Dies und Das zum Thema Eisenbahn...
Hier und da gerät einiges in Vergessenheit, erinnern wir uns.
Das Thema kann in seiner Ausführung nur "angerissen" werden und würde sonst den Rahmen der Abhandlung sprengen.
Belohnungen, Prämien, Auszeichnungen für Eisenbahner
Dieses Thema ist nicht erst mit Gründung der DDR 1949 in Erscheinung getreten. Auszeichnungen gab es schon immer aber hauptsächlich beim Militär. Mit Einführung des Beamtentums bei der Eisenbahn, rückte schon frühzeitig der wie es heute genannt wird, Geldwerte Vorteil in den Fokus. Auch die Entgegennahme von Geldprämien und Vorteilen für Beamte steht bis heute als Hemmnis im Weg. Heutige Beamte der Bahn fallen immer noch unter diese Regelungen.
Die Einführung des Beamtentums begann bereits bei den alten Römern. So liesen sich Beamte leicht dirigieren auf Grund des Verbotes einer Geschenkannahme, Geldannahme und sie durften nicht streiken. Klare Hierachien regelten das Beamtentum.
Mit der Gründung der DDR 1949 wurde das Beamtentum abgeschafft, es gab nur Arbeiter, Bauern, Angestellte und Intelligenz`ler. Mit der barbarischen Zerstörung der Industrie- und Verkehrsanlagen sowie Ortschaften durch beginnende Wertschätzung und zusätzliche Essensmarken mit Abgabe an die Bevölkerung der Sozialistische Wettbewerb angekurbelt.
Die schnelle Schaffung des Sozialismus lies sich bis 1953 nicht ermöglichen, der Sozialismus der DDR sollte in kürzester Zeit entstehen um den Westdeutschen das Leben im Sozialismus zu versüssen, leider war es umgedreht.
Dies geschah bis 1953 mit "Roher Gewalt", hier sollten Höchstleistungen durchgedrückt werden die unter den Umständen der Mangelwirtschaft und der Kriegsschäden nicht durchführbar waren. Wer sich dagegen stellte galt als Feind des Westens, als Konterrevolutionär und wurde durch die Staatsmacht in Verbindung mit den Russen bestraft.
Teilweise auch mit Haft bzw. mit Inhaftierungen in Russland.
Was besonders Ingenieure oder Techniker betraf, die ihr Wissen und Können nicht preisgaben oder verschwiegen. So waren auch Bezahlung und Entlohnung bis 1953 recht spärlich.
Die Folge war eine beginnende Abwanderung der Fachkräfte aus der DDR in die Bundesrepublik. Hier lockte der hohe Verdienst, die stabile D-Mark und die persönliche Freiheit. Eine westliche Freiheit gab es nicht in der DDR alles war streng geregelt. Ein Ausbrechen aus dem Sozialistischen Alltag wurde nach Möglichkeit verhindert. Für persönliche Dinge wie Wohnung, Kleidung, Reisen, Freiheit oder gar eigene Meinung war wenig Platz, es galt den Sozialismus aufzubauen und den Kommunismus zu erschaffen. Ein Traum für eine Gesellschaft in der alle gleich waren und es kein Geld gab, schöne Gedanken an die sich aber schon von kleinsten Hierachien bis ins Politbüro keiner hielt, nur die Bevölkerung hatte zu gehorchen zum Wohle und für den Aufbau des Sozialismus.
1953 begann die erste Blase des Sozialismus zu platzen, so wurde mit militärisdcher Gewalt der Aufstand in Berlin niedergeschlagen. Also mußten die persönlichen und materiellen Lebensbedingungen und Bedürfnisse befriedigt werden, was im Plan des Sozialismus garnicht so vorgesehen war. Es waren Kasernenstädte, Gleichstellung und das Minimum an Lebensqualität geplant. Großes Vorbild waren hier Stalinistische Ideen und Lebensweisen, die den Menschen in der Sowjetunion auch aufgedrückt wurden. Für Stalin galt Ordnung, Disziplin und Kadaver Gehorsam zu den ersten Lebensregeln. Die DDR Regierung wollte hier mit im Boot sitzen. Nichts persönliches und privates, die ganze Kraft galt dem Aufbau des Sozialismus. Leichtes Spiel, denn in dieser Zeit steckte der Krieg, die Kriegserlebnisse, die Grausamkeit, sowie Hunger und Angst noch in den Knochen der Menschen. So lies sich durch Agitation und Propaganda der Sozialistische Mensch formen.
Große Probleme war die Zerstörung der DR Anlagen, oft noch in den letzten Kriegsjahren ab 1944 und Kriegstagen 1945 durch die Allierten und Wehrmachts Sprengkommandos. Es sollten die Rück- und Zuführungen von Wehrmachtsverbänden zu den letzten Kampfzentren des Krieges verhindert werden.
Die Wehrmacht wollte keine Zuführung von Allierten Truppen und so wollte man mit Brückensprengungen und Sprengungen der Bahnanlagen in Bezug auf deren Beweglichkeit den Einsatz der Truppenverbände verhindern.
So war Thüringen und Teile von Sachsen in den letzten Kriegstagen durch die US-Army besetzt. Im Gebietsaustausch wurde die ganze Geschichte mit dem Austausch Berlins im Viermächte Abkommen geregelt. So wurde Thüringen und Sachsen der SBZ (Sowjetische Besatzungszone) zugeteilt.
Was zur damaligen Zeit garnicht so in den Fokus rückte waren die Thüringer und Sächsischen Uranvorkommen. Mit dem weiteren Fortschreiten des Kalten Krieges wurden diese Vorkommen als Kriegswichtig erklärt im Kampf gegen Amerika und den ersten Abwürfen von Atombomben in Japan.
Zumal an dem zerstörten Ostdeutschland wenig Interesse bestand. Es wurde genommen was von Wert war und der Rest war uninteressant. Statistisch waren 70 % der Ostdeutschen Wirtschaft und Bahnanlagen zerstört, aus diesem Grund auch geringes Interesse. Es gab nichts oder wenig zu holen.
Die Bürde des Wiederaufbaues und die Finanzierung wollte man nicht. In Westdeutschland waren geringere Zerstörungen zu verzeichnen, aber hier saß das Kapital das nicht abgeschafft werden sollte. Also gelang der Wiederaufbau leichter und schneller und nach wenigen Jahren spuckten die Industrieanlagen riesige Gewinne aus. Mit der Ankunft von Fremdarbeitern in den 50er Jahren kamen noch "willige Arbeitssklaven" hinzu, die nicht gerade menschlich behandelt wurden, was sich positiv auf die Gewinne auswirkte.
Die schönen Geschichten von Pizza, Vino, Amore und Oliven waren nur Filmklischees die Warheit sah anders aus.
So entwickelten sich durch die Teilung Deutschlands auch in beiden Staaten überall Parallelgesellschaften. In der Bundesrepublik wurden Flüchtlinge, Fremdarbeiter frühzeitig ausgegrenzt und seperat untergebracht. In der DDR wurden Garnissionsstädte gegründet die von den Sowjetischen Freunden bewohnt wurden, meist Militärstädte und Anlagen aus der Kaiserzeit. So lebte man hier und da grundsätzlich in verschiedenen Welten.
Doch was hat dies mit der Eisenbahn zu tun, ganz einfach Eisenbahn ist immer Politik und Wirtschaft. Die Eisenbahn war bis 1993 immer militärisch und politisch organisiert und es gab Hierachien die korrekt eingehalten wurden. So wurde die Eisenbahn schon ab den 50er Jahren in das Nachkriegsleben mit eingebunden.
In der Bundesrepublik, Wiederaufnahme des Ganzzugverkehres für Industriestandorte, Wiederaufnahme des Militärverkehres auf Schienen, Abwanderung des angeblichen unrentablen Verkehres von der Schiene auf die Strasse, Heimatzüge für Fremdarbeiter nach Italien, Jugoslawien, neue Freizeitangebote im Europaverkehr der DB. Auf Grund des vorherrschenden Beamtenstatus funktionierte die Eisenbahn entsprechend Systemgerecht.
In der DDR unterstand die DR offiziell dem Staat, grundlegend wurden strategische Dinge durch die "Freunde" geregelt. Oberste Priorität, Sicherstellung eines flüßigen Militärverkehres auf Schienen im Ernstfall, Sicherstellung des Uranverkehres aus der DDR in die Sowjetunion, Versorgung strategisch wichtiger Wirtschaftszentren hauptsächlich in Mitteldeutschland Chemie, Kohle, Energie. Einsatz von sofortigen Reisezugwagenmaterial im Ernstfall für die Einberufung von NVA Soldaten. Gewinnung von Inoffiziellen Mitarbeitern der Staatssicherheit bei der Deutschen Reichsbahn und bei der Deutschen Bundesbahn für strategische und militärische Informationen. Für den Schienenverkehr Westberlin - BRD kein Thema hier konnte alles eingesehen werden auch im Luftverkehr. Aber innerhalb der Bundesrepublik waren die Informationen von Truppentransporten und Truppenübungen erforderlich in der "geheimen Kriegsführung".
So griff man nach 1953 in die Trickkiste, mit Speck fängt man Mäuse, heißt es. Aktivisten Orden, Prämien, gute Arbeit und Treue versprachen frühzeitige Vergabe einer neuen Wohnung und ein schöner Ferienplatz. So lohnte sich Fleiß und gute Arbeit in der DDR. Auch gab es Zusatzprämien, zusätzliches Essen das war besonders wichtig in der Zeit.
Freie Krippen-, Kindergartenplätze, zentrale Schulversorgung sicherten frühzeitig ab das Frauen auch einer geregelten Arbeit nachgehen konnten und nicht an den Herd gebunden waren.
Ab 6:00 Uhr konnte man die Kinder abgeben und oft noch Abends abholen was den Einsatz der Frauen in Früh-, Spät- und Tagesschichten ermöglichte.
So waren auch Frauen bei der DR einsetzbar, oft im Güterverkehr an Fahrkartenschaltern, auch im Zugbegleitdienst mit Tagesschichten. ("Mutti Schichten"). Am Wochenende wenn der Partner zu Hause war konnte man sogar die Tagesschichten (6-18 Uhr) oder eine lange Nacht (18-6 Uhr) überbrücken. So wurde deren Leistung mit Schichtprämien gewürdigt, was der privaten Urlaubs- oder Familienkasse gutgeschrieben wurde.
Vom Aktivisten Orden bis zum Karl-Marx-Orden war alles möglich. Für besondere und gute Leistungen sowie Neuerungen zum Wohle des Sozialismus gab es entsprechende Honorare Seitens Partei und Gewerkschaft.
Angefangen in Verbindung mit Prämien in Höhe von 200,00 Mark bis 250,00 Mark bis 1000,00 Mark in Verbindung mit Urlaubs-, Schiifs- oder Auslandsreisen. Somit wurde Anstrengung gut gewürdigt, und man blieb am Ball, weitere Maßnahmen waren Weiterbildung, Studium und ein höheres Gehalt. So konnte man auf diesem Weg von der unteren Stufe bis in die Chefetage aufsteigen. Es bestand für einfache Arbeiter die Möglichkeit durch Leistung und Anstrengung einiges zu erreichen.
Mit Schaffung des ersten Fünfjahrplanes 1951 in der DDR wurden auch verdienstvolle Eisenbahn als Aktivis geehrt. Die gravierte Jahreszahl soll an die Einführung des Planes erinnern und dürfte als historisches Sammelobjekt von Bedeutung sein.
Die gravierte Rückseite des Ordens als Denkschrift.
Ebenfalls aus der Zeit der Fünfjahrespläne der Orden eines Aktivisten in Bronze.
Auch hier mit Gravur auf der Rückseite. Spätere Orden waren blank.
Von 1960 bis 1968 wurden Aktivisten im Siebenjahrplan geehrt.
Wiederholt mit Gravur auf der Rückseite.
Die Medaille für Treue Dienste bei der Deutschen Reichsbahn in Silber aus den 60er Jahren.
Hohe Verdienste und Ehre für Mitarbeiter der Deutschen Reichsbahn in den 60er Jahren in Bronze.
Würdigung des Treuen Dienstes in den 60er Jahren mit 10 Dienstjahren bei der Deutschen Reichsbahn mit bronzenen Flügelrad dem Symbol der Eisenbahn.
1979 war die Würdigung nicht mehr so "aufregend", ein einfacher Orden heute etwas abgegriffen, Auszeichnung im Rahmen des 30-jährigen Bestehens der DDR, von der Politischen Verwaltung der Rbd Erfurt verliehen.
Verleihung des Bestarbeiters Titel im RAW Cottbus 70er Jahre
Der Karl-Marx-Orden galt mit als eine der höchsten Auszeichnungen in der DDR und wurde auch an Eisenbahner verliehen.
Für höchste Leistungen gab es den Orden Held der DDR der Empfängerkreis war selbst hier zu DDR Zeiten sehr begrenzt da dieser auch an gewisse Privilegien gebunden war.
Der Held der Arbeit wurde oft verliehen, vorzugsweise auch an Nichtgenossen, da gerade diese durch überdurchschnittliche Leistung und Arbeitsbereitschaft geschätzt wurden. Viele davon wollten keinen politischen Rummel und distanzierten sich von der SED Mitgliedschaft aber leisteten hervorragende Arbeit, die auch gewürdigt wurde.
Für die Nichtgenossen und Uninterressierten am Sozialismus gab es auch die Staatliche Auszeichnung der "Erfolgreichen und geschätzten Teilnehmer am Werkküchenessen"...
Belohnungskatalog und Verordnungen der DR
1.) Schichtenprämie pro Schicht 2,00 Mark inklusive einer zusätzlichen freien Mahlzeit in der Schichtversorgung
2.) Aktivisten Orden mit Zahlung ab 200,00 Mark zur Auszeichnung
3.) Auszeichnung besondere Treue und Dienstjahre mit Geldbeträgen
10-Jahre / 25 Jahre / 40 Jahre / 50 Jahre
4.) Zusätzliche Schichtprämien zur Plan Erfüllung und Übererfüllung besonders im Güterverkehr / Rangierdienst
5.) Kohle-, Öl-, Diesel- und Energiesparprämie in Verbindung mit Geldbeträgen
6.) Jungaktivisten Zur Förderung für Arbeit, Lehre und Studium bei besonderen Verdiensten mit Geldbeträgen
7.) Verdienter Eisenbahner des Volkes verbunden mit Geldbeträgen und auch mit einer Reise
8.) Verdienter Freiwilliger Helfer der Volkspolizei, für DR Mitarbeiter die in ihrer Freizeit mit Transportpolizisten im Einsatz waren oder im Dienst an der Aufklärung von Diebstählen und Verbrechen beteiligt waren. z.B. oft Diebstahl von Reisegepäck, Wertsachen, Transportgut im Güterverkehr, Verhinderungen von Straftaten im Eisenbahnbetrieb, vorsätzliche Taten z.B. Nichtauslegung von Hemmschuhen im Ablaufbetrieb Beschädigung des Transportgutes, Eingriff in den Eisenbahnbetrieb etc
9.) Verdienter Freiwilliger Helfer der Grenztruppen der DDR, Eisenbahner im Grenzgebiet und Grenzbahnhöfen die zur Aufklärung des Illegalen Grenzübertrittes beigetragen haben oder diesen verhindert hatten
10.) Verdienter Helfer der Staatssicherheit oder Inoffizieller Mitarbeiter des MfS ohne offizielle Auszeichnung. Würdigung mittels Aktivistenauszeichnung in Verbindung mit einer größeren Reise z.B. nach Ungarn oder Bulgarien sowie höheren Geldbetrag.
11.) Neurer Orden, Träger Auszeichnung mit Geldprämie und Reise bei besonderen Neuerungen zur Steuerung und Abwicklung von Arbeitsprozessen, Technischer Entwicklungen etc
12.) Verdienter Träger des Karl-Marx-Ordens der DDR, Höchste Auszeichnung an alle Werktätigen auch an Eisenbahner durch großartige und hohe Leistungen, 1000,00 Mark Prämie und große Reise
13.) Bevorzugte Vergabe von Krippen-, Kindergartenplätzen für verdienstvolle Mitarbeiter
14.) Bevorzugte Vergabe einer Neubauwohnung für gute Mitarbeiter, um diese am Dienstort zu halten und zu integrieren
15.) Besondere Führungen am Bahnhof für Kindergärten und Schulklassen zur späteren Mitarbeitergewinnung, Unterstützung von Modellbahn Club`s für das Interesse an der Eisenbahn und zur Förderung der Berufswünsche
16.) Lehrausbildung, Förderung durch Studium und Aufstieg bei besonderen Leistungen sowie Parteizugehörigkeit (SED) und Bereitschaft zum Sozialistischen Ehrendienst an der Waffe bei der NVA mindestens drei Jahre
17.) Politische Karriere, SED Aufnahme, Kreisparteischule der DR in Torgau, Bezirksparteischule der DR in Hainichen, Einstieg in das Studium bei der DR z.B. Ingenieurschule in Gotha
18.) Kollektiv der Sozialistischen Arbeit war eine gemeinschaftliche Auszeichnung und Würdigung. Der Geldbetrag wurde oft bei Feierlichkeiten mit verwendet.
Hinzu kamen zahlreiche weitere Wertschätzungen und Aufstiegsmöglichkeiten die mit Partei und Gewerkschaft beschlossen wurden um die Leistungsbereitschaft anzukurbeln. In erster Linie galt die Wertschätzung gegenüber den Eisenbahnern. Leistung und Treue zum Sozialismus wurden durchaus belohnt. Eine reale Möglichkeit des Aufstieges bestand für jeden Bürger der DDR von der Pike auf bei der Korrekten Einfügung in den Sozialismus.
Bevorzugungen gab es mitunter bei den "Genossinnen Tochter oder den Genossen Sohn". Ähnlich einer Förderung des "Berufes Tochter oder Sohn" in der Bundesrepublik.
Weitere Kleinigkeiten...
100 Jahre Deutsche Eisenbahnen 1935
Ein bedeutendes Ereignis der Politischen und Wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. So würdigte die Deutsche Reichsbahn mit einem Festakt sowie Fahrzeugparade und Fahrzeugschau die Entwicklung der Deutschen Eisenbahn. Oft auch zu Propaganda Zwecken verwendet, galt es doch seit 1929 mit Gründung der DR ein leistungsfähiges, modernes und wirtschaftliches Schienenverkehrssystem in Deutschland zu erschaffen. Dabei galt es moderne Anlagen, Fahrzeuge und entsprechendes Zubehör zu entwickeln. Hauptgrund waren die Forderungen der Wirtschaft und der Industrie für schnellen, billigen und rationellen Transport von Menschen und Gütern auf der Schiene. Und mit Recht waren die Eisenbahner 1935 Stolz auf diese Lokomotiven, Anlagen und Fahrzeuge. War es doch Fortschritt in jeder Hinsicht gegenüber alten Anlagen aus der Gründer- und Länderbahnzeit, die bis dahin noch vorhanden waren. Größtes Anliegen war die Erleichterung zahlreicher Arbeitsgänge, ihre Modernisierung in Einbezug moderner Technik und Signalanlagen. Wichtig war auch körperlich schwere Arbeit im Werkstätten-, Signal-, Bahnmeisterei- und Rangierdienst abzubauen. So konnten auch Arbeitsunfällen vorgebeugt werden, da Maschinen und Apparaturen die Arbeiten übernahmen. Bereits seit 1929 nahm die technische Entwicklung einen rasanten Verlauf. So konnte mit der Vereinheitlichung schneller und einheitlich in jedem Arbeitsablauf Modernisierung eintreten, das von Norddeutschland bis an die Alpen galt.
Nach dem Jahr 1990 kam es zur Auflösung zahlreicher Eisenbahnstrukturen in Ost und West. Besonders betroffen waren Kolleginnen und Kollegen in Strukturschwachen Regionen, die um ihren Arbeitsplatz kämpfen mußten. Der Rückgängige Verkehr ließ nicht viel Spielraum für besondere Objekte. Auch die Verwendung jüngeren Rollmateriales war von Bedeutung. Ein Beispiel hierfür der "PUMA Wagen" des PFA Weiden. So sollten attraktive Fahrzeuge im attraktiven Design entwickelt werden, das auch nicht gerade einfach war, da diese Fahrzeuge auf anderen technischen Entwicklungsstufen basierten. Gerade der erschwerende Ein- und Ausstieg der Wagen hatte seine Tücken und der schwere Rahmen da der Bmhe in seiner Ursprungsform immerhin 40 Tonnen leer brachte. Auch die stabile Konstruktion lies keine Leichtbauweise erwarten. Bis auf den Rahmen mußte alles neu aufgebaut und entwickelt werden.
Jede Sparte der Saalfelder Eisenbahner hatte seinen Verein, Schlosser Verein, Gartenbau Verein, Eisenbahner Verein, Lokführer Verein e.t.c. Hierzu gab es spezielle Statuten, Regeln und Reglements. Nicht nur dies war bindend für die Mitglieder, auch der Regionale Handel warb hier in den Vereinsstatuten. Werbung alter Saalfelder Geschäfte, die es schon lang nicht mehr gibt.