Dies und Das zum Thema Eisenbahn...

Hier und da gerät einiges in Vergessenheit, erinnern wir uns.

Das Thema kann in seiner Ausführung nur "angerissen" werden und würde sonst den Rahmen der Abhandlung sprengen.



Belohnungen, Prämien, Auszeichnungen für Eisenbahner


Dieses Thema ist nicht erst mit Gründung der DDR 1949 in Erscheinung getreten. Auszeichnungen gab es schon immer aber hauptsächlich beim Militär. Mit Einführung des Beamtentums bei der Eisenbahn, rückte schon frühzeitig der wie es heute genannt wird, Geldwerte Vorteil in den Fokus. Auch die Entgegennahme von Geldprämien und Vorteilen für Beamte steht bis heute als Hemmnis im Weg. Heutige Beamte der Bahn fallen immer noch unter diese Regelungen.

Die Einführung des Beamtentums begann bereits bei den alten Römern. So liesen sich Beamte leicht dirigieren auf Grund des Verbotes einer Geschenkannahme, Geldannahme und sie durften nicht streiken. Klare Hierachien regelten das Beamtentum. 


Mit der Gründung der DDR 1949 wurde das Beamtentum abgeschafft, es gab nur Arbeiter, Bauern, Angestellte und Intelligenz`ler. Mit der barbarischen Zerstörung der Industrie- und Verkehrsanlagen sowie Ortschaften durch beginnende Wertschätzung und zusätzliche Essensmarken mit Abgabe an die Bevölkerung der Sozialistische Wettbewerb angekurbelt. 

Die schnelle Schaffung des Sozialismus lies sich bis 1953 nicht ermöglichen, der Sozialismus der DDR sollte in kürzester Zeit entstehen um den Westdeutschen das Leben im Sozialismus zu versüssen, leider war es umgedreht.

Dies geschah bis 1953 mit "Roher Gewalt", hier sollten Höchstleistungen durchgedrückt werden die unter den Umständen der Mangelwirtschaft und der Kriegsschäden nicht durchführbar waren. Wer sich dagegen stellte galt als Feind des Westens, als Konterrevolutionär und wurde durch die Staatsmacht in Verbindung mit den Russen bestraft.

Teilweise auch mit Haft bzw. mit Inhaftierungen in Russland. 

Was besonders Ingenieure oder Techniker betraf, die ihr Wissen und Können nicht preisgaben oder verschwiegen. So waren auch Bezahlung und Entlohnung bis 1953 recht spärlich.

Die Folge war eine beginnende Abwanderung der Fachkräfte aus der DDR in die Bundesrepublik. Hier lockte der hohe Verdienst, die stabile D-Mark und die persönliche Freiheit. Eine westliche Freiheit gab es nicht in der DDR alles war streng geregelt. Ein Ausbrechen aus dem Sozialistischen Alltag wurde nach Möglichkeit verhindert. Für persönliche Dinge wie Wohnung, Kleidung, Reisen, Freiheit oder gar eigene Meinung war wenig Platz, es galt den Sozialismus aufzubauen und den Kommunismus zu erschaffen. Ein Traum für eine Gesellschaft in der alle gleich waren und es kein Geld gab, schöne Gedanken an die sich aber schon von kleinsten Hierachien bis ins Politbüro keiner hielt, nur die Bevölkerung hatte zu gehorchen zum Wohle und für den Aufbau des Sozialismus.


1953 begann die erste Blase des Sozialismus zu platzen, so wurde mit militärisdcher Gewalt der Aufstand in Berlin niedergeschlagen. Also mußten die persönlichen und materiellen Lebensbedingungen und Bedürfnisse befriedigt werden, was im Plan des Sozialismus garnicht so vorgesehen war. Es waren Kasernenstädte, Gleichstellung und das Minimum an Lebensqualität geplant. Großes Vorbild waren hier Stalinistische Ideen und Lebensweisen, die den Menschen in der Sowjetunion auch aufgedrückt wurden. Für Stalin galt Ordnung, Disziplin und Kadaver Gehorsam zu den ersten Lebensregeln. Die DDR Regierung wollte hier mit im Boot sitzen. Nichts persönliches und privates, die ganze Kraft galt dem Aufbau des Sozialismus. Leichtes Spiel, denn in dieser Zeit steckte der Krieg, die Kriegserlebnisse, die Grausamkeit, sowie Hunger und Angst noch in den Knochen der Menschen. So lies sich durch Agitation und Propaganda der Sozialistische Mensch formen.


Große Probleme war die Zerstörung der DR Anlagen, oft noch in den letzten Kriegsjahren ab 1944 und Kriegstagen 1945 durch die Allierten und Wehrmachts Sprengkommandos. Es sollten die Rück- und Zuführungen von Wehrmachtsverbänden zu den letzten Kampfzentren des Krieges verhindert werden. 

Die Wehrmacht wollte keine Zuführung von Allierten Truppen und so wollte man mit Brückensprengungen und Sprengungen der Bahnanlagen in Bezug auf deren Beweglichkeit den Einsatz der Truppenverbände verhindern. 


So war Thüringen und Teile von Sachsen in den letzten Kriegstagen durch die US-Army besetzt. Im Gebietsaustausch wurde die ganze Geschichte mit dem Austausch Berlins im Viermächte Abkommen geregelt. So wurde Thüringen und Sachsen der SBZ (Sowjetische Besatzungszone) zugeteilt.

Was zur damaligen Zeit garnicht so in den Fokus rückte waren die Thüringer und Sächsischen Uranvorkommen. Mit dem weiteren Fortschreiten des Kalten Krieges wurden diese Vorkommen als Kriegswichtig erklärt im Kampf gegen Amerika und den ersten Abwürfen von Atombomben in Japan.

Zumal an dem zerstörten Ostdeutschland wenig Interesse bestand. Es wurde genommen was von Wert war und der Rest war uninteressant. Statistisch waren 70 % der Ostdeutschen Wirtschaft und Bahnanlagen zerstört, aus diesem Grund auch geringes Interesse. Es gab nichts oder wenig zu holen. 

Die Bürde des Wiederaufbaues und die Finanzierung wollte man nicht. In Westdeutschland waren geringere Zerstörungen zu verzeichnen, aber hier saß das Kapital das nicht abgeschafft werden sollte. Also gelang der Wiederaufbau leichter und schneller und nach wenigen Jahren spuckten die Industrieanlagen riesige Gewinne aus. Mit der Ankunft von Fremdarbeitern in den 50er Jahren kamen noch "willige Arbeitssklaven" hinzu, die nicht gerade menschlich behandelt wurden, was sich positiv auf die Gewinne auswirkte. 

Die schönen Geschichten von Pizza, Vino, Amore und Oliven waren nur Filmklischees die Warheit sah anders aus. 


So entwickelten sich durch die Teilung Deutschlands auch in beiden Staaten überall Parallelgesellschaften. In der Bundesrepublik wurden Flüchtlinge, Fremdarbeiter frühzeitig ausgegrenzt und seperat untergebracht. In der DDR wurden Garnissionsstädte gegründet die von den Sowjetischen Freunden bewohnt wurden, meist Militärstädte und Anlagen aus der Kaiserzeit. So lebte man hier und da grundsätzlich in verschiedenen Welten. 


Doch was hat dies mit der Eisenbahn zu tun, ganz einfach Eisenbahn ist immer Politik und Wirtschaft. Die Eisenbahn war bis 1993 immer militärisch und politisch organisiert und es gab Hierachien die korrekt eingehalten wurden. So wurde die Eisenbahn schon ab den 50er Jahren in das Nachkriegsleben mit eingebunden. 

In der Bundesrepublik, Wiederaufnahme des Ganzzugverkehres für Industriestandorte, Wiederaufnahme des Militärverkehres auf Schienen, Abwanderung des angeblichen unrentablen Verkehres von der Schiene auf die Strasse, Heimatzüge für Fremdarbeiter nach Italien, Jugoslawien, neue Freizeitangebote im Europaverkehr der DB. Auf Grund des vorherrschenden Beamtenstatus funktionierte die Eisenbahn entsprechend Systemgerecht.


In der DDR unterstand die DR offiziell dem Staat, grundlegend wurden strategische Dinge durch die "Freunde" geregelt. Oberste Priorität, Sicherstellung eines flüßigen Militärverkehres auf Schienen im Ernstfall, Sicherstellung des Uranverkehres aus der DDR in die Sowjetunion, Versorgung strategisch wichtiger Wirtschaftszentren hauptsächlich in Mitteldeutschland Chemie, Kohle, Energie. Einsatz von sofortigen Reisezugwagenmaterial im Ernstfall für die Einberufung von NVA Soldaten. Gewinnung von Inoffiziellen Mitarbeitern der Staatssicherheit bei der Deutschen Reichsbahn und bei der Deutschen Bundesbahn für strategische und militärische Informationen. Für den Schienenverkehr Westberlin - BRD kein Thema hier konnte alles eingesehen werden auch im Luftverkehr. Aber innerhalb der Bundesrepublik waren die Informationen von Truppentransporten und Truppenübungen erforderlich in der "geheimen Kriegsführung". 


So griff man nach 1953 in die Trickkiste, mit Speck fängt man Mäuse, heißt es. Aktivisten Orden, Prämien, gute Arbeit und Treue versprachen frühzeitige Vergabe einer neuen Wohnung und ein schöner Ferienplatz. So lohnte sich Fleiß und gute Arbeit in der DDR. Auch gab es Zusatzprämien, zusätzliches Essen das war besonders wichtig in der Zeit. 

Freie Krippen-, Kindergartenplätze, zentrale Schulversorgung sicherten frühzeitig ab das Frauen auch einer geregelten Arbeit nachgehen konnten und nicht an den Herd gebunden waren.

Ab 6:00 Uhr konnte man die Kinder abgeben und oft noch Abends abholen was den Einsatz der Frauen in Früh-, Spät- und Tagesschichten ermöglichte.

So waren auch Frauen bei der DR einsetzbar, oft im Güterverkehr an Fahrkartenschaltern, auch im Zugbegleitdienst mit Tagesschichten. ("Mutti Schichten"). Am Wochenende wenn der Partner zu Hause war konnte man sogar die Tagesschichten (6-18 Uhr) oder eine lange Nacht (18-6 Uhr) überbrücken. So wurde deren Leistung mit Schichtprämien gewürdigt, was der privaten Urlaubs- oder Familienkasse gutgeschrieben wurde. 


Vom Aktivisten Orden bis zum Karl-Marx-Orden war alles möglich. Für besondere und gute Leistungen sowie Neuerungen zum Wohle des Sozialismus gab es entsprechende Honorare Seitens Partei und Gewerkschaft.

Angefangen in Verbindung mit Prämien in Höhe von 200,00 Mark bis 250,00 Mark bis 1000,00 Mark in Verbindung mit Urlaubs-, Schiifs- oder Auslandsreisen. Somit wurde Anstrengung gut gewürdigt, und man blieb am Ball, weitere Maßnahmen waren Weiterbildung, Studium und ein höheres Gehalt. So konnte man auf diesem Weg von der unteren Stufe bis in die Chefetage aufsteigen. Es bestand für einfache Arbeiter die Möglichkeit durch Leistung und Anstrengung einiges zu erreichen.

Mit Schaffung des ersten Fünfjahrplanes 1951 in der DDR wurden auch verdienstvolle Eisenbahn als Aktivis geehrt. Die gravierte Jahreszahl soll an die Einführung des Planes erinnern und dürfte als historisches Sammelobjekt von Bedeutung sein.

Die gravierte Rückseite des Ordens als Denkschrift.

Ebenfalls aus der Zeit der Fünfjahrespläne der Orden eines Aktivisten in Bronze.

Auch hier mit Gravur auf der Rückseite. Spätere Orden waren blank.

Von 1960 bis 1968 wurden Aktivisten im Siebenjahrplan geehrt.

Wiederholt mit Gravur auf der Rückseite.

Die Medaille für Treue Dienste bei der Deutschen Reichsbahn in Silber aus den 60er Jahren.

Hohe Verdienste und Ehre für Mitarbeiter der Deutschen Reichsbahn in den 60er Jahren in Bronze.

Würdigung des Treuen Dienstes in den 60er Jahren mit 10 Dienstjahren bei der Deutschen Reichsbahn mit bronzenen Flügelrad dem Symbol der Eisenbahn.

1979 war die Würdigung nicht mehr so "aufregend", ein einfacher Orden heute etwas abgegriffen, Auszeichnung im Rahmen des 30-jährigen Bestehens der DDR, von der Politischen Verwaltung der Rbd Erfurt verliehen.

Verleihung des Bestarbeiters Titel im RAW Cottbus 70er Jahre

Der Karl-Marx-Orden galt mit als eine der höchsten Auszeichnungen in der DDR und wurde auch an Eisenbahner verliehen.

Für höchste Leistungen gab es den Orden Held der DDR der Empfängerkreis war selbst hier zu DDR Zeiten sehr begrenzt da dieser auch an gewisse Privilegien gebunden war.

Der Held der Arbeit wurde oft verliehen, vorzugsweise auch an Nichtgenossen, da gerade diese durch überdurchschnittliche Leistung und Arbeitsbereitschaft geschätzt wurden. Viele davon wollten keinen politischen Rummel und distanzierten sich von der SED Mitgliedschaft aber leisteten hervorragende Arbeit, die auch gewürdigt wurde.


Für die Nichtgenossen und Uninterressierten am Sozialismus gab es auch die Staatliche Auszeichnung der "Erfolgreichen und geschätzten Teilnehmer am Werkküchenessen"...


Belohnungskatalog und Verordnungen der DR


1.) Schichtenprämie pro Schicht 2,00 Mark inklusive einer zusätzlichen freien Mahlzeit in der Schichtversorgung

2.) Aktivisten Orden mit Zahlung ab 200,00 Mark zur Auszeichnung

3.) Auszeichnung besondere Treue und Dienstjahre mit Geldbeträgen

10-Jahre / 25 Jahre / 40 Jahre / 50 Jahre

4.) Zusätzliche Schichtprämien zur Plan Erfüllung und Übererfüllung besonders im Güterverkehr / Rangierdienst

5.) Kohle-, Öl-, Diesel- und Energiesparprämie in Verbindung mit Geldbeträgen 

6.) Jungaktivisten Zur Förderung für Arbeit, Lehre und Studium bei besonderen Verdiensten mit Geldbeträgen

7.) Verdienter Eisenbahner des Volkes verbunden mit Geldbeträgen und auch mit einer Reise

8.) Verdienter Freiwilliger Helfer der Volkspolizei, für DR Mitarbeiter die in ihrer Freizeit mit Transportpolizisten im Einsatz waren oder im Dienst an der Aufklärung von Diebstählen und Verbrechen beteiligt waren. z.B. oft Diebstahl von Reisegepäck, Wertsachen, Transportgut im Güterverkehr, Verhinderungen von Straftaten im Eisenbahnbetrieb, vorsätzliche Taten z.B. Nichtauslegung von Hemmschuhen im Ablaufbetrieb Beschädigung des Transportgutes, Eingriff in den Eisenbahnbetrieb etc

9.) Verdienter Freiwilliger Helfer der Grenztruppen der DDR, Eisenbahner im Grenzgebiet und Grenzbahnhöfen die zur Aufklärung des Illegalen Grenzübertrittes beigetragen haben oder diesen verhindert hatten

10.) Verdienter Helfer der Staatssicherheit oder Inoffizieller Mitarbeiter des MfS ohne offizielle Auszeichnung. Würdigung mittels Aktivistenauszeichnung in Verbindung mit einer größeren Reise z.B. nach Ungarn oder Bulgarien sowie höheren Geldbetrag. 

11.) Neurer Orden, Träger Auszeichnung mit Geldprämie und Reise bei besonderen Neuerungen zur Steuerung und Abwicklung von Arbeitsprozessen, Technischer Entwicklungen etc

12.) Verdienter Träger des Karl-Marx-Ordens der DDR, Höchste Auszeichnung an alle Werktätigen auch an Eisenbahner durch großartige und hohe Leistungen, 1000,00 Mark Prämie und große Reise

13.) Bevorzugte Vergabe von Krippen-, Kindergartenplätzen für verdienstvolle Mitarbeiter

14.) Bevorzugte Vergabe einer Neubauwohnung für gute Mitarbeiter, um diese am Dienstort zu halten und zu integrieren

15.) Besondere Führungen am Bahnhof für Kindergärten und Schulklassen zur späteren Mitarbeitergewinnung, Unterstützung von Modellbahn Club`s für das Interesse an der Eisenbahn und zur Förderung der Berufswünsche

16.) Lehrausbildung, Förderung durch Studium und Aufstieg bei besonderen Leistungen sowie Parteizugehörigkeit (SED) und Bereitschaft zum Sozialistischen Ehrendienst an der Waffe bei der NVA mindestens drei Jahre

17.) Politische Karriere, SED Aufnahme, Kreisparteischule der DR in Torgau, Bezirksparteischule der DR in Hainichen, Einstieg in das Studium bei der DR z.B. Ingenieurschule in Gotha

18.) Kollektiv der Sozialistischen Arbeit war eine gemeinschaftliche Auszeichnung und Würdigung. Der Geldbetrag wurde oft bei Feierlichkeiten mit verwendet.


Hinzu kamen zahlreiche weitere Wertschätzungen und Aufstiegsmöglichkeiten die mit Partei und Gewerkschaft beschlossen wurden um die Leistungsbereitschaft anzukurbeln. In erster Linie galt die Wertschätzung gegenüber den Eisenbahnern. Leistung und Treue zum Sozialismus wurden  durchaus belohnt. Eine reale Möglichkeit des Aufstieges bestand für jeden Bürger der DDR von der Pike auf bei der Korrekten Einfügung in den Sozialismus. 

Bevorzugungen gab es mitunter bei den "Genossinnen Tochter oder den Genossen Sohn". Ähnlich einer Förderung des "Berufes Tochter oder Sohn" in der Bundesrepublik.


Weitere Kleinigkeiten...



Einen hohen Stellenwert besaß bis in die 90er Jahre der Gepäck- und Expreßgutverkehr der Eisenbahn. Oft eine bequeme Versandart sein Reisegepäck, verderbliche Waren oder sonstige Sendungen meist im Nachtsprung zu versenden. Auch wer keine Fahrkarte kaufte konnte seine Waren verschicken. Oder auch Gepäckaufbewahrung für einige Stunden waren ein gern genutzter Service. Ein Bild vom Stettiner Bahnhof in Berlin von 1902 mit der im Bahnhof befindlichen Gepäckabfertigung.

1924 ein Fahrschein für Begleiter von Güter-, Vieh-und Zirkustransporten.

...die Hinweise hierzu entnehmen Sie bitte der Rückseite...

Oberstes Gebot der Sparsamkeit, 1988 wurden noch EDS Briefanhänger aus den 30er Jahren bei der Oberweißbacher Bergbahn benutzt.

Bis in die 60er Jahre waren diese Plakate in Gebrauch, die 1944 gedruckt wurden. Bis 1945 bei Kriegsende, danach für den Wiederaufbau und später zur Verhinderung von Spionagetätigkeit durch den Klassenfeind.

Mit Kriegsausbruch 1941 kam es bereits zur Errichtung von Behelfsstellwerken. Das letzte DR Behelfsstellwerk der Rbd Erfurt befand sich bis zum Jahr 2000 in Weida.

Kriegs- und Nachkriegsprovisorien hielten sich zum Teil bis 1990 in manchem kleinen Bw oder Werkstatt und erleichterten die Arbeit.

Teilweise erhaltene Konstruktionszeichnung des Preußischen Abteilwagens, aus dem ab den 50er Jahren DR Reko Wagen entstanden.

Preiswert, Schön und Langlebig, die seitliche Dachgestaltung des Preußischen Abteilwagens in den 20er Jahren mit Bremserhaus links.

Dienstränge der DR in den 30er Jahren. Beamte des Einfachen und Mittleren Dienstes sowie Beamtenanwärter.

...die höheren Besoldungsgruppen

Neben den Dienstgradabzeichen erhielt der Mitarbeiter noch entsprechende Spartenabzeichen, die erkennen liesen um was für einen Mitarbeiterzweig es sich handelte. Ab den 50er Jahren entfielen diese und es wurde eine farbliche Regelung getroffen auf der Unterseite der Schulterstücken und Kragenspiegel.

Auch "Seepferdchen" und "Meerjungfrauen" gab es in den 30er Jahren, so wurden die Kollegen der DR Fähr-und Binnenschiffe spaßig genannt. U-Boote kamen erst 1978 bei der DR.

DR Dienstrangabzeichen Stand 1988

Das beide Kriege unermeßliches Leid herbeiführten ist unumstößlich. So hatte die Eisenbahn ab 1915 die Aufgabe auch Sanitäts- und Lazerettzüge zu beschaffen. Für Ärzte und Schwestern auch nicht einfach eine Not OP unter der Fahrt durchzuführen. Bild in den "Rollenden OP-Saal" eines Lazerettzuges 1939.

 

 100 Jahre Deutsche Eisenbahnen 1935


Ein bedeutendes Ereignis der Politischen und Wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. So würdigte die Deutsche Reichsbahn mit einem Festakt sowie Fahrzeugparade und Fahrzeugschau die Entwicklung der Deutschen Eisenbahn. Oft auch zu Propaganda Zwecken verwendet, galt es doch seit 1929 mit Gründung der DR ein leistungsfähiges, modernes und wirtschaftliches Schienenverkehrssystem in Deutschland zu erschaffen. Dabei galt es moderne Anlagen, Fahrzeuge und entsprechendes Zubehör zu entwickeln. Hauptgrund waren die Forderungen der Wirtschaft und der Industrie für schnellen, billigen und rationellen Transport von Menschen und Gütern auf der Schiene. Und mit Recht waren die Eisenbahner 1935 Stolz auf diese Lokomotiven, Anlagen und Fahrzeuge. War es doch Fortschritt in jeder Hinsicht gegenüber alten Anlagen aus der Gründer- und Länderbahnzeit, die bis dahin noch vorhanden waren. Größtes Anliegen war die Erleichterung zahlreicher Arbeitsgänge, ihre Modernisierung in Einbezug moderner Technik und Signalanlagen. Wichtig war auch körperlich schwere Arbeit im Werkstätten-, Signal-, Bahnmeisterei- und Rangierdienst abzubauen. So konnten auch Arbeitsunfällen vorgebeugt werden, da Maschinen und Apparaturen die Arbeiten übernahmen. Bereits seit 1929 nahm die technische Entwicklung einen rasanten Verlauf. So konnte mit der Vereinheitlichung schneller und einheitlich in jedem Arbeitsablauf Modernisierung eintreten, das von Norddeutschland bis an die Alpen galt.


Privatbild, Sommer 1929 fährt ein Sonderzug für Eisenbahner und ihre Angehörigen von Saalfeld nach Nürnberg zum Besuch des Deutschen Verkehrsmuseums und anderer Sehenswürdigkeiten. Wagen 70360 Magdeburg ist mit dem Zuglaufschild Nürnberg versehen. Das Verkehrsmuseum wurde bereits 1899 gegründet und es bestand die dienstliche Pflicht einmal dieses Museum zu besuchen. Bild auf dem Bahnhof Saalfeld vor der Abfahrt.


Auszug der Fahrzeugparade 1935

Weiterführung der Fahrzeugparade 1935

Bildauszug aus dem Programm der Fahrzeugparade in Nürnberg 1935.

Ebenfalls ab den 30er Jahren gehörte ein leistungsfähiges DR Omnibusnetz, Culemeyer Transporte und der DR LKW Kraftverkehr zur Beschleunigung im Personen-und Güterverkehr. So wurde auch der letzte Winkel mit DR Bussen oder DR LKW erreicht.

Ende der 30er Jahre wurden sämtliche Ausbildungsunterlagen auf den modernen Fahrzeugbestand umgestellt. Junge sowie ältere Lokführer wurden auf modernen Fahrzeugen geschult und eingewiesen je nach Fahrzeugbestand.

Der große Wurf waren ab den 30er Jahren auch Dieselfahrzeuge gerade auf Strecken mit geringem Fahrgastaufkommen sowie Sparsamkeit im Rangierverkehr waren Dieseltriebwagen und Kleinlokomotiven ganz oben angesiedelt. Auch die Konstruktion der Berliner S-Bahnzüge ab dieser Zeit war von hoher Bedeutung. Geringer Stromverbrauch, ständiges Anfahren und Bremsen, hohe Auslastungsmöglichkeiten mit Reisenden, Schnell, schneller Fahrgastwechsel bei Halten. Alles wohl durchdachte Konstruktionen im Deutschen Fahrzeugbau.

Modernste Wagen aus den 30er Jahren. Auch Lok-und Zugbeamte mußten die Technischen und Betrieblichen Grundlagen der Wagen beherrschen. Mußten Einrichtungen und Funktionen betätigen können, mußten im Störungsfall wichtige Entscheidungen treffen. Eine der größten Errungenschaften war die Einführung der Einheits Dynamo Beleuchtung bei Reisezugwagen sowie Ausstattungen mit Durchgehender Hauptluftleitung und Dampfheizung. Auch die Einführung der Elektrischen Heizung war bereits in vollem Gange, gab es doch schon E-Lokbespannte Reisezüge.

Moderne Güterwagen mußten Wirtschaftlich eingesetzt und ihr Wagenumlauf beschleunigt werden. Der Güterverkehr rollte rund um die Uhr. Auch in den Ausbildungen wurde dem Personal das Wissen über Güterwagen beigebracht.

Auch Güterwagen in Sonderbauarten die vorsichtig rangiert werden mußten, Rangierbergverbot hatten, nicht nachgeschoben werden durften oder nicht in Reisezügen eingestellt werden durften zählten zu den Sonderbauarten. Hier z.B. der Drehschemelwagen als mitunter "gefürchtete Wagenbauart" bei den Personalen.

Güterwagen für Transporte aller Art, Sonderbauarten, Massentransportgüter, Kesselwagen, Säuretopfwagen Wagen, die mit besonderer Vorsicht im Rangier- und Zugdienst behandelt werden mußten. Auch der leere X-Wagen (oben) hatte seine "Tücken" in Rangier-und Zugverbänden und mußte vorsichtig behandelt werden.

In Zeitschriften, in Bahnhofsbuchhandlungen fanden sich zahlreiche Prospekte und Kataloge namenhafter Modellbahnhersteller. 1937 sorgte der Trix Katalog mit den modernsten Modellbahnartikeln für großes Aufsehen. Titelblatt der modernen Einheitslok BR 01, die damals in aller Munde war und von der jeder Bub träumte oder Lokführer sein wollte.

Auch Grußkarten lebten von der modernen Entwicklung im Schienenverkehr. Blieb es doch für viele ein Traum einmal mit dem "Fliegenden Zug" nach Berlin zu fahren. Ende der 30er Jahre sorgten diese Karten für Verbreitung des modernen Schienenverkehres für Aufmerksamkeit unter der Bevölkerung.

Zur Verhinderung von Unfällen und Zusammenstößen gab es die sogenannten Knallkapseln, die von Zug- bzw. Stellwerkspersonalen vor bzw. hinter dem Zug auf dem Schienenkopf angebracht wurden. Bei Überfahrt des Zuges über drei Kapseln, mußte sofort eine Schnellbremsung eingeleitet werden. Kapselförmig aus Metall mit Sprengmaterial gefüllt. Beliebte Prüfungsfrage war," Beschreiben Sie das Signal Sh 4 von hinten bei Nacht".

Interessantes Fundstück aus den 50er Jahren, Antrag auf Ausgabe von ermäßigten Arbeiterrückfahrtkarten mit 75% Ermäßigung, die die Bescheinigung des Betriebsleiters und eine Polizeiliche Wohnortbescheinigung erforderlich machten.

Der Einsatz von Hilfskräften in der Landwirtschaft war gerade im Sommer und Herbst erforderlich. So mußten Schüler, Studenten oder andere Hilfskräfte diesen Antrag ausfüllen, mit sich führen um Ermäßigungen 75% zu erlangen. Dokument aus den 50er Jahren.

Heute nennt man es Stellenausschreibung. Bis 1993 gab es bei der DR einen Beschäftigungs- und Lohngruppen Katalog. In dem eine einheitliche Stellenbeschreibung, die Lohngruppen, Qualifikationen einheitlich beschrieben wurden und in jedem Personalbüro zur Einsichtnahme vorlagen. 1986 Tätigkeit eines Rangierzettelschreibers.

Der Fahrplan regelt die Freizeit. Wärend örtliche Personale je nach Streckenfahrten eingesetzt wurden, mitunter nur Früh-/Spät oder Tag bzw. Rund um die Uhr. So wurde das Lok-und Zugpersonal entsprechend des Fahrplanes auf den jeweiligen Strecken und der Leistungsvergabe der Direktion eingesetzt. So erklären sich unregelmäßige Arbeitszeiten für den Laien "Komische Zeiten" wie Dienstbeginn z.B. 06:52 Uhr. Es ist ein Leben und Schlafen mit der Uhr im unregelmäßigen Rythmus. Auch auswärtige Übernachtungen oder längere Pausen gehörten dazu wenn der Fahrplan gerade an Wochenenden oder in der Nacht "vom Feinsten" war. Auszug des Dienstplanes der Zugbegleiter Bahnhof Saalfeld 1988.

Im Gegenzug der DR Vierbrigadeplan des Jahres 1970. Aus dem sich der Dienstplan für das Örtliche Personal ableiten lies. So konnte jeder vorausplanen und wußte was er für Dienst an Feiertagen, Weihnachten und Silvester hatte. Abweichend waren Dienstzeiten auf Nebenstrecken, auf denen nur Züge meist Früh und Spät verkehrten und somit sich andere Dienstzeiten ableiten liesen.

Die Vorderseite des Kalenders 1970 mit Transpress Werbung.

Schon immer kam es zu Beschädigungen von Güterwagen bei Be-und Entladungen oder beim Rangieren. Oft sehr aufwendig einen baugleichen Ersatzwagen schnell zu beschaffen um das Gut schnellstmöglichst weiter zu befördern, Mühseliges Umladen, Umrangieren oder weite Beförderungswege standen an. Deshalb wurde schon immer peinlich darauf geachtet Güterwagen sorgsam zu behandeln. Und oft durften nur spezielle Arbeitskräfte der Firmen Be-und Entladen, Spezialgüterwagen wurden beaufsichtigt. In den 70er Jahren gab es noch zahlreiche Güterwagen in Holzbauart so kam es zu massiven Beschädigungen und es mußte zum wiederholten Male eine Betriebliche Mitteilung versandt werden.

Soviel zum Thema Saalfeld, Stand im Ortslexikon 1965.

Zur Ausstattung aller am Betrieb beteiligten Eisenbahner gehörten Hand- und Signallampen unterschiedlicher Art aus Weißblech oder Messing. Für die Funktion der Lampe hatte jeder zu sorgen. Reinigung der Brennkanäle, neue Dochte, Vorräte ergänzen und Reinigung des Lampenkörpers sowie des Signalglases gehörten zu den Tagesbeschäftigungen.

Bereits ab Anfang der 30er Jahre erreichte die Eisenbahn jeden Winkel Deutschland`s. Moderne Verkehrssysteme Deutscher Ingenieure brachten stetige Verbesserungen und wie man heute sagt Innovative Lösungen. Wobei heute oft die Erfindung des Fahrrades ein zweites Mal ansteht. Mit modernen Straßenrollern und LKW Zugmaschinen konnte jeder Güterwagen, jeder Kleincontainer "vor der Haustür be-oder entladen" werden. Wenige Meter Schiene, ein Kran oder Seilzüge genügten zur schnellen Umladung.Somit wurde der Wagenumlauf emenz beschleunigt und Transportraum optimal ausgenutzt. Besonders bei Massengütern bewährte sich dieses System hervorragend. Szene eines Culemeyer Transportes mit Seilzug 1931.

Wie im Güterverkehr so arbeitete man im Schnellzugverkehr daran ein Spinnenartiges Netz von Berlin zu jeder Deutschen Landeshauptstadt für den Schnellverkehr der "Fliegenden Züge" zu legen. So lautete der Slogen Früh hin und am Abend zurück. Die Fahrzeiten waren dabei unschlagbar. Mit den damals modernen Diesel Maybach Motoren wurden alle Erwartungen des Deutschen Schienenschnellverkehres übertroffen. Das System wurde später von der DB mit IC / EC Zügen übernommen, die die Bundeshauptstadt Bonn anfuhren. Bei der DR verkehrte in Spinnennetzförmiger Art täglich ein Städteschnellverkehr und ein Städteexpress von jeder Bezirkshauptstadt nach Berlin. Mit der Einführung des ICE Schnellstreckennetzes wird versucht an bestandene Strukturen anzuknüpfen, wobei die alten Schnellverkehrszüge auf den Bestandsstrecken mit gepflegter Infrastruktur verkehrten. SVT 1936 im Bahnhof Darmstadt Hbf.

Fahrplanauszug des in Doppeltraktion verkehrenden SVT München / Stuttgart - Berlin und zurück. Inklusive An-und Absetzen der Zugteile und Kopfmachen im Leipziger Hbf auf den alten für den Schnellverkehr ausgebauten Bahnstrecken. Heutige Fahrzeit 05:16 Std. und die des ICE Sprinters 04:03 Std. Was aber einen nicht statthaften Vergleich entspricht.

Bahnwärteridylle um 1900, Eisenbahnromantik einer vergangenen Bahnepoche. So hatte der Eisenbahnerberuf neben Schicht-und Wechseldienst oder Arbeit im Freien bei Wind und Wetter durchaus auch seine schönen Seiten. Gab es doch gewisse "kleine Freiheiten" im Arbeitsalltag. Waren doch auch solche schmucken Kleinode das Aushängeschild Schöner Bahnanlagen.

Bereits nach 1900 wurden zahlreiche alte Anlagen aus den Anfangsjahren modernisiert. Angefangen vom Oberbau über Gebäude, Anlagen und moderne Signaltechnik. Weiter strebte man eine Vereinheitlichung aller Sparten des Eisenbahnwesens an. Auch stand Wartung und Pflege, sowie ständige Unterhaltung der Anlagen im Vordergrund, nicht nur aus optischen Gründen, auch hatte alles so zu funktionieren wie es sein sollte und vorgeschrieben war. Dafür sorgte auch der Militärstruktur im Eisenbahnbereich. Eine Ausfahrt eines Schnellzuges mit modernem Brückenstellwerk spiegelt die Moderne Eisenbahn vor ca. 100 Jahren wieder. Neben Anlagen und Fahrzeugen würdigte der Maler auch die Wichtigkeit eines Bahnunterhaltungsarbeiters, ohne dessen Arbeit das System nicht funktionieren würde.

Fürsorge der DR im Güterverkehr betreffs des Tiertransportes und des Verlustes der Tiere vor allem im Sommer. Dienstliches Schreiben von 1974. Bei Bedarf wurde selbstverständlich noch ein oder zwei Wagen zusätzlich angehangen. Auch die geforderte Quadratmeterzahl, der Platzbedarf dürfte mit heutigen Zahlen nicht mehr übereinstimmen. Lassen sich doch einige Seiten über modernen Tiertransport eigenartiger Weise im Internet nicht öffnen. Auch die Versorgung der Tiere wurde auf Unterwegsbahnhöfen sichergestellt. So wurde Stroh und Heu mit in den Wagen gegeben, auf Unterwegsbahnhöfen wurde gefüttert und getränkt durch unterwiesesnes Personal bzw. Begleiter. In Saalfeld waren hiervon Transporte von zahlreichen Bahnhöfen betroffen, zu den Schlachthöfen nach Saalfeld selbst, Rudolstadt, Jena und Sonneberg.

Nicht nur im Grenzverkehr war die Staatssicherheit und die Bewaffneten Organe mit von der Partie. Auch mußte 1985 Meldung erstattet werden über den Kontakt mit Bürgern der BRD. Dabei spielte es keine Rolle ob Dienstlich oder Privat. Auch Armeeangehörige die z.B. auf Familienfeiern Kontakte zu BRD Bürgern hatten mußten Meldung erstatten und wurden anschließend "befragt", zum Teil verhört wenn besonderer Verdacht bestand. Auch wurde Devisenschmuckel unterstellt, wenn es vom Onkel 5,00 DM gab. Hierüber mußte auch Meldung erfolgen. Wichtig war keine Begehrlichkeiten des Westkonsumes im Intershop zu wecken. Das blieb den großen Genossen vorbehalten, die hier oft einkauften und ihren DDR Lebensstandard aufbesserten und sonst auf den "Westen schimpften", jeden Montag "Den Schwarzen Kanal" schauten um als Vorzeige Genossen zu gelten und ab dem 09.November 1989 "von Nischd wußten".

Meldung über Westkontakte 1980 eines DR Mitarbeiters mit über 70 Jahre alten BRD Bürgern.

Informationen der Politischen Verwaltung der DR 1974.

Beschwerde eines Fahrgastes 1979 beim Bahnhof Katzhütte. Letztendlich stellte sich im weiteren Schriftverkehr heraus, daß der Genosse der SED Bezirksleitung "bei der Lene" im gegenüberliegenden Wirtshaus vom Bahnhof "versumpft" war.

Auch im Sozialismus stand 1980 der Winter vor der Tür. Der Dienstraum des Fahrdienstleiters konnte nicht geheizt werden, fehlte doch ein 14er Ofenknie das auch im Sommer nicht lieferbar war.

1971 angemahnt, 1973 bestellt, 1975 ausgeliefert...

Ordnung und Sauberkeit auf Bahngelände 1983.

Stempel Muster nur für den Dienstgebrauch 1977.

Ende der 60er Jahre rollte die "Verstaatlichungswelle" in der DDR an. Sämtliche Kleinbetriebe wurden zum VEB, was sich bis in die 70er Jahre hinzog. Oft als Kapitalisten, Ausbeuter, Staatsfeine bezeichnet mußten sich die ehemaligen Chef`s der Firmen der Staatlichen Verordnung beugen, was nicht immer Widerstandslos geschah. Meist Kleinbetriebe die einem Großkombinat unterstanden und ihre Produktionspalette weiter im Sortiment hatten. Die Verstaatlichung trieb Alteigentümer bis zum Selbstmord, was billigend in Kauf genommen wurde zum Wohle des Sozialismus. Mußte man doch mit ansehen wie die Firma zum großen Teil heruntergewirtschaftet oder abgewickelt wurde. Auch alle bisherigen Geschäftspartner unter anderem die DR mußten wie hier 1972 über die neue Rechtsform schriftlich in allen Details informiert werden.

Arbeitskräftemangel bei der DR 1982

Auch bereits in den 60er Jahren...

Kavaliersdelikt oder Straftat 1967 im Schwarzatal.

Ohne Worte...

Feststellung bei Wagenübernahme 1976, dem vorherigen Transportkunden wurden 20,00 Mark zur Herstellung der Besenreinheit durch Beseitigung der Mitarbeiter der Schiefergruben in Rechnung gestellt. Der Mitarbeiter der den Wagen reinigte erhielt davon 10,00 Mark, immerhin...

Kurz und Schmerzlos Handschriftlicher Vermerk über die o.g. 20,00 Mark Reinigungsgebühr.

 

Nach dem Jahr 1990 kam es zur Auflösung zahlreicher Eisenbahnstrukturen in Ost und West. Besonders betroffen waren Kolleginnen und Kollegen in Strukturschwachen Regionen, die um ihren Arbeitsplatz kämpfen mußten. Der Rückgängige Verkehr ließ nicht viel Spielraum für besondere Objekte. Auch die Verwendung jüngeren Rollmateriales war von Bedeutung.  Ein Beispiel hierfür der "PUMA Wagen" des PFA Weiden. So sollten attraktive Fahrzeuge im attraktiven Design entwickelt werden, das auch nicht gerade einfach war, da diese Fahrzeuge auf anderen technischen Entwicklungsstufen basierten. Gerade der erschwerende Ein- und Ausstieg der Wagen hatte seine Tücken und der schwere Rahmen da der Bmhe in seiner Ursprungsform immerhin 40 Tonnen leer brachte. Auch die stabile Konstruktion lies keine Leichtbauweise erwarten. Bis auf den Rahmen mußte alles neu aufgebaut und entwickelt werden.


Spenderfahrzeug war der DR Bmhe Wagen mit Mitteleinstieg Bauart "Halberstadt" Bild Tillig HO Modell.

Anfang der 90er Jahre entwickelte das PFA Weiden den modernen "PUMA Wagen". Ein Werksprospekt zeigt den Wagen in moderner Farbgebung und Design.

Die neue Inneneinrichtung des ehemaligen DR Bmhe Wagens.

Mit dem neuen Farbkonzept der DB AG wurde der Wagen verkehrsrot. Umgebauter "PUMA Wagen" der DB Regio AG in Würzburg am 03.08.2008.

Zum Durchgangswagen wurde ein Steuerwagen entwickelt, der mit Fahrradabteil und 1.Wagenklasse ausgestattet war. Die Wagen der Bauart verkehrten auf der Relation Nürnberg - Würzburg - Frankfurt und Bamberg - Würzburg - Frankfurt. "PUMA Steuerwagen" am 10.03.2019 in Fürth Hbf.

Bis in die Nachkriegsjahre mit der immer stärker werdenden Privaten Automobiliesierung Deutschland`s, war die Eisenbahn das meistgenutzte Fortbewegungsmittel. Um im "Fahrplan Dschungel" zu bestehen gab die DRG und vorher schon einige Länderbahnen Infoblätter und Hefte zum Lesen des Kursbuches heraus. Hier wurde alles genau erklärt Was, Wie und Wo seine Bedeutung hatte. Hierbei gab es Profis, die in Punkto Verbindungen und Fahrpläne auch manchen Eisenbahner das Wasser reichen konnten. Gerade das Ruhrgebiet, Berlin und zahlreiche andere Eisenbahnknoten Deutschland`s hatten es in sich und so half dieser Ratgeber dem kleinen Mann bei seinen Reisevorbereitungen. Kursbuchlesen 1936.

Mit dem steigenden Schienenverkehr, der Einführung moderner Fahrzeuge, Signalsysteme und Moderner Eisenbahnapparaturen und Erhöhung der Geschwindigkeiten mußten Meßwerte und Normen festgelegt werden. Besonders nach dem Vereinheitlichungsprogramm der DR. Hierbei spielten Meßfahrten in zahlreichen Bahntechnischen Belangen eine große und wichtige Rolle. Meßergebnisse wurden benötigt z.B. über Zugkraft, Anfahrgeschwindigkeit, Bremskraft, Bremswege, Lastfahrten, Feststellung der Zughakenbelastung, mit Vorspann-, Zug- oder Schiebelok. Technische Indusi Meßfahrten, Meßungen von Stromabnehmern und Panthographen, Diesel-und E-Messfahrten. Auch Messungen von Radien in Weichen, Gleisbögen spielten eine Rolle sowie Brücken-, Gleis-, Fahrleitungs-und Tunnelmessfahrten und Lastproben. All dies sind erforderliche Messungen im Eisenbahnwesen. Hierzu wurden verstärkt nach 1930 Messwagen bis in die heutige Zeit beschafft und eingesetzt. Sechsachsiger Messwagen 1938.

Blick in den Messwagen 1938 mit seinen damals hochmodernen und empfindlichen Meßapparaturen.

Ordnung muß sein, Auszug der Dienstanweisung für Telegraphen Controlleure 1925.

1992 das Elektronische Bahnzeitalter beginnt.

Einführung der Bahncard mit 50% Ermäßigung 1992.

Interessante Hinweise 1960

...Schon 1989 bei der DR...

Jede Sparte der Saalfelder Eisenbahner hatte seinen Verein, Schlosser Verein, Gartenbau Verein, Eisenbahner Verein, Lokführer Verein e.t.c. Hierzu gab es spezielle Statuten, Regeln und Reglements. Nicht nur dies war bindend für die Mitglieder, auch der Regionale Handel warb hier in den Vereinsstatuten. Werbung alter Saalfelder Geschäfte, die es schon lang nicht mehr gibt.          

Amtliches DR Kursbuch von 1952, die gröbsten Kriegsschäden waren beseitigt. Zum großen Teil wurden die Hauptstrecken nur eingleisig befahren auf Grund von Reparationsabbau. Strecken waren noch unterbrochen und der Betrieb nach Westdeutschland und Westberlin wurde behindert wie und wo es ging trotz Verträgen.
Propaganda Aufdruck 1951
Frachtbrief Stempel 1896