...oft Bedeutungslos Haltepunkte, Haltestellen an den Strecken...


Signal Ne 6 - "es ist ein Haltepunkt zu erwarten"


Auch ein Thema das an den "großen Themen" der Eisenbahn vorbeigeht, kleine Haltepunkte für den öffentlichen Eisenbahnverkehr.


Aus historischer Sicht wurden Haltepunkte / Haltestellen in allen Kategorien der Strecken errichtet. 


- Stadtbahnstrecken, an denen Zugang, Bahnsteig und alle Anlagen nur dem Reiseverkehr dienen. 

- Hauptbahnstrecken Haltepunkte zur Abwicklung des Nahverkehr im Städtischen und Ländlichen Bereich

- Nebenbahnstrecken zur Abwicklung des Personenverkehr Teilweise als Bedarfshalt


Zu den Haltepunkten kommen umfangreiche Besonderheiten hinzu:


- Stadtbahnstrecken auf gesonderten Gleisanlagen / S-Bahn Strecken 

Paralleler Gleisverlauf der Hauptbahnstrecke für alle anderen Zuggattungen

- Stadtbahnstrecken im Mischverkehr / Haltende Vorortzüge sowie Durchfahrende Züge

- Kupplung der Strecken mit Blocksignalen im Mischbetrieb gibt es Weichen zum Gleiswechsel zwischen den Richtungen und Gleisen, oft auch Fahrt auf Gegengleisen möglich

- Schnelle Verkehrsabwicklung auf Grund starker Zugfolge teilweise mit automatischen Zugbetrieb bzw. Selbstblockbetrieb (Lokführer- und Stellwerksüberwacht)

- Verbindung der Haltestellen mit unbeschrankten und beschrankten Bahnübergängen, Blocksignalen und Ladegleisen / Ladestellen und Gleisanschlüssen

- Besetzte Haltepunkte mit Block- und Schranken- oder Haltepunktwärter / Bedienung der Anlagen, Fahrkartenverkauf, Reinigungs- und Unterhaltungsarbeiten, Pflege der Anlagen, Gepäck- und Postabfertigung

- Haltepunkte die von Agenturen verwaltet werden z.B. Geschäfte, Gasthäuser Fahrkartenverkauf und Anlagenpflege gegen Entgelder

- Unbesetzte Haltepunkte ohne Personal ohne weitere Abfertigung, Aufgabenübertragung auf das Lok- und Zugpersonal z.B. Triebwagen mit Lokführer Fahrkartenverkauf durch Lokführer im Einmannbetrieb, mit Zugführer und Zugschaffner besetzte Züge Übernahme der Aufgaben verkehrlich und betrieblich

- Haltepunkte mit Ladestellen für den Güterverkehr, Bedienung als Rangierfahrt mit Lok- und Zug-, Rangierpersonal


Oberste Priorität hatte das Sparsamkeitsprinzip...


Bei dem Bau der Staats- und Privatbahnen seit der Anfangszeit galt das Sparsamkeitsprinzip. So wurden alle Anlagen und Bauten einer gründlichen Prüfung zwecks ihrer Nutzung, Rentabilität und Zweck unterzogen. Sämtliche Bauvorhaben mußten auch den Nachweis der Baumaterial Kosten bringen. So sollten nur Baumaterialien, Firmen und Zubehör aus der Region verwendet werden. Z.B. Feld-, Bruch-, Ziegelsteine aus nächsten Steinbrüchen, Holz aus der Region, Zement, Kalk, weitere Baustoffe ebenfalls. Gußteile, Schmiedekunst ebenfalls unmittelbar aus nächster Umgebung. Ebenfalls wurden die Bau Lose nur an Heimische Firmen vergeben um Kosten zu sparen sofern das alles möglich war. Ausgenommen waren Brücken-, Tunnelbauten hier brauchte man erprobte Firmen mit Erfahrung. Gleise und Weichen kamen über Direktionsbeschaffungsstellen zum Bahnbau. Ebenfalls Betriebsmittel wie Signale, Schranken e.t.c. Schwellen und Schwellenholz wurde oft aus einheimischen Wäldern bezogen, die Schwellenverarbeitung übernahmen oft einheimische Sägewerke.


Auch wurden durch das Sparsamkeitsprinzip Bahnhofskategorien festgelegt. Neben der wirtschaftlichen Streckennutzung, dem Fahrplan und dem Reise- und Güteraufkommen wurde stark unterschieden. So spielten die Gütertonnage, der Billietverkauf, Gepäck-, Expressgut, Sonderverkehre eine wichtige Rolle für die Beurteilung. Danach richtete sich auch der Fahrzeugeinsatz. 


Der Sinn der Bahnhöfe ist schon mehrfach erklärt in jeglicher Hinsicht. Die Errichtung der Haltestellen oder Haltepunkte sind oft nur dem Reisendenaufkommen geschuldet. Oft genügen nur der Bahnsteig und die entsprechenden sparsamen Ausstattungen auf dem Land. Für die Landbevölkerung war es der Anschluß in die "weite Welt". So richtete sich der Bau auch oft nach der Einwohnerzahl oder der Gegebenheit eines Güteranschlußes. Haltestellen waren auch oft noch einige Kilometer von den jeweiligen Ortschaften entfernt. Trotzdem war man stolz auf den Bahnanschluß. Versprach er doch Anbindung zu Arbeitsplätzen, sicherte den Gewerbetreibenden und Restaurationsbesitzern Einkünfte und belebte den Tourismus und die Region. Es gab somit auch zahlreiche Haltepunkte die durch meist Touristische Ziele an den Wochenenden oder im Sommerhalbjahr für ein großartiges Reisendenaufkommen der Züge sorgte. Auch Busunternehmer und Linienbusbetreiber profitierten vom Boom des Reisefiebers der Eisenbahn. Es etablierten sich zahlreiche Ausflugslinien. Auch der Post schadete die Errichtung von Haltestellen nicht. So wurde morgens durch den Postbediensteten die Post am Zug abgeholt und Abends mit dem letzten Zug weggeschickt. So entwickelten sich auch in kleinen Orten mit nur einem Haltepunkt ein oft pulsierendes Leben, daß nicht zu unterschätzen war. 


Städtische Haltepunkte dienten ausschließlich dem Innerstädtischen  und Vorort Nahverkehr und der Bewältigung des hohen Fahrgastaufkommens. Kurze Haltestellenabschnitte mit Blocksignalen versehen. Zugfolge zum Teil im Minutentakt. Ausstattung mit allen Anlagen am Bahnsteig und im Servicebereich die dem Reisendenaufkommen entsprechen.  Oft auf seperaten Gleisanlagen und zum Teil im Mischbetrieb auf Vorstadtstrecken. Anbindung auch an Weichenverbindungen oder Überholungen. Taktung Fern-, Regional, S-Bahn Verkehr. 


Reine S-Bahnstrecken mit Haltepunkten 


Oft führen auf gesonderten Strecken S-und Vorortbahnen an den Hauptstrecken vorbei. Was die Bedeutung des Anschlußes von Innenstädten oder auch von Prestige Projekten hat. Für den nüchternen Betrachter ergibt sich mitunter ein anderer Sinn. Was Sinnvoll bzw. Nicht Sinnvoll ist diese Frage läßt sich oft nicht immer beantworten. Bei älteren Bahnprojekten dieser Art wurden oft Straßen- und Städtebauten mit oder vor der Bahn errichtet. Denoch wirkten sie in jener Zeit sehr stimmig. Heute dienen solche Projekte oft nur dem Zweck mit unterschiedlichen Betrachtungsweisen. Für die Modellbahn bedeutet das eine seperate Strecke mit Haltepunkt und der Grundidee eine solche Strecke im Unterirdischen Relief auf der Anlage zu präsentieren. Bahnsteig mit Strecke und nach oben führenden Zu- und Abgängen mit Nahverkehr oder Oberirdischen Haltepunkt zur Stadtplanung. Für Stadtliebhaber echt reizvoll. 


Umstritten war und ist der Bau des Leipziger S-Bahn Tunnel, der sich vom Bayerischen Bahnhof zum Hauptbahnhof auf ca. 3 km Länge erstreckt. Am 06.01.2021 in Leipzig Markt S-Bahn nach Geithain.
S-Bahn Haltepunkt Leipzig Markt am 06.01.2014 modern und nüchterner Bau in der Neuzeit.
Ein stilvolles Ambiente 1925 am Hamburger Rödingsmarkt mit der Hochbahn und einer Innerstädtischen Streckenführung.
1925 am Kottbuser Platz in Berlin auch wenn die U-Bahn diese Bauwerke befährt ergibt sich für ein Stadtthema ein interessanter Nachbau solcher Anlagen.
Ein wunderbare Anregung für eine Städtische Modellbahn dieser Art die Frankfurter Localbahn mit ihrer interessanten Streckenführung im Innenstadtbereich, der heute von der Historischen Eisenbahn Frankfurt befahren wird. Eine fast Nebenbahnartige Streckenführung mit Top Betriebsmöglichkeiten auch auf engsten Raum. Der Haltepunkt Fahrtor 1911 in Frankfurt am Main.


Haltepunkt mit getrennten Strecken


Schloßplatz - Marx-Engels-Platz - Hackescher Markt in Berlin 


Mitten im größten "Stadtgewusel" an der Stadtbahn liegt heute der S-Bahn Haltepunkt Hackescher Markt zwischen Ost- und Hauptbahnhof. Bedient wird der Haltepunkt nur von der S-Bahn, auf gesonderten Gleisen führt die Stadtbahnstrecke für Fern- und Regionalbahnzüge hier vorbei. Ein Modellbahnbeispiel für "Zugfahrer", die mittels Fahrbetrieb den S-Bahn oder Regionalverkehr in einem Haltepunkt "bündeln" möchten und auf einer weiteren mehrgleisigen Strecke Fern-, Regional- und auch güterzüge fahren möchten. Am Hackeschen Markt fahren keine Güterzüge, diese umfahren Berlin auf anderen Strecken. Im Innenstadtbereich findet man nur Güterzüge zwischen Gesundbrunnen und Spandau oder von Richtung Gesundbrunnen über Schönhauser Allee, Frankfurter Allee nach Lichtenberg um dieses Thema einzugrenzen. Sonst sieht man in der Regel nur Bau- oder Arbeitszüge und das oft nur in der Nacht auf Grund starker Streckenbelegung am Tag. 


Haltepunkt Marx-Engels Platz der Berliner S-Bahn 1990, mit S-Bahn zur Friedrichstrasse. Ehemalige Grünflächen um den Bahnhof sind heute zubetoniert.
Der Blick vom S-Bahn Haltepunkt Hackescher Markt auf die Fernbahngleise mit vorbeifahrenden RE Magdeburg-Frankfurt (Oder) am 25.02.2019.
Mit der S-Bahn auf Tuchfühlung, Top Wohnqualität am Hackeschen Markt wo einst Grünanlagen und Bäume waren. 21.05.2021. S-Bahn von Erkner nach Potsdam Hbf.
Ein Städtischer Prachtbau wie er noch heute in vielen Städten mit Stadtbahnlinien anzutreffen ist.
Wie zu jeder Zeit befanden und befinden sich auch in solchen Bahnbauten einige Geschäfte, Restaurants, Servicebereiche unterschiedlicher Art. Heute oft Bäcker, Zeitschriften e.t.c.
Historisches und erhaltenes Ambiente am Hackeschen Markt.
Ein seltener Anblick sind menschenleere S-Bahn Haltepunkte wie am 29.04.2019 der Berliner S-Bahn Haltepunkt Bellevue.


Der Haltepunkt in den Vororten


Oft führen Strecken ohne S-Bahnanbindung von einem Stadt- oder Hauptbahnhof in die Regionale Umgebung. Da S-Bahnen nicht immer alle Strecken bedienen oder nicht immer Strassenbahnen, Busse, U-Bahnen hier her führen gibt es auch solche "schmucklosen Vorort Haltestellen" die ein oft tristen Dasein fristen und oft unbeachtet bleiben. Oft schon marode Bausubstanz, wenig Fotogen und eine Lage in Vororten wo sich oft keiner hintraut oder Industriegebieten mit wenig Zuspruch. Aber im Bereich der Haltepunkte gilt es auch dieses Thema mit zu beleuchten und anzusprechen. Auch finden sich hier einige Interessenten, denen so ein Thema gefällt.


Der Haltepunkt Dresden-Cotta bereits außerhalb der Sächsischen Metropole in einem Mischgebiet wie man heute sagt, kurz hinter dem Rangierbahnhof Dresden-Friedrichstadt. Hier halten im Stundentakt einige Regionalbahnzüge von und nach Dresden Hbf. Zustand der Haltepunkt Anlagen im Januar 2007.


Ländliche Haltepunkte 


Neben Haltepunkten auf dem Land an Hauptbahnen gibt es auch die oft errichteten kleinen Haltepunkte unterschiedlicher Art im Original wie auch auf der Modellbahn. Oft auch schlicht aber trotzdem reizvoll diese Anlagen auf der Anlage umzusetzen. Man kann sich bei jedem Thema pausenlos austoben, gerade an solchen Bahnanlagen zählt das Detail und die Landschaft wenn es reizvoll sein soll. Bei geringem Reisendenaufkommen ist es keine Seltenheit, daß Haltepunkte geschlossen werden oder Bahnhöfe zu Haltepunkten degradiert werden.


Der Haltepunkt Thiessen an der Strecke Dessau-Belzig-Berlin wurde bis 2012 mit Halten bedient im Mai 2021 liegt er im "Dornröschenschlaf". Durch zu geringe Frequenz wurde der Halt eingestellt. Trotzdem ein Ambiente das auf einer DR Strecke gut integriert werden kann.
Moderne Eisenbahnromantik, der Haltepunkt Schweta Gasthof mit einfahrenden Schmalspurtriebwagen von Oschatz nach Mügeln am 15.08.2019.
Bereits seit dem Jahr 2000 wurde der einstige Kreuzungsbahnhof Krölpa-Ranis an der Strecke Zeitz-Probstzella zum Haltepunkt degradiert. Am 14.11.2011 waren bereits alle Gleise, Weichen, Signale abgebaut. Lediglich das Streckengleis mit einem Bahnsteig ist verblieben. Blick Richtung Saalfeld. Der Haltepunkt wurde sogar zum Teil auch zur Bedarfshaltestelle herabgestuft.
Dem Bahnhofswirt in Irfersfrün (Vogtl.) ist die Entstehung dieser Karte vom Haltepunkt an der Strecke Zwickau - Falkenstein (Vogtl.) mit einer Handschranke aus dem Jahr 1914 zu verdanken.
Ca. 2 km hinter dem Endpunkt der Schmalspurbahn Zittau-Jonsdorf befindet sich die Haltestelle Jonsdorf. Im Sommer 1988 macht der Meister der 99 1758 den Regler für den Fotografen richtig auf. Stimmungsvolle Aufnahme für Modellbahn Romantik.
Der ländliche Haltepunkt Kühren an der Zweigleisigen Hauptbahn Leipzig-Dresden 1927.
Die Haltestelle Kändler an der 15 km langen Strecke Limbach-Wüstenbrand bei Chemnitz kam 1911 zu Postkartenehren.


Haltestellen ohne Personal


Nicht nur heute findet man Haltepunkte zu Hauf ohne Personal, mit elektronischen Infotafeln, Schaukästen und Fahrscheinautomat, einer Glasbude und Metallbänken schon ist die ganze Herrlichkeit der Bahnhofsromantik im 21.Jahrhundert fertig. Sei es wie es will, auch hier greift das Sparsamkeitsprinzip aus der Eisenbahn Urzeit nur unter einem anderen Stern. 


Gewohntes Ambiente im 21.Jahrhundert, der Einheitsbahnsteig. Modernisierter Bahnsteig des Haltepunktes Bülzig zwischen Lutherstadt Wittenberg und Jüterbog am 21.08.2018 mit Blickrichtung Lu-Wittenberg.
Der moderne Haltepunkt. Bahnsteig mit moderner Ausstattung und Ambiente von Viessmann HO.
Der Moderne Bahnsteig mit Ausschmückung passend zum Thema von Faller HO.
Haltestelle Bölten an der Kaiser Ferdinands Nordbahn Wien - Krakau 1915.
Für eine Nebenbahn der Haltepunkt Legefeld an der Weimar-Berkaer Bahn aus den 50er / 60er Jahren.
Bei beengten Verhältnissen auf der Anlage mit Haltepunkt Motiv eignet sich auch ein Fotografischer Hintergrund. Z.B. Streuobstwiese mit angrenzenden Dorf im Hintergrund. So müßen leider die Preiserlein "einige Modellmeter" zum Ort laufen.
Nach der Vorschrift ein Bahnhof. Nebitzschen an der Oschatzer Schmalspurbahn. Denoch sind diese erhaltenen Vorlagen des Original`s Inspiration für die Modellbahn.
Bereits Anfang der 50er Jahre machte sich ein Modellbahnfreund die Mühe eine recht Betriebsame Modellbahnanlage zu entwerfen. Stilecht der Epoche III der auf der Nebenbahn befindliche Haltepunkt "Neuhaus" mit ansprechenden Anlagen die einen interessanten Betrieb versprechen. Auch heute dienen solche wunderbaren Vorbildanlagen noch zur Inspiration und aber auch Weiterentwicklung entsprechender Anlagen.
Nur ein Haltepunkt mit einem Fährschiffanleger der ebenfalls einen umfangreichen Rangierbetrieb in HOe verspricht. (Bauzustand)
Einfacher Haltepunkt mit anschließenden Ladegleis für einen einfachen Schmalspurbetrieb. Wie so oft gähnende Leere am HP, keine Fahrgäste, so das der Zug langsam mit Achtungspfiff hindurch rollen kann. Vom Zugführer wurde dem Lokführer am letzten Halt mitgeteilt, daß auch keine Fahrgäste aussteigen möchten. (Bauzustand)
Ein Haltepunkt Gebäude aus der Modellbahn Nachkriegszeit von Faller in HO. Diese Modellbahn Rarität konnte für ländliche Haltepunkte an Haupt- und Nebenbahnen verwendet werden und ist sehr ansprechend.
Dieses Faller Nebenbahngebäude eignet sich hervorragend als Kleinbahnhof oder Haltepunkt Gebäude mit Gepäckschuppen.
Einfach und schlicht der HP Teufelsmühle an der Zittauer Schmalspurbahn.
Zum Wetterschutz oder als Lagerschuppen für Bahnmaterialien dienten oft auch ausrangierte Wagenkästen von Reise- oder Güterwagen an den unbesetzten Haltepunkt. Eine kleine Bastelei für diese authentische Vorlage.
Ausrangierter Wagenkasten für einen Lagerschuppen am Haltepunkt. So wird wieder eine Lücke am Bahnsteig belebt. (Busch HO + TT Modell)
Schmuckes Haltepunkt Gebäude "Ilfeld" von Busch auch als Anregung für den Bau eines Modellbahn Kleinodes.
Gerade an Steigungsstrecken von Klein- oder Schmalspurbahnen fanden sich auch oft Wasserkräne am Bahnsteig um die kleinen Lokomotiven gut mit Wasser zu versorgen. Der Busch TT Gelenkwasserkran eignet sich auch für den Schmalspurbahn Betrieb.
Was nicht fehlen sollte sind die Echtholz Telegraphen Masten von Busch.

Für den Bahnsteig im Modell sind die Holzmastleuchten in unterschiedlichen Ausführungen das "Markenzeichen". Oft waren nur 1-2 Lampen am Bahnsteig und der Weg zum Ort oder gar durch den angrenzenden Wald war "Stockdunkel". Erinnert sei hier an den Haltepunkt Zschachenmühle oder Heinersdorf an der Sormitztalbahn. (Busch Lampen Modelle HO +TT)

Eine stilechte Bahnhofsbank wie sie bis in die 90er Jahre zu finden war als Ausstattung am Bahnsteig des Haltepunktes. (Weinert Modell)
Auch ein Abfallkorb gehört zum Haltepunkt als I-Tüpfelchen der Bahnsteig Details. (Weinert Modell)
Ein wunderbares Detail, die Hand Pumpe von Weinert am Bahnsteig.
Bahnsteigkanten aus Altholzschwellen (Weinert)















Wer auf Vorbildtreue achtet, die Holzmastleuchte am Seilzug mit Hand Kurbel aus der DRG Zeit. Ein unwiederbringliches Detail am Haltepunkt aus alten Tagen. (Weinert)

Der F-Kasten am Bahnsteig oder der Haltepunkt Bude als wichtiges Kommunikations Detail auf der Strecke zwischen Zugpersonal und Zugleiter.
Für exakte Details sind auch richtige Signaltafeln egal welcher Epoche notwendig. (Weinert)
Ebenfalls wichtig für die Ausgestaltung und Details sind Kilometersteine oder wie hier abgebildet DB Signaltafeln. (Weinert)
Neben Figuren die das Umfeld des Haltepunktes beleben eine oder zwei bewegte Figuren en Detail von Viessmann. Wie diese junge Frau die ihrem Liebsten zum Abschied am Bahnsteig winkt.
Betrieb auf der ländlichen Strasse am Haltepunkt neben wenigen Kraftfahrzeugen kommen hier und da einige Radfahrer vorbei und der Überlandpostbote der von Ort zu Ort fährt. Da sich der Reisendenstrom hier in Grenzen hält sind solche speziellen Figuren der Blickfang und das Detail an solchen Betriebsstellen. (Preiser)
Da die ländlichen Gebiete am Haltepunkt oft auch dünn besiedelt sind eignen sich zur Belebung der Landschaft auch Viehherden z.B. Schafe, Rinder, Rehe und Hirsche von Preiser.


Haltepunkte mit Agenten und Agenturen


Nicht so selten sind und waren Haltestellen ohne Personal. Bis in die 50er Jahre waren sogenannte Agenturen vor Ort. Privatpersonen, die im Auftrag der Bahn Fahrscheine, teils Gepäck und Post abfertigten und auch Reinigungs-, Auskunfts- und Betreuungsaufgaben erfüllten. Im Hauptberuf waren sie Kolonialwaren-, Lebensmittelhändler, Metzger, Bäcker und Gastwirte. Sie betreuten die Fahrgäste und kümmerten sich um die Bahnanlagen gegen ein Entgelt das ihnen gezahlt wurde. Auch bei Verspätungen, Zugausfall bei Sturm und Schnee hatten sie Kontakt zum nächsten Bahnhof. So wurden Warteräume beheizt, oder den Fahrgästen Verpflegung und Übernachtung angeboten. Gerade im Winter waren manche Strecken oft einige Tage gesperrt. Hier lohnte sich oft der Einsatz eines Mitarbeiters für die Bahn nicht und so wurde diese Lösung auch aus Sparsamkeitsgründen ins Leben gerufen. Agenten gab es bereits zur Frühzeit der Eisenbahn. Waren Betriebliche Aufgaben erforderlich z.B. Schranken, Signale, Besondere Meldungen dann wurde ein Haltepunkt Wärter eingesetzt. Der hier zu seinen Dienstzeiten alle Aufgaben zu erfüllen hatte. Oft waren diese dann als Schranken- oder Blockwärter beschäftigt was oft "einige Pfennige" mehr Lohn versprach. Neben den bekannten beschriebenen Aufgaben war die wichtigste Aufgabe die Zugbeobachtung der Haltenden und Durchfahrenden Züge. Sicherheit das keine Unbefugten Personen den Bahnsteig betraten. Position und Sichtbar am Bahnsteig, Grüßen der Personale, Behilflichkeit beim Ein- und Aussteigen, Abfertigung der Fahrgäste. Das Erteilen des Abfahrtsignal erfolgte durch den Zugführer. Bei unbesetzten Haltepunkten oder Schließzeiten der Agenturen (Nachts, Wochenende, Feiertage) übernahm der Zugführer bzw. Zugschaffner die Aufgaben. 


Die Haltestelle Ruppertsgrün liegt an der Sächsischen Linie Leipzig-Hof, wurde aber durch einen Wärter besetzt. Der Ortsansässige Wirt lockte zahlreiche Gäste in den Ort mit dem Hinweis des Bahnanschlusses im Ort, was durchaus lukrativ für Bahn, Wirt und den Ort war. (1904)
Gasthaus "Zur Haltestelle" in Mittelbach bei Chemnitz an der Strecke Neuölsnitz-Wüstenbrand 1907. So konnte der Wirt im ansässigen Gasthaus durch den Bahnanschluß zahlreiche Besucher hier begrüßen. Auch die Postkarte machte Gasthaus, Bahnlinie und Ort bekannt.
Idyllischer Haltepunkt Rohnau in Schlesien 1913 an der Strecke Görlitz-Waldenburg für zahlreiche Wanderer und Touristen.
In Berlin Reinickendorf gab es um 1920 die Restauration "Zur Haltestelle" auch wenn es ein Gasthaus an der Haltestelle von Bus- und Strassenbahnlinien war, konnte der Fahrgast hier die Wartezeit überbrücken und oft konnte der Wirt auch Auskunft geben.




















Skizzen für das Modell in verschiedenen Variationen und Betriebsmöglichkeiten


Skizzen erstellt: Karsten Claus - Saalfelder Lokschuppen


Städtische Haltepunkte für S- Bahn und Vorortzüge


Oft sind solche Haltepunkt mitten im Stadtgebiet eingebettet und berühren oder verzweigen sich auf ihren Strecken oft von Innenstadt- zum Vorstadtbereich. Solche Anlagen auf der Modellbahn sind günstig für "Vielfahrer" ohne große Bahnanlagen, denen der Haltepunkt mit Bahnsteigen genügt. So läßt sich der Zugverkehr aus einem Schattenbahnhof und mit wenigen Digitalen Blockabschnitten bequem steuern. Auch eine Möglichkeit für viel Fahrbetrieb mit wenig Aufwand. 


Die einfachste Variante für HP dieser Art ist die zweigleisige S-Bahn Strecke mit Außen- oder Innenliegenden Bahnsteigen, die der schnellen Abfertigung des Reiseverkehrs dienen an denen zum Teil im Minutentakt gehalten wird. Um den Verkehr flüssig zu halten werden solche S-Bahnstrecken im Innerstädtischen Bereich seperat geführt. In Vororten können sich oft auch gemeinsame Bahnanlagen dieser Art für den S-Bahn- und Regionalverkehr befinden. Betrieblich sind diese Strecken in Blockabständen eingebettet. So finden sich im Regelabstand von mindestens 1000 Metern oft Blocksignale.
Getrennte Streckenführung S-Bahn und Fernbahn. Wobei der Regionalverkehr nur an bestimmten Knotenbahnhöfen hält und die S-Bahn "alle paar Meter" um auf kurzen Abständen die Halte einzubinden. Hier finden sich ebenfalls viele Blockabschnitte für beide Streckenbereiche.









Haltepunkt in Blockabschnitten eingefasst, an denen sich gemeinsame Bahnsteiganlagen von S-Bahn und Regionalverkehr befinden. Es ist aber hier nicht möglich zu kreuzen oder zu überholen. Die Verkehrsströme laufen nur parallel. Oft sind solche Schnittstellen im Großstadtbereich noch mit Anschluß zu U-, Strassenbahn und Bus kombiniert. Was den einzigen Zweck des Umstieges zwischen den einzelnen Verkehrsunternehmen dient um auf engsten Raum den Verkehr zu kombinieren und flüßig zu halten.
Bei der Nutzung gleicher Systeme (Oberleitung und keine Seitenschiene) können an diesen Haltepunkten mit Überleitmöglichkeit im Städtischen Bereich Gleise und Fahrtrichtungen gewechselt werden. So kann rechts oder links gefahren werden bei Bauarbeiten oder Störungen oder Züge planmäßig bzw. außerplanmäßig enden und beginnen. Auch die Kombination mit Umstieg zum Städtischen Nahverkehr ist hier möglich.










Ländliche oder Regionale Haltepunkte mit Besonderheiten


Im Modell wird meist der ländliche Haltepunkt bevorzugt. Bei Hauptbahnen im Modell wird oft die oben dargestellte Variante der zweigleisigen Strecke mit einem einfachen Bahnsteig bevorzugt. Während es im Nebenbahnbereich oft kreativer zugeht.


Eine einfache Bahnanlage der Schüttbahnsteig mit einer Bahnsteigkante aus Holzschwellen. Eine kleine Wartehalle mit Bank und sonst beschauliche und übersichtliche Anlagen auf einer eingleisigen Strecke. Oft liegt der Haltepunkt noch etwas Abseits vom Ort entfernt. So eignet sich diese Variante auch für beengte Verhältnisse oder auch als Diorama Modell.
Oft bei Local- und Schmalspurbahnen anzutreffen der Haltepunkt mit allen erforderlichen Anlagen für Reisende. Zusätzlich befindet sich ein Ladegleis mit zwei Handbedienten Weichen und Gleissperren. Der Betrieb kann hier zusätzliche Güterzug- oder Übergabefahrten mit Rangieraufenthalt beinhalten. GmP oder PmG mit Rangieraufenthalt, Übergabe- und Güterzug mit Ansclußbedienung. Auch Sperrfahrten sind möglich. Sollte es möglich sein, daß der Güterzug egal welcher Art vollständig im Ladegleis "eingeschloßen" werden kann, dann dürfen auch Zugkreuzungen oder Überholungen stattfinden. Erste Vorraussetzung, Meldung über freies Streckengleis an Zugleiter. Abwarten Kreuzung oder Überholung, erst wenn der zweite Zug den nächsten Bahnhof erreicht hat, erhält der hier "eingeschloßene" Zug die Rangiererlaubnis und später die Erlaubnis zur Weiterfahrt. Regelungen in Örtlichen Richtlinien und in der Fahrdienstvorschrift für vereinfachten Nebenbahnbetrieb.
Dieser Haltepunkt besitzt eine Weiche mit gesicherten Ladegleis. Im Regelfall wird dieses Anschlußgleis aus einer Richtung bedient. Planmäßig war es oft so, daß der Zug gezogen kam, Der Zug auf dem Streckengleis gesichert abgestellt wurde. Die Lok das Ladegleis räumte an den Zug fuhr und kuppelte. Danach wurde mit der entsprechenden Wagengruppe oder Wagen das Gleis wieder befahren und die Wagen gesichert und abgestellt. Die Lok fuhr wieder raus auf den Zugteil im Streckengleis kuppelte und fuhr weiter. Voraussetzung war hier eine Ankunftsmeldung / Rangiererlaubnis / Fahrtanfrage zur Weiterfahrt durch den Zugführer. Wichtig war auch die Grundstellung der Gleissperre und der Weiche. So wurden solche Anschlüße meist nur aus der "günstigeren Fahrtrichtung" bedient weil hier das Umfahren nicht möglich war. Auch Personenzüge erhielten hier einen Rangieraufenthalt im Fahrplan denn meist waren es nur 1-2 Wagen für den Anschluß, die hier Mitbefördert werden konnten, wenn keine Güterzüge verkehrten.



Ein Haltepunkt auf einer eingleisigen Hauptbahn mit Blocksignalen und einer Wärterbedienten Schranke. Neben der Betrieblichen Aufgabe verkaufte der Wärter noch Fahrkarten und erteilte Auskunft. Auch Reinigungsarbeiten wurden ausgeführt. Solche Haltepunkte mit Blockstelle waren oft auf Strecken mit langen Blockabschnitten anzutreffen. Oder es bafanden sich hinter den Blockabschnitten Ausweichanschlußstellen für Anschlüße, so konnte der Blockabschnitt bis zu einer hier dargestellten Blockstelle bereits befahren werden. Unterdessen wurde der Anschlß gesichert der Zug hinterstellt und es konnte das Blocksignal auf Fahrt gestellt werden.


Haltepunkt mit versetzten Bahnsteigen.Ist selten anzutreffen gibt es aber im Original. Der in der Mitte befindliche Bahnübergang sollte frei gefahren werden, was bedeutet das der Zug hinter dem BÜ halten muß um die Schranke zu öffnen oder das Blinklicht auszuschalten. Was mit der Technischen Einrichtung der Strecke weitere Bahnübergänge und Signalen zu tun hat um hier den Verkehr auf der Schiene sowie auf der Strasse flüßig zu gestalten ganz einfach erklärt.
Das Original HP Wurlitz mit 2 Bahnsteigen an der Strecke Hof - Selb. Der Bahnsteig hinter dem BÜ für Züge nach Selb, der Bahnsteig Fotostandort für Züge aus Selb nach Hof. Zustand 18.03.2010
Bis in die 70er Jahre war die Mitbenutzung der Öffentlichen Strasse durch die Eisenbahn und der Betrieb eines Haltepunktes auf Öffentlichen Fußwegen keine Seltenheit. Auch diese Idee läßt sich im Modell umsetzen und sorgt für Beachtung. Zumal auch gerade in beengten Modellbahnbereich so ein Thema sehr anspruchsvoll sein kann.









Prominentes Beispiel die Streckenführung des "Molli" durch Bad Doberan mit Haltestelle auf dem Fußweg in der Goethestrasse. Die Schmalspurbahn durchfährt den gesamten Ort und benutzt auf ca. 2,5 km Öffentliche Strassen und Ortsbereiche. Der Schmalspurzug 1953 in Bad Doberan.
Eine weitere Perspektive der Schmalspurbahn in Bad Doberan 1979.


Ein Modellvorschlag, der von zahlreichen Details lebt. Es finden sich bei vielen Herstellern passende Modelle und Zubehör womit jeder Modelleisenbahner den "kleinsten Haltepunkt" ordentlich in Szene setzen kann. Oft findet man Fotografische Vorbildideen, Fachliteratur oder Filmmaterial um sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Na dann viel Vergnügen.