Modelleisenbahn History...

Auch Modelleisenbahnen haben ihre eigene Geschichte


Die Geschichte der Modelleisenbahn beginnt bereits mit der Eröffnung der ersten Eisenbahnlinien in Europa. Nicht nur in Malerischer, Fotografischer Hinsicht auch im Kuperstichverfahren wurden Züge abgebildet. Aus dem Kupferstich in Formen entstanden erste Stilistische Handmodelle. Als 1835 die erste Bahn von Nürnberg nach Fürth verkehrte erschien der erste Ausschneidebogen des Adlers, der als Pappmodell für Kinder herausgebrachte wurde. Um 1829 erhielt Johann Wolfgang von Goethe ein Modell der Rocket aus England als Modell. In England kamen bereits erste Modelle auf den Markt zu Werbe- und Spielzwecken. 1784 !!! konstruierte der englische Ingenieur Murdock das erste Modell eines gleislosen Dampfwagens, dies gilt als Wiege des Modellbaues in Europa. 


Mit der weiteren Entwicklung wurden erste stilistische fahrbare Holzeisenbahnen für Kinder hergestellt. So ging es los im großen Stil mit den ersten Fabrikationen. 


Später entstanden Metallbahnen zum spielen auf dem Fußboden. Selbstverständlich kein Vergleich mit heute. 


1862 stellte die Firma Meyers in London die erste Dampfbetriebene Eisenbahn mit Catalog vor. 


1869 produzierte die Firma Carogatti in Königsberg Ostpreußen erste Dampfbahnen für Fußbodenbetrieb an. 


1882 tauchte die erste Zweileiter Modellbahn der Firma Planck auf dem Markt auf, das sich leider noch nicht durchsetzte. 


1886 produzierte die Firma Bing in Nürnberg eine der ersten Uhrwerkseisenbahnen mit Lokomotiven, Wagen und Gleismaterial nebst Katalog. Der Ursprung der Firma bing befindet sich in der östlichen Ausfahrt des Nürnberger Hbf in Höhe des heutigen S-Bahn Haltepunktes Dürrenhof. Inschriften am Gebäude wurden erst in den 90er Jahren entfernt. 


1887 produzierte die Firma Schörner in Nürnberg Modelleisenbahnen im Maßstab 1.22 und 1:12, also "Riesenmodelle" für den Betrieb auf dem Fußboden.


1886 produzierte eine Firma Lutz Modelleisenbahnen, deren Formen und Programm 1891 von der Firma Märklin übernommen wurde. Märklin selbst stellte auf der Leipziger Messe 1891 Modelleisenbahnen in Spur 0,1,2 und 3 aus. Also ebenfalls Großmodelle. Hierzu zählten Uhrwerkseisenbahnen und Echtdampfmodelle.


Ab 1895 stellte Märklin als erster Hersteller auch Zubehör her wie Weichen, Signale, Tunnel.


Ab 1900 kamen elektrische Modelleisenbahnen von Märklin. Erste Transformatoren, Elektrische Weichen und die Stromversorgung über die Märklin Mittelschiene waren ein revolutionärer Ursprung der Modelleisenbahnen.


1901 erfolgte die Normung der Modelleisenbahnen in verschiedenen Maßstäben und Spurweiten.


Bis zu den 20er Jahren waren nur Großspuren oder auch zum Teil Unmaßstäbliche Modelleisenbahnen auf dem Markt. Der Trend und die Entwicklung ging in Kleine und Feine Modelleisenbahn Modelle. Man sprach von Brett- oder Tischbahnen.


1922 gelang der Firma Bing der große Wurf mit der Nenngröße OO oder Doppel Null im Maßstab 1:87. Die aus der Spur Null entstandene Tischbahn begeisterte und wurde später in Halb Null umbenannt, also HO 1:87. Damals das Kleinste was technisch und Formenbaumäßig hergestellt werden konnte. Fahrzeug und Gehäuseteile waren aus Blech, die ineinander befestigt waren. Das Blech war glänzend bedruckt. So entstanden erste Modellbahn Baukastensysteme. Wichtig war eine leichte Auswechselbarkeit aller Teile. Gesamtsicherung der Aufbauten und Wagenkästen war mitunter nur eine Schraube, der Rest war ineinander gesteckt. So konnte eine Gr0ßserienproduktion erfolgen. Begonnen hatte alles mit dem Startset und einem Kreis. Hier konnte dann der Grundkreis im Baukastensystem und im Einzelkauf erweitert werden. Auch das Zubehör war aus bedrucktem Metall. Zur ersten HO Bahn gab es von Bing Uhrwerksbahnen und sogar das erste Böschungsgleis ab 1924 als Elektrische Modelleisenbahn. In Folge der Weltwirtschaftskrise mußte die Firma Bing ihre Produktion um 1932 einstellen.  Bing spezialisierte sich auf andere Produktionszweige. Die Formen und Produktionselemente wurden von der Firma Bub Modellbahn übernommen. Die bereits seit 1851 Spielwaren produzierte, die Produktion wurde 1966 eingestellt. 


1908 stellte Märklin seine Märklin-Liliput Bahnen vor, noch nicht in HO sondern mit 20mm, 26 und 28mm Spurweite. 1935 stellte Märklin seine ersten OO Modelle in Leipzig vor.


1931 tauchten die ersten Trix Metallbaukästen auf dem Markt auf, zur Frühjahrsmesse 1931 in Leipzig stellte Trix seine Marke Trix-Express auf der Leipziger Messe aus. Errungenschaft war ein Bagelitgleis (Vorgängerform von Kunststoff) und ein Zweizugbetrieb mit Modellen auf der Modellbahn, was damals Revolutionär war.  Ebenfalls im Zubehörbereich war Trix Revolutionär, so gab es Gebäudemodelle aus Holz die farbig bemalt waren und gegenüber Metallmodellen ein Schritt nach vorn waren. Mit dem 100-jährigen Jubiläum der Deutschen Eisenbahn, daß 1935 in Nürnberg begangen worden ist legte Trix Maßstäbe in HO und stellte erste Lokomotiven im exakten Maßstab an Lokomotiven und Fahrzeugen her. Es wurden zahlreiche moderne Fahrzeuge der Deutschen Reichsbahn hergestellt. Großer Wurf war eine 2`C`1 Dampflok ähnlich der BR 01 und 03, sowie weitere Fahrzeuge der damaligen Bahnentwicklung. Ebenfalls erste Vollscheibenradsätze der Trix Modelle verhalfen zu Weltruhm und senkten die Produktionskosten. Erste Trix Bahnen waren Uhrwerksbahnen, später elektrisch. Der Name Trix rühert vermutlich aus dem Englischen Dreilochverfahren der Trix Baukästen, triplex, Kurzform trix. Auch erste Zinkdruckgussgehäuse von Trix revolutionierten den Modellbahnmarkt. Interessant waren auch Signale mit Zugbeeinflußung, elektrische Weichen und Stopstellen für das Trix Express System. Trix war einer der größten Exporteure von Modellbahnen in Europa durch ständige Neuerungen, preiswerte Produktionskosten und authentische Modelle. Später nach 1945 kam Trix International HO und Minitrix N dazu. Produziert wurde in Nürnberg bis zur Firmenauflösung 1997 und wurde danach von Märklin übernommen. Trix startete zahlreiche Projekte auch mit anderen Modellbahnherstellern z.B. Rivarossi und Fleischmann.


Seit 1897 spielte die Firma Fleischmann aus Heilsbronn bei Ansbach auf dem Spielzeugmarkt eine bedeutende Rolle. Angefangen hat alles mit Schiffen, Flugzeugen, Blechspielwaren. Der Hit waren magnetische Schwimmtiere als Spielzeug.  Später kamen Dampfmaschinen von Doll hinzu. 1889 wurde die Fleischmann Spielwaren Produktion nach Nürnberg Nordost verlegt. Im Zuge der Arisierungsgesetzte übernahm Fleischmann 1938 die Produktion der Firma Doll Modelleisenbahnen und Dampfmaschinen. Doll mußte seine Firmenanteile verkaufen. So begann die Produktion der Modelleisenbahn 1938 denoch unter dem Markennamen "Doll" bis 1949. Es wurden Spur O Modelle produziert.  Erst nach 1949 trat der Markenname Fleischmann in Erscheinung mit einer kompletten Umstellung auf das Spur HO Sortiment. Zuerst im Dreileiter System danach komplette Umstellung auf Zweileiter. Mit der Markteinführung der N-Spur zog Fleischmann 1969 mit seinem "Picolo Sortiment" nach. Der große Wurf war das Fleischmann Profi Gleis mit Bettung in HO und auch in N. Seiner Zeit voraus war Fleischmann auch mit seinen "Denkenden Weichen". Somit konnte ein technisch versierter Modellbahnbetrieb gestaltet werden, der seines Gleichen suchte. Auch die authentische Gestaltung und Farbgebung der Dampflokradsätze und brünierte Radreifen waren fortschrittlich und sehr authentisch. So überzeugten Fleischmann Modelle nicht nur in höchster Qualität auch in seiner Optik. Fleischmann Modelle waren diesbezüglich unschlagbar und langlebig. Erinnert sei auch an die robuste Kinder Spielbahn "Magic Train" in Oe, deren Gleise später für HO weiter verwendet werden konnten. 


Aus Alters- und Familiären Gründen wurde die Firma Fleischmann in Nürnberg 2008 an die Modelleisenbahn GmbH München verkauft. Diese beinhaltet die Marken Fleischmann und Roco. Die Fleischmann Verwaltungs-, Produktions- und Lagerverwaltung in Nürnberg wurde aufgelöst und an den Gründungsstandort nach Heilsbronn verlegt. Da sich das Hauptwerk in Nürnberg mitten im Wohngebiet befand wurden bereits in den 60er Jahren Produktionskapazitäten die Geruchs- und Lärmbedingt entstehen hier hin verlegt. So wurden die Aufwendigen Arbeiten in Heilsbronn ausgeführt. Der einstige Werksstandort wurde abgerissen und zu Wohnungen umgebaut. 


Ein weiterer Namenhafter Produzent war die Firma Kindler und Briel, kurz Kibri ab den 30er Jahren neben Spielwaren und Kaufmannsläden Hersteller von Bahnübergängen, Gebäuden, Modellbahnzubehör aller Art. Zuerst für die Spuren 1, OO später HO. Blechmodelle und Holzgebäude sowie Zubehör waren oft der Knaller auf der Modellbahn durch authentische Gestaltung und hohe Qualität. Besonders Erwähnenswert das Papp / Gipsgemisch das zu einem kompletten Umbruch in der Zubehörszene führte. Kibri war einer der rührigsten Zubehörhersteller, nicht nur wegen der Qualitativ hochwertigen Modelle auch die Einführung des Kibri Stecksystem das sich im HO Bereich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Auf Grund ungeklärter Nachfolge "taumelte" Kibri bis 2009 etwas, so war es nur eine glückliche Fügung, daß der Namenhafte Produzent von der Firma Viessmann Modellbahn Technik übernommen wurde und heute noch am Markt existiert.


Bis in die 20er Jahre orientierten sich der größte Teil der Hersteller an englischen Fahrzeugvorbildern, die wie man sagt "eingedeutscht" oder dem Original belassen wurden. Auch gab es bis dahin unterschiedliche Größen, Gleisformen oder Ausführungen. Der Revolutionäre Modellbahnschnitt erfolgte ab den 30er Jahren durch die Firma Trix in Nürnberg mit Normen und bis in die heutige Zeit übergehende Grundsysteme der Modelleisenbahn. Aber Nachweislich stand die Wiege der Modelleisenbahn in Königsberg in Ostpreußen.


Ende 1944 kam die Produktion von Spielzeug und Modelleisenbahnen komplett zum erliegen. Nicht nur aus Kapazitäts- und Materialgründen die für andere Zwecke verwendet wurden, so mußten auch die Hersteller Waren aller Art für den Bevölkerungsbedarf herstellen z.B. Töpfe, Besteck, Militärgegenstände. Auch die Kapazität an Arbeitskräften beruhte zum großen Teil nur noch auf Frauen. Selbst nach dem Krieg war die Lage nicht besser. Materialengpässe, zerstörte Produktionsanlagen, Reparationskosten, Kriegsgefangenschaft der überlebenden Arbeiter bis 1953. Es bestand auch wenig Interesse an der Modellbahn. Es zählte lediglich der Kampf um das Überleben. Vorhandene Modelleisenbahnen wurden gegen Lebensmittel getauscht und überlebten Jahrzehnte auf zahlreichen Dachböden ohne nennenswertes Interesse. 



Komplette Teilung des Deutschen Modellbahnmarktes nach 1949



Nach 1949 begann allmählich das Normale Leben wieder zu funktionieren. Alle Modellbahnhersteller kannten sich aus der Zeit vor dem Krieg von der Leipziger und Nürnberger Messe. So schaute man hier und da oder verbesserte, veränderte oder kopierte manches. Hinzu kamen unterschiedliche Wirtschaftliche Verhältnisse. Auch Materialversorgung war oft ein Hemmnis ab den 50er Jahren. Neben anderen Hobby`s setzte man auf "Brot und Spiele", daß Hobby war ein Zeitvertreib um auch traumatische Kriegsereignisse und Erlebnisse zu verdrängen. In der BRD zählte die Individualität und die Gründung von Modellbahn Clubs die in Eigenregie wirtschafteten. Wer das Geld hatte konnte sich Alles leisten was der Markt hergab. Das Hobby zog sich durch alle Bevölkerungsschichten. Der Wunsch eines jeden verfügbaren Fahrzeuges oder vieler Themen war möglich. Der Markt entwickelte sich rasant und aktiv, die Wirtschaftswunderjahre bescherten auch der Modellbahn Wachstum nach 1950. Hier produzierten alle Hersteller in ihrem weiteren Programm weiter. Vorerst sparsame und einfache Modelle aus Holz, Pappe, Gips / Pappe Gemisch, Zinkdruckguss und Blech. Aber der Markt begann sich langsam zu erholen.  Vornehmlich in Spur O, HO, Spur S und 1.         


Bis zur Gründung der Firma "Pico" damals mit C geschrieben war die Vorkriegsware wenn noch Vorhanden vorherrschend. Geld für "Westmodelle" war nicht, zumal die DDR Mark keine Kaufkraft hatte auch nicht im offenen Westberlin. 

 In der DDR galt das Hobby zur Fortschrittlichen Gestaltung des Sozialismus zur Identifizierung mit dem Sozialistischen System, VEB Betriebe, Darstellung Sozialistischer Verkehrswege und Errungenschaften. Ein Blick über den "Tellerrand" gab es nicht. Der Bau oder die Idee einer "abweichenden Modellbahnthemas" wurde auch überwacht. Amerikanische oder Bundesdeutsche Themen hätten unweigerlich die Stasi auf den Plan gerufen. Nur mit Beziehungen gab es ausländische Modellbahnartikel die aber möglichst die eigenen Vier Wände nicht verlassen sollten. Nicht das solche Modelle den Eigentümer gewechselt hätten auch hier war man der Beobachtung und "Unangenehmen Fragen" ausgesetzt. Begehrt waren daher Eigenbaumodelle die der Markt nicht hergab. Der Markt war "Gerregelt" und Subventioniert. Selbst Modellbahn Club`s wurden von der Stasi ausspioniert. Westkontakte, Westmodelle, Abweichungen vom Sozialistischen Modellbahn Thema wurden akribisch aufgelistet und notiert. Auch hier zählte der Klassenstandpunkt wie überall. Es ist klar das alle Modellbahner traurig auf Modelle aus W-Germany schauten. Glücklich war schon der, der mal einen Katalog hatte, der wurde "fast aufgefressen" und wurde auch als "Schund und Schmutzliteratur" des Klassenfeindes bezeichnet. Begabte Modellbahner bauten sich dann ihre Traumlok aus lieferbaren oder selbsthergestellten Teilen um etwas vom Modellbahn Kuchen in Eigenregie zu erhalten. Grundzüge gab es in Spur O, S, 1 und HO. Alle Großproduzenten waren in der Bundesrepublik angesiedelt. 1949 kam Pico als erster Großproduzent neben der Firma Zeuke & Wegwerh mit Spur O auf den DDR Modellbahnmarkt. Hinzu kamen Zubehörproduzenten im Erzgebirge im Zubehörbereich. Der Markt wurde streng geregelt und Kontigentiert. Modellproduktionen mußten mit den Alliierten bis 1953 und dann mit der Staatlichen Plankommission der DDR abgesprochen werden. Wichtig war der Materialaufwand. Da bis Anfang der 60er Jahre die Materialversorgung eine entscheidende Rolle spielte. Ab den 60er Jahren begriff sogar die DDR Regierung, daß man mit Modellbahn auch im Westen Geld verdienen konnte. Auch das Westgeld des Klassenfeindes stank nicht. So wurden speziell in N und HO auch ausländische Fahrzeuge produziert. Einer der Hauptimporteure war die Firma Schreiber in Fürth. Gekauft wurden die Modelle nicht wegen ihres Aussehens oder der Laufeigenschaften. Großteil war für umbauten und preiswerte Ersatzteilversorgung. So konnte man sich doch leichter von einer 20,00 Mark als von einer 130,00 Mark Lok trennen und Ersatzteile waren Spott Billig. Das Nachsehen hatten die DDR Modellbahner mit Engpässen und auch mit Auslieferung von DDR Modellbahnartikeln in das Sozialistische Ausland. So konnte man sich in Prag die "Nase platt drücken", den der Kauf eines dort erhältlichen DR Modells des täglichen Umtauschsatzes in Höhe von 30 Kronen war Unmöglich. Damit blieb weiterhin Eigenbau, Tausch oder Beziehung das Zauberwort für die Modellbahn. Und gebaut wurde wie verrückt, was die Rubrik im "Modellbahner" - "Selbst gebaut" und Tausende Basteltips Verraten. Geniale Konstrukteure und Techniker der Modellbahnbranche verliesen auch die DDR auf schnellstem Wege bis zum Bau der Mauer und Abriegelung der Grenzen. So floß auch Erfahrung, Technik und Inovation der damaligen Mitarbeiter in Sortimente und Technik der Westdeutschen Modellbahnindustrie. So war mitunter oft nicht mehr nachzuvollziehen wer von wem oder mit wem dieses und jenes Modell oder Fertigungstechnik abschaute. 


Nach 1950 ging es noch Kleiner


Kleinste Spur war bis dahin die Spur OO oder später HO im Maßstab 1:87. Modellbahn nahm an Beliebtheit immer mehr zu. War es nicht nur ein Persönliches Hobby, auch eins für die Familie. Egal ob Ost oder West es wurde gebastelt gewerkelt auf Teufel komm raus, jeder nach seinen Möglichkeiten in jeder Hinsicht. So war in der Nachkriegszeit auch nicht jeder mit riesigen Wohnungen gesegnet, oft nur 2 Zimmer oder unter der Mansarde. Es bestand der Wunsch nach dem Hobby auch in den reichhaltig bewohnten kleineren Wohnungen oder Appartements. Oft standen nur 1-2 Quadratmeter für die Modellbahn zur Verfügung. Der Deutsche Markt für die Spur TT entstand wie jedes Erfolgsmodell in einer Garage. Man nannte es "Little Railway Baby`s", der erste Ursprung des Tüfftlers Eugen Engelhardt aus der Nähe von Mönchengladbach war aus den USA. Erstentwürfe mit 8 und 9 mm Spurweite befriedigten nicht. So erschien die Größe von 12 mm nach dem Vorbild in den USA, hier entwickelte Harold L. Joyce eine 12 mm Bahn. Wer natürlich von wem und so weiter bleibt ungeklärt. Jedenfalls tüfftelte und bastelte Engelhardt in seiner Garage und arbeitete mit verschiedenen Firmen zusammen, die ihm Zuarbeit und Grundmodelle in 1:120 lieferten. Zusammenarbeit und Ideen die mit Block und Bleistift in der Nachkriegszeit entstanden führten 1948 zur Gründung der Firma Rokal TT ( RObert KAhmann Loberich) bei Nettetal war der Begründer der Firma ROKAL und der erste Großserienhersteller von Modelleisenbahnen in einem kleinen Zimmer bzw. Tischmaßstab. Engelhardt lieferte bis 1950 die Ideen und auf Grund von Meinungsverschiedenheiten verlies er das Unternehmen. Zur Hannover Messe 1949 stellte ROKAL das erste Startset der Tisch Bahn in 1:120 vor. Der Name entstammte aus den USA dort wurde die 12 mm Spur als Table Train bezeichnet. Auf Grund der bestehenden Wohnraumsituation wurde das neue Modellbahnsystem von ROKAL gut angenommen. Der Erfolg der Kleinen Spur blieb natürlich nicht geheim, auch DDR Ingenieure und Konstrukteure nahmen sich des Erfolges der "Mini TT Spur" an. Die Berliner Firma Zeuke & Wegwerth fertigte zum Zeitpunkt Modelle der Spur O und HO für den DDR Markt und Export. Da sich die Wohnraumsituation auch in den DDR Städten bemerkbar machte ergriff man den Gedanken der 12 mm Spur in der DDR. In Berlin entstanden die ersten Modelle in 1:120 so wurden auf der Leipziger Messe 1957 die erste Dampflok BR 23 der DR und Diesellok V 200 der DB vorgestellt. Die V 200 schlug vor allem im Export ein. So gab es für 23,00 DM eine schmucke und attraktive Lok in 1:120. Geschätzt war auch die Nähe der Berliner Stadtbezirke wo manche Lok die Grenze als Kleines Souvenir wechselte. Der Erfolg der Berliner TT Bahn führte zur Einstellung der Produktion in Spur O und HO. Der einstige private Betrieb wurde enteignet und in VEB Berliner TT Bahnen umbenannt. Die wenigsten DDR Modellbahner kannten den Ursprung der Tischbahn aus den USA. Was der DDR Regierung über die Herkunft sicher nicht recht gewesen wäre. 


Die Firma ROKAL produzierte ein umfangreiches DB Sortiment und es folgte auch in den Erfolgsjahren der Blick über den großen Teich Richtung USA . So wurde ein großartiges US Programm in 1:120 produziert, was nicht nur in den USA seine Fans hatte. ROKAL war eine der beliebtesten Modellbahnen auf Grund der Größe und des Sortimentes. 


...und nochmals Kleiner ab den 60er Jahren 


Es wurde 1:160 mit 9 mm Spur in Spur N. Vorreiter war die Firma Karl Arnold in Nürnberg mit einem eigenständigen Sortiment, gefolgt von Fleischmann Picollo später von Minitrix. So wurde es immer mehr mit den Kleinen Spuren. Die Großen starben allmählich aus, da sich der größte Teil der Modellbahner auf "Zimmer Spurweiten" orientierte. Je nach Verfügbarer Raumgröße wurde die Spur HO, TT, N immer beliebter. Einige Kleinserienproduzenten, Märklin und die Firma Lehmann versorgten die Fans der Großen Spurweiten weiterhin. 


Um es noch zu toppen brachte Märklin 1972 die Spur Z 1:220 auf den Markt. Der Grundgedanke war die Modellbahn im Reisekoffer oder im Schreibtisch was sich sicherlich Anfangs auch an Beliebtheit erfreute aber der Stern sank, so das Z eine zwar große Gruppe Modellbahner hat aber eher mit kleineren Absatzmärkten meist nur zum Spaß oder Blickfang. Somit war Z die Kleinste Modellbahn in Großserienherstellung. 


PICO-Express mit C-geschrieben


Bereits 1948 beschloss die Russische Militäradministration den Bau von Miniatureisenbahnen unter dem zukünftigen Stern des Sozialismus weiterzuführen. Produktionskapazitäten alter Elektrofirmen oder Zulieferer falls nicht in der Reparationsmasse des zweiten Weltkrieges "verramscht" wurden gesucht. So fanden sich in Chemnitz Kapazitäten der Siemens & Halske Werke. Hier wurden elektrische Messgeräte und damalige Kabelverbindungen und Zubehör hergestellt. Somit auch geschultes Personal meist Frauen, die in Handarbeit Kleinteile fertigten. So bekam die "Kabel-Gesellschaft" die in Besitz der Russischen Militärs war den Auftrag Miniatureisenbahnen zu fertigen. Später waren es hier die RFT Werke Karl-Marx-Stadt. Bereits 1949 auf der Leipziger Messe wurden Modelle von "Pico Express" Dreileiter Modelle angelehnt an das Trix Express System Spur O vorgestellt. Neben Zeuke war Pico der erste Hersteller DDR Großserien Modellbahnen. Die Material- und Produktionsverhältnisse zwangen oft zur Sparsamkeit und führten zu Lieferengpässen. Auf Grund der Robustheit und des damals modernen Fahrzeugparkes wurden "Pico Express Modelle" in Massen produziert und verkauft. Günstige Preise riefen auch Trix Express Bahner auf den Plan, wobei Trix zum Teil den DDR Markt über Verwandtschaftslieferungen mit versorgte. Bezahlt werden konnte sogar in DDR Mark. So kam eins zum anderen. Die Beliebtheit der Pico Modelle und der rasante Absatz die Firma Pico zur Umsiedlung des Produktionsstandortes von Karl-Marx-Stadt zwangen. Gesucht wurden Regionen mit Spielzeugerfahrung und Fachpersonal. So standen Produktionsstandorte im Erzgebirge, Vogtland und Thüringen zur Auswahl. Der Spielzeugstandort Sonneberg setzte sich durch. So wurde 1952 das Werk nach Sonneberg verlagert. Hier fanden sich hunderte von Arbeitern, die vor 1945 in der Spielzeugindustrie arbeiteten und Erfahrungen mitbrachten. Festangestellte und Heimarbeiter fertigten ab 1952 in Sonneberg und Umgebung Modellbahnen und Zubehör. Ab dieser Zeit wurde das Pico "C" in Piko "K" umbenannt. Ursprünglicher Name war VEB Pionier Konstruktion Karl-Marx-Stadt. Es wurde neben Modellbahn auch Spielzeug und Konstruktions Baukästen gefertigt. Bereits ab 1953 wurde der Druck der Modellbahner immer größer nach kleinen Spuren. So wurde ab dieser Zeit der Markt von Großspuren in die HO Produktion übergeleitet. Der Markt in Großspuren wurde immer kleiner, so das Piko weiter HO Produzent blieb und ab 1964 Spur N in sein Programm nahm. Zeuke wurde Alleinproduzent für TT, die Spur O und HO Produktion wurde auf Beschluss der Regierung eingestellt. In den 60er Jahren begann die Bereinigung der Sozialistischen Produktionsverhältnisse. So wurden alle privaten Hersteller enteignet und den jeweiligen Spielzeugkombinaten zugeführt. Für HO und N war das VEB Spielwarenkombinat Piko Sonneberg zuständig. Hierzu zählte Piko, Gützold, Pilz, Herr, Technomodell, Schicht. Den Zubehörbereich übernahm der VEB "Vero" Spielwaren in Olbernhau z.B. Themos, Auhagen, Hruska. TT Modellbahnen wurden ausschließlich vom VEB Berliner TT Bahnen gefertigt, hier wurden die ehemaligen Besitzer über Nacht enteignet. Ab den 60er Jahren mußte Piko unbedingt auch Devisen einfahren, so fand man im HO und N Programm zahlreiche Modelle Westeuropäischer Bahnverwaltungen, die mittels Spedition über den Grenzübergang Rottenbach / Eisfeld über Coburg nach Fürth zur Firma Schreiber auf kurzen Weg transportiert wurden. TT-Bahnen liesen sich im sozialistischen Ausland gut verkaufen. So konnte über den RGW mittels Modellbahn sozialistische Warengüter erworben werden. Z.B. Tomaten, Weintrauben zur Versorgung der Bevölkerung oder andere Waren des sozialistischen Bedarfes. So war die DDR einziger Modellbahn Großproduzent im Sozialistischen Wirtschaftsgebiet. Sicherlich gab es Regionale Kleinproduzenten in den anderen Ländern, die aber kaum in den Fokus rückten oder bekannt waren. Hinzu kam Eigenbau der Modellbahner, die sich aus Fertigmodellen oder Zubehör ihre persönlichen Fahrzeuge oder Gebäude fertigten. Eine Unmenge von Eigenbau Spezialisten gab es in Polen und in Tscheschien.  


In den 60er Jahren kamen Unmengen von gefragten HO Lokomotiven auf den Markt.


Piko

BR 80 Tenderlok DR

BR 81 Tenderlok DR

BR 50 Güterzug Schlepptenderlok DR

E 44 Mehrzweck E-Lok DR und DB

Piko Eischienenbahn HO - Produktionseinstellung "zu Westlich"

BR 89 Sächsische Personenzuglok Länderbahn und DR

BR 55 Güterzug Schlepptenderlok DR, DB, CSD, SNCB, SNCF

Noab Diesellok MAV, DSB, Belgien


Gützold

BR 24 Personenzug Schlepptenderlok DR

BR 64 Personenzug Tenderlok DR

BR 42 Güterzug Schlepptenderlok DR

V 200 Diesellok DB

V 100 / BR 110 Diesellok DR

V 180 / BR 118 Diesellok DR

BN 150 Rangier Diesellok CSD

VT 135 Triebwagen mit Beiwagen DR, DB, CSD

VT 137 Schnelltriebwagen Zwei- und Dreiteilig DR

E 69 E-Lok DB


Hruska

BR 91 Tenderlok DR

BR 84 Tenderlok DR


Herr Schmalspurbahn HOe wurde Ende der 60er eingestellt

Technomodell Schmalspurbahn HOe


Dietzel Feinmechanik

HO Wagenmodelle Kran und Güterwagen


Schicht später Sachsenmodelle 

Schnellzugwagen HO


Hinzu kamen ab den 70er bzw. 80er Jahren weitere neue Modelle


Piko 


BR 01/5 DR Kohle und Ölhauptfeuerung mit Boxpok und Speichenradsätzen

BR 130 Diesellok DR und CSD

E 11 / 211 und E 42 / 242 E-Lok DR

BR 95 Tenderlok DR


 Gützold


BR 120 Diesellok DR und CSD

BR 106 Rangierlok DR und Werkbahnlok "Stahl und Walzwerk" Brandenburg


Zeuke & Wegwerth später VEB Berliner TT Eisenbahnen bis 1989


V 200 Diesellok DB

BR 23 Schlepptenderlok DR

BR 81 Tenderlok DR

BR 92 Tenderlok DR

T 334 Rangierdiesellok CSD und "VEB Chemiefaserwerk Schwarza"

V 180 / BR 118 Diesellok DR

E 94 E-Lok DR

E 11 / 211 und E 42 / 242 E-Lok DR

ES 469 E-Lok CSD

BR 130 Diesellok DR und CSD

VT 171 Triebwagen DR

BR 110 Diesellok DR

BR 120 Diesellok Startlok mit 2 Achsen

BR 01 Schlepptenderlok DR



Piko Spur N bis 1989


BR 55 Güterzug Schlepptenderlok DR, DB

Fränzösische E-Lok verschiedene Farbvarianten SNCF

BR 65/10 Tenderlok DR

VT 173 Versuchstriebwagen DR

 Diesellok CSD mit Mittelführerstand



Fast in Vergessenheit gerade Spur S


Ein Maßstab der fast nur noch bei Insidern bekannt ist, die Spurgröße S 1:64 auch eine der ersten Tischbahngrößen mit HO aus den 40er Jahren. Meist waren die Modelle aus Weißblech. Spur S wurde leider ab den 50er und 60er Jahren immer mehr durch HO, TT und N verdrängt auf Grund des Platzbedarfes und weiterer Möglichkeiten. In den USA hat sich diese Spurweite recht gut bis heute etabliert und gehalten. Produktionsstätten waren in Gütenbach im Schwarzwald, die Firma Faller. Metallwarenfabrik Liebermann in Stadtilm, Metallwarenfabrik Weimar und die Firma Bub in Nürnberg. Neben einigen Kleinherstellern bzw. Zulieferfirmen war das Angebot gut sortiert aber Übersichtlich. Heute gibt es in Deutschland Spur S Fanclub`s, die diese Modelle pflegen und bewahren als ein Stück der Deutschen Modellbahngeschichte und Spielwarenindustrie.



Plastik auf dem Vormarsch...


In allen Lebens-und Haushaltsbereichen zog ab den 60er Jahren der Kunststoff oder Plastik ein. So wurden Metallproduzenten und ihre Produkte immer mehr von Kunststoffproduzenten im täglichen Leben und im Hobby verdrängt. Zahlreiche Vorteile, Verarbeitungsmöglichkeiten, Optik und Schönheit liesen den Markt immer weiter für Polx Vinyl Chlorid öffnen. Gerade im Zubehörbereich verschwanden Pappe, Papier, Metall. Hier waren Formen und Details aus Kunststoff gefragt. Modelle waren ab jetzt in Plastik fein detailliert und das Sortiment wuchs. Die hohen Kosten des Formenbaues und der Herstellungstechnik wirkten sich nicht grundsätzlich auf den Preis aus, da Kunststoffgranulat billiger war, Maschinelle Herstellung mit hohen Stückzahlen kaum Handarbeit außer Maschinenbestückung, Verpackung, Versand. Auch fiel für viele Familien die Heimarbeit zur Zubehörherstellung weg. Auf Grund der technischen Möglichkeiten wuchs auch der Wunsch nach schöneren und detaillierten Modellen und nach Erweiterung der Sortimente, dem entsprochen werden konnte. In der DDR war der Markt Exportabhängig, denoch zog man Ende der 70er Jahre mit weiteren HO Dampflokmodellen nach. (BR 01/5, BR 41, BR 03, BR 95 und 1985 mit der Saxonia) Bekannt waren diese Modelle bei Westdeutschen Eisenbahnfans, die planmäßig in die Bundesrepublik fuhren oder in Grenznähe stationiert waren. Auch "pilgerten" viele Eisenbahnfans in die DDR um das "DR Mekka" der Dampflokomotiven abzulichten. So sorgte die Modellbahn für Devisen in der Staatskasse. Die neuen Modelle liesen sich bis in die Neuzeit in gesamten Deutschen Modellbahngebiet verkaufen. Hinzu kam die BR 132 später 232 bzw. BR 118 oder V 180 der DR die in der Bundesrepublik ebenfalls gewissen Kultstatus erlangten. Hinzu kamen auch die Modellbahnfreunde in Westberlin, die mit den DR Maschinen Tür an Tür lebten auch viele Modellbahnfreunde aus Holland die zu Fotofahrten in die DDR kamen. Gerade auch in Spur N und Z liesen sich sagenhafte Details der Fahrzeuge mit Kunststoff nachbilden, so waren in Westeuropa die Spur N hauptsächlich auf dem Vormarsch bei Modellbahnfreunden mit beengten Wohnverhältnissen. Der Konkurs der Firma Rokal auf dem Westdeutschen TT Markt lies das Interesse der N-Spur wachsen. Zumal es nur in Richtung TT den VEB Berliner TT Bahnen gab. Hier waren fast nur DR Modelle außer die V 200 zu bekommen sonst keine DB Modelle und so schied die Weiterführung der Spur TT für viele Rokalbahner aus. Bis in die heutige Zeit ist Kunststoff für die Modellbahn nicht wegzudenken. Sicher wird es zukünftig neue und moderne Herstellungsmethoden im 3-D Druck Verfahren geben aber man hat sich sogar auch in Großserie schon auf Nachhaltigkeit besonnen. Erinnert sei an die Zubehörmodelle aus Laser Cut, geschnittene und bedruckte Modelle auf der Grundlage von Holz für Gebäude und Zubehör. 


Modelleisenbahn ist immer Eigenbau


Seit den 60er Jahren bringt die Modellbahnindustrie immer neue, bessere und schönere Modelle auf den Markt, dem Wunsch entsprechend der Fans. Grundlage der Firmen und Modellpolitik sind auch Fan-Wünsche. Abgewägt muß dann Absatzstrategie, Marktverhalten, Konkurrenzmodelle, Herstellungskosten, Doppelentwicklung. Oft ist es ein langer Prozess bis der Markt mit einem neuen Modell beliefert wird. Die Industrie fertig umfangreiche Grundmodelle und Sortimente. Bessere und höhere Ansprüche der Modelleisenbahner enden im Eigenbau, der Superung der Modelle unter Verwendung von Grundmodellen oder Teilen. Dabei sind die Ansprüche unterschiedlicher Natur. Angefangen vom Top Vitrinen Modell, über Eigenbau, Eigenkreationen dem Modell von der Stange bis zur "Verschlimmbesserung" oder Verschandelung von Modellen. Jeder nach seiner Fasson, Bitte. Aber belassen wir es bei der soliden Modellbahnkunst der Superung und Verbesserung von Modellen. Im Fahrzeugbereich genügt eine leichte Patina, Rostspuren, Bremsstaub nicht alle Lokomotiven waren "Dreckspatzen" ab der Epoche V schaut das anders aus. Verbesserungen sind Ladegüter, "Farbbehandlung" der Wagen nach Vorbildvorlagen, Zusatzteile wie Zugschluß, Dampfheizungen, Schrauben Kupplungen, Griffstangen, Tritte. Auch Gebäude und Fahrzeuge können entsprechend fein umgebaut werden. Neben Farbe oder Patina können Baumängel, Dachschäden, Salpeterstellen, lockerer Putz alte Türen und Fenster heute mit Spezialeffekten gestaltet werden. KFZ sind auch nicht immer reinlich, so gibt es hier ebenfalls Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten nach Vorlage zu Verfahren. Warum denn kein individuell gestaltetes Modell kreieren. So sammeln sich neben den Grundmodellen auch mitunter eine stattliche Anzahl an Eigenkreationen von Gebäuden und Zubehör in einem Modellbahner Leben. So wird vielerorts genau mit dem Vorbild umgegangen und ernsthaft am Bau der Gestaltung und Superung gearbeitet. Somit hat sich auch eine ungeahnte Vielzahl an Modellen auf Deutschen Modelleisenbahnen angesammelt, die den Grundmodellen in Nichts nachstehen. Leider sind die Unbekannten Meister verstorben, ihre Modelle vernichtet oder verramscht Gerade hier gibt es nochmals einen ungeahnten Fundus an hervorragenden Modellen in einer Parallelwelt der Modelleisenbahn. Den Preis kann keiner zahlen und wird es auch nicht, was hier zählt ist der ideelle Wert und der Spaß am Bau.


Neuanfang ??? Zusammenbruch ??? neue Perspektiven ??? neue Märkte ???


Nach 1989 begann wieder "eine Stunde Null" in der Deutschen Modellbahngeschichte und auf dem Modellbahnmarkt. Einerseits Zusammenbruch des Sozialistischen Wirtschaftssystems auch der Spielwaren- und Modellbahn Industrie. Neuausrichtung der Märkte. Alte und Neue Modelle. Es herrschte Aufbruchstimmung aber auch Zurückhaltung, die Zukunft war ungewiss. Bis 1989 war Modelleisenbahn wie viele weitere Sachen des täglichen Bedarfes Subventionsware. So kamen in TT kaum neue Modelle in HO und N auch "Westmodelle" aus Devisengründen und hier und da Neuheiten zu "stolzen Preisen". Tenor der DDR Planungskommision, "wer neue Modelle haben möchte, soll sie auch bezahlen..."Somit wurden vor 1989 die Subventionen für neue HO Modelle gestrichen. Dies spiegelte sich in den Preisen wieder. Das teuerste Modell war die BR 52 Kondens von Gützold für 82,50 Mark seit ihrer Entwicklung. Sie wurde bereits in den 70er Jahren auf den Markt gebracht zu diesem Preis. 1977 ging es los mit den Lokomotiven der BR 01/5 in verschiedenen Ausführungen für 89,00 Mark, es folgten BR 03 und BR 41 für 116,00 Mark. Später kamen die BR 95 für 245,00 Mark und die BR 38 "Sächsischer Rollwagen" für 205,00 Mark. Später die "Saxonia" im Geschenkeset für 305,00 Mark. Also mußten HO Bahner schon immer etwas tiefer in die Tasche greifen zur Erfüllung ihrer Wünsche. In TT lagen die Preise zwischen 20,00 M und 50,00 Mark pro Lok. So ging ein Aufschrei durch die TT Reihen, als der Preis pro Lok um die 100,00 DM nach 1990 veranschlagt wurde. So fielen Subventionen weg, es war Eigenständigkeit und Kostendeckung gefragt. Auch der Markt der Sozialistischen Bruderländer fiel weg, hier griffen noch tiefere und brutalere Wirtschaftsveränderungen als in der DDR. Hier war man bei Monatsgehältern zwischen 180,00 und 300,00 DM und somit fiel das Hobby vorläufig unter den Tisch. Weiterhin kamen zu den Preisen die Verbrauchssteuer von damals 14% also Mehrwertsteuer, die bei jedem Einkauf ab 1990 fällig wurde und die man in der DDR offiziell nicht kannte hinzu. So kamen bei 100,00 DM Verkaufspreis entweder 14% hinzu oder der Preis beinhaltete die 14%. Bemerkt sei, daß Mehrwertsteuerabgaben den Käufer und Verkäufer bereits seit 1919 belasten. Dieses wunderbare Steuergesetz wurde bis heute aufrecht erhalten und belastet alle Branchen. Nicht nur der Erhalt der Arbeitsplätze, Finanzbeamte, Spitzfindigkeiten und auslegbare Paragraphen füllen das Staatssäckel. Also es hilft kein "Gejammer" Gesetz ist Gesetz auch für die Modellbahn. Glücklicherweise legten sich ernsthafte Modellbahner ersteinmal Modelle zu die sie zu DDR Zeiten nicht bekamen und es wurde auch das Neue ausprobiert. Modelle der Westdeutschen Hersteller hier wurde zum großen Teil Wahllos gekauft. DR Modelle kamen bereits nach 1990 von Fleischmann in HO und N. Durchschnittspreis 170,00 DM. Der HO Bahner war es gewöhnt und zahlte seine Lok. Waren sie doch billiger als DDR Modelle. So kamen auch 1990 die "Schnäppchenjäger" der Bundesrepublik auf den Markt, hier konnte man sich eindecken meist mit Fahrzeugen und Gebäudemodellen. Zahlreiche Händler und Geschäfte mußten aufgeben auf Grund der regionalen Wirtschaftslage oder der Kaufzurückhaltung. Dank der Bundesbürger konnten einige Geschäfte überleben und den Neustart wagen, einige gingen "Krachen" aber so bereinigte sich der Markt von selbst.