün 1973, oben gut erkennbar die zwei Beamtenwohnhäuser und mit Lupe die Bahnanlagen Richtung Hof.

Die Reste des Bahnhofes Marxgrün erinnern am 14.Mai 2006 an den einstigen Glanz des Endpunktes aus Triptis mit Anschluß nach Hof, Bayern und Böhmen. Im Hintergrund der Zweiständige Lokschuppen, der einst Triptiser, Lobensteiner, Saalfelder und Hofer Lokomotiven einträglich nebeneinander beherbergte. Auch die Weite der ehemaligen Bahnhofsanlagen läßt die Bedeutung und das Verkehrsaufkommen erahnen. VT 628 429 DB Regio Hof am 14.05.2006 in Marxgrün als RB von Münchberg über Hof nach Bad Steben.